Ein neuer Minitrack? Als ich im Frühsommer 2021 die ersten Gerüchte hörte, war ich schon neugierig: Was würde da wohl kommen?
Und: Was würde sich wohl ändern? Denn an sich war der LX3 schon ein hervorragendes Gerät.
Das Jahr verging, ich dachte natürlich nicht mehr daran und dann, ganz plötzlich, war er erhältlich: Der neue LX quattro.
Ende September, kurz vor der nächsten Neumondphase, kam er bei mir an.
Der perfekte Zeitpunkt, um dem kleinen Kerl zu zeigen, wie wunderschön doch unser Himmel ist: So viele und vielfältige Wolken hatte er bestimmt noch nicht gesehen. Und erst der Nebel… Ein Traum in Grau.
Der Minitrack LX4 war schwer beeindruckt und ich schwer frustriert.
Herbst in Deutschland…


Eine fast perfekte und zwei einigermaßen gute Nächte haben sich dann aber während der Neumondphasen im Oktober und November doch ergeben.
Und somit ein paar Bilder, die für einen ersten Eindruck reichen.
Ein guter erster Eindruck…

Test vs. erster Eindruck

Wenn Du bei mir etwas liest, dass sich „Test“ oder „Review“ nennt, so hat das nicht umsonst diesen Namen verdient: Ein Test ist bei mir nicht einfach ein Testfoto aus einer Nacht.
Wenn ich etwas teste, dann richtig:
In vielen Nächten, an verschiedenen Orten, unter allen möglichen Bedingungen und in Kombination mit unterschiedlichen Kameras, Objektiven oder anderem Zusatzequipment. Nur so finde ich Möglichkeiten, Grenzen und Einsatzzwecke wirklich heraus und kann Dir eine umfassende Einschätzung geben. Echte Ergebnisse ‚live aus der Nacht‘ unter Realbedingungen.

Aber: Das dauert.
Man sagt nicht umsonst: Gut‘ Ding will Weile haben.

Alles andere ist ein ‚erster Eindruck‘ und heißt genau deswegen auch so. 😉

Nun haben mich viele Leute, also vielleicht sogar genau Du, per Email, PM und über die sozialen Medien so oft nach dem neuen Minitrack LX quattro gefragt, dass ich nach zwei (2,5) Nächten mal einen ersten Eindruck wiedergebe.
D.h. ich zeige vor allem ein paar Fotos, die schon mal grob das Einsatzspektrum und die Möglichkeiten des LX4 verdeutlichen.
(Um ehrlich zu sein, ist es doch schon etwas mehr als ein erster Eindruck. Oder: Ein recht umfassender erster Eindruck. Jedenfalls mehr als nur „ein einziges Testfoto.“)

Der ‚echte Test‘ folgt. Dort dann auch alle Details zu den technischen Neuerungen, den Vorteilen gegenüber den Vorgängern und (hoffentlich) auch eine echte Grenzerfahrung: Wann wird es dem Minitrack zu viel? 😉

Zuerst starten wir aber ganz locker: 50 mm und ein klassisches Bild für diese Jahreszeit:

„Wintermilchstraße über den Bergen“

Wintermilchstraße über den Bergen
Canon 6Da – Samyang 50 mm – Omegon Minitrack LX4 – 50 x 60 Sek.

Die Aufnahme ist zwar einerseits ein einfaches Bild (zumindest im Ergebnis), aber gleichzeitig auch eine leicht verständliche Erklärung, warum ein Astrotracker unbedingt Sinn macht und warum der LX4 seine ganz eigenen Vorteile mit sich bringt.

Warum ein Astrotracker?
–> Ohne Astrotracker keine langen Belichtungszeiten oder alternativ unscharfe Sterne (die Erde dreht sich schließlich unter den Sternen)
Aber:
–> Ohne lange Belichtungszeiten kein Signal vom Himmel, sondern nur ein dunkles Bild
Oder:
–> Lange Belichtungszeiten, aber unscharfe Sterne.

Ziel:
Lange Belichtungszeit und runde Sterne.
Lösung:
Astrotracker!

Warum der LX4:
–> Klein, leicht, stromlos, unkaputtbar. Der perfekte Begleiter für Wanderungen; ein Werkzeug, das in jede Tasche passt und immer funktioniert.

Hier das geschriebene in Bildform:
(anklick- und somit vergrößerbar)

Für das finale Ergebnis „Wintermilchstraße über den Bergen“ wurden nur 50 Einzelfotos (je 60 Sekunden) kombiniert. Keine Korrekturbilder (Darks, Flats, Bias).
Die Bildentwicklung erfolgte recht schnell und simpel.

Fotografiert wurde mit dem Samyang 50 mm f1.4 (abgeblendet) und der Canon 6Da (Vollformat, Baujahr 2012).
(Link führt zu meinem Testbericht)

Ich glaube, dass diese vier Bilder recht deutlich zeigen, warum ein Astrotracker ’ne tolle Sache‘ ist. Und auch warum der Minitrack seine ganz eigenen Vorteile hat: Ein „immer dabei“ und „immer funktionstüchtig“ Gerät.

Eine ausführliche und viel weiter in die Tiefe gehende Begründung, warum der LX4 toll ist, gibt es dann im ausführlichen Testbericht.
Ebenso meine Einschätzung zu sinnvollen, realistischen Einsatzzwecken, aber auch zu den Grenzen des Geräts.
Diese 4-fach Bildkombination oberhalb gibt aber schon mal eine gute Antwort.

Eine andere Antwort, warum man einen Astrotracker benötigt, habe ich in einem extra Artikel gegeben.
Er trägt den Namen „Deep-Sky-Fotografie ohne Teleskop“ und beschreibt kurz und knapp, aber mit einigen Bildern, dass man nicht viel benötigt. Eindrucksvolle Ansichten des Nachthimmels, von bunten Nebeln und glitzernden Sternhaufen gelingen auch ohne ein teures Teleskop. Aber eine kleine Nachführung ist Pflicht.

Dieses Foto zeigt das „Making of“ oder eben „den Blick hinter der Kamera“ (fotografiert mit Canon 6D und Samyang 20 mm, f1.8 voll offenblendig).
Der Aufnahmeort in den Bergen war schon genial. Die Lichtverschmutzung am Horizont war vorhanden, aber sehr schwach ausgeprägt.


Schauen wir einfach ein paar weitere Bilder an.
Wobei: Ein paar Worte zum LX4 will ich doch verlieren.

LX4 – Was ist neu?

  • 4 kg Tragkraft
  • neu gestalteter Federmechanismus
  • Nadellager
  • Vixen-Style-Korpus
  • neue Aufnahme für Polsucher
  • weltweit einsetzbar, dank N/S-System
  • (neue hochqualitative Polwiege, die so toll ist, dass ich sie auch mit anderen Astrotrackern nutze)

Wie gesagt: Genauer betrachte ich das alles im ausführlichen Testbericht.
Ich kann Dir hier (erster Eindruck) aber schon mal sagen: Der neue Federmechanismus, der neue Platz für den Polsucher, der Vixen-Style-Korpus und die (optionale) neue Polwiege sind super.
Klassische Produktbilder habe ich keine gemacht. Wenn Du Detailaufnahmen sehen willst, dann hier: LXquattro beim Hersteller

Übrigens ist der LX4 (also das Komplettset inkl. Polwiege etc.) nicht teurer als der LX3 (als Komplettset + dem Extra-Kauf der Polwiege).


Wenden wir uns aber lieber wieder den Fotos zu.
Wie gesagt, teste ich mit allem möglichen Equipment und daher ist das nächste Bild ein weiteres „behind the scenes“.
Wie Du siehst, entstand es am selben Standort, in der selben Nacht, wie das Bild zuvor.
Allerdings war hier nicht das Samyang 50 mm Objektiv auf dem Minitrack, sondern der Radian Raptor. Ein 274 mm Teleskop. Fotos, die ich mit diesem Gerät gemacht habe, folgen unten.

(Wenn Du Dich am Himmel auskennst, so wirst Du feststellen, dass dieses Bild zuerst entstand. Denn die Plejaden sind sichtbar, Orion aber noch nicht aufgegangen.)

Übrigens:
Es war ganz schön kalt in dieser Nacht; bis zum Morgengrauen waren es -8° und alles war von einer dicken Eisschicht überzogen.
Da ich keine freie Objektivheizung mehr hatte, habe ich einfach zwei kleine Heatpacks mit Klettband um die Optik gewickelt. Das funktioniert im Notfall genauso gut wie eine Heizmanschette. 😉

Falls Du kein Klettband dabei hast oder haben kannst, bekommst Du hier noch einen Tipp. Ich halte ihn für wirklich richtig gut!
Panzertape ist ne tolle Sache. Aber Panzertape nimmt recht viel Platz ein und man hat es normalerweise nicht immer dabei.
Ich schon. Immer! Wirklich immer! Und das geht so:

Ne alte Kreditkarte (oder ähnliche Karte) nehmen, Panzertape in schmalen Streifen um die Karte wickeln und ab in den Geldbeutel.
Es hat mir schon so oft (nicht nur bei der Astrofotografie) geholfen, Panzertape dabei zu haben.
Damit kann man nen kaputten Schuh flicken (damit man wieder vom Berg runter kommt) oder zusammen mit einem Taschentuch ein Pflaster basteln. Oder ne nervige LED abkleben. Oder ganz viel mehr.

So. Zurück zu den Fotos.

Diese Aufnahme zeigt den großen Hund und rechts oben noch ein kleines Stückchen Orion.
Schaut man genauer hin, so erkennt man auch schemenhaft den Möwennebel (links neben dem Hundekopf) und einige Sternhaufen.

Die Aufnahme wirkt zwar sehr weitwinklig, wurde aber nicht mit einem Weitwinkelobjektiv fotografiert, sondern mit 50 mm.
Der Himmel besteht aus zwei Bildern, wobei jedes wiederum aus 7 mit dem LX4 nachgeführten Einzelbildern gestackt ist.
Also „obere Himmelshälfte = 7 Fotos“ + „untere Himmelshälfte = 7 Fotos“.
Dazu dann noch drei Bilder für den Vordergrund.

Klingt vielleicht ganz schön aufwändig. Und ja, im Vergleich zu einem Einzelbild mit 20 mm ist es das auch.
Aber mit 20 mm wäre sowas niemals möglich. Erst „Mini-Mosaike“, die aussehen wie ein Weitwinkelbild, machen so detailreiche Aufnahmen möglich. Ein ‚echtes‘ Weitwinkelbild hätte eine viel geringere Auflösung, die Sterne wären nicht so klein und fein, die Sternhaufen wären „dicke Flecken“ und insgesamt wäre die Aufnahme deutlich gröber.

Für mich macht der Aufwand auf jeden Fall Sinn, wenngleich das Motiv hier nicht unbedingt das spannendste ist, das der Himmel zu bieten hat.
(Und leider zogen da zum Morgengrauen, es war schon gegen 4 Uhr, sanfte Wolken auf.)

Klar: Auch ein einzelnes Hochkant-Weitwinkelbild würde den großen Hund zeigen. 50 mm bringen aber die Details.
Und 50 mm muss man nachführen, wohingegen 14 oder 20 mm noch einigermaßen ohne Nachführung funktionieren.

Hier nochmal ein ganz anderes Bild, das das zuvor gesagte unterstreicht.
Fotografiert 2019 noch mit dem LX3, wobei das Einzelfotos sind und auch die nur recht kurz belichtet.

Falls Du den großen Hund magst, so kannst Du hier einen ganz kurzen Zeitraffer-Clip sehen. Da spaziert der Hund gemütlich hinter seinem Herrchen Orion über den Himmel.
(Außerdem kann ich Dich somit gleich zu meinem Youtube-Kanal locken, wo Du ne ganze Menge Astro-Zeitraffer ansehen kannst.)

Hier ist noch ein Bild aus dieser Nacht. Das ist nicht mit dem LX4 entstanden. Es ist nicht nachgeführt.
Ich zeige es Dir einfach, weil ich die Örtlichkeit dort in Tirol toll finde.
Du siehst auch hier die leider aufziehenden Wolken.

Es wurde folgendermaßen fotografiert:
Die normale Canon 6D (Kaufversion 2012) mit dem Samyang 20 mm.
Belichtungszeit 13 Sekunden und davon 10 Bilder.
Diese 10 Bilder dann mit Sequator gestackt.
Beim Stacken verzerrt sich natürlich der Vordergrund (der sowieso viel zu dunkel war). Daher habe ich noch eine Handvoll lang-belichtete Bilder für den Vordergrund gemacht, auch diese gestackt (zur Rauschreduktion) und den Vordergrund dann vor den Himmel gesetzt. (Der war natürlich viel zu hell, sodass ich ihn wieder abgedunkelt habe.)

Hier noch ein wichtiger Hinweis:
Objekte, die in den Himmel ragen, sind (immer) verzerrt, wenn man Bilder des Himmels stackt. Es ist eine besch… eidene Arbeit, so etwas in Photoshop zu fixen. Und man sollte sich bereits bevor man fotografiert überlegen, ob man das im Nachgang überhaupt machen kann.
Ich finde, dass es mir recht gut gelungen ist, aber das ändert nix daran, dass es aufwändig ist.

Übrigens:
Wenn Du diese 20 mm Aufnahme nochmal mit dem 50 mm Mini-Mosaik oben vergleichst, so wird Dir vielleicht nochmals klarer, worin der Unterschied besteht.

Noch mehr Orion

Naja – aktuell ist Herbst/Winter und Orion bietet sich einfach an.
Klar, dass ich da nicht nur das 50 mm Bild oben erstellt habe.
Das nächste wurde mit dem wunderbaren 135 mm Samyang aufgenommen. Ein Objektiv, das an sich schon eine eigene Klasse ist, aber auch eines, das hervorragend mit dem Minitrack harmoniert.
Man kann auch größere Brennweiten nutzen, aber persönlich würde ich doch dieses 135 mm als das Ideal bezeichnen. Alles, was dann viel länger und schwerer wird, wird auch komplizierter (auch wenn es funktioniert).

Ich hab‘ eine eigene Bildergalerie nur mit Fotos der 135 mm-Linse.
Ich finde sie sehr interessant, aber Du brauchst etwas Geduld. Da es viele Bilder sind, lädt die recht langsam.

Orion Molekül Komplex mit Hexenkopf, Orionnebel und Pferdekopf
Canon 6Da – Samyang 135 mm – Omegon Minitrack LX4 – 57×60 Sek.
Hier kannst Du das Bild ganz groß ansehen.

Dieser 135 mm Orion entstand an einem anderen Ort als die Bilder bisher und auch einen Monat früher. Das war sozusagen das „First Light“ für den LX4.
Hier kannst Du einen Blick „hinter die Kulissen“ werfen:

Ich hatte echt Glück, dass sich der Nebel ab ca. Mitternacht noch verzog. Andernfalls wäre ich umsonst bis nach Österreich gefahren.

Das hier ist das Bild, das ich aufgenommen habe, als Orion gerade aufging. Also ein unbeschnittenes 135 mm Bild.
Aus 57 davon (allerdings ohne die Berge) entstand das Bild oben.

Ich hatte in der Nacht aber nicht nur den Minitrack ‚am Start‘, sondern auch noch zwei andere Montierungen. Meine „dickeren Dinger“ sozusagen.
Hier kannst Du sehen, wie das dort so war. Weitaus weniger romantisch als man es vielleicht anhand der Bilder erwarten könnte:

Wobei… Eigentlich sollte ich Dich in dem Glauben lassen, dass das alles total romantisch, friedlich und idyllisch ist.
Hier bitte, das schafft wieder die richtige Stimmung:

To the max

Ich schulde Dir ja noch die Aufnahmen mit dem 274 mm Radian Raptor.
(Wenn Du mehr über das Gerät erfahren willst: Hier mein Test.)

Der Raptor ist sicher nicht das beste Teleskop, aber ich habe es dennoch hier genutzt.
Willst Du wissen warum?
Es ist so belanglos, aber der Radian Raptor ist ein kleiner Hype. Und wenn ich ein Foto mit diesem Gerät mache, so „klickt“ das in den sozialen Medien besser.
Ätzend, oder? Aber so ist das eben.
Genauso gut hätte ich auch meinen anderen kleinen Apo nutzen können, der kein Stück schlechter ist.

Oh – ich merke gerade, dass ich die romantische Nachtstimmung schon wieder zerstöre. Sorry!

Hier zur Wiedergutmachung:

Sterne wandern durch die Weiten;
ferne Wasser singen sacht.
Möcht mein Herz mir schier entgleiten
in den Silberglanz der Nacht.

Menschenleid und Menschenfehle
sind so fern und erdenweit –
Gib, o Nacht, doch meiner Seele
deiner Reinheit Sternenkleid!

Rudolf Koch (1876 – 1934)

Soooo, da wären wir also wieder eingestimmt für ein paar Bilder.
Die letzten; zwei Klassiker des Herbstes: Orion und Andromeda.

Orionnebel M42 und Pferdekopf B33

Canon 6Da – Radian Raptor 61/274 – Omegon Minitrack LX4
119 x 45 Sek. also knappe 1,5 Stunden

Wie Du unter dem Bild lesen kannst, steckt in der Aufnahme erstaunlich wenig Belichtungszeit. Ich war schon ein wenig überrascht, was ich da aus den Daten rausziehen konnte.
Und wenn ich an meine ersten Aufnahmen des Orionnebels denke, so wird mir klar, welchen Weg ich schon zurückgelegt habe.

Aber eigentlich gehts hier um was anderes: Nämlich die Frage, ob der LX4 nen kleinen Apo nachführen kann.
Ja, das kann er. Und dennoch: Ich würde nicht unbedingt dazu raten.
Ich hab das vor allem aus Neugierde gemacht.

Andromeda M31

Auch diese Aufnahme der Andromedagalaxie entstand mit dem Raptor.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass da schon einiges mit den Rohdaten gemacht wurde.
Das ist heftig entwickelt, wobei ich mir einige Freiheiten genommen und evtl. auch ein wenig übertrieben habe.
Vor allem ist das Bild stark beschnitten.

Auch bin ich bei der Fotografie „in die vollen“ gegangen: Vier Stunden, wobei ich nur die besten Einzelbilder genutzt habe. Rund 25% der Fotos habe ich aussortiert, sodass am Ende knappe 3 Stunden in das fertige Bild eingeflossen sind.

Andromeda Galaxie M31
Canon 6Da, 274 mm Apo, Minitrack LX4 – 234 x 45 Sekunden = 175 Minuten = 2,9 Stunden

Damit Du nicht auf die Idee kommst, dass so eine Aufnahme einfach aus der Kamera purzelt und (viel wichtiger) damit Du nicht enttäuscht bist, zeige ich Dir hier a) ein Einzelbild, bei dem ich in Lightroom nur die Farben etwas angepasst habe und b) das fertig gestackte und beschnittene (aber unbearbeitete) Summenbild.
Erst die Bildbearbeitung finalisiert ein Foto wirklich. (Aber das hat nichts mit dem LX4 zu tun, sondern ist immer so.)

Ich möchte hier nochmals klar sagen, dass das ein Extremtest war. Zwar ein erfolgreicher, aber dennoch ein Extremtest.

Bitte bedenke:
Man sollte wirklich gut einnorden, wenn man so etwas versucht.
Doch nicht nur die Einnordung ist wichtig. Auch die Gewichtsverteilung auf dem LX4 sollte man beachten (bei jedem Astrotracker).

Darum:
Wenn es Dein einziges Ziel ist, mit Teleskopen oder überhaupt mit Brennweiten von 300, 400 oder 500 mm Deep-Sky-Aufnahmen zu machen… ich würde Dir nicht unbedingt zum Minitrack raten.
Er kann es, aber er ist nicht speziell dafür geschaffen.
Wie gesagt: Der Minitrack hat sehr viele Vorteile, viele davon machen ihn einzigartig.
Auch als Backup-Lösung ist er super geeignet, denn lieber fotografiert man mit dem LX4 (wenn die Hauptmontierung keinen Strom mehr hat oder in einen Fluss gefallen ist), als dass man gar nicht fotografiert. Gerade bei Reisen an entlegene Orte sollte „der kleine quattro“ mindestens für den Notfall mit im Rucksack sein; oder auch als Zweitgerät, das neben dem Teleskop Widefield-Bilder macht.
Auch wenn er viel kann: Der LX4 ist einfach nicht die für Teleskope erschaffene Nachführung.

Ich sage Dir das, obwohl (oder auch weil) ich vom Minitrack begeistert bin. Du kannst meine Begeisterung sicher hier herauslesen.
Aber das soll Dich bitte nicht dazu verleiten, Dir unrealistische Vorstellungen zu machen. Der Minitrack hat Grenzen. Ich reize sie gerne aus, aber…
Du verstehst bestimmt, was ich meine. 🙂

Fazit

Wie Du sehen konntest, kann man mit dem Minitrack LX4 ne ganze Menge anstellen.
Klar: Das Gerät hat seine Grenzen. Ein riesiges Teleskop verlangt auch eine riesige Nachführung und keinen kleinen Astrotracker. Noch weiß ich nicht genau, wo die Grenze liegt. Aber 200 oder 300 mm lassen sich nachführen, wenngleich das sicher nicht der Haupteinsatzzweck des LX4 ist.

Der ergibt sich vor allem aus den Eigenschaften des Geräts: Klein, günstig, leicht, stromlos und eigentlich unkaputtbar – das ideale Gerät zum Einsatz irgendwo im Outback. Also dort, wo man nichts großes hintragen kann oder will und dort, wo man ein Gerät braucht, auf das man sich viele Nächte am Stück verlassen kann, ganz ohne Strom und selbst dann, wenn es mal nass wird.
Auch wenn man auf einer Reise eine strombetriebene Montierung dabei hat, macht es vielleicht Sinn, den Minitrack als Backup-Lösung mitzunehmen; zumindest dann, wenn es an wirklich besondere Orte geht, an die man kein zweites Mal kommt.

Ich werde nun (so der winterliche Wettergott will) noch einiges testen, viel rumprobieren und den LX4 an seine Grenzen bringen. (Oder ihm weitere zauberhafte mitteleuropäische Wolken zeigen) 🙁
Und dann folgt auch ein ausführlicher ‚echter‘ Testbericht mit einem finalen Fazit.
Eins weiß ich jetzt schon: Das wird kalt. 😉 Aber auch sehr viel Freude bereiten.

Ansonsten hoffe ich, dass Du auch Freude hattest. Also beim Lesen dieses ‚ersten Eindrucks‘ und beim Betrachten der Fotos.
Zuletzt zeige ich Dir noch ein paar Bilder, die ich mit dem Vorgängermodell gemacht habe. Zu dem gibt es zwar einen richtigen ausführlichen Testbericht, der auch klar die Richtung vorgibt, in die es beim LX4 gehen muss.
Aber seit diesem Bericht 2019 habe ich natürlich weiterhin fotografiert.
Die nun folgenden LX3-Fotos sind daher nicht im LX3-Testbericht vorhanden.
Klar ist: Sie wären so auch mit dem neuen LX4 möglich gewesen. Mindestens.

Falls das hier alles für Dich interessant war, so freue Dich auf den echten, ausführlichen, umfassenden Testbericht.
Falls es aber jetzt schon zu lang und zu viel Text war: Fürchte Dich vor dem endgültigen Testbericht. 😉
Sorry: Kurz kann ich nicht.

Ansonsten würde ich Dich sehr gerne einladen, hier noch ein wenig auf der Seite zu stöbern.
Vielleicht ist mein Artikel über das Sternbild Orion etwas für Dich? Oder der über Andromeda?
Ganz persönlich mag ich meine Sternbildbeschreibungen nämlich lieber als Testberichte. Es macht viel Freude zu recherchieren und dann einen lesenswerten Artikel über ein Sternbild zu schreiben.
Evtl. kann ich Dich auch animieren, mal auf die Sitemap zu klicken?
Dort findest Du (fast) alles, was es hier so gibt.
Z.B. auch Berichte, bei denen Du mich hinaus in eine Astro-Nacht begleiten kannst, oder Interviews mit anderen Astrofotografen. Und natürlich auch weitere Equipment-Tests. Apropos Equipment: Eine Liste von all den Gerätschaften, die ich nutze, gibt es natürlich auch.

Und nun, mit den letzten Worten, wünsche ich Dir wunderschöne Winternächte. Zieh Dich warm an und genieße die vielen dunklen Stunden.
Ich hoffe für Dich (und natürlich auch für meinen LX4), dass es keine Wolken gibt und sich die winterliche Milchstraße in ihrer ganzen Pracht zeigt.
Viel Spaß, womit auch immer Du fotografierst.
Die besten Bilder sind die aus genussvollen Nächten; völlig egal, ob mit einem riesigen Teleskop oder mit einer kleinen Einsteigerkamera aufgenommen.

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