[525 mm]
[ARI] [TAU] [PER]
VDB 13, VDB 15, VDB 17+ Barnards 200.’er

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Aufnahmedaten

Weitere Bezeichnungenvan den Bergh 13, 15 und 16, NGC 1333, Barnard 202, 203, 204, 205 und 206
SternbildAries, Taurus, Perseus
Datum✶ 15. Sept. 2023
Ort✶ Salzkammergut – Österreich – 1340 müNN – 21,65 mag
KameraOmegon VeTec 410 (Fullframe) @-5°
OptikOmegon 106/700 x0,75 –> 525mm /f5
MontierungiOptron GEM45G
Belichtungszeit95*240 Sek. = 6h + 20min
Weiteres?Wie üblich: Ohne Filter. NINA+phd²

Unfall mit einem netten Ergebnis
oder:
Wer soll das alles putzen?

Eigentlich sollte es dieses Bild nicht geben. Es ist ein Unfall und meiner eigenen Unaufmerksamkeit geschuldet.
Dennoch ist es so interessant geworden, dass ich es hier herzeige.

Der September 2023 hatte eine tolle Schönwetterperiode im Angebot, leider in der Woche vor Neumond. Alle, die mehr oder minder von zu Hause aus fotografieren konnten, nutzten diese Nächte, in denen der Mond erst relativ spät aufging; zumindest die erste Nachhälfte.
Mir war das nicht vergönnt, denn die notwendige lange Anfahrt zu meinen Astrospots außerhalb der Großstadt und die Arbeit, hinderten mich an der Fotografie.
Dafür hatte ich in der eigentlichen Neumondwoche frei. Der Himmel hatte aber anderes vor: Wolken.
Meine einzige Chance war eine kurzes Fester am WE um den 16. September. Die wollte ich nutzen, fuhr aber schon mit einem schlechten Gefühl in Richtung Alpen: Die Wetteraussichten schwankten zwischen traumhaft klar und ständiger leichter Bewölkung; für alle drei möglichen Nächte.

Während ich mich den Alpen näherte, hatte ich über mir dauerhaft einen traumhafter Himmel. Doch kurz vor dem Ziel sah ich Nebel, bzw. erstaunlich weit oben direkt in meinen Zielbergen Wolken.
Aber was sollte ich machen, ich war ja beinahe angekommen.
Oben auf dem Berg war es zunächst wunderbar und ich fing an meine erste Montierung aufzubauen. Doch noch bevor ich damit fertig war, umgab mich dichter Nebel!
Ganz oben im Zenit konnte ich die Sterne des Schwans einsam ihre Kreise ziehen sehen, aber bis hoch zu Polaris war alles vom Nebel verdeckt. Da war es etwa 21 Uhr und somit der Beginn der dunklen Nacht.
Ich verzog mich in meinen Bus und kochte einen Kaffee. Das war zwar keine Lösung, aber immerhin etwas überaus sinnvolles.

Als ich gegen 22 Uhr wieder hinaus trat, war der Nebel verschwunden und der Himmel mal wieder unglaublich!
Jedes Mal, wenn ich im Sommer in Italien fotografieren war, ist der Anblick des Alpenhimmels einfach nur umwerfend!

Meine Montierung war natürlich klitschnass. Das bedeutete, dass auch das Teleskop, das ich bisher noch nicht aufgebaut hatte, ebenso nass werden würde.
Es war also mal wieder die Jahreszeit der Heizmanschetten angebrochen.
Da es schon relativ spät war beeilte ich mich: Teleskop und Astrocam aus ihren Koffern holen, alles verschrauben, Heizmanschetten drum, ebenso um das Guidingrohr. Rasch alles auf die Montierung, PC starten und los.
Alles funktionierte wie immer auf Anhieb: Einnorden mittels iPolar war eine Sache von 2 Minuten, dank Planung und Platesolving war das Ziel sofort angefahren und die ersten Bilder landeten auf dem PC.
Zu erkennen war kaum etwas, aber das erwartete ich: Ich hatte schließlich Dunkelnebel ausgewählt und kein helles Nebelgebiet.
So fotografierte das System munter die Nacht über, blieb von Tau verschont und ich schlief größtenteils.

Dass ich etwas falsch gemacht hatte, kam mir nicht in den Sinn.
Auch nicht als ich in der Früh um 5:30 Uhr Flats anfertigte. Ich wunderte mich zwar über die heftige Vignettierung, aber dachte nicht weiter nach.
Ich räumte Teleskop und Montierung in den Bus und legte mich wieder schlafen.

Der Schrecken kam erst am nächsten Mittag, als ich alles wieder in den Koffern verstaute:
Ich hatte in meiner Eile zur falschen Kamera gegriffen! Mist!!!

Zum Verständnis:
Ich habe zwei Astrocams, die in identischen Koffern ‘wohnen’. Auf den ersten Blick sehen die Kameras auch noch gleich aus; vor allem im dunklen Licht der roten Stirnlampe.
Tja: Statt der 2x-Crop-Kamera, die ich eigentlich nutzen wollte und für die ich auch den Bildausschnitt geplant hatte, hatte ich zur Vollformat-Kamera gegriffen! Somit war natürlich ein anderes Bildfeld fotografiert worden.
Dank Platesolving zwar mit demselben Bildzentrum, aber eben viel weiter/größer und im Gegenzug weniger detailreich.

Das war unglaublich ärgerlich. Vor allem da ich weit gefahren war, die Hoffnung auf eine zweite gute Nacht im Anschluss von Wolken zunichte gemacht wurde und ich (im Gegensatz zu meiner Gewohnheit) nur mit einer einzigen Montierung fotografiert hatte.
Das hieß: Alles umsonst: Die weite Anfahrt, der Ärger mit dem Nebel… Und dann noch nicht mal ein einziges Bild!

Wieder zuhause stackte ich die Daten dennoch; ich wollte zumindest sehen, was ich da erwischt hatte.
Der Rohstack sah nicht übel aus, also streckte ich die Daten. Und das was ich da sah, machte mir Mut.
Da es nur etwas über 6 Stunden Belichtungszeit waren und somit doch noch einiges an Rauschen zu erwarten war, entwickelte ich nur mal so auf die Schnelle.
Überraschenderweise ist das Ergebnis dann doch gar nicht so übel, wie Du oben gesehen hast. Und auch erstaunlich spannend.
Vor allem weiß ich nun aber auch, dass ich beim nächsten Mal mit der richtigen Kamera fotografieren werde. Denn die Objekte sind wirklich toll!



Hier nun einige Bilder im Anhang:

  • Nochmals das hier vorgestellte Bild und die Version mit einigen eingezeichneten Objekten
  • Ein Rahmen, der symbolisiert, was ich eigentlich fotografieren wollte
  • Die Grenzen der Sternbilder, die dieses Foto umfasst.

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