Unfassbar, ja beinahe unmöglich: Eine wolkenlose Nacht?
Ich saß vor meinem PC und starte ungläubig und voller Hoffnung auf die Modellberechnung der Wetterlage für Anfang Februar.
Nach gefühlt 2 Monaten ohne eine einzige klare Nacht (und faktisch 7 Wochen mit 1,5 klaren Nächten, wobei eine davon die Mondfinsternis im Januar war, zu der ich wolkenbedingt nach Italien ausweichen musste) sollte es tatsächlich schön werden? Und das nicht nur für eine, nein sogar für zwei und evtl. drei Nächte. Und noch dazu auf den Tag genau zu Neumond. Wenn das wahr werden würde…

Montag Mittag sollte es los gehen.
Als ich dies am Sonntag daheim verkündete, erntete ich jedoch nur ungläubiges Staunen: Seit bald 24 Stunden schneite es dicke Flocken aus noch dickeren Wocken und innerhalb dieser kurzen Zeit hatte sich mitten in der Großstadt eine erstaunliche Schneedecke von 20 cm gebildet. Und am nächsten Tag sollte es Traumwetter geben?

Ich vertraute meinem Wetterbericht, denn es war nicht ein einzelnes buntes Bildchen, das Sonne/Sterne verhieß, sondern mehrere gute Wettermodelle, die sich einig waren!

Um 14 Uhr ging es los. Wirklich wolkenfrei war es noch nicht, doch als ich um 18:30 meinen Standplatz in den Bergen des Salzkammerguts erreichte, erwartete mich Orion umgeben von tausenden von Sternen. Kassiopeia, das Himmels-W, war kaum zu erkennen in der Masse der funkelnden Punkte.
Und Schnee, welche Schneemengen! Rechts und Links der Straße und neben dem Parkplatz türmten sie sich 3 bis 4 Meter hoch, weit bis über das Dach meines Busses; im Gelände waren es offiziell etwa 3,5 m.

Ich war nicht der einzige, der diese Nacht nutzen wollte: Ein Astrofotograf der „Salzburger Gruppe“ hatte bereits aufgebaut, weitere kamen im Laufe des Abends hinzu.
Und auch ich sollte nicht alleine bleiben: Kurz nach mir kam Flo, der sich einen Termin so gelegt hatte, dass er mich spontan besuchen kommen konnte.

Tja Besuch. Super! Gemeinsam friert es sich angenehmer, man kann lachen und fachsimpeln.
Aber fotografieren klappt dann einfach nicht gut.
Wie ich bereits an anderer Stelle beschrieben habe, fotografiere ich daher am liebsten alleine. Es erfordert so viel Konzentration, alles perfekt zum Laufen zu bringen, dass ich mich voll und ganz dem widmen muss und möchte.
So verging die erste knappe Stunde mit Ratschen. Während Flo ein wenig in der schneebedeckten Landschaft spazieren und fotografieren ging, gelang es mir immerhin mein Doppel-System zum laufen zu bringen: In der ersten Nachthälfte stand der Hexenkopfnebel auf den Programm. Hier funktionierte alles reibungslos.
Danach war das Teleskop an der Reihe, doch irgendetwas machte ich wohl falsch, denn es funktionierte nicht auf Anhieb.
Die beißende Kälte machte alles nur noch unangenehmer und bald waren meine Finger schmerzende Eisklötze, die sich nur mit einer Tasse Kaffee aufwärmen ließen.
Dann kam Flo zurück und auch Max, einer der Salzburger Astrofotografen, kam auf einen Plausch vorbei. Das Teleskop lief noch nicht und die Konzentration war hinüber. Wir unterhielten uns und es war „grad schee“, aber an das korrekte Ausrichten des Teleskops war nun nicht mehr zu denken.

So schlimm erschien mir das jedoch nicht. Ich hatte ja noch eine oder vielleicht zwei weitere Nächte vor mir und mein Hexenkopf schien gut zu werden.
Hier das Ergebnis aus 158 Minuten Belichtungszeit:

Hexenkopfnebel im Grenzgebiet zwischen den Sternbildern Orion und Eridanus – UpsideDown.

Zwischen Mitternacht und 2 Uhr verließen alle den Ort und ich blieb alleine zurück.
Orion war mittlerweile untergegangen und ich richtete mein 135-mm-System auf die Galaxien M81 und M82 im großen Bären.
In der zweiten Nachthälfte des Februars und im März fast die ganze Nacht über, ist der sog. „Frühjahreshimmel“ zu sehen und dieser bietet keinerlei Objekte für kurze Brennweiten. Es ist der „Galaxien-Himmel“ und somit Teleskopen mit langen Brennweiten vorbehalten.
Diese wenigen Wochen sind sozusagen die „Saure-Gurken-Zeit“ für Objektivfotografen.

Mein Plan war es daher in diesem Jahr bis in den April hinein immer wieder die zirkumpolare Region dieser beiden Galaxien (M81 und M82) zu fotografieren. Für sich genommen sind sie zwar etwas klein für nur 135 mm Brennweite, aber rund um die beiden „Paradeobjekte“ befinden sich wunderschöne Staubansammlungen, die nur mit sehr langen Belichtungszeiten sichtbar gemacht werden können.
Ein ideales Zielgebiet für den Zeitraum zwischen dem Winterhimmel und der wiedererscheinenden Zentralregion der Milchstraße ab April: Der große Bär steht im dunklen Zenit und mir würden, so das Wetter mitspielte, dutzende „Lichtstunden“ ins Netz gehen.

Der Himmel dieser Nacht war fantastsich. Ich führte zu drei Zeitpunkten jeweils 5 Messungen mit dem SQM-L Gerät durch, was in Werten zwischen 21,69 und unmöglichen 22.83 resultierte.
Da dies kaum zu glauben ist, schnappte ich mir mein Telephon, um ein Foto zu machen. Doch leider wird die Messung nur für 5 Sekunden angezeigt.
Der Mittelwert aus 15 Messungen zu 3 Zeitpunkten lag in dieser Nacht somit bei etwa 21,75 mag.
Traumhaft dunkel.

Gegen 4:30 Uhr legte ich mich für ein Stündchen schlafen und ließ mich um 5:45 Uhr vom Wecker aus schönsten Träumen reißen.
Wie erhofft stand der Skorpion bereits deutlich über dem höchsten Berg, der leider den Blick auf den Schützen verdeckte. Aber theoretisch wäre es bei freiem Horizontblick möglich gewesen bereits jetzt Anfang Februar, einen ersten „Nach-Winter-Blick“ ins Milchstraßenzentrum zu werfen.
Morgen, nach dem Ende der zweiten Nacht, so nahm ich mir vor, wollte ich ein paar Landschaftsbilder mit dem aufgehenden Skorpion anfertigen. Doch heute war nur noch Abbauen angesagt, bevor ich wieder weiter schlafen konnte.

Tag 2

Irgendwie war ich beim Einschalten der Heizung vor dem Zubettgehen wohl an den Schalter für die Temperaturregulierung gekommen, denn als ich um 13 Uhr erwachte hatte es 28,8° und das Steuergerät zeigte einen Sollwert von 29° statt den erwünschten 15° an.
Wow, war mir heiß!
Ich riss also zunächst die Schiebetür meines Busses auf und wurde von gleißendem Sonnenlicht und Schneemassen geblendet.
Wow, war das hell. 😉

Der Tag verlief gemütlich:
Es gab Kaffee, ein leckeres Frühstück und ich übertrug die Daten auf dem Laptop.
Danach machte ich mich zu einer kleinen Schneewanderung auf, denn das Wetter war herrlich.
So stapfte ich ein wenig durch die Landschaft, hatte aber dummerweise einen leeren Akku in die Kamera gesteckt, sodass mir nur drei Fotos möglich waren.

„Ob die Toiletten wohl richtig eingenordet sind?“ [mal wieder nur Astro im Kopf]

Winterwunderlandschaft

Zurück beim Bus kümmerte ich mich um meinen Vitamin-D-Haushalt. 😉
Ich nahm mir einen meiner Campingstühle und setzte mich kurzärmlig in die wärmende Wintersonne, wo ich auch prompt eindöste. Welch ein Luxus!

Gegen 17:30 Uhr ging es dann los. Die zweite Astronacht sollte beginnen; diesmal weniger abgelenkt und daher mit Teleskop.
Die beiden Montierungen (CEM25p für den 600 mm Astrographen und EQ5 für das 135 mm Doppelsystem) standen fast zeitgleich mit dem Erscheinen von Polaris. Die Einnordung verlief reibungslos und auch das Ausrichten auf meine Zielgebiete gelang auf Anhieb.

Die ‚Blaue Stunde‘ – Sirius ist bereits gut zuerkennen. Es wird Zeit einzunorden.

Während ich beschäftigt war erschien ein wenig unterhalb meines Parkplatzes ein Auto und ich erkannte:. „Aha, da ist wieder einer“, als ich die rote Stirnlampe sah und das Auspacken der Gerätschaften hörte.

Fast zeitgleich kam noch ein Auto den Berg hoch gerast. In diesem eine Horde Jugendlicher, die sich für die nächste knappe Stunde am obersten Ende des Parkplatzes vergnügten.
Ich hörte Bierflaschen klirren und das Gegröle zu zu „spaßigen“ Texten wie „Ich bin der Adolf aus Braunau“ oder „deutscher Boden und arisches Blut“. Mann, was war mir zum Kotzen zumute.

Nachdem bei mir alles lief, machte ich mich auf, um den anderen Astrofotografen zu besuchen, und mich zu erkundigen, ob er nicht evtl. ein Gewehr dabei habe, denn die Freizeitnazis waren in ihrer Lautstärke kaum zu ertragen.
Es war Alex, den ich hier schon des öfteren getroffen hatte. „Nein, aber ein paar Handgranaten“, war seine Antwort, auf meine nicht ernst gemeinte Frage.
Sein System stand ebenfalls fast und ich wartete mit ihm gespannt auf das erste Testbild.
Alex hatte eine gekühlte DSLR mit demselben 135 mm Objektiv, das auch in meinem Doppelsystem zum Einsatz kommt.
Die erste 5 Minuten Belichtung des Widefields von Rosen- und Konusnebel sah sehr vielversprechend aus. Ich war nach diesem ersten Eindruck schon auf das Ergebnis gespannt.

Während wir uns unterhielten, kam das Auto mit den jugendlichen Freizeitnazis den Berg hin ab gesaust. Auf den herabgelassenen Fenstern, den Oberkörper vollständig außerhalb des Autos, saßen grölende Vollidioten, die Bierflaschen schwenkten. Was für Wahnsinnige! Bei schneeglatter Straße im Dunkeln mit einem Affenzahn den Berg hinab zu brettern. Da würde ein kurzes Bremsmanöver oder eine unachtsam gefahrene Kurve unweigerlich dafür sorgen, dass die hoffnungsvolle Jugend der arischen Volksgemeinschaft aus dem Auto geschleudert würde, da ja nur die Beine im Fahrzeuginneren waren.

Nach einigen Fachsimpeleien mit Alex entschied ich mich mit „kleinem Equipment“ ins Feld zu gehen.

Dick eingepackt in mehrere Kleidungsschichten, ausgestattet mit Wärmepads und Schneeschuhen, stapfte ich los. Mein Ziel war eine weite unberührte Schneefläche, in der ich ein paar Landschaftsfotos erstellen wollte. Dabei hatte ich nur: Stativ, die Canon 6D mit 35 mm und den Omegon Minitrack LX2.
Trotz der Kälte kam ich ganz schön ins Schwitzen und war froh mich nach einiger Zeit ins Schneefeld zu setzten.
Ja – „zu setzten“. Ich fotografierte schließlich nicht einen einzelnen schnellen Schnappschuss, sondern ein kleines Panorama der Wintermilchstraße. Mir gefiel die Szenerie mit einer verschneiten Fichte recht gut, sodass ich es in Kauf nahm, keinen Blick auf Polaris zu haben. Die Einnordung musste daher „nach Gefühl“ erfolgen, was aber bei 35 mm und nur 30 Sekunden Belichtungszeit hoffentlich machbar war.
Nach dem Panorama entschied ich testweise noch 15 Fotos zu erstellen und später zu stacken. Viel erhoffte ich mir davon nicht, aber die 10 Minuten waren den Versuch wert.

Hier das erste Pano:

Canon 6D – 35 mm – Minitrack LX2 – 40 Bilder (nicht gestackt) mit je 30 Sek. Belichtungszeit.

Ich raffte mich wieder auf, stapfte erneut durch den Tiefschnee den Hang hinauf und nach einigen Minuten an anderer Stelle wieder hinab.
Mich umgab eine vollständig unberührte Schneefläche, die Bäume bildeten einen schönen Rahmen und die Highlights des Winterhimmels, Orion und der große Hund, standen geradezu perfekt über den Bergen. Ein wahres Winternacht-Märchen und wohl der Traum jedes Landschafts-Astrofotografen.
Hier wollte ich mal wieder ein 360°-Panorama anfertigen. Polaris war zwar zu sehen, aber die Ausrichtung des Stativs im Tiefschnee machte eine korrekte Einnordung unmöglich. Das war mir aber egal, es würde (es musste) auch so gehen.
Die Aufnahme eines solchen Panoramas dauert weit über eine Stunde: Stück für Stück, Foto für Foto muss die Kamera gedreht und ausgerichtet werden. Ein zeitraubendes und eigentlich auch etwas verrücktes Unterfangen, aber auch eins, dessen Ergebnis sich für mich lohnt.
Jetzt machte sich meine warme Kleidung und vor allem die Heizpads wirklich bezahlt, denn ich saß etwas über 1,5 Stunden neben dem Stativ, halb im Schnee eingesunken. Wobei: Genauer genommen tanzte ich im Kreis um das Stativ, denn die Aufnahme eines 360°-Panoramas, bzw. die Ausrichtung der Kamera erfordert es, dass ich Stück für Stück einmal rund um das Stativ wandere: Im Schnee sitzen, Kamera ausrichten, einen Vierteilkreis fotografieren und nach etwa 25 Minuten 90° weiter um das Stativ…
Um 23:30 hatte ich meine Aufnahmen im Kasten.

Ein Ausschnitt aus dem 360°-Panorama – Canon 6D – 35 mm – Minitrack LX2 – Im Oriiginal 76 Bilder mit je 30 Sek. Belichtungszeit.


Das komplette 180×360° Panorama. Ins Bild klicken und die Maus bewegen.

Kurz vor Mitternacht war ich zurück am Auto. Das Duett-System fotografierte weiterhin auf die Region des Mövennebels im großen Hund. Das Teleskop jedoch hatte sich verlaufen: Ich hatte nicht bedacht, dass mein Zielobjekt (M78 im Orion) den Meridian durchschreiten würde, was unweigerlich einen Meridian-Flip der Montierung zur Folge hatte. Und den hatte sie (wie zu erwarten) nicht perfekt ausgeführt. (Das klappt nur wenn absolut alles zu 101% perfekt ausgerichtet ist. Eine Perfektion die ich nicht anstrebe, da sie im Regelfall für die Fotografie unnötig ist).
Somit hatte ich allerdings nur 16 Bilder des Reflexionsnebels aufgenommen.
Das etwas magere Ergebnis gibt es hier. Man kann die Details erahnen, jedoch geht aufgrund der viel zu kurzen Belichtungszeit noch einiges im Rauschen unter:

Nur 16×240 Sek. = 64 min. Dafür ist schon recht viel zu sehen. – Objektbeschriftungen: Maus über Bild bewegen!

Da M78 kurz vor dem Untergehen war, entschied ich direkt ein anderes Objekt anzufahren: Das Leo-Triplett aus M65, M66 und NGC3628 würde die restliche Nacht am Himmel stehen, hoffentlich ausreichend Zeit, um gute Daten zu sammeln. Dank des lichstarken f3.9 Newton Teleskops sollte da schon einiges möglich sein.
Das Ergebnis war dann eher ernüchternd: Rauschen ohne Ende. 2 Stunden sind einfach zu wenig. Ich habe mich daher entschieden, es einfach im Schwarzen verschwinden zu lassen.

Leo-Triplett, 600 mm, beschnitten – 30 x 240 Sek. = 2 Stunden.

Als ich gegen 00:30 wieder zu Alex hinab ging, wurde ich mit „Ach, lebst auch noch!?“ begrüßt. Verständlich, denn der Zeitpunkt um 21 Uhr, zu dem ich mich verabschiedet hatte („ich geh mal ein bisschen ins Feld, Landschaften fotografieren“) lag nun schon 3,5 Stunden zurück.
Für mich vergeht die Zeit beim Panoramen-Fotografien recht rasch, aber von außen betrachtet dauert es einfach ewig.
Alex hatte vor noch etwa eine knappe Stunde zu fotografieren und so standen wir beisammen und ratschten über Gott und die (Astro-)Welt.
Während er abbaute (was sich bis 2 Uhr hinzog) machte ich es mir bei meinen Kameras gemütlich und hörte den „Sternengeschichten Podcast“.

Nach der Verabschiedung und einem „Vielleicht bis morgen“, kochte ich mir ein Nachtmahl. Es gab Tortellini mit (selbst eingekochter) Tomatensauce aus dem Glas. Ein dampfender Berg Essen, der sowohl Körper als auch Geist erwärmte und erfreute.

Der Möwennebel war mittlerweile untergegangen und richtete ich die Widefield-Kameras für eine zweite Nacht auf die Region um M81 und M82.
Die Entwicklung der Möwe erwies sich als harte Nuss – die Region ist über und über mit Sternen ‚verseucht‘, was man auch in dem Screenshots des erstmalig gestreckten Rohstacks sehen kann.
In Anbetracht dieser Tatsache, bin ich gar nicht mal so unzufrieden mit dem Ergebnis:

„Möwennebel im Sternbild großer Hund, 197×120 Sek. (6h+34 min) – Objektbeschriftungen: Maus über Bild bewegen!

Und hier dar grob gestreckte Rohstack:
Möwennebel Rohstack, vorgestreckt

Zwischen 4 und 5 Uhr hielt ich ein Verdauungsschläfchen, bevor ich mich aufmachte, meinen Plan der letzen Nacht umzusetzen: Ein Foto der ersten „Nach-Winter-Milchstraße“ mit dem aufgehenden Skorpion.
Aufgrund der Uhrzeit lief ich nicht besonders weit; einige 100 Meter vom Parkplatz entfernt fand ich einen guten Standort. Bis kurz vor 6 und somit bereits nach dem Ende der dunklen Nacht hatte ich ein weiters kleines Panorama im Kasten.

Anfang Februar und die ‚Sommermilchstraße‘ erscheint wieder. Rechts über/neben dem Berg ist bereits die Region um Antares im Skorpion zu erkennen. Leider ist dieses hochauflösende Panorama hier auf der Website nur mit üblen Komprimierungsartefakten möglich.

Hier mal ein Ausschnitt. So richtig schön ist es nicht geworden. Aber es war ja erst Februar. Die „Milchstraßen-Saison“ mit dem leuchtkräftigen Zentrum begann ja erst. 😉

Ausschnitt – Rechts ist die Antares-Region zu erkennen.

Nun musste ich „nur“ noch Abbauen; nicht gerade meine Lieblingstätigkeit. Es sind so viele Einzelteile die sicher und ordentlich verstaut werden müssen. Die kalten Metallstative und mit Raureif überzogenen Montierungen müssen auseinander gebaut und zurück zum Bus getragen werden und ich war mit all dem bis 7 Uhr beschäftigt.
Als ich ins Bett ging war es draußen bereits hell. Im Osten schein ein roter Schein am Himmel und nur der Morgenstern Venus leuchtete als einziger Lichtpunkt noch über dem Berg, über dem vor einer guten Stunde noch der Skorpion und vor etwa 12 Stunden Orion gestanden hatten.

Nacht 3

Als ich um 13:30 h meinen Bus verließ, war alles wie am Vortag: Gleißendes Licht, Schnee und massenhaft Autos auf dem Parkplatz. Doch etwas war anders: Entgegen der Aussage von Alex, dass der der kommende Tag ebenfalls traumhaft schön und eine weitere klare Nacht bevorstehen würde, waren am Himmel ein paar Cirruswolken zu sehen.
Um 16 Uhr waren sie dichter geworden und ich fing an, darüber nachzudenken, ins Tal zu fahren:
Einerseits wollte ich natürlich noch eine zusätzliche Nacht fotografieren. Weitere „Lichtzeit“ des Mövennebels. Alternativ und ganz klassisch der Orion-Molekül-Komplex, der mich ebenso reizte, wie ein Plus an meinem M78 bzw. eine zweite Galaxiengrupe im Löwen. Dies wäre dann nach dem Leo-Triplett, das „Quintett“ aus M95, M96, M105 sowie NGC3384 und NGC3389.
Andererseits wäre ein Abend mit meiner Schwester unten im Tal auch nicht verkehrt: Der Luxus einer richtigen Küche, eine Badewanne und vor allem keine Kälte wären durchaus reizvoll.
Aber solange eine Chance auf einen klaren Himmel bestand, wollte ich sie nutzen. In zwei Stunden um 18 Uhr konnte ich mich immer noch entscheiden.

Die Sonne geht unter. Es liegt doch recht viel Schnee, aber dafür kann ich die Solarpanele auf meinem Bus von oben sehen.

Doch leider wurde es nicht besser. Zum Sonnenuntergang war der Himmel voller feiner Schleierwolken. Der Wetterbericht versprach zwar eine Besserung, aber kein absolutes Aufklaren.

Die Sonne verschwindet hinter dem Horizont – die Schleierwolken sind deutlich zu erkennen.

Ein schnelles Freihand-Panorama in die entgegengesetzte Richtung.

Ich war hin und her gerissen: Zwei Nächte hatte ich hinter mir. Ich war nicht mehr ganz so fit, denn die Kälte von meist unter -10° hatte mir schon ein wenig zugesetzt; die Heizung in meinem Bus lief ja vor allem während ich schlief, nachts war es drinnen genauso kalt wie draußen.
Andererseits: Wer weiß, wann es die nächste gute Nacht geben würde. Vielleicht war heute meine letzte Chance vor weiteren Wochen traumhaften „Wolkenscheins“? Und Landschaftsfotos, Panoramen des Nachthimmels waren mit Schleierwolken eigentlich sogar besonders reizvoll.
Eine für mich in diesem Moment unglaublich schwierige Entscheidung. Doch letztendlich obsiegte die Kälte. Da klar war, dass ich DeepSky-Aufnahmen bei Bewölkung gar nicht erst versuchen brauchte, erschien es mir sinnlos, eine ganze Nacht nur für einige Landschaftsfotos zu frieren. So fuhr ich hinab ins Tal, keinesfalls zu 100% zufrieden mit meiner Entscheidung.

Während ich die Serpentinen hinab rollte kamen mir 3 oder 4 Autos entgegen und bei jedem dachte ich mir: „Schau an, die anderen fahren hinauf. Evtl. haben die einen aktuellen Wetterbericht und es wird doch eine traumhafte Nacht?!“

Als ich dann jedoch das warme Haus betrat, frisches Essen für mich bereit stand und ich bei einem guten Gespräch am Tisch saß, war jeder Zweifel vergessen. Ich hatte die richtige Entscheidung getroffen.
Kurz vor dem Schlafengehen warf ich noch einen Blick in die Astro-News. Dort konnte ich lesen: „Der Überraschungskomet Iwamoto ist für wenige Tage deutlich zu sehen“. Hätte ich das ein paar Stunden früher gewusst – keine Schleierwolke der Welt, keine noch so beißende Kälte hätte mich aufgehalten… und die Wetteraussichten für die kommende Woche waren vernichtend…

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