Kurznews März 2017

„Manchmal ist das Wetter ein kleines A…“
oder
„Ich werf den ganzen Krempel weg und werd‘ Kaninchenzüchter.“

Willkommen liebe Sternfreunde bei einem kleinen Update.
Diesmal ohne neue Artikel, dafür jedoch mit einem Bericht aus der manchmal frustrierenden Welt der Astrofotografie.

So schön dieses Hobby auch sein kann, so sehr kann es auch frustrieren. Es gibt nur wenige andere Freizeitaktivitäten, bei denen man dermaßen zwingend auf einen perfekt klaren Himmel angewiesen ist, wie ’sterngucken‘. Ein paar Schleierwolken hindern weder Paraglider noch Pilzsammler, weder Hooligans noch Outdoor-Yogis daran, ihrem mehr oder weniger abgedrehten Unterhaltungsprogramm nachzugehen.
Nur ekstatische Sonnenanbeter sind da ähnlich speziell, wobei ich diesen uhrzeitbedingt eher selten begegne.

Dazu kommen nun noch zwei weitere Tatsachen, die, neben dem klaren Himmel, fast genauso wichtig sind:
Die Milchstraße ist nur zu bestimmten Jahreszeiten und dann auch nur zu bestimmten Uhrzeiten zu sehen und der Mond ist ein nicht unerheblicher Störfaktor.
So eignen sich für die Fotografie der Milchstraße nur etwa 8 Monate des Jahres und in jedem Monat nur etwa 10 Nächte. In jeder Nacht allerdings auch nur ungefähr 3-4 Stunden.
Ausgesprochen wenig Zeit, so dass der echte Fanatiker fast jede sich bietende Chance ergreifen muss. Denn wer weiß wann die nächste Möglichkeit kommt.
Hinzu kommen dann noch so Sachen wie Arbeit und Familie, die die möglichen Tage weiter einschränken.

Nach einem langen Winter ohne die Möglichkeit von Mitteleuropa aus den besonders spannenden Teil der Milchstraße sehen zu können, ist man als Astrofotograf und Sternengucker natürlich etwas ausgehungert und sehnt das Frühjahr herbei, wenn endlich wieder der Blick und die Kamera auf das galaktische Zentrum gerichtet werden können.
Dieses Jahr fiel die Neumondphase auf die letze Februar- und die erste Märztage. Die Milchstraße ist um diese Jahreszeit allerdings erst in den frühen Morgenstunden zwischen etwa 4:15 Uhr und Sonnenaufgang 5:45 Uhr sichtbar .

Mitte Februar versprach der Wetterdienst noch recht klare Nächte, doch je näher der Zeitraum rückte, desto schlechter wurden die Aussichten.
Die ersten Tage der theoretisch sichtbaren Milchstraße vergingen und der Himmel hüllte sich in dicke Wolken.
Dann schien sich doch eine Möglichkeit aufzutun, glücklicherweise auch noch an einem Wochenende.
So packte ich meine sieben Sachen, voller Vorfreude die Milchstraße zu fotografieren und fuhr am späten Abend 99,8 km in die Berge (zum Glück bin ich keine 100km gefahren! 😉 ).
Der Himmel wirkte klar und auf einer Brücke über einem Stausee, an dem ich kurz hielt, traf ich zwei Fotografen aus Australien, mit denen ich mich ein paar Minuten unterhielt.
Der Himmel hier ist echt hell, so viel Lichtverschmutzung„, war ein Kommentar. Und das unter einem Alpenhimmel, den die meisten Mitteleuropäer herbeisehnen würden. Aber wenn man aus Australien kommt…

Ich fuhr die nächsten 10 km zu meinem eigentlichen Ziel, einem Parkplatz in der Nähe eines ausgetrockneten Bachbetts. Hier wollte ich mit dem Teleskop und den kleinen Astromontierungen ein wenig Deep-Sky-Fotografie betreiben, ehe ich dann ab der späten Nacht bis in den Morgengrauen hinein Zeitraffer und diverse Fotos der Milchstraße machen wollte.

An meinem Beobachtungsplatz traf ich dann zufälligerweise einen netten Menschen, der auf einem kleinen Höckerchen saß und mit seinem Teleskop in den Himmel blickte. Wir unterhielten uns, ich blickte durch sein Teleskop und machte mich daran, mein erstes Gerät aufzubauen. Eine kleine Reisemontierung, mit der ich aktuell an einem Panorama einer speziellen Himmelsregion arbeite.

Hier mein übliches schnelles Testfoto. Fotografiert in die Richtung, in der die Milchstraße am Morgen erscheinen sollte. Ich mache das immer, um den Himmel zu überprüfen. Ästhetik ist dabei nicht gefragt, es geht mir rein um die Durchsicht auf die Sterne, denn die Langzeitbelichtung zeigt Wolken, die die Augen nicht sehen können.
Nachthimmel-Sterne-Alpenhimmel-Canon-6D-Samyang-Walimex-14-mm-2-sternenhimmel-fotografieren.de_1200Schnelles Testfoto. Lichtverschmutzung aus dem Inntal ist zu sehen. Über dem Baum klare Sicht, über dem Berg noch ein paar Schleierwolken.

Ich wollte gerade anfangen, mein zweites Gerät aufzubauen, als mir auffiel, dass die Sterne plötzlich in Richtung Süden nicht mehr so zahlreich zu sehen waren. Ein Blick auf die Fotos der letzten halben Stunde gab mir Gewissheit. Schleierwolken zogen auf.
Dieser kurze Clip zeigt die aufziehenden Wolken. Wahrscheinlich liegen oberhalb nicht sichtbare Schichten, die die Sterne ‚matschig‘ wirken lassen:

Die kleinen Punkte sind geostationäre Satelliten (Eutelsat, Meteosat, u.a.). Sie stehen fest an ihrem Platz am Himmel, nur die Sterne drehen sich über ihnen hinweg und mit diesen auch die Astromontierung, auf der die Kamera befestigt war. Der größte Matsch-Stern ist Alphard im Sternbild Wasserschlange.
 

Zunächst nur ein Ärgernis und keine Katastrophe, war es doch noch kurz vor Mitternacht. Wolken, die kamen, konnten auch wieder gehen. So kochte ich mir einen Kaffee, aß eine Kleinigkeit und wartete ab.
Doch auch dann kein Glück: Die Wolken waren nicht weggezogen, sondern nur noch dichter geworden und es war offensichtlich, dass sich der Himmel nur weiter bedecken würde. Im Südosten, genau über dem Berg, über dem die Milchstraße in rund 3,5 Stunden erscheinen sollte, war kein einziger Stern mehr zu sehen.
Entmutigt brach ich den Abend ab und beschloss zunächst noch einen möglichen Fotoort, an einem kleinen See etwas weiter von den Bergen entfernt aufzusuchen, bevor es wieder heimgehen sollte.
Morgen gab es dem Wetterbericht nach ja auch noch eine Chance.

Auf dem Rückweg hielt ich nochmals an der Brücke über dem Stausee und erstellte auf die Schnelle ein eher unmotiviertes Panorama.

Panorama Nachthimmel Sylvensternspeicher Nacht mit Sternen und Milchstraße, Alepn, Berge BayernPanorama aus fünf Hochkantaufnahmen – Canon 6D – 14mm

Nach etwa 30 Minuten Fahrt hatte ich den See erreicht und musste feststellen, dass der Himmel mittlerweile gänzlich unbrauchbar geworden war.

Gefrorener See unter Sternenhimmel mit Cirruswolken in OberbayernNun ist der Himmel völlig bedeckt – Canon 6D – 14mm

Irgendwann gegen Morgen erreichte ich nach insgesamt rund 250 km Fahrt mein warmes Bett, enttäuscht darüber, kein Ergebnis zu haben und noch enttäuschter, um den Genuß des Blicks in den sternenklaren Himmel gebracht worden zu sein.

2. Versuch

Der nächste Tag begann mit bedecktem Himmel und auch bis zum Einbruch der Dunkelheit hatte es nicht aufgeklart. Meine eigentlich recht zuverlässige Wettervorhersage war allerdings immer noch überzeugt davon, dass der Himmel in den Alpen zwischen 23 und 1 Uhr aufreißen würde und es bis ca. 7 Uhr am Morgen einen freien Blick in die Sterne geben würde.
So fuhr ich also, diesmal etwas später, erneut in Richtung Berge. Mein Ziel war der selbe Ort wie am Vortag.
Und tatsächlich, vor Ort angekommen sah der Himmel schon bedeutend besser aus. Es war zwar noch längst nicht gut genug, aber die Tatsache, dass ich bereits die Sterne sehen konnte, machte mir Hoffnung.
Da ich hier jedoch momentan nichts ausrichten konnte, entschloss ich mich, etwa 25 km zu einem weiteren Alpensee zu fahren und dort einen Blick in den Himmel zu werfen. In der Tat war der Himmel dort wesentlich klarer, allerdings auch wesentlich heller. Die menschlichen Ansiedelungen direkt am See eignen sich einfach nicht für eine längere Fotonacht.
Ich wusste nicht, ob das Wetter insgesamt besser geworden war, oder ob es einfach an kleinen regionalen Unterschieden, einer bescheidenen Bergkette und der Entfernung von nur 20 km Luftline lag. Daher entschied ich, zunächst auf einen kleinen Pass zu fahren. Dort oben gibt es einen Parkplatz, von dem aus man einen hervorragenden Weitblick ins Alpenvorland und bis ins 65 km entfernte München hat. Ich hielt es für eine gute Idee die Zeit zu überbrücken, indem ich Fotos der Lichtglocke über der Stadt machte.
Tja – oben angekommen musste ich erkennen, dass der Parkplatz (in den Bergen an einem Sonntag in der Nacht) von einer Gruppe aufgemotzter VW Golfs besetzt war. Um die Autos herum standen Jugendliche, die eine große Freude daran hatten, die Nacht aus ihren voll aufgedrehten Autoradios mit wunderschöner Musik Krach zu beschallen.
Ich hätte gerne die Lichtverschmutzung fotografiert, aber diese Lärmverschmutzung vertrieb mich augenblicklich.

Ich entschied nun, erneut zu meinem eigentlichen Fotospot zu fahren und sollte es dort immer noch nicht klar sein, gänzlich umzuplanen.
Gegen 23 Uhr war ich wieder da und der Himmel sah gut aus.
In Richtung Südosten noch leichte Schleierwolken, in Richtung Nordwesten sternenklar. Endlich!
Mit meiner Kamera machte ich wie üblich ein schnelles Testfoto, um den Himmel zu überprüfen und auch das sah gut aus.

Nachthimmel-Sterne-Alpenhimmel-Canon-6D-Samyang-Walimex-14-mm-2-sternenhimmel-fotografieren.de_1200Schnelles Testfoto nach Nordwesten. Der Himmel ist ok, Lichtverschmutzung deutlich zu sehen. Mittig knapp über dem Berg steht die Andromeda-Galaxie.

Eigentlich wollte ich zwar in Richtung Südosten fotografieren, aber es war ja noch vor Mitternacht und so nahm ich mit den Gegebenheiten vorlieb.
Ich baute meine erste Kamera auf und ließ sie ein Panorama des Sternbildes Perseus erstellen. Nicht perfekt, da um diese Jahreszeit schon relativ horizontnah und auch noch in der Richtung der größten Lichtverschmutzung gelegen. Aber dort war der Himmel nun mal am besten.
Eine zweite Kamera sollte ein Deep-Sky-Objekt fotografieren. Spontan fiel mir da nur der California-Nebel im selben Sternbild ein. Ich setzte also eine Canon 550Da mit dem Canon 200 mm Objektiv auf den Star Adventurer und konnte zu meiner Freude direkt mit dem ersten Versuch 2 Minuten lang belichten.
Nun wurde auch der Himmel im Südwesten klarer und ich entschied mich das Teleskop aufzubauen.
Im Gegensatz zu den kleinen Reisemontierungen mit einer einfachen Kamera-Objektiv-Kombination ist das immer ein enormer Aufwand.
Das ganze Zeug muss herbeigetragen und zusammengebaut werden, ich muss die Stromversorgung sicherstellen, einnorden, den Autoguider anbringen, Kabel verlegen… Ich wünschte, ich hätte einen Ort, um das Gerät dauerhaft zu installieren.
Nachdem endlich alles geschafft war, konnte ich ein erstes Testfoto machen, doch zuvor wollte ich einen Blick auf Jupiter werfen, der gerade aufgegangen war.
Ich nutze mein Teleskop nur relativ selten, um visuell zu beobachten und Jupiter hatte ich zuvor noch nie betrachtet. Um so erstaunter war ich, tatsächlich klare Strukturen, Bänder, auf dem Planeten erkennen zu können. Ein wirklich schönes Erlebnis.
Danach nutzte ich Jupiter, um die Kamera scharf zu stellen.

Also Fotoziel für die nächsten Stunden wählte ich das Leo-Triplett, eine Galaxiengruppe, die im Frühjahr besonders gut zu sehen und zu fotografieren ist. Das erste Testfoto sah gut aus. Ich hatte das Objekt auf Anhieb gefunden, die drei Galaxien waren klar auf dem Foto zu erkennen.
Doch dann: Dann klingelte mein Telephon und ich schaffte es irgendwie, das Stromkabel zu ziehen. „NEEEIN!“. Damit war die ganze Prozedur der Einnordung dahin. Frustriert darüber kochte ich mir erst mal einen Kaffee, um es danach evtl. nochmals zu versuchen.

Leo-Triplett, Einzelbild, 750 mmLeo-Triplett – Mein Testfoto – Einzelbild mit nur 29 Sek. Belichtungszeit. „Dann eben ein anderes Mal“

Immerhin knipsten die anderen beiden Kameras munter vor sich hin.
Der Kaffee tat gut und meine Laune besserte sich auch gleich wieder. So etwas kommt eben vor und meine Erfahrung sagt mir: „Irgendwas ist ja immer“. Astrofotografie wie ich sie betreibe, ist eben kein Zuckerschlecken.

Es waren nun etwa 1,5 bis 2 Stunden vergangen, seit ich angekommen war und die erste Kamera aufgestellt hatte. Dann geschah das Gleiche wie am Tag zuvor: Sehr plötzlich zogen wieder dünne Wolken vom Südwesten herein. Somit baute ich das Teleskop ab, denn damit würde ich heute wohl nicht mehr fotogafieren können.
Mein Panorama des Perseus war mittlerweile fertig und ich wollte als nächstes ein weiteres Panorama des großen Bären erstellen, der zu dieser Jahreszeit besonders hoch am Himmel steht.
Doch bereits die ersten Bilder machten klar, dass das nichts mehr werden würde. Schleierwolken…

Cirruswolken am Nachthimmel Sternenhimmel. Schlechte Sicht aufgrund von Schleierwolken auf Sterne und das Sternbild großer WagenSchleierwolken vor der Deichsel des großen Wagens

Doch ich wollte einfach nicht aufgeben! Es könnte ja wieder besser werden und bis zum Aufgang der Milchstraße blieben ja noch ein paar Stunden. Ich setzte mich also ins Auto, las und trank Kaffee.
Etwa alle 10 bis 20 Minuten riskierte ich einen Blick nach draußen und machte das ein oder andere Foto, doch immer wieder zogen Wolken durch.
Ich setzte mir nun selber eine Frist: Sollte es bis 3:30 Uhr nicht merklich besser werden, wollte ich verschwinden. Und es wurde nicht besser. Es wurde sogar schlechter; auch schlechter als am Tag zuvor. Denn nach den Schleierwolken kamen richtig dicke Wolken und es war kein bald Stern mehr zu sehen.
Das endgültige Zeichen für den Rückzug.

Ich fuhr also erneut nach Hause ohne die Milchstraße gesehen zu haben, aber immerhin nicht ganz ohne Foto. So war ich nicht ganz so betrübt, wenngleich die weite Fahrt an zwei Tagen hintereinander eigentlich in keinem Verhältnis zu dem Ergebnis stand.
Damit, so schien es, war dieser Neumond ohne freien Blick auf die Milchstraße vorbei. Der Wetterbericht verkündete für die nächsten zwei Wochen ‚Mistwetter‘.

Hier eine erste Grobversion des Perseus-Panoramas. Teile im linken Bereich stammen aus einer anderen Fotonacht und sind noch nicht angepasst.
Panorama des Sternbild PerseusSternbild Perseus – Einzelfelder mit 85 mm – jeweils 20*25Sek.- Canon 6D ohne mod.

Panorama Sternbild Perseus Herznebel und Seelennebel, CalifornianebelCalifornia-Nebel, 22*120Sek. Canon 550Da – 200mm

3. Versuch

Eigentlich sollte es keinen dritten Versuch mehr geben. Ich hatte für diese Neumondphase eigentlich schon mit meinem Vorhaben abgeschlossen, die Milchstraße doch noch vor die Linse zu bekommen. Alle Wetterdienste ‚versprachen‘ das Gleiche: Wolken, Wolken, Wolken, von dick bis dünn, mal mit, mal ohne Regen. Aber eine klare Nacht schien es nicht mehr zu geben und in wenigen Tagen würde der Mond gleichzeitig mit der Milchstraße am Himmel stehen.
Doch 3 Tage bevor dies der Fall war, blickte ich um 2 Uhr in der Nacht nach draußen und war überrascht, sogar mitten in der Stadt die Sterne sehen zu können. Ein Blick in die Wetterdienste ließ mich hoffen. Ganz eindeutig waren sie zwar nicht, aber für alle drei Orte in Richtung Alpen sah es relativ gut aus.
So verließ ich mitten in der Nacht erneut mein Heim und machte mich auf in die kalte Winternacht.
Dieses Mal sollte es allerdings nicht bis in die Alpen gehen. Ich entschied, den See anzusteuern, den ich vor wenigen Tagen bereits aufgesucht hatte. Auch hier ist die Lichtverschmutzung akzeptabel, der Blick auf die Milchstraße völlig frei und die Spiegelung im Wasser ein zusätzliches Plus.
Nachdem ich die Autobahn verlassen hatte und in der mich nun wieder umgebenden Dunkelheit nach draußen blickte, sah ich nicht besonders viele Sterne. Ich dachte mir jedoch nicht viel dabei, denn ein kurzer Blick aus dem Fenster sagt nicht besonders viel aus.
Um etwa 3:15 Uhr hatte ich den See erreicht und musste erkennen: Schleierwolken! Ernüchterung. Schon wieder!

Cirruswolken am Nachthimmel mit Sternen über einem See in BayernRelativ dichte Schleierwolken. „Vielleicht habe ich Glück und sie verziehen sich“ Canon 6D – 14mm

Ich schnappte mir dennoch eine Kamera und beschloss, sie direkt am See in einem Gebüsch aufzustellen. Dort sollte sie die nächsten 2 Stunden einen Zeitraffer aufnehmen und mit etwas Glück würden sich die Wolken ja noch verziehen.
Ausgestattet mit einer kleinen Powerbank, der Objektivheizung sowie der Canon 6D mit einem 14 mm Objektiv stapfte ich durch das Unterholz. Extrem dicht waren die Wolken nicht, man konnte schon einige Sterne sehen. Ich hatte noch Hoffnung.
Die Kamera war schnell aufgebaut, das erste Testfoto in Ordnung und ich ging zurück zum Wagen. Zeitraffer habe ich in den letzten beinahe 9 Jahren so oft aufgenommen, dass ich die ganze Prozedur fast im Schlaf beherrsche.
Im Auto hörte ich Radio, trank einen Kaffee und wartete ab, vielleicht würde es aufklaren. Das tat es aber nicht. Die Wolken wurden zwar etwas weniger, aber an Deep-Sky-Fotos war nicht zu denken.
Als klar war, dass es wohl nichts mehr werden würde, legte ich mich ins Bett.
Nach einer Stunde wurde ich pünktlich zum Tagesanfang von meinem Wecker geweckt. Ich holte meine Kamera zurück und warf einen Blick auf die Bilder: Ja, es war tatsächlich noch besser geworden, aber die Wolken verschwanden erst gerade eben, etwa eine halbe Stunde zu spät.
Naja. Wer nichts wagt, kann auch nichts gewinnen und so hatte ich immerhin einen mittelmäßigen Zeitraffer-Clip, den ich bestimmt in irgendeinem Film mal nutzen werde können.

Ich genoss noch ein wenig den hereinbrechenden Tag und machte mich dann auf, um gemeinsam mit vielen Berufspendlern in die Stadt zu fahren.
Nun fiel mir wieder deutlich auf, warum ich es hasse im Berufsverkehr Auto zu fahren, vor allem in Deutschland, dem Land mit den unentspanntesten Autofahrern. So viel schöner war der hereinbrechende Tag, die zwitschernden Vögel und die ländliche Ruhe an dem kleinen See.

Und daher muss ich, sobald es Mond und Wetter zulassen, wieder hinaus. Hinaus in die Nacht ohne Lichter, ohne Menschenmassen und ohne das Hintergrundrauschen der Stadt. Einfach „Sterne gucken.“

Hier zum Abschluss nun der Zeitraffer und ein einzelnes Bild daraus.

Milchstraße in Oberbayern mit CirruswolkenImmerhin ein Hauch der Milchstraße – Canon 6D – 14mm – Das beste Einzelbild des Zeitraffers

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3 Gedanken zu „Kurznews März 2017

  1. Schöner Blog 🙂 .. du sprichst vielen aus der Seele.

    Aber mal ehrlich, wäre es so einfach und würde immer alles funktionieren, würde es dann beim Erfolg so viel Freude bereiten?

    Lieben Gruß,
    Fabian

    • Hallo Andreas.

      Denke für den freundlichen Kommentar – freut mich, dass es Dir hier gefällt.

      Ja, ich nutze Wetterdienste. Neben dem von Dir erwähnten auch noch „clearoutside“. Für Übersichten das hier: http://www.meteocentrale.ch/de/wetter/profiwetter/wolken/europa.html Gibt dort eine 3-Tages-Vorschau für u.a. „Wolken“ und „Sonne“. Als Übersicht für Euopa und auch speziell für die Schweiz, was allerdings fast den gesamten Alpenraum umfasst. Ist sehr gut, um eine kurzfistige Astrotour in den Alpen zu planen, bzw. sich einen Überblick zu verschaffen, ob es überhaupt lohnt in die Berge zu fahren.

      Beste Grüße und CS.

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