Tutorial - Anleitung Milchstraße und Sternenhimmel in Lightroom entwickeln

Milchstraße in Lightroom entwicklen

Hallo. Schön, dass Du vorbei schaust.




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Dies hier ist der zweite Beitrag zum Entwickeln (‚Bearbeiten‘) von Fotos des Sternenhimmels und der Milchstraße in Lightroom.
Grundlegendes zur Entwicklung von Fotos des Nachthimmels findest Du in Teil 3 des Anfänger-Kurses.

Ich habe mich diesmal etwas kürzer gefasst. Wenn Du etwas nicht ganz verstehen solltest, dann schau Dir doch das erste Tutorial zur Entwicklung des Sternenhimmels an. Dort ist alles sehr viel ausführlicher erklärt.

Und solltest Du noch überhaupt keine Vorstellung davon haben, wie man Fotos der Milchstraße und des Sternenhimmels macht, dann schau einfach in meinen Anfängerkurs. Dort wird Dir alles Schritt für Schritt erklärt.

Ein Bild entwickeln: Vorhandene Daten geschickt zum Vorschein bringen.

Dieses Vorher-Nacher-Bild zeigt Dir, wohin die Reise gehen soll: Von dunklen, wenig spannenden Rohdaten, wie sie aus der Kamera kommen, hin zu einem leuchtkräftigen Foto der Milchstraße.

1. Einstellen des Weißabgleichs

Wie fast immer stelle ich zunächst den Weißabgleich ein.
Dazu drehe ich die Regler für ‚Dynamik‘ und ‚Sättigung‘ auf ein Maximum, um den vorhandenen Farbstich besser sehen zu können: Das Bild ist viel zu gelb.

Dynamik und Sättigung auf Maximum – Farbstich wird sichtbar.

Nun kann ich die Farbbalance einstellen. Konkret habe ich den Regeler für die Temperatur in Richtung Blau und den Regler für die Tönung in Richtung Grün gezogen.
Wie genau die Farbbalance eingestellt werden sollte, hängt vom jeweiligen Bild ab.
Danach werden Dynamik und Sättigung mit einem Doppelklick auf die entsprechenden Wörter zurückgesetzt:

Weißabgleich ‚richtig‘ eingestellt

2. Grundeinstellungen – Die Verteilung der Helligkeit

Die Grundeinstellungen betreffen vor allem die Verteilung von Helligkeiten im Bild. Das ist der wichtigste Teil der Entwicklung: Jetzt werden die Daten sichtbar.
Zunächst habe ich die Belichtung verstärkt. Hier muss man aufpassen: Es ist schließlich ein Bild der Nacht und sollte daher nicht übermäßig hell werden. Aber auch das mögliche Rauschen in aufgehellten Bereichen begrenzt die Belichtungsverstärkung.
Danach habe ich die Tiefen angehoben und den Schwarzwert etwas erhöht, ebenso die Weißwerte. Auch hier gilt: Nicht zu viel und Augen auf das Rauschen.

Grundeinstellungen angepasst – jetzt kommt Licht ins Bild

3. Horizont ausrichten

Bei Licht betrachtet ist mir aufgefallen, dass die Kamera nicht ganz waagerecht auf dem Stativ stand. Daher drehe ich die Aufnahme. Dabei gehen zwar an den Ecken Bildteile verloren, aber das stört nicht.

Den Horizont ausrichten

4. Dynamik und Sättigung

Noch ist das Bild ein wenig blass. Ich erhöhe daher Dynamik und Sättigung. Wie sich die beiden Regler unterscheiden, habe ich im ersten Tutorial bereits erklärt. Gleichzeitig hebe ich Klarheit und Kontrast an, um das Bild noch ‚knackiger‘ zu machen.

Jetzt kommt Farbe ins Bild

5. Verlaufsfilter

Nun kommen Entwicklungsschritte, die nur bestimmte Teilbereiche des Fotos beeinflussen sollen.
Das geht am Besten mit Hilfe von Verlaufsfiltern.
Den Ersten nutze ich für den Vordergrund, genauer gesagt für den Horizont und linken Teil des Bildes, in dem die Lichter der Ortschaft hell und gelb leuchten. Das fällt besonders auf, nachdem im letzten Schritt die Sättigung des Gesamtbildes erhöht wurde.

Ein Verlaufsfilter schwächt die Lichter ab und gleicht den Farbstich aus

Wie man gut erkennen kann, beinflusst der Verlaufsfilter den Himmel nicht, aber der Horizont und die Ortschaft strahlen weitaus weniger.

Nun kommt ein zweiter Verlaufsfilter, der den Vordergund noch etwas aufhellen soll. Auch hier wird der Himmel nicht beeinflusst.

Zweiter Verlaufsfilter hellt den Vordergrund auf

6. Schärfe und Rauschen

Nun mache ich mich daran das Bild zu schärfen. Auch möchte ich das Rauschen etwas mindern.
Da die Schärfung aber nur die Konturen wirklich vorhandener Objekte verstärken soll (und keinesfalls das Rauschen!), arbeite ich mit einer Schärfemaske.
Nur die weißen Bereiche werden beeinflusst, die schwarz maskierten bleiben unberührt.
Um die Maske sichtbar zu machen, wird die ‚Alt‘-Taste gedrückt und der Regler ‚Maskieren‘ bewegt.

Die Maske legt fest, in welchen Bereichen die Schärfe wirkt

Rauschen ist bei unterbelichteten Bildern immer ein mehr oder minder großes Problem. Auch steigt das Rauschen mit der Dauer der Belichtung. Beide Punkte treffen auf Fotos des nächtlichen Himmels in besonderem Maße zu: Sie werden lange belichtet, sind dennoch immer etwas zu dunkel und müssen aufgehellt werden.
Lightroom bietet dafür die Rauschreduzierung an. Sie ist nicht perfekt, aber durchaus sinnvoll.

Rauschreduzierung und Schärfen

7. Ein Verlaufsfilter für den Himmel

Für meinen Geschmack ist der Himmel noch viel zu hell und zu wenig kontrastreich. Also kommt wieder ein Verlaufsfilter zum Einsatz.

Ein Verlaufsfilter für den Himmel

8. Die Milchstraße hervorheben

Eigentlich könnte man das Bild so belassen, aber eine selektive Korrektur möchte ich noch durchführen:
Die Milchstraße soll leuchten.
Hierfür eignet sich der Korrekturpinsel.
Ich stelle eine weiche Kante ein, eine mittlere Deckkraft, verstärke den Kontrast, die Sättigung und die Schärfe. Ich dunkle die Tiefen minimal ab und verstärke die Lichter.
Das bringt Strahlkraft in unsere Galaxie. Eine sehr dezente Anpassung.

Korrekturpinsel für die Milchstraße – sanfte Anhebung des Kontrastes

9. Das fertige Bild

Zum Schluss nochmal den Vorher-Nachher-Vergleich.
Man kann einiges anders machen oder mit Photoshop zusätzliche Verfeinerungen und Verbesserungen vornehmen.
Aber prinzipiell kommt man mit diesem Work-Flow an’s Ziel: Ein ‚richtig‘ entwickeltes, leuchtkräftiges Bild des Sternenhimmels.

 
 

Hintergrundbericht

Falls es Dich interessiert, wie dieses Bild entstanden ist, dann schau doch mal in diesen Artikel.
Dort habe ich einen unterhaltsamen Erfahrungsbericht geschrieben. Auch gibt es noch viele weitere Fotos dieser wirklich tollen Sternennacht zu sehen.
Karwendelpanorama mit Milchstraße – Eine Nacht in den Alpen

 
 
 

Anmerkung

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Weitere Beiträge

2 Gedanken zu „Milchstraße in Lightroom entwicklen

  1. Klasse Beitrag! Super erklärt und die Vorher-Nachher-Bilder sind extrem hilfreich! 🙂 Werde mich heute Abend auch mal Richtung Alpen aufmachen zu meinem bisher zweiten Milchstraßen-Shooting.

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