Die klassische Fotografie mit einer Spiegelreflexkamera direkt am Teleskop hat unzweifelhaft ihre Vorteile: Keine Kabel, keine Extra-Geräte, keine zusätzlichen Stromverbraucher… Ein schneller Aufbau und schon kann fotografiert werden. Letztendlich ist das nichts anderes als (erweiterte) Tageslichtfotografie.

Andererseits gibt es Equipment oder Situationen, die den Einsatz eines Computers zur Steuerung der Gerätschaften erzwingen oder sehr wünschenswert erscheinen lassen.
Zwingend wird ein Rechner beim Einsatz einer dedizierten Astrokamera, da diese ja „nur ein Sensor“ ohne jede Aufnahme- und Speicherkomponenten ist.
Wünschenswert wird er z.B. für Platesolving.

Wenn Du das hier liest, so wirst Du bestimmt gute Gründe haben, Deine Gerätschaften mit einem Computer zu steuern.


Nun muss „Computer“ schon seit einiger Zeit nicht mehr Deskopt-PC heißen. (Windows-)Laptops, die mit „raus auf’s Feld“ genommen werden können, sind schon seit Jahren Standard. Die Programme, die auf ihnen laufen, sind ebenso seit Jahren eingeführt, erprobt und stabil. (Aufnamesoftware, wie z.B. APT, NINA, Sharpcap und Co. Die Ascom-Plattform samt Treibern. Phd² für’s Guiding und Planetarien wie Stellarium.).

So gut das alles läuft, so nervig kann ein Laptop auch werden:
Unzählige Kabel, die rumliegen und immer wieder angeschlossen werden müssen sowie ein vergleichsweise sehr hoher Stromverbrauch, der in einer langen Winternacht auf dem Feld gar nicht so einfach zu bedienen ist, sind nur zwei der Punkte, die irgendwie stören können.
Auch muss der Laptop irgendwo stehen und möglichst bequem bedient werden. Für viele Astrofotografen bedeutet das, sich neben das Teleskop einen Tisch samt Stuhl zu stellen. Das geht solange gut, bis sich Raureif auf dem Bildschirm bildet. 😉

Aber ist das wirklich der Sinn der Sache?
Unzählige Kabel verlegen, Strom für den Laptop mitschleppen? Einen Tisch auf dem Acker, dem Feldweg oder in den Bergen aufbauen?
Und das ganze – noch schlimmer – nach einer durchwachten Nacht halb erfroren am nächsten Morgen wieder abzubauen?
Ich weiß schon, warum ich mich lange Zeit gegen eine Astrokamera gewehrt habe.

Auch im heimischen Garten oder der eigenen kleinen Gartensternwarte möchte man die Gerätschaften vielleicht viel lieber aus dem warmen Wohnzimmer heraus bedienen. Warum sollte man sich dann draußen einen großen Laptop hinstellen?

Kleine Computer – verschiedene Systeme

Um dies alles zu vereinfachen, gibt es verschiedene Lösungen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Bei jeder dieser Lösungen wird der Laptop durch einen kleinen Computer ersetzt. In der Regel nicht viel größer als eine Packung Taschentücher und möglicherweise sogar fest mit Teleskop oder Montierung verbunden und verkabelt.

Am bekanntesten sind die drei auf dem kleinen RaspberryPI-Computer basierenden Lösungen:
Das wäre z.B. Ekos/KStars als Software (frei, kostenlos/sehr günstig, kompatibel mit allem, etwas Bastelei notwendig), das auf einem beliebigen RasPi installiert wird.
Alternativ StellarMate, das entweder als Software-Paket ebenfalls auf einem beliebigen RasPi installiert wird oder auch zusammen mit der RasPi-Hardware gekauft werden kann (kompatibel mit allem, gut programmiert, selbsterklärend, relativ günstig).
Die dritte RasPi-Lösung ist die AsiAir, wobei hier ein (teures) Komplettset gekauft werden muss, wenngleich die Hardware auch nichts wirklich anderes ist als bei den anderen beiden. RasPi bleibt RasPi, auch wenn man ein schickes Gehäuse drum herum baut.
Die AsiAir funktioniert ebenfalls sehr gut, ist aber mit sehr vielen Kameras inkompatibel und zwingt den Nutzer quasi in die Welt der ZWO-Kameras.

Allerdings bietet keines dieser drei Systeme Windows, samt den bekannten Programmen, die man vom Laptop her kennt und gerne weiterhin nutzen möchte.

Daher verwundert es ein wenig, dass nicht wirklich bekannt ist, dass man keinen großen Laptop benötigt und dennoch wie gewohnt mit Windows arbeiten kann. Und dass man dabei gleichzeitig nicht auf die ganzen Vorteile dieser kleinen RasPi-Computer-Systeme verzichten muss.
Das Ganze ist dabei auch noch kompatibel mit praktisch jeder Hardware (Kameras + Montierung), kostengünstig und genauso zu bedienen, wie vom Laptop bekannt.
Diese Lösung heißt:

PC-Stick

Und genau diese Lösung möchte ich hier vorstellen.

(Vorsicht, das ist mal wieder ein sehr langer Artikel. Lang, aber absolut umfassend. Du wirst hier alles finden, was man rund um diese kleinen Computer wissen muss. Hoffentlich.)

Zum Aufbau dieses Berichts:

 

1. Wie funktioniert das Ganze?

2. Was wird benötigt?

3. In der Praxis
Tipps zur Konfiguration
Tipps zum Einsatz

4. Vor- und Nachteile

5. Andwendungsbeispiele inkl. 3D-Druck-Gehäuse

6. Fazit und freundliches Schlusswort

Wie funktioniert das Ganze?

Das hier vorgestellte System funktioniert letztendlich ganz genauso wie jeder Windows-Laptop. Denn so ein PC-Stick ist in seinem Inneren ein echter PC, also nichts anderes als der bekannte Laptop:
Ein relativ leistungsstarker Prozessor, ausreichend Arbeitsspeicher und eine ausreichend große „Festplatte“ (sprich einige GB interner Speicher + eine z.B. 32 GB Speicherkarte). Und Windows als Betriebssystem.
Einzig die ‚großen Bauteile‘, wie Bildschirm und Tastatur fehlen. Und natürlich die dicke Grafikkarte, die große Soundkarte und weitere Komponenten, die man als Astrofotograf nicht braucht. Und genau das macht den Stick so klein und stromsparend.

Für Dich als Nutzer bedeutet das:
Du musst praktisch nichts neues erlernen!
Dank Windows installierst Du Deine Programme so, wie Du sie kennst und magst; du verbindest Deine Geräte ähnlich wie zuvor, aber aufgeräumter und mit weniger und/oder kürzeren Kabeln.
Du bedienst alles so, wie Du es vom Laptop her kennst. Nur ferngesteuert.

Daraus ergeben sich einige Vorteile:
– Stromersparnis
– Klein, leicht, direkt an Montierung oder Teleskop zu befestigen
– Daraus folgend ein praktisches festes Kabelmanagement
– Fernsteuerbar aus Auto, Wohnung…

Was kann der PC-Stick?

Nun – da es sich um einen Windows-Computer handelt, kann der PC-Stick alles, was ein Laptop auch kann. Und natürlich auch all das, was die anderen auf dem RasPi-basierenden Lösungen vermögen:
Je nachdem, was man möchte, welches Astro-Equipment man besitzt und welche Programme man sich installiert, ist eine vollständige Automatisierung möglich.
Standardmäßig wird man wohl Bildausschnitte planen und Fotosessions festlegen (also bestimmen, was, wie und wie oft und lang fotografiert wird).
Hinzu kommt noch wahlweise Platesolving, das das GoTo ersetzt und überflüssig macht, ein automatisierter Meridianflip, Autoguiding mit automatischer Leitsternsuche und Kalibrierung und vieles mehr.
Hat man die entsprechenden Gerätschaften, dann natürlich auch die automatische Fokussierung, den automatischen Filterwechsel und (dann wohl nur in einer Sternwarte) das automatische Erstellen von Flats.

Der PC-Stick kann alles, was jeder Computer kann und alles, was andere kleine (RasPi-)Systeme können.
Man verzichtet auf nichts, kann aber einiges gewinnen.

Was genau braucht man?

Nun einerseits ein wenig Hardware.
Neben der schon vorhandenen Montierung und der Kamera (und weiteren Gerätschaften) vornehmlich den PC-Stick und ein wenig Zubehör.
Andererseits natürlich die Software, die jedem, der bisher mit einem Laptop gearbeitet hat, vertraut sein dürfte.

Hardware

Tatsächlich braucht man nicht viel.
– Den eigentlichen PC-Stick
– Einen winzigen Router (alternativ Heimnetzwerk)
– Ein Gerät zum Bedienen (Taschentelefon, Tablet, jeder andere Win-PC/Laptop oder auch ein kleiner HDMI-Monitor mit Funkmaus und Funktastatur)

Strom braucht man natürlich auch.
Entweder versorgt man PC-Stick und Router über eine Steckdose (also im Garten).
Oder auf dem Acker mit einer (guten, starken!) Powerbank bzw. dem vorhandenen Powertank, der auch die Montierung mit Strom versorgt.
(Ich nutze meinen selbstgebauten 110Ah Powertank, für den es hier eine Nachbau-Anleitung gibt, habe PC-Stick und Router aber auch schon mit einer normalen, aber guten, leistungsstarken Powerbank versorgt, die mehr als 3A ‚anliefert‘.
Will man das gesamte Equipment wirklich ‚klein‘ halten, so ist es tatsächlich auch möglich, alle Gerätschaften, also Montierung, Astrokamera, Stick und Co. mit einer kleinen LiPo-Powerbank zu versorgen. Ausreichend für eine lange Winternacht; länger aber nicht).

Zuletzt benötigt man natürlich noch (kurze) Kabel und ggf. einen USB-Hub.
Stellt man es geschickt an, so befestigt man den PC-Stick zusammen mit dem Router an der Montierung oder direkt auf dem Teleskop.
Das einzige Kabel, das dann noch wegführt, ist das, das den Strom liefert.
Das kann man mit Klettband (das man als Astrofotograf eh immer wieder gebrauchen kann) oder ähnlichem mit dem Stromkabel der Montierung zu einer Leitung verbinden.
Dir als Nutzer bleibt es selbst überlassen, wie Du es genau lösen magst, aber das Ziel kann natürlich schon sein, dass genau ein Kabel, eine Leitung von der Montierung wegführt und der Rest sauber mit kurzen Leitungen direkt auf der Montierung oder dem Teleskop verkabelt ist (und bleibt).

Welche Geräte genau?

PC-Stick

Als PC-Stick selber eignen sich meines Wissens nach 2 Modelle.
Zwei andere habe ich getestet und rate von ihnen ab.

Grundsätzlich sollte man (Stand Winter/Frühjahr 2021) zu PC-Sticks von AWOW greifen.
Es gibt den etwas schwächeren für rund 150.- und den etwas stärkeren für rund 170.-.
Den schwächeren nutzt ein Bekannter erfolgreich. Mir war das nach schlechten Erfahrungen (siehe unten) zu unsicher und ich habe lieber die 20.- mehr investiert.

Grundsätzlich eignet sich auch der Original intel PC-Stick. Aber nur grundsätzlich.
Ich konnte ihn wunderbar bedienen, Windows und alle Programme ließen sich installieren und alles hat funktioniert. Das ist ein gutes Gerät.
Aber: Sobald das Guiding lief, Fotos gemacht und von der Astrokamera geladen und dann debayert wurde, war die Leitung nicht mehr ausreichend. Das war nur ein sehr kurzer Moment des „zu viel gefordert“, aber ausreichend, um die Bilder nicht zu debayern.

Nutzt man den Stick hingegen nur für’s Guiding, dann ist er allemal ausreichend. Man könnte sich mit einer günstigen Astrokamera + einem kleinen Leitrohr somit einen phd²-Stand-Alone-Guider basteln, der mit unter 300.- sehr günstig wäre. (Wobei dann ein ASI120M Nachbau und ein billiges Guidingscope genutzt werden. Funktioniert! Ich habe es mit genau diesen Komponenten ausprobiert.)

Vorsicht:

Getestet habe ich auch noch den Stick, der auf Amazon von diversen Anbietern fast schon aggressiv angeboten wird. Er ist ein gutes Dutzend Mal gelistet. Verschiedene Händler, verschiedene Namen, aber immer dasselbe Produkt. (Ich verlinke ihn hier, damit Ihr einen optischen Eindruck von dem Gerät bekommt. Es ist immer dasselbe, egal bei welchem der 587 verschiedenen Händlern man schaut. Lasst Euch nicht von dem toll wirkenden Intel-Logo täuschen! Anhand der Bauform erkennt man das Gerät, egal wie es angepriesen wird.)
Es gibt bei allen eine ganze Reihe gute Bewertungen, aber auch immer eine nicht geringe Anzahl schlechte.
Ich hab‘ dennoch bestellt und recht bald völlig genervt zurückgeschickt.
All die negativen Bewertungen stimmten vollkommen. Das Ding ist einfach Schrott!

EDIT:
Einige Wochen nach meiner schlechten Bewertung auf Amazon erhielt ich eine Nachricht des Verkäufers: In schlechtem Chinenglisch wurde ich aufgefordert, meine 1-Stern-Bewertung zu löschen. Im Gegenzug würde man mir einen 30.- Dollar Einkaufsgutschein zukommen lassen.
Das scheint, liest man die Bewertungen bei Amazon, ein durchaus übliches Vorgehen zu sein. Ich habe meine Bewertung nicht gelöscht, aber um den Hinweis auf diese Löschbitte ergänzt.

Ein Netzteil wird übrigens bei allen vier Sticks mitgeliefert, wobei die Stromversorgung über USB läuft. Genauso ein HDMI-Kabel, um den Stick an einen Monitor oder TV anzuschließen.
(Denn dafür ist er eigentlich gedacht: Man macht aus dem heimischen TV einen Computer oder man hat einen Computer in der Hosentasche, den man im Büro anschließt.
Das finde ich sehr spannend und erwähne es daher:
Es ist wirklich möglich, einen vollständigen Büro-Computer zu haben, der kleiner ist als eine Packung Taschentücher. Man bringt ihn von zu Hause mit, steckt in der Firma den Bildschirm, Tastatur und Maus ein, verbindet sich mit dem Firmen-Wlan und kann ganz normal mit Windows arbeiten! Und zu Hause macht man dasselbe.)

Router

Als Router eignet sich praktisch jeder kleine, der wenig Strom verbraucht.
Ich hatte anfangs einen TP-Link aus dem Jahr 2012, der wunderbar funktioniert und damals eigentlich für einen anderen Zweck angeschafft wurde.
Das aktuelle Modell für rund 20.- Euro erfüllt die Aufgabe ebenfalls wunderbar und ich habe es mir besorgt, da es deutlich kleiner ist.

Ein Router ist übrigens nur notwendig, wenn es kein anderes WLan-Netzwerk gibt (also nur auf dem Acker).

Tablet/Taschentelefon… also der Bildschirm

Jede der Lösungen (natürlich auch AsiAir und die anderen RasPi-Systeme) benötigen eine Fernbedienung + Bildschirm.
Das kann das vorhandene Taschentelefon sein. So ein Handy ist aber nicht sehr handy, da einfach zu klein; zumindest für meinen Geschmack.
Ein Tablet ist da schon deutlich komfortabler.
Genauso gut kann allerdings auch jeder andere Windows-Computer genutzt werden (was wohl die Lösung zu Hause mit einer Gartensternwarte wäre).

Auch ist es möglich, einen kleinen HDMI-Monitor anzuschließen + (Funk-)Maus + Tastatur. Aber dann geht der Sinn schon fast wieder verloren.

Was Du selber nutzen möchtest, ist Deine Sache. Aber irgendwie musst Du den Stick bedienen.

Software

An sich steht, wie allgemein bei Windows-Systemen, relativ viel Software zur Verfügung.
Du als Nutzer kannst also quasi frei wählen bzw. auf dem PC-Stick die Programme installieren, die Du bisher bereits genutzt hast.

Grundsätzlich wären das wohl:
– Ein Programm zur Teleskopsteuerung und Aufnahme
– Ein Guidingprogramm
– Ein Planetariumsprogramm

Als Planetarium bietet sich natürlich Stellarium an, aber auch Cartes du ciel wäre eine Möglichkeit.

Als Guidingprogramm kommt eigentlich nur phd² infrage, es sei denn, man nutzt einen externen Stand-Alone-Guider wie den MGen.

Zur Teleskopsteuerung und zur Fotografie wären wohl APT und NINA die gängigen Lösungen, wobei es mit Sharpcap und einigen weiteren sicherlich noch mehr Auswahl gibt.

Persönlich nutze ich NINA und habe dafür auch eine ganze Reihe Gründe.
Kurz zusammengefasst:
– NINA arbeitet zuverlässig und fehlerfrei
– Platesolving, automatische Mosaike, Programmierung verschiedener Sequenzen und ein funktionierender Meridianflip sind mir wichtig. Phd² und der MGen sind integriert. Ich habe viele Möglichkeiten zur Bildplanung inkl. 5 verschiedenen fotografischen Sky-Surveys, die es mir ermöglichen, anhand echter Fotos zu sehen, was ich fotografieren werde…

Kennst Du NINA nicht und hast Interesse, dann schau gern mal in mein Video, das dieses recht mächtige Programm vorstellt.

Installation

Die Installation und Inbetriebenahme/Nutzung erfolgt wie bei jedem Windows-Gerät.
Grundsätzlich gibt es da nichts neues zu erlernen.
Man lädt sich die benötigten Programme und Treiber aus dem Netz, installiert und konfiguriert alles und verbindet den PC-Stick mit der Montierung.
Alles ganz genauso wie bei einem Laptop.

Hier kommen nun die wenigen ‚Abers‘:

Aber #1
Der Stick hat keinen Bildschirm und muss über einen externen bedient werden.
D.h. der Zugriff auf Windows erfolgt ‚Remote‘.
„TeamViewer“ ist bekannt, aber auf keinen Fall die Ideallösung.
Die heißt „RemoteDesktop“.
RD wird als kostenlose App auf einem Mobilgerät installiert und ist in Windows 10 Pro integriert.
(Manche der PC-Sticks werden mit Windows 10 Home geliefert. Dort läuft Remote Desktop nicht. Es ist jedoch kinderleicht, mit einer Anleitung aus dem Netz Win 10 Home legal auf Win 10 Pro upzugraden).

Remote Desktop ermöglicht es dann, den kompletten Windows-Desktop von jedem anderen Gerät kabellos zu steuern.
Man hat also auf seinem Mobilgerät (oder einem anderen Windows-Rechner, z.B. dem Computer im Arbeitszimmer oder dem Laptop auf dem Sofa) die ganz normale Windows-Oberfläche des PC-Sticks.

Aber #2
Damit man kabellos fernsteuern kann, müssen natürlich beide Geräte (der Stick und das Steuergerät) im selben WLan-Netz eingeloggt sein.
Zuhause ist das einfach, wenn man dort eh ein eigenes WLan-Netzwerk hat.
Auf dem Acker oder in den Bergen muss man sich das Netzwerk ‚erschaffen‘.
Das geht mit dem oben genannten Router.
Der erstellt ein eigenes WLan Netzwerk, in das man sich mit seinem Steuergerät (Taschentelefon, Tablet, Laptop im Auto…) einloggt und in das sich auch der PC-Stick (automatisch!) einloggt.

Das waren schon die beiden Abers. 🙂

Hier noch ein Hinweis zum konkreten Vorgehen:

Vor der ersten (!) Inbetriebnahme (und nur dafür) ist es notwendig, den PC-Stick an einen Bildschirm (PC-Bildschirm oder TV mit HDMI-Eingang, also alle aktuellen TVs) anzuschließen und eine Tastatur und Maus per USB zu verbinden.

Klar, oder?
Beim ersten Mal weiß der PC-Stick nicht, in welches WLan-Netzwerk er sich einwählen soll und kann daher nicht ferngesteuert werden. 🙂

Sinnvoll ist es nun, direkt nach dem Start den Stick mit dem Heimnetzwerk zu verbinden und alle Programme zu installieren.
Dann konfiguriert man RemoteDesktop (selbsterklärend).

Ist das erledigt, so macht man den Stick mit dem Router vertraut.
Ganz wichtig ist hierbei auszuwählen: „Automatisch mit diesem Netzwerk verbinden“!

Hat man das (einmalig) gemacht, so verbindet sich der Stick direkt nach dem Starten immer und selbstständig mit dem Router und man kann ihn fernsteuern.
Ich hatte niemals Probleme damit.

Nochmals in Stichworten:
1. Erster Einsatz mit externem Monitor + Maus + Tastatur
2. Verbinden mit Heimnetzwerk/WLan
3. Programme aus Internet laden und installieren (oder von externer Festplatte)
4. Remote Desktop konfigurieren (Zugriff erlauben)
5. Einmalig mit dem Router verbinden und „immer automatisch verbinden“ auswählen.

Das war’s. Von nun an kann man jederzeit per Remote-Desktop von jedem anderen Gerät (Smartphone, Tablet, anderer PC/Desktop) zugreifen.

Einsatz in der Praxis

Der nächtliche Einsatz ist nicht anders als vom Laptop bekannt:
Nachdem Montierung und Teleskop samt Kamera und ggf. Autoguider etc. stehen, wird alles wie üblich mit dem PC-Stick verbunden.

Die Ideallösung ist allerdings nicht „wird verbunden“, sondern „ist verbunden und muss nur noch an den Strom angeschlossen werden“.
Der PC-Stick, der Router und ggf. ein USB-Hub sind so klein, dass sie problemlos fest in einer Box (z.B. Tupperbox oder 3D-Druck-Element) verstaut und intern verkabelt werden können.
Diese „Computer-Box“ kann dann fest an der Montierung oder auf dem Teleskop platziert werden.
So muss (je nach Situation: Garten oder Acker) nur noch der Strom angeschlossen werden.

Sobald Strom vorhanden ist, werden der Router und der PC-Stick gestartet.
Nach weniger als einer Minute läuft Windows und man kann per Remote-Desktop vom Tablet (Taschentelefon, Laptop) ganz normal die gewünschten Programme starten.
Wichtig ist natürlich, dass das Steuergerät (Tablet…) sich mit dem WLan-Netzwerk des Routers verbunden hat. Der Stick selber macht das automatisch.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile sollten mittlerweile klar sein:
– klein und leicht.
– kompatibel
– wenige Kabel
– geringer Strombedarf (max. 15 Watt bzw. 3A/5V, aber eher nur 2A. Ein Laptop verlangt locker das 3-fache)
– kostengünstig
– einfach in der Bedienung/stabil

Die Nachteile:
– Bedienung per Taschentelefon/Tablet ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Der Bildschirm ist klein und die Bedienung mit Fingern nicht so feinfühlig wie mit einer Maus. Aber diese Nachteile hat man auch bei allen anderen Systemen, wie den mehr oder weniger freien RasPi-Lösungen oder der AsiAir.
Allerdings kann man – je nach Situation – das ganze System auch über einen PC oder Laptop steuern, der in der warmen Wohnung/im nicht ganz so kalten Auto steht.

Es gibt also keine Nachteile, die bei allen anderen Lösungen (Ekos/Kstars, Stellarmate, AsiAir) nicht auch vorhanden wären: Die Fernsteuerung.
Es gibt aber den Vorteil, dass man mit dem vertrauten Windows und den ebenso vertrauten und guten Programmen arbeiten kann.

Zum Preis:
Wie Du gesehen hast, kostet so ein PC-Stick rund 150.- Euro, ein kleiner Router ungefähr 20.- Euro.
Nimm noch ein oder zwei USB-Kabel, einen billigen USB-Hub und eine Speicherkarte dazu und Du bist bei rund 200.- Euro.

Zum Vergleich:
Die freie EKOS/KStars-Lösung kostet rund 100.- (für die Hardware) und die Stellarmate-Lösung 180.- bis 280.- (Stellarmate mit oder ohne Hardware).
AsiAir schlägt dann mit etwa 400.- ganz anders ein.
(Alles jeweils ca. und inkl. Speicherkarte und Kabel).
Preislich ist die PC-Stick-Lösung sicherlich attraktiv.

Anwendungsbeispiel #1

Das folgende Bild eines Kollegen zeigt ein – zugegebenermaßen etwas verrücktes oder sagen wir: gelungen-geniales? – Anwendungsbeispiel:

In einem Selbstdruck-Bauteil befindet sich eine komplette Steuerzentrale für Montierung und Teleskope.
Genutzt wird das Ganze, um zwei identische Apos nebeneinander auf einer Montierung zu betreiben, auszulösen und zu guiden (inkl. Dithering).

In der Box, die zwischen den Apos und der Montierung angebracht wird, befinden sich:
Ein Spannungswandler von 12V auf 5V, eine PegasusAstro Powerbox, ein Pegasus DSLR-Buddy, ein Auslöseverteiler für den MGen (zur Auslösung von 2 Kameras via MGen) und ein aktiver USB-Hub.
Und natürlich der PC-Stick.

Das schaut echt wild aus und nach vielen Kabeln.
Denkt man sich jedoch rein, so ist das Ganze super gelöst.
Denn anstatt unzählige Kabel anzuschließen, unzählige Geräte irgendwo unterzubringen, alles mit Strom zu versorgen etc., muss nun nur noch die Box auf die Montierung, der Strom angeschlossen und die beiden Kameras via USB verbunden werden und schon startet alles automatisch.
Der gesamte Rest ist fest verkabelt, fest verbaut (aber entnehmbar).
Sollte gegen jede Erwartung der PC-Stick mit einem externen Monitor verbunden werden, so ist auch der HDMI-Stecker zugänglich, ohne dass etwas umgebaut werden muss.

Der PC-Stick befindet sich mittig-oben. Er ist mit einem kurzen USB-Kabel mit dem aktiven USB-Hub verbunden.

Anwendungsbeispiel #2 – Mein Aufbau

Auf dem obigen Bild ist mein Aufbau zu sehen. Bzw. eine mögliche Konfiguration. Und zwar die mit 2 DSLRs.
Du erkennst, dass da mehr als nur die PC-Stick-Lösung zu sehen ist und ich möchte das Ganze gerne etwas erklären:

Da ich nicht von zu Hause aus fotografieren kann, sondern immer relativ weit fahre, ist es für mich sehr sinnvoll, zwei identische Kamera-Objektiv-Kombinationen gleichzeitig laufen zu lassen.
So kann ich in einer Stunde Nacht, zwei Stunden fotografieren. Ich verdopple sozusagen die wenigen mir zur Verfügung stehenden Nächte.
Dafür stehen mir zwei Canon 6Da + 2x das Canon 200 mm f2.8 oder alternativ 2x das Samyang 135 mm f2.0 zur Verfügung.
Für beide Objektive habe ich 3D-Druck-Schellen inkl. Mikrofokusser und Bahtinovmaske.
Das sind die weißen Teile rechts und links, in denen die Objektive stecken.
Weil das hier nicht das Thema ist, schneide ich es nur kurz an:

Ich möchte die Kameras per GoTo bzw. Platesolving auf mein Ziel ausrichten und das Bildfeld dabei selbstverständlich frei rotieren. Die Schelle ermöglicht diese freie Rotation und erlaubt gleichzeitig, auch den Schwerpunkt des Gewichts besser auszugleichen.
Die Bahtinovmaske vereinfacht, genau wie der Mikrofokusser, das Scharfstellen.
Oben auf den Objektivschellen ist übrigens jeweils noch eine Halterung für ein Sucherfernrohr; denn gelegentlich nutze ich so ein Objektiv auch ’solo‘ und kann dann den Sucher/Guider direkt oben draufklemmen.
Die Klemmung unten ist hier ArcaSwiss (also Foto-Klemmplatte), kann aber jederzeit umgedreht und somit auf die Vixen-Klemmung umgebaut werden. Sehr praktisch, da die Schelle so universell sowohl auf Montierungen (Vixen) als auch Fotostativen/Kugelköpfen (ArcaSwiss) genutzt werden kann.
Soviel zu der Schelle.

Hier nun nochmals im Detail mein Remote-System:
Auf der Sucherklemme, in der zuvor der Sucher/Guider saß, klemmt nun meine PC-Stick-Box und auf dieser der Sucher/Guider (fürs Foto entfernt). Recht praktisch, denn so habe ich nur kurze Kabelwege.
Mittig befindet sich der PC-Stick, davor der winzige Router und an der linken Seite der USB-Hub. Ich habe mir extra zwei sehr kurze USB-Spiralkabel besorgt, um die beiden Kameras anzuschließen. Dasselbe gilt für die Verbindung zur Guidingkamera.
Guider + 2x DSLR laufen also in den USB-Hub.
Der PC-Stick selber hat zwei USB-Steckplätze. In einem ist der Router eingesteckt und in dem anderen das Kabel, das den PC mit der Montierung verbindet. (Das ist letztendlich identisch zum Anschluss an einen Laptop).

Das ganze kann größtenteils dauerhaft verkabelt bleiben. Das einzige, was ich zu Beginn einer Astronacht stecken muss, ist also:
Spiralkabel in die Kameras, Verbindungskabel in die Montierung und natürlich die Stromkabel.
Die Kabel, die von dem Aufbau wegführen, sind gemeinsam in einem Strang gebündelt (rechts vorne im Bild). Weiter unten ist in dem Bündel noch das Stromkabel für die Montierung.
So habe ich nur noch dieses eine feste Kabelbündel, das ich – zack – einfach nur in meinen Selbstbau-Powertank stecken muss.
Da liegt nix rum, da muss nicht viel gesteckt werden, da kann sich nichts verknoten, man kann nicht stolpern und alles geht super schnell:
Einstecken, eine Minute warten und ich kann starten.

Hier erneut die drei Bauteile (Stick, Router, Hub) neben ihrer „Verpackung“. Dazu ein 2-Euro Stück als Größenvergleich:

Hier dann auch mit dem Guiding-System: Ein billiges China-Rohr und ein Asi 1200 mini Nachbau. Gemeinsam deutlich unter 150.- Euro.
Der Router ist links, der PC-Stick rechts und der USB-Hub im Hintergrund verdeckt.



Selbstverständlich ist das oben Beschriebene nur eine Konfiguration.
Ich kann meine „PC-Stick-Box“ ebenso gut auf mein Teleskop setzen, den Guider weiterhin darauf und so arbeiten.
Dank der ‚Normierung‘ auf die „Sucherschuh-Klemmung“ ist es vielfältig einsetzbar.
Das folgende Bild zeigt das.

Hier ist die Astro-Kamera via USB3 mit dem Stick verbunden, der Stick mit der Montierung und die Guidingkamera mit der Astrokamera, wobei ich sie genauso gut in den USB-Hub stecken könnte.

Will man sich ein kleines Reise-Setup zusammenstellen, so ist so etwas denkbar:
Oberhalb sieht man eine iOptron Smart-EQ (die übrigens auch mit normalen AA-Akkus versorgt werden kann). Auf der Montierung ein reisetaugliches 450 mm Teleskop, samt Guider und eben die PC-Stick-Box.
Dieses Setup kann für eine Nacht mit einer kleinen 12 Ah Lithium-Powerbank versorgt werden.
Man könnte also beispielsweise mit diesem Setup im Flugzeug nach „Irgendwo-schön-dunkel-Land“ reisen und vor Ort fotografieren. 12 Stunden Winternacht wird für so eine Powerbank wohl hart (12 Ah bei 12V), aber eine warme 7 Stunden Nacht irgendwo auf der Südhalbkugel ist damit wunderbar zu realisieren.
Es muss dabei übrigens nicht ein einziges Bauteil am Boden liegen/stehen. Absolut alles ist an/auf der Montierung und die Powerbank passt wunderbar auf die Spreizplatte zwischen den Stativbeinen.

Bevor die Frage kommt:
Nein – ich habe leider keinen 3D-Drucker und lasse drucken.
Von Michael (astro3d ät outlook.de). Der macht das prima und ich bin echt froh ihn zu haben.

Fazit

Wie Du nun weißt, gibt es einige Möglichkeiten, die Montierung samt (Astro-)Kamera und weiterem Zubehör (Filterrad, Fokusser…) zu steuern, ohne dass man einen PC oder Laptop benötigt.
Welche für Dich die richtige ist, kann ich nicht sagen.
Die beiden eigentlichen RasPi-Lösungen sind gut und günstig, erwarten aber etwas mehr Einarbeitung.
Die AsiAir ist ebenfalls gut, allerdings im Vergleich extrem teuer, bietet dabei auch nicht mehr und zwingt den Nutzer fast/teils total in die Welt der ZWO-Kameras.


Die hier vorgestellte Lösung mittels eines PC-Sticks ist in meinen Augen und für mich die Ideallösung im Bereich „der kleinen Steuercomputer“.
Preislich interessant, dank Windows und den bekannten Programmen einfach und zuverlässig, stromsparend und praktisch.

„Klein, stromsparend und praktisch“ sind alle Lösungen irgendwie.
Aber Windows + die Programme sind für mich der große Vorteil gegenüber den beiden klassischen RasPi-Lösungen. Gegenüber der AsiAir, die ja an sich auch ein RasPi ist, kommt noch der Preis und die Kompatibilität hinzu.
Ich musste also nicht groß überlegen. Und das, obwohl ich für die PC-Stick-Lösung nicht auf so einen Artikel zurückgreifen konnte, wie Du ihn gerade gelesen hast.

In einer Gartensternwarte gibt es übrigens noch eine andere und evtl. bessere (aber auch etwas teurere) Lösung:
Ein Mini-PC. Das ist einerseits ein deutlich leistungsstärkerer Rechner, der einem richtigen Laptop entspricht. Andererseits vergleichsweise klein im Baumaß und natürlich ebenfalls ohne Bildschirm und Tastatur. Sozusagen der große Bruder des PC-Sticks mit daher auch deutlich höherem Stromverbrauch. Da in der Gartensternwarte Strom kein beschränkender Faktor ist, wäre so ein Mini-PC auch eine Überlegung wert.
Bedenke dabei aber: Ein Mini-PC (also nicht der Stick!) wird (meistens) mit 19 Volt betrieben; so wie jeder Laptop. Hier wäre ein recht leistungsstarkes Beispiel.
Mit dem üblichen 12-Volt-System auf dem Acker wird das nichts.
(Es ist möglich, aber mit all den Nachteilen, die ein Laptop hat und die man ja umgehen möchte: Strom-Wandlungs-Verluste und überhaupt ein hoher Stromverbrauch.)

Noch eine persönliche Anmerkung und Erfahrung:
Ich nutze in meinen Astronächten immer mehr als eine Montierung mit mehr als einer Kamera. Das ist für mich sinnvoll, da ich immer relativ weit in die Berge fahre. Die wenigen verfügbaren Nächte möchte ich daher mit mehreren Montierungen und Kameras so gut wie möglich „zeitlich verlängern“.
Aktuell nutze ich noch einen Laptop für die eine und den PC-Stick für die andere Montierung. Ich habe also den direkten Vergleich. (Übrigens zwei identische iOptron CEM25p: Hier Testbericht #1 + hier das Update nach 2,5 Jahren Erfahrung)

Der Laptop bietet kaum Vorteile.
Die, die er hat, sind rein haptischer Natur: Der Bildschirm ist groß, ebenso die Tastatur und ich habe ein Mousepad.
Der PC-Stick lässt sich dem gegenüber eigentlich genauso gut bedienen. Man muss sich halt einfach an die Steuerung über ein Tablet gewöhnen; bei mir ging das sehr schnell.
Hat man das drauf, dann gibt es technisch absolut keinen Unterschied. Der Stick ist dann einfach ein Windows-PC. Ganz normal und intuitiv zu bedienen.
Die Stromersparnis ist gewaltig.
Das macht sich im direkten Parallelbetrieb überdeutlich bemerkbar. Hat der Laptop nach zwei langen Winternächten eine 110Ah Akku-Lösung, die echt stark ist, bereits leer gesaugt, werkelt der PC-Stick auch in der vierten Nacht an einer deutlich kleineren Powerbank ohne Murren.
Dasselbe gilt für die Platzersparnis.
Hat man sich die Kombination aus PC-Stick, Router, USB-Hub und den Kabeln für die eigenen Bedürfnisse passend eingerichtet (also gemeinsam verbaut und verkabelt), so ist diese „kleine Packung“ sehr praktisch. Sie ist aufgeräumt, schnell einsatzbereit und benötigt keinen Tisch.

Und dann mit dem Tablet irgendwo zu sitzen, sei es im Sommer im Campingstuhl oder im Winter im (beheizten?) Auto und ganz gemütlich Teleskop und Kamera kabellos fernzusteuern, ist schon eine ausgesprochen angenehme Sache.

Freundliches Schlusswort

Liebe Leserin, lieber Leser, Freunde der Nacht.
Ich hoffe, nachdem Du es bis zum obligatorischen Schlusswort (dem freundlichen 😉 ) geschafft hast, dass es für Dich interessant war.
Du weißt nun, dass es neben den kleinen RasPi-Lösungen einerseits und der großen Windows-Laptop-Variante andererseits auch noch eine dritte Lösung gibt.
Wie Du sehen konntest, ist der Einsatz eines solchen PC-Sticks absolut kein Hexenwerk; es ist schließlich das allseits bekannte Windows.

Mich freut es, wenn es für Dich hilfreich war, denn das ist ja der Sinn meiner Artikel. Daher würde ich Dich gerne einladen, noch ein wenig auf dieser Website zu stöbern. Du kannst viel entdecken: Anleitungen, Testberichte, eine ganze Menge Beschreibungen von Sternbildern und deren Deep-Sky-Objekten. Interviews mit anderen Astrofotografen, „Reiseberichte“ mit mir hinaus in spannende Fotonächte und und und…
Alles findet sich oben über die Menüs, vieles nett aufbereitet in der Sitemap.
Falls Du magst, so kannst Du mich auch gerne bei Facebook besuchen kommen (auch ohne eigenen Account). Oder bei Instagram und Youtube.

Zuletzt bleibt mir noch eines:
Ich wünsche Dir klare Nächte, einen sternenreichen Himmel und immer wunderschöne Fotos – ganz egal, wie Du Dein Equipment steuerst.
Viel Erfolg und genieß‘ die Stunden in der Weite der Nacht!


9 Gedanken zu „Remote control: Astrofotografie mit PC-Stick und Tablet

  1. Informativer Artikel. Leider sind diese PC Sticks aus Performance Sicht einfach zu schwach. Zumal neue Kameramodelle teilweise schnelles USB3 benötigen, wobei die Datenrate eine wesentliche Rolle spielt. 4 GB RAM ist auch grenzwertig. Ich nutze den Raspberry Pi 4 mit 8 GB, und das ist immer noch suboptimal. Übrigens lässt sich auch auf dem Raspberry eine abgespeckte Windows Version installieren 😉

    • Danke für den Hinweis mit „Raspberry und Win.“:-)

      USB-3 ist doch vorhanden. Steht auch ausführlich und deutlich im Artikel.
      Die Ansteuerung von 2x DSLR + Guidingkamera bzw. alternativ Astrokamera + Guidingkamera funktioniert tadellos.
      Bisher ist da nichts zu schwach und ich kann auch nicht absehen, dass das passieren sollte. Die relativ teure AsiAir bietet ja auch nicht mehr, nämlich genauso 4 GB RAM und funktioniert offenbar tadellos. (Die AsiAir Nr1 hatte sogar nur 1 GB RAM, nicht 4 wie mein Stick).

      Keine Ahnung warum 4GB ‚grenzwertig‘ sein sollten.
      Leute haben jahrelang mit Laptops mit 4GB Ram gearbeitet und ihre Montierungen gesteuert, ohne dass es Probleme gab und das, obwohl Laptops an sich höhere Anforderungen haben.
      Und ich habe in dem Artikel auch schon auf zwei bekannte hingewiesen, die mit 2GB-PC-Sticks arbeiten und damit zufrieden sind.

      Evtl. sollte man noch hinzufügen, dass in den engl. sprachigen Foren doch einige Leute sind, die mit so einem 2GB-intel-compute-Stick und den unterschiedlichsten Astro-Programmen arbeiten. (z.b. SGP und die PoleMaster-Software, beides nicht von mir getestet) Alle von denen ich gelesen habe waren zufrieden mit dem Stick.
      Dort habe ich auch gelesen, dass TeamViewer schlechter geeignet sei, da sehr „leistungshungrig“. RemoteDesktop (was ich nutze) hingegen überhaupt nicht.

  2. Hallo Adam, benutze die AZ-GTI mit dem integrietem W-Lan, einem Tablet (Android) und die Software Safari 6 Pro. Kann also die Montierung mit Go-To steuern. Ich überlege mir eine Guiding Kamera dazu zu anzuschaffen. Bin aber nicht sicher wie ich das ganze gesteuert bekomme. Von der AsiAir, oder der StellarMate, habe ich schon einiges gelesen, (wird auch von einigen Mitgliedern „Astrofotografie für Anfänger – TNG“ praktieziert ) war mir aber etwas zu teuer für meine Möglichkeiten. Wäre Deine Lösung mit dem PC-Stick auch für mich eine Lösung? Oder funktioniert das nicht, weil ich die Steuerung ja über Android laufen habe? Über ein paar Tips wäre ich Dir sehr dankbar.
    Deinen Bericht fand ich wieder sehr informativ und selbst für mich als Rentner, verständlich.
    VG Helmut

    • Hallo Helmut.
      Wenn es Dir nur um zusätzliches Guiding geht, so ist eigentlich der MGen die ideale Lösung.

      Die anderen Lösungen, also einerseits die Raspi-Systeme (wie AsiAir, Stellarmate, Ekos/Kstars) und andererseits der PC-Stick sind ja eher komplette Planungs-, Steuer- und Aufnahmesysteme.
      Egal für welche der Lösungen Du Dich entscheiden würdest: Du könntest einerseits selbstverständlich weiterhin per Tablet alles machen (ist ja auch Sinn der Sache), aber andererseits wäre GoTo vorbei. (Natürlich hättest Du weiterhin das Android-Tablet, aber dort eben neue Software. Software die auf dem jeweiligen PC-Stick oder RasPi läuft und die nur vom Tablet ferngesteuert wird.)

      GoTo wird durch das unendlich viel genauere Platesolving ersetzt und ebenso die Auswahl von Objekten ausschließlich via Sky-Safari.
      Das ist einfach eine andere Arbeitsweise.

      Die Schritte sind dabei folgende (arg verkürzt):
      –> 1. Auswahl des Zielgebiets, punktgenau inkl. der gewünschten Kameradrehung. (Mithilfe von Planetarien, die letztendlich doch wieder so wie oder tatsächlich Sky-Safari sind, aber auch mithilfe von echten Fotos, also fotografischen Himmelsdurchmusterungen.)

      –> 2. Festlegen der Belichtungszeit, ISO oder Gain etc.

      –> 3. „Go“ drücken und das Teleskop fährt genau zum Zielgebiet (oder auch nicht ganz so genau) und dann wird PlateSolving ‚veranstaltet‘. Ohne das jetzt hier genau erklären zu können: Das sorgt dafür, dass Deine Kamera absolut zu 100% perfekt zum Ziel findet und auch wie gewünscht gedreht wird.

      –> 4. Ab da läuft alles automatisch (inkl. Guiding).

      Es ist ein zu großes Thema, um das hier abzuhandeln.
      Aber grundsätzlich stehen sich da zwei Systeme gegenüber:
      Einerseits das klassische GoTo (egal ob mit oder ohne Tabletsteuerung) mit/ohne Guiding als Zusatz. Andererseits ein fast vollautomatisches Fotografieren, das gleichermaßen (nur mit anderer Benutzeroberfläche) sowohl von den RasPi-, als auch von den Windows-System angeboten wird.

      Ich hoffe ich konnte das in der Knappheit hier einigermaßen vermitteln.

  3. Ein wirklich gut lesbarer und verständlicher Artikel.
    Ich werde mir das einmal für meine persönlichen Belange durchdenken.
    Danke für die Inspiration 🙂

  4. Für MICH sehr interessant, da ich wahrscheinlich kognitive Probleme mit der für MICH neuen Umgebung bei Raspberry & Co hätte.

    Du empfiehlst ja den Stick mit den N3350 für 169€. Es gibt ja noch einen mit dem J4105 für 239€. Wäre letzteter nicht noch leistungsfähiger???

    Dank Dir
    … Jub

    • Hallo Jub,
      Tatsache, es gibt noch den J4105. Vielleicht habe ich ihn übersehen? Vielleicht gab es den noch nicht, als ich das Ganze zusammengestellt habe? Ich weiß es nicht.

      Auch bin ich wieder zu wenig Computer-Nerd, um ernsthaft einschätzen zu können, ob der besser ist: Ist ist ja „nur“ ein anderer/besserer Prozessor verbaut, aber nicht mehr Arbeitsspeicher. Und ich kann nicht einschätzen, für welche Operationen das Gerät auf Hauptprozessor bzw. Arbeitsspeicher zugreift. Ich kan also die Frage nicht beantworten, ob ein stärkerer Hauptprozessor faktisch Vorteile bieten würde.

      Ich kann nur sagen, dass ich mit dem Gerät wunderbar zurecht komme und niemals eine Schwäche erlebt habe. Und ebenso, dass die AsiAir mit gleichfalls 4GB Ram von den Nutzern keinesfalls als „zu schwach“ eingeschätzt wird. So gesehen muss ich davon ausgehen, dass das in allen üblichen Konfigurationen wunderbar funktioniert.
      (Stellarmate habe ich übrigens auch hier. Das ist ein RasPi mit nur 2 GB Ram. Funktioniert auch, aber ich mag die Nutzeroberfläche nicht.)

  5. Danke für den erneut sehr lesenswerten Artikel!
    Ich nutze mittlerweile sowohl die ASIAir (Version 1, gebraucht für 149 Euro) als auch einen Mini PC (Amazon 141 Euro plus 20 Euro WLAN Adapter) bei meinen ausschließlich mobilen Einsätzen.
    Beide Lösungen funktionieren und ich persönlich finde ASIAir etwas komfortabler, da alles in einem System mit einer guten Oberfläche ist. Größtes Manko: man ist halt auf ZWO Produkte fixiert. Das ist so wie bei Apple – dafür funktioniert das dann auch alles miteinander…
    @ Helmut Hartmann: die Az-Gti wird auf dem Mini-PC ebenfalls über die App gesteuert. Diese wird mittels ASCOM Treiber mit der Aufnahme-Software verbunden – ist auch easy.

  6. @ Mathias Böhme: Vielen Dank für Deinen Hinweis.
    Dank auch an unseren Admin, der sich mit viel Mühen solchen Themen widmet und auch noch Zeit für uns hat.

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