Hallo und herzlich willkommen bei den ersten News des Jahres 2018

Folgende Punkte gibt es dieses Mal:

  • Neuer Artikel
  • Sternschnuppenregen Geminiden
  • Fotonacht mit Ergebnissen und Zeitraffer
  • Youtube-Kanal
  •  
     

    Neuer Artikel

    Für mich ist es immer ein kleiner Erfolg, wenn ein neuer Artikel fertig wird. Denn das bedeutet auch immer den Abschluss einer meist längeren Arbeit: Recherche, schreiben, formulieren, formatieren und das meist mehrfach und immer wieder. Wenn letztendlich alles steht, bin ich jedes Mal aufs neue ein bisschen stolz.

    Dieses Mal gibt es einen Artikel zu den Sternen. Ich hoffe sehr, dass er Euch genauso gut gefällt wie mir und Ihr, genau wie ich, staunend die Zahlen betrachtet:
     

    Weißt Du wieviel Sternlein stehen…?

    Wie viele Sterne gibt es? Wieviele sterne kann man sehen? Gibt es mehr Sandkörner oder Sterne„Weißt Du, wieviel Sternlein stehen?“
    Auf diese Frage und auch die nach der Anzahl der tatsächlich sichtbaren Sterne gibt dieser Artikel eine Antwort.
    Auch wird das Rätsel um die Anzahl der Sandkörner auf der Erde gelöst. Gibt es wirklich mehr Sterne im Universum?

     
     

    Sternschnuppenregen Geminiden

    Mitte Dezember erscheinen die Geminiden, einer der ergiebigsten Meteorströme und für mich der schönste „Sternschnuppenregen“ überhaupt, noch vor den Perseiden im August. Vor zwei Jahren war mir bereits ein tolles Foto geglückt und das wollte ich gerne wiederholen.

    Zwischen all den Wolken, die seit Wochen den Himmel bestimmten, sollte es angeblich in dieser einen Nacht sogar stundenweise aufklaren; so sagte es zumindest die sehr zuverlässige Wettervorhersage.
    Natürlich nicht hier und auch nicht gleich um die Ecke, aber immerhin in den österreichischen Alpen.
    Ich überlegte recht lange, ob ich mir eine so weite Fahrt wirklich antun sollte, aber letztendlich überwog doch meine Vorfreude, endlich mal wieder ein paar Sterne zu sehen. 15 Wochen war ich nicht mehr unter einem dunklen Nachthimmel fotografieren gewesen.

    Es sollte auf eine Alm in 1400 m Höhe gehen, eigentlich ein fast schon heimatlicher Ort, an dem ich schon oft, auch im Winter, fotografiert hatte.
    So kam ich pünktlich um 17:30 am Fuß des Bergmassivs an. Doch die Straße sah nicht gut aus. Überhaupt nicht.
    Bei meinen bisherigen Besuchen war sie immer vom Schnee geräumt gewesen, doch diesmal offenbar nicht.
    Ich beschloss, bis zur ersten steileren Kurve zu fahren, hatte aber kein gutes Gefühl. Und richtig: Keine Chance, da hinauf zu kommen; das Wenden auf der glatten Fahrbahn war schon unangenehm genug.
    Doch was jetzt? Ich war schließlich 2,5 Stunden hier hergefahren.
    Mir blieb nichts anders übrig, als mir eine Wiese mit möglichst wenig Lichtverschmutzung und freiem Blick nach Südosten zu suchen.

    Ich stellte zwei Kameras auf, startete den Timer und begab mich ins Warme.
    Genau wie es der Wetterbericht vorhergesagt hatte, wechselten Wolkenbänder und klare Sicht mehr oder minder im Stundentakt.
    Aber jedes Mal, wenn ich in den klaren Himmel sah, konnte ich eine Sternschnuppe vorüberhuschen sehen. Die Geminiden hatten mal wieder nicht zu viel versprochen.

    Gegen 1:30 zogen dann dickere Wolken auf und ich beschloss, die Nacht zu beenden.

    Hier ist nun das Ergebnis, das mit zwiegespalten zurücklässt.
    Einerseits habe ich endlich mal wieder den Nachthimmel fotografiert und auch ein recht ansehnliches Bild mit einigen Schnuppen erstellt.
    Andererseits ärgert es mich schon ein wenig, dass ich nicht auf den dunklen Berg konnte und dass die Nacht nicht durchgehend klar war.
    Denn bei einer klaren Nacht hätte ich locker 150 Sternschnuppen eingefangen.

     
    Geminiden im Dezember 2017 – Das magere Ergebnis zwischen den Wolken – Canon 6D – Samyang 14 mm – ISO3200 – 25 Sekunden

     
    Hier der dazugeörige Zeitraffer-Clip

     
     

    Weihnachtliche Fotonacht

    Nach wochenlangen Schlechtwetterphasen, von denen mehr oder minder alle Astrofotografen geplagt waren, gab es an Weihnachten tatsächlich einen kleinen Lichtblick. Für mich die erste Chance seit Ende August, wieder eine richtige Sternennacht zu erleben. Ich hatte zwar, wie oben angesprochen, bereits Mitte Dezember mit viel Glück den Sternschnuppenregen der Geminiden durch ein paar Wolkenlücken fotografieren können, aber die Aussicht auf eine einsame Nacht in den Bergen war schon sehr verlockend.

    Es war der Abend des 23. Dezembers und der Wetterbericht versprach eine kalte, sternenklare Nacht.
    Als ich jedoch gegen 17:30 losfuhr, sah das Wetter alles andere als gut aus. Der Himmel war zu 95% mit Wolken bedeckt und nur ganz gelegentlich waren die hellsten Sterne verschwommen zu erahnen. Aber angeblich sollte es ab Mitternacht fast wolkenfrei sein.
    Auch wenn es am Abend nicht mal im Ansatz danach aussah, wollte ich mein Glück versuchen.

    Um etwa 18 Uhr erreichte ich den Platz für die Nacht. Der Himmel war zwar nicht mehr absolut dicht, aber die Bedingungen, um ein Deep-Sky-Foto aufzunehmen, waren genauso schlecht wie in den letzten Wochen.
    So beschloss ich zunächst eine Kamera aufzustellen und sie einen Zeitraffer knipsen zu lassen. Etwas später folgten dann Kamera 2 und 3.
    Zum Einsatz kamen: 1x Canon 7D + Samyang 14 mm, 1x Canon 7D + Tokina 11-24 mm und 1x Canon 6D + Samyang 35 mm.
     
    Ein paar Sterne hinter den Wolken – Zeitraffer-Standbild – Canon 7D – Samyang 14 mm – ISO 1600 – 25 Sekunden
     
    Ich konnte zwar vorerst kein Deep-Sky-Bild aufnehmen, was mein eigentliches Ziel war. Aber dennoch war ich schon jetzt zutiefst zufrieden:

    Ich war auf dem Berg, umgeben von der Nacht, der Stille und dem Schnee. Der Anblick der ziehenden Wolken, die immer größer werdenden Lücken und die damit auftauchenden Sternbilder an einem extrem dunklen Ort, stimmten mich einfach glücklich.
    Die Zeit verstrich, mal saß ich draußen und blickte einfach in die Weite, mal kochte ich mir einen Kaffee und las in einem wunderbaren englischen Buch über Meteorbeobachtung. Und hin und wieder suchte ich einen neuen Standort für die Kameras.
    Einerseits wartete ich Stunde um Stunde auf einen klaren Himmel. Andererseits hatte ich nicht das Gefühl, warten zu müssen, sondern vielmehr die ganze Situation genießen zu dürfen.
    Und letztendlich wurde ich belohnt:
    Gegen 1:30 erschien mir der Himmel ausreichend klar. Ich konnte endlich wieder ein Deep-Sky-Bild aufnehmen!
    Ich entschied mich nun, den Star Adventurer aufzustellen und endlich mein vor Wochen neu gekauftes Objektiv zu testen. Ein Samyang 135 mm f2.0 VDSLR, das mir als Ersatz für mein im Sommer verstorbenes Canon 200 mm f2.8 dienen soll. (Hier der Bericht zu dem plötzlichen Tod meines Lieblingsobjektivs).
    Ich hatte mir eine Region im Einhorn ausgesucht, in der Hoffnung, sowohl den Rosettennebel als auch die Region um den „Weihnachtsbaum“ mit in das Bildfeld zu bekommen. Wie sich herausstellte, keine schlechte Wahl, nicht nur weil mittlerweile bereits der frühe Morgen des 24. Dezembers war.

    Als nun die Kamera brav vor sich hinknipste (eine Canon 550Da), musste die 6D ihren Dienst als Zeitrafferkamera beenden. Von nun an waren nur noch die beiden 7Ds dafür zuständig.
    Denn mit der 6D hatte ich etwas anderes vor:
    Ich wollte endlich mal wieder ein Panorama aufnehmen. Nicht ein einfaches Panorama mit einer Weitwinkellinse und nur rund 30 Fotos, wie ich es hier beschrieben habe, sondern ein hochauflösendes 360° Panorama, das letztendlich aus etwa 130 Aufnahmen besteht.
    Warm angezogen und voller Vorfreude begab ich mich in den Tiefschnee, wo ich die nächsten 2,5 Stunden überwiegend kniend vor der Kamera verbrachte.
    Ja, das ist schon leicht verrückt, aber für mich bedeutet die monotone Tätigkeit (jede Minute die Kamera ein Stückchen weiter auszurichten und auf ein Foto zu warten) vollkommene Ruhe. 2,5 Stunden kein Licht, kaum ein Geräusch, über mir der Himmel… Zeit für Gedanken.
    Diese Momente spiegeln sich auch im Untertitel dieser Seite wieder: „Du, die Nacht und die Weite des Himmels“.

    Um 4:30 war ich zurück beim Auto, die Zeitrafferkameras liefen immer noch (dank fantastischer Akkus, die ich nun vorsichtshalber doch einmal wechselte). Ich entschied, noch zwei letzte Einstellungen zu „zeitraffergrafieren“, bevor ich um kurz nach 6 wohlverdient einschlief.

     
    Hier sind nun die Ergebnisse der Nacht:
     
    Rosetten-Nebel im Sternbild Einhorn mit weiteren Nebelgebieten.
    Auch wenn die Auflösung hier auf der Seite nicht ideal ist, so kann ich mit Sicherheit behaupten, dass der Kauf des Samyang 135 mm f 2.0 (VDSLR-Version) die absolut richtige Entscheidung war. Ein knackscharfes und enorm lichtstarkes Objektiv, das mir sicherlich noch viel Freude bereiten wird.

    Im Einhorn“ – Canon 550Da + Samyang 135 mm – 27*90 Sekunden – Maus über das Bild bewegen

     
    360°-Panorama
    Es hat funktioniert und das macht mich schon ein wenig stolz. Fotografiert habe ich solche Bilder bereits zuvor, aber das Einzeichen der Sternbilder war wirklich eine Herausforderung. Ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen.

    Ins Bild klicken und Maus bewegen.

     
     
    In meinem Beitrag bei Facebook habe ich alle Sternbilder, die man hier sehen kann, beschrieben. Auch ist es dort möglich, sich das Panorama im Vollbildmodus anzusehen. Die Facebook-Seite ist offen und Du musst dort kein Mitglied sein, um das sehen zu können. (Ein Doppelklick ins Bild öffnet den Beitrag. Dort im Bild auf den Pfeil rechts oben klicken.)

     
    Sollte das Panorama bei Dir nicht funktionieren, dann würde ich mich freuen, wenn Du mir Bescheid gibst und auch dazu schreibst, welches Gerät und Betriebssystem Du nutzt. Danke!

     
    Weihnachts-Schnuppen

    Während meiner Fotonacht sollte der Meteorstrom der Ursiden zufälligerweise seinen Höhepunkt erreichen.
    Nach den Geminiden Mitte des Monats die zweite Chance, ein paar fallende Sterne zu fotografieren, wenngleich dieser Sternschnuppenregen weitaus schwächer ist.
    Der Radiant, also der scheinbare Ursprung, liegt im Sternbild Ursa minor, dem kleinen Bären oder kleinen Wagen, ungefähr zwischen Polaris (mittig) und Kochab (rechts hinter den Ästen, gelblich, ähnlich groß).

    Von 01 bis 5:30 durfte daher eine Kamera Fotos der Region machen. 969 Bilder sind es letztendlich geworden. Auf all diesen habe ich unfassbare 8 Schnuppen entdecken können. Eine enorm reiche Ausbeute 😉

    Ich habe die Bilder hier zusammengefasst und dabei selbstverständlich darauf geachtet, dass jede Schnuppe richtig positioniert ist. D.h. die Drehung der Erde wurde beim Zusammensetzen der Bilder berücksichtigt.
     
    Weihnachstschnuppen – Canon 7D – 14 mm – ISO 3200 – 25 Sekunden – Composit

    Die Schnuppen sind schön zu sehen, wenn auch relativ klein und schwach.
    Ich zweifle allerdings, ob sie sich wirklich alle als Mitglieder der Ursiden identifizieren lassen würden. Zu sehr weichen die Bahnen vom Radianten ab.
    Da ich in der Nacht relativ viele Sternschnuppen gesehen habe und nicht wenige von ihnen eher aus den Zwillingen zu kommen schienen, kann es gut sein, dass auch hier noch einige verspätete Geminiden in Richtung Poaris gerauscht sind.
    Auch sind im Dezember kleinere Meteorströme im Krebs und Löwen vorhanden, die ebenfalls zu den Flugbahnen passen würden.

    Daher bleiben diese Schnuppen namenslose Glücksbringer.
    Aber:
    Ob nun Ursiden oder einfach nur Sternschnuppen. Mir gefällt mein Bild der Weihnachts-Schnuppen.

    Dieser kurze Clip zeigt nochmals den Zeitraffer aus allen 969 Bildern. Wer genau hinschaut kann auch alle Sternschnuppen aufblitzen sehen:

     
    Herz- und Seelennebel im Widefield mit h und chi Persei

    Auch in den folgenden Tagen war der Himmel relativ gnädig, doch weihnachtsbedingt konnte ich meine Familie nicht nächtelang verlassen. So blieb mir nur die Möglichkeit, den Star Adventurer im Garten aufzustellen. Dort ist der Blick allerdings auf die schönsten Sternbilder im Süden verbaut, sodass ich entschied, das neue Objektiv in einer bereits mehrfach mit unterschiedlichen Brennweiten fotografierten Region zu testen.

    Canon 550Da + Samyang 135 mm – 48*90 Sekunden

     
     

    Youtube-Kanal

    Kurz vor Ablauf des alten Jahres habe ich dann auch mal endlich einen Youtube-Kanal eingerichtet. Zu finden ist er hier:
    sternenhimmel-fotografieren bei youtube
    Ich werde ihn (fast) ausschließlich für Videos nutzen, die den Sternenhimmel betreffen.
    Andere Videos (überwiegend Zeitraffer) finden sich bei Vimeo, wo ich bereits seit 10 Jahren Videos veröffentliche.
    Eigentlich mag ich Vimeo wesentlich lieber, vor allem aufgrund der schon immer hervorragenden Video-Qualität, aber das Nutzerverhalten dort ist leider weniger (inter-)aktiv.

    Bei Youtube gibt es auch den Zeitraffer der weihnachtlichen Fotonacht. Leider ist dort die Qualität recht schlecht. Wer dennoch schauen will:

    Ich empfehle weiterhin Vimeo – aus klar ersichtlichen Gründen:

     
     

    Zum Schluss

    Zum Abschluss noch meine Weihnachtssternschnuppe, die auch in dem Zeitraffer zu sehen ist. Eine große Feuerkugel, die direkt durch das Sternbild Orion rauscht.
    Mit diesem Bild wünsche ich Euch allen einen guten Start in das neue Jahr, verbunden mit der Hoffnung auf viele wolkenfreie Nächte.

    „Weihnachtssternschnuppe im Orion“ – Canon 6D – Composit aus 3 Bildern
     
     

     

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