„Der Omegon MiniTrack LX2 ist eine gleichermaßen genial einfache wie auch beeindruckend praktische, stromlose astronomische Montierung. […] Für einfache Astrofotografie abseits der Zivilisation gibt es kein vergleichbares Gerät.“
So beginnt mein ausführlicher Test- und Erfahrungsbericht des Original Omegon Minitrack LX2.
Dieser ist mittlerweile seit über einem Jahr bei mir im Einsatz. Abgesehen davon, dass ich immer noch vollauf begeistert bin, könnte ich dem dort Gesagten eigentlich nicht viel hinzufügen.
„Könnte“… „eigentlich“…




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Denn mittlerweile gibt es ein Update bzw. eine ergänzende Version und somit eben doch „ein vergleichbares Gerät“: Den Omegon Minitrack LX2 NS.

Gleichzeitig hat der Hersteller eine ziemlich geniale Halterung entwickelt, in die – je nach Bedarf – ein Laser oder ein handelsüblicher Polsucher geklemmt werden kann, was die Prä­zi­si­on, aber auch den Einsatz in unwegigem Gelände merklich verbessert bzw. erleichtert. Auch gibt es nun eine Tasche, in der der Minitrack sicher transportiert werden kann.

Ich habe „den NS“ in meinen letzten Astronächten im Spätwinter und Frühling ausführlich getestet, einige Fotos damit erstellt und werde Euch hier nun die Unterschiede zum „Original Minitrack LX2“ vorstellen.
Auch werde ich die – dank der neuen Polsucherhalterung – mittlerweile drei Möglichkeiten der Einnordung aufzeigen und meine Einschätzung dazu abgeben.

Der Artikel ist allerdings nicht nur die Vorstellung des „neuen NS“ und der Zubehörteile, die mit beiden Geräten gleichermaßen genutzt werden können. Er ist eindeutig als Ergänzung zum ersten Review zu sehen.
Auch die Bilder können als Ergänzung verstanden werden. Sie sind teils schon mit dem „neuen LX2-NS“, teils noch mit dem „original LX2“ entstanden – welches Gerät genutzt wurde, ist jeweils unter dem Foto vermerkt.
Da seit dem ersten Testbericht viel Zeit vergangen ist, finde ich es sinnvoll, hier auch Bilder des Original-Geräts mit einzubinden – einfach, damit Du als Leser noch eine bessere Vorstellung von den Möglichkeiten beider Geräte bekommst.

Bist Du über einen Link zu diesem Bericht gekommen, so rate ich Dir, auch den ersten Testbericht des Minitrack LX2 zu lesen.

Hier nun ein knapper Überblick:

Zum Aufbau dieses Berichts:

A) Der Minitrack LX2 NS – Ein Vergleich zum Original
Welche Unterschiede gibt es?
Hat das Vor-, aber auch Nachteile?
Lohnt sich das?

B) Neues Zubehör

1. Der Polsucherhalter
Grundlagen zur Einnordung
Die 3 Möglichkeiten mit dem Minitrack
Polsucherröhrchen vs. Laser vs. Polsucher – Wer braucht was und wofür?

Mein Tipp – Persönliches Vorgehen

2. Die Transporttasche
Alternativen?

C) Belichtungszeiten – Runde Sterne
Was ist technisch möglich?
Extremtest mit 200 mm

D) Fazit
Übersicht, Zusammenfassung und meine Einschätzung

 
 
Omegon Mintrack LX 2 im Einsatz - Panorama der Wintermilchstraße mit 35 mmLX2-original – Panorama Februar 2019 – Canon 6D – 35 mm – 78 Bilder à 30 Sekunden
 

A) Der Minitrack LX2 NS – Ein Vergleich zum Original

NS – Nord-Süd. Diese knappe Bezeichnung gibt an, welchen Vorteil der neue Minitrack mit sich bringt: Er ist auf der gesamten Erde nutzbar.
Der Original-Minitrack LX2 konnte und kann, aufgrund seiner festen Drehrichtung, nur nördlich des Äquators eingesetzt werden. Kein Nachteil, solange man nur in Europa, Nordamerika, dem nördlichen Asien und Nordafrika fotografieren möchte. Ein absolutes Ausschlusskriterium, wenn es um Reisen nach Südamerika, ins südliche Afrika oder nach Australien geht.
Also genau in den Regionen der Erde, in denen es noch eine unberührte Dunkelheit gibt und in die man gerne mit leichtem Gepäck reist, also ideale „Minitrack-Reiseziele“.

Um dieses Problem zu umgehen, musste eine Lösung her. Und die Lösung bei einer rein mechanischen Montierung so umzusetzen, dass weiterhin alles wunderbar funktioniert, ist gar nicht so einfach. Eine reine ‚Süd-Version‘ zu bauen, wäre einfach gewesen, aber ein System, das (trotz der eigentlich simplen Mechanik) auf beiden Erdhemisphären hervorragend arbeitet, ist schon eine etwas größere Herausforderung:
Es darf weder die Qualität noch die Prä­zi­si­on darunter leiden. Das Gerät darf nicht schwerer, größer und auch nicht deutlich teurer werden und einfach in der Handhabung muss es auch bleiben.
Wer auch immer das gemacht hat – ich vermute eher ein gut ausgebildeter Feinmechaniker und kein hipper Produktdesigner – hat das ausgesprochen geschickt gelöst.
Die Ausführung ist bestechend simpel und gleichzeitig genial gelöst.

Man muss sich dabei eines vor Augen halten:
Der Himmel dreht sich auf der Südhalbkugel scheinbar umgekehrt (und für Nordhalbkugel-Bewohner falsch herum). Der Original Minitrack LX2 ist aber aufgrund der Mechanik auf eine feste Drehrichtung beschränkt. Daher dienen alle Veränderungen des LX2-NS genau einem Zweck:
Die grundlegende Mechanik nicht zu verändern, sondern sie mit Hilfe von ‚Umlenkern‘ umzukehren.

 
LX2-original – Sternbild Schild – September – Canon 5Da-MK2 – 85 mm – 20 x 35 Sek. ( 11 min.) – Maus über Bild bewegen!
 

 

Die Unterschiede

Die Unterschiede erklären sich am einfachsten anhand von zwei Bildern – daher zeige ich sie als erstes:

Der Omegon Mintrack LX 2 PanoramaMinitrack LX2 Original vs. NS (rechts) – Vorderseite

Der Omegon Minitrack LX 2 PanoramaMinitrack LX2 Original vs. NS (links) – Rückseite

(Beschreibung der einzelnen Bauteile findet sich im ersten Bericht)

Von vorne betrachtet sehen sie beinahe gleich aus. Weder die Größe noch das Gewicht hat sich merklich geändert.
Auffällige Unterschiede sind die kleine Ausbuchtung neben der Nachführ-Mechanik, die zwei Schrauben am ‚Umlenk-Hebel‘ und dessen etwas andere Gestalt.
Auf der Rückseite stechen der größere ‚Einhak-Mechanismus‘ für die Gegengewichtsfeder und die längliche Ausformung im Bereich der Nachführmechanik ins Auge.
Was es mit den einzelnen Teilen auf sich hat, erkläre ich im Folgenden.

Wie erwähnt, unterliegen alle Veränderungen der Prämisse, dass der LX2-NS die Drehung beider Hemisphären ausführen kann und dabei weiterhin simpel und rein mechanisch bleibt.

Der Mechanismus zum Einhaken der Gegengewichtsfeder
Diese auf den ersten Blick kuriose Konstruktion und ihren Sinn habe ich im ersten Review ausführlich beschrieben. (Kurzgesagt: Der Federmachanismus gleicht eine einseitige Kameraausrichtung und die damit einhergehende Hebelwirkung aus).
Da der LX2 NS auf der Südhalbkugel in ‚die andere Richtung‘ drehen muss, muss auch die Gegengewichtsfeder in die andere Richtung ihre Spannung aufbauen. Und dazu ist es nötig, die ‚Ärmchen‘, in die die Feder eingehakt wird, breiter zu gestalten.
Beim Original zeigen sie daher nur in eine Richtung, beim NS in beide.

Die zwei Schrauben
Wie man dem zweiten Bild entnehmen kann, dienen die zwei Schrauben der Aufnahme einer zweiten Zahnplatte, die die Drehung der Mechanik umlenkt und somit die umgekehrt verlaufende Sternendrehung auf der Südhalbkugel kompensiert.

Die Ausbuchtung am Gehäuse und die ovale Mechanik
Die Ausbuchtung am Gehäuse ist notwendig, damit der Drehmechanismus umgekehrt und leicht versetzt werden kann. Durch diesen Kniff ist es letztendlich überhaupt erst möglich, die Drehung umzukehren und mittels der an den zwei Schrauben befestigten ‚Umkehrplatte‘ umzulenken.

Diese drei Veränderungen und deren schriftliche Beschreibung klingt nun natürlich sehr technisch. Das ist sie ja auch.
Der Umbau auf die Südhemisphäre ist jedoch in der Praxis simpel und mit wenigen Handgriffen in ein paar Minuten erledigt.
(Siehe hierzu auch mein Video unten.)

 

Die Vor- und Nachteile

Vorneweg:
Hinsichtlich der Qualität lässt sich nur gutes sagen: Die Konstruktion ist stabil, gut durchdacht und dem Anschein nach ‚unkaputtbar‘ – genau wie beim Original-Minitrack LX2.
Die Genauigkeit der Nachführung bzw. die Nachführdauer ist ebenfalls bei beiden Geräten identisch: Nordet man gut ein, so erreicht man problemlos Zeiten, die die vom Hersteller angegebenen um das Doppelte übersteigen.
Es gibt also bei den entscheidenden Punkten ‚Verarbeitungsqualität‘ und ‚Nachführgenauigkeit‘ ein Unentschieden. Die Geräte verhalten sich identisch.

Nachteile des neuen LX2 NS gegenüber dem Original LX2 kann ich nur mit Mühe entdecken:
Man kann ein Bauteil verlieren. Genauer gesagt die Umlenkplatte. Aber ob das ein Nachteil ist? Da zweifle ich schon sehr.

Vorteile sehe ich hingegen schon. Zwar nur einen, den dafür aber ganz deutlich:
Man ist flexibler!

 

Lohnt sich das?

Persönlich sage ich: Ja – das lohnt sich auf jeden Fall!
Man hat einerseits keinerlei Nachteile, gewinnt aber andererseits die Flexibilität einer reisetauglichen Montierung, die auf der gesamten Erde genutzt werden kann.

Klar – eine Reise auf die Südhalbkugel ist für sehr viele Astrofotografen ein Traum: Extrem dunkle Orte und die für Europäer unentdeckten Schätze des Südhimmels reizen enorm. Natürlich wird dieser Traum nicht für jeden in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen.
Aber man weiß niemals, was kommt!
Und da sind die 30.- Aufpreis sicherlich nicht verkehrt investiert. Nachteile handelt man sich schließlich keine ein.
So hat man dann die Möglichkeit, bei einem Urlaub in Südostasien, auf Neuseeland, in Australien, im südlichen Afrika, Chile oder auf Mauritius… jederzeit eine kleine kompakte Nachführung in die Reisetasche zu packen. Und das, ohne über Gewichtsbeschränkungen des Fluggepäcks nachdenken zu müssen.

Ich würde daher – falls die Option oder der Wunsch besteht, die Südhalbkugel zu bereisen – zum Kauf des neuen Minitrack LX2 NS raten.

 
Der Omegon Minitrack LX 2 im EinsatzLX2-NS – Herz und Seele Mitte Februar – Canon 550Da – 200 mm – 74×30 Sekunden (37 min)
Die erste richtige Aufnahme mit dem neuen NS. Sie entstand völlig übermüdet am Ende einer langen Astronacht um 4 Uhr in der Früh und eher nebenbei. Daher habe ich auch auf eine 100% perfekte Einnordung verzichtet (die Müdigkeit) und nur ‚auf gut Glück‘ auf Herz und Seele gezielt. Letztendlich war ich dann über das Ergebnis selber etwas überrascht. Für nur 37 Minuten integrierte Belichtungszeit ein erstaunlich gutes Bild.

 
LX2-NS – Herz und Seele Ende Februar Canon 550Da – 85 mm – 37×90 Sek. (55 min.) – Maus über Bild bewegen!
 

 

B) Neues Zubehör

An dieser Stelle wird es nun richtig interessant, denn die neuen Zubehörteile (sinnvoll für beide Minitrack Versionen gleichermaßen) sind eine deutliche Verbesserung/Erleichterung. Allen voran die Laser- bzw. Polsucher-Halterung.

Die Laser- bzw. Polsucher-Halterung

Wohl angeregt durch den Wunsch, die Einnordung weiter zu verbessern bzw. zu erleichtern, hat der Hersteller die ‚Selbstbau-Bastellösungen‘ der LX2-Community aufgegriffen. So wurde eine Halterung entwickelt, die sowohl einen handelsüblichen Polsucher als auch einen Laser aufnehmen kann.
So schaut diese Halterung aus:

Der Omegon Mintrack LX 2 PanoramaDie Polsucher-Halterung – klein, aber effektiv

Sie wird einfach in die ursprüngliche Halterung des Polsucherröhrchens gesetzt und hält dort ‚bombenfest‘. Ich war beim Auspacken dieses Bauteils angenehm überrascht, wie stabil es wirkt und auch erfreut, dass der Hersteller für ein einfaches Plastikteil keinen ‚astronomischen‘ Preis aufruft. Denn ‚Mondpreise‘ sind im Astrosektor leider oftmals anzutreffen (ähnlich wie bei ‚Outdoor‘, ‚Camping‘ und anderen Spezialgebieten, bei denen die jeweilige Bezeichnung scheinbar als Rechtfertigung ausreicht, den Preis anzuheben).
Hier kannst Du Dir das Bauteil ansehen.

Grundlegendes zum Einnorden

Damit eine Nachführung (jede astronomische Nachführung, jeder Astrotracker) die scheinbare Bewegung der Sterne am Nachthimmel verfolgen kann, muss sie eingenordet werden (bzw. auf der Südhalbkugel eingesüdet).
Das bedeutet, dass sie so ausgerichtet werden muss, dass ihre Drehung mit der der Erde übereinstimmt; die Drehbewegung des Astrotrackers wird mit der Erdachse synchronisiert.

Wie das genau geht, habe ich bereits im Artikel zum Original Minitrack LX2 erklärt. Auch mein Youtube-Video stellt das Vorgehen und den Sinn klar verständlich dar.

Jede Nachführung wird dabei durch Drehen und Neigen des Geräts in die richtige Position gebracht. Um dabei genau den jeweiligen Himmelspol zu treffen, wird meist ein Polsucher genutzt, bei kleinen Geräten wie dem Minitrack oder der Vixen Polarie auch ein Polsucherröhrchen bzw. ein Guckloch. Auch ein Laser kann diesen Zweck erfüllen.
Beim Blick durch diese ‚Justagevorrichtung‘ (Polsucher oder Polsucherröhrchen) wird, anhand der Sterne, eine bestimmte Stelle (der Himmelspol) am Nachthimmel angepeilt.
Je nachdem, wie genau ein Tracker arbeiten muss und somit abhängig von der eingesetzten Brennweite und der angestrebten Belichtungszeit, muss dies nur grob oder auch sehr genau erfolgen.

Wichtig zu beachten ist in allen Fällen:
Egal wie man einnordet und unabhängig davon, ob man das auf der Nord- oder Südhalbkugel macht, eines ist immer gleich: Der Himmelspol hat keine Markierung am Himmel.
Um ihn zu bestimmen, orientiert man sich an einem Stern bzw. an Sternmustern.
Die Sterne bzw. Sternmuster stehen dabei immer im gleichen Abstand neben dem Pol.
Da jedoch alle Sterne um den den Himmelspol zu rotieren scheinen, stehen sie immer an einer anderen Stelle neben dem Pol – abhängig von Datum und Uhrzeit: Mal darüber, mal darunter und mal rechts oder links.
Der Abstand bleibt gleich, der Ort dreht sich um den Pol.

 
Der Omegon Mintrack LX 2 im EinsatzLX2-NS – Skorpion im Frühjahr, daher nur sehr kurz belichtet. Direkt neben dem Objekt stand der aufgehende Mond – Canon 550Da – 85 mm – 25×90 Sekunden (37 Min.)

Die drei Möglichkeiten, den Minitrack einzunorden – Sucherröhrchen, Polsucher, Laser

1. Das Polsucherröhrchen

Bisher gab es nur eine Möglichkeit, den Minitrack LX2 einzunorden – Das Polsucherröhrchen: Ein kleines etwa 7 cm langes Bauteil, das man am ehesten mit einem sehr stabilen Strohhalm vergleichen kann.
Durch den Blick hindurch wird (auf der Nordhalbkugel) Polaris angepeilt und dieser Stern dann an eine bestimmte Stelle innerhalb des kreisrunden Durchmessers des Röhrchens gesetzt. Hierzu wird der Minitrack auf einem Kugelkopf, einem 3-Wege-Neiger oder einer Polwiege gedreht und geneigt, bis der Nordstern an der richtigen Stelle zu sehen ist. (Analog erfolgt dies auf der Südhalbkugel, wobei es dort keinen ‚Südstern‘ gibt und man sich anderweitig orientieren muss).
Wie man die richtige Stelle findet, habe ich in meinem Youtube-Video genau erklärt.
Kurzgesagt: Der Himmelspol muss ins Zentrum des Polsucherröhrchens. Dies geschieht, indem man Polaris an eine bestimmte Stelle zwischen dem Zentrum und dem Rand des Blickfeldes setzt. Beispielhaft in folgendem Bild zu sehen. Wo genau der Nordstern platziert werden muss (in meinem Beispiel links oben auf etwa 23 Uhr), hängt vom Datum und der Uhrzeit ab.
(Würde man in diesem Beispiel 12 Stunden später einnorden, so müsste Polaris rechts unten, ca. auf 17 Uhr, platziert werden. Der Abstand zum Himmelspol beleibt gleich, der Ort um den Pol ändert sich.)

 
Der Omegon Minitrack LX 2 NS - Einnordung width=Beispiel für die Einnordung mit dem Sucherröhrchen: Der wahre Himmelspol befindet sich im Zentrum – Polaris links oben

Diese Art einzunorden ist sehr simpel und dennoch effektiv. Man kann ganz klar sagen: Es funktioniert und ich habe ein knappes Jahr genau so gearbeitet. In meinem ersten Testbericht des Original Minitrack LX2 finden sich Bilder, die mit 135 mm etwa 40 Sekunden lang belichtet wurden und kreisrunde Sterne zeigen.
Dennoch: So gut diese Lösung auch ist – man kann es noch genauer und auch einfacher haben. Für diesen Zweck gibt es ‚richtige‘ Polsucher:

2. Der ‚richtige‘ Polsucher

Ein richtiger Polsucher, der so in jeder größeren Montierung/Nachfühurung verbaut ist, hat zwei entscheidende Vorteile: Er ist etwas präziser und (unter Zuhilfenahme einer App am Mobilgerät) auch einfacher zu nutzen. Einige Anwender finden es auch einfacher hindurch zu blicken, wobei ich persönlich Polaris durch das Polsucherröhrchen genauso gut sehen kann.

Ein echter Polsucher ist nicht einfach nur eine Röhre, sondern hat ein Linsenelement und eine Glasplatte im Blickfeld, auf der ein Kreis und einige Symbole eingraviert sind.
Nutzt man nun eine App, so zeigt sie auf einen Blick, wo genau auf dem Kreis der Nordstern platziert werden muss (analog auf der Südhalbkugel, nur ohne Polstern. Dort geht das über mehrere Sterne bzw. Sternmuster am Himmel).
Der Nutzer muss nun einfach durch den Polsucher blicken, den Nordstern bzw. die Sternenmuster (mittels Drehung und Neigung des Minitracks) an die richtige Stelle bringen und schon ist das Gerät perfekt ausgerichtet.

Dies geht – verglichen mit dem Polsucherröhrchen – schneller, komfortabler und vor allem etwas präziser. Bei langen Brennweiten von mehr als 100 mm und angestrebten Belichtungszeiten von über 30 Sekunden ein deutlicher Vorteil.

Es gibt verschiedene Polsucher, die passen. Persönlich würde ich klar zu folgendem raten, denn nur dieser hat (soweit ich das weiß) die ‚richtige‘ Gravur: Polsucher HM5 Nur mit dem gravierten Kreis ist es möglich, ganz einfach unter Zuhilfenahme einer App einzunorden.
In der Dunkelheit muss man sich allerdings etwas überlegen, um die Gravur sehen zu können.
Ich leuchte mit einer roten Lampe von vorne schräg in den Polsucher. Man kann sich aber auch genauso gut eine winzige, leichte rote LED (billigstes Fahrradlicht) an den Polsucher kleben oder die optionale Polsucherbeleuchtung kaufen.

3. Der Laser

Beide zuvor genannten Möglichkeiten haben eine Gemeinsamkeit: Man muss sich hinter den Minitrack knien und durch das Polsucherröhrchen bzw. den Polsucher blicken, um direkt den Himmel anzupeilen.
Das ist das normalste Vorgehen beim Einnorden jeder Nachführung. Aber es ist nicht besonders angenehm: Denn einerseits sollte man das Stativ niedrig/bodennah halten, um die größtmögliche Stabilität zu erzielen, andererseits muss man es soweit ausfahren, damit man kniend durch den Sucher blicken kann.
Das ist natürlich alles machbar und hunderte von Astrofotografen norden/süden jede Nacht genau so ihre Montierungen ein. Meistens befinden sie sich dabei aber auf einer ebenen Fläche, die stabil ist (Terrasse, asphaltierter Parkplatz, Wiese).
Befindet man sich jedoch im unwegigen Gelände, z.B. auf einer Wanderung in den Bergen oder will gar an einem Hang einnorden, so wird das schnell zu einer Herausforderung. Man will oder kann das Stativ gar nicht so aufstellen, dass man sich noch hinter das Gerät knien kann: Die Wiese ist feucht, das Stativ soll im Uferbereich eines Sees stehen, das Foto soll in einem Tiefschneefeld erstellt werden, man befindet sich an einem steilen Hang und kann nicht hinter dem Gerät knien… Es gibt draußen in der Natur unzählige Orte, wo der Blick durch Polsucherröhrchen schwierig wird.
An dieser Stelle kommt der Laser ins Spiel: Mit ihm ist es möglich, entspannt neben dem Stativ zu stehen, freiäugig an den Himmel zu blicken, an den ein deutlich sichtbarer Laserstrahl leuchtet und den Minitrack dabei vergleichsweise komfortabel einzunorden.

 
Der Omegon Minitrack LX 2 NS im Einsatz - Einnorden mit Laser und PolsucherhalterungLX2-NS mit Laser – ein schneller Schnappschuss

Wie das funktioniert?
Anstelle des ‚richtigen‘ Polsuchers wird ein Laser geklemmt, der einen (vorzugsweise grünen) Strahl in das Dunkel der Nacht schickt.
Es ist dabei unbedingt erforderlich, dass der Laser eine gewisse Stärke hat, um gut gesehen zu werden, andererseits aber noch viel zwingender, dass er nicht zu stark ist und somit nicht zu weit leuchtet. Man will schließlich niemanden stören oder gar blenden. Mein Laser leuchtet gefühlt bis zu den Sternen, tatächlich aber nicht mal einen Kilometer weit.
(Gefahrenhinweise weiter unten, ohne jede Garantie!)

Es scheint nun wirklich so, als würde der Laser in die Sterne leuchten und einen klar umrissenen Punkt am Himmel treffen.
Zum richtigen Einnorden muss nun – wie auch in den beiden vorigen Arten der Einnordung – der Himmelspol angepeilt werden. Und dieser liegt, wie angesprochen, neben Polaris (bzw. auf der Südhalbkugel neben markanten Sternmustern).
Man sucht sich also am Himmel Polaris bzw. die Sternmuster und setzt den Zielpunkt des Lasers abhängig von Datum und Uhrzeit neben den Polstern/die Sternmuster auf der Südhalbkugel.

Das hört sich ja perfekt an, oder?
Ja – es ist enorm praktisch, gerade im Gelände. Aber: Es ist niemals so genau wie der Einsatz eines ‚richtigen‘ Polsuchers.

Der Laser, den ich nutze, trägt die Bezeichnung ‚303‘ – seine Leuchtkraft ist ideal und der Durchmesser perfekt für die Polsucherhalterung.
Hier kann er gekauft werden: Laser 303 bei ebay (Bei Amazon nicht erhältlich, evtl. muss man etwas suchen, um einen Händler zu finden)

Falls Du wissen möchtest, wie das mit dem Laser in der Realität ausschaut, dann kannst Du mich beim Einnorden in der Nacht beobachten.
Hier mein Video (das schreckliche Windgeräusch verstummt nach einer Minute)

 
Der Omegon Minitrack LX 2 NS im Einsatz - Einnorden mit Laser und PolsucherhalterungLX2-NS mit Laser – ein schneller Schnappschuss

 
 

Hinweise zum Laser

Jedem, der mit einem Laser hantiert, sollte bewusst sein, dass dies mit Umsicht zu geschehen hat!
Man leuchtet mit einem Laser nicht auf Menschen, auf Tiere oder gar auf Flugobjekte (nein, auch nicht auf UFOs, aber da ist sich der Gesetzgeber noch nicht ganz sicher…)!

Wer das Weltgeschehen verfolgt, der wird immer mal wieder von irgendwelchen Idioten lesen, die es lustig finden, Piloten von Flugzeugen zu blenden. Das ist ein absolutes No-Go!!!

Aber wie handhaben wir das nun, schließlich leuchten wir mit einem Laser in den Himmel?

Erstens hat das mit Umsicht zu geschehen – dies ist immer das erste Gebot!

Zweitens aber – und das erscheint mir wichtig – wird hier ein ’sanfter‘ Laser genutzt. Zumindest mache ich das und würde es jedem empfehlen.
Mein Laser wirkt zwar so, als könnte er bis in die Sterne leuchten und erzeugt einen deutlichen Strahl (Reflexion an Staub und Wasserdampf in der Luft), der in einem scheinbar klar umrissenen Punkt neben dem Himmelspol endet. Aber in Wirklichkeit leuchtet er nicht sehr weit.
Ich habe ihn an einigen Gebäuden getestet, deren Entfernung ich klar bestimmen konnte: Ein Turm in 1,6 km Entfernung, ein Hochhaus in 530 m Entfernung. Beide wurden nicht getroffen.
Ich gehe nun klar davon aus, das der Laser weniger als 500 m weit leuchtet – deutlich weniger weit.

Nun kommt hinzu:
Der Laser wird nachts eingesetzt. Sportflugzeuge, die evtl. so niedrig fliegen würden, sind (aufgrund fehlender technischer Voraussetzungen) nachts kaum unterwegs.
Passagiermaschinen fliegen in aller Regel nicht nur 150 m über der Erdoberfläche (allgemeine Mindestflughöhe für Flugzeuge)
Der Laser leuchtet statisch und recht kurz an einen Punkt am Himmel – das ist etwas ganz anderes als ein Laser, der absichtlich auf ein Cockpit gerichtet wird und absichtlich mit dem Flugzeug mitbewegt wird, sodass der Pilot dauerhaft geblendet wird. Sollte sich gegen jede Wahrscheinlichkeit ein Flugzeug extrem niedrig fliegend durch die Bahn des Lasers bewegen, so wird es nur für eine Sekunde getroffen. Gleichzeitig müsste der Pilot auch noch in genau diesem Moment seinen Blick genau in Richtung des Lasers richten.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dies geschieht?

Darüber hinaus setzen wir unsere Nachführung/den Astrotracker idealerweise weit abseits an dunklen Orten ein – nicht direkt neben einem Flugplatz. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, ein startendes oder landendes (und somit niedrig fliegendes) Flugzeug zu treffen, extrem gering.

All das bringt mich zu der Überzeugung, dass der Einsatz des Lasers für den Zweck, den Minitrack einzunorden, gefahrlos möglich ist.

Ich weise trotzdem nochmals darauf hin: Ein Laser ist kein Spielzeug und man blendet damit keine Menschen, Tiere oder Flugobjekte!

 

 
Der Omegon Minitrack LX 2 PanoramaPanorama der aufgehenden Milchstraße im Februar – leider harte ‚Verkleinerungs-Artefakte‘

 
 

Polsucherröhrchen vs. Laser vs. Polsucher – Wer braucht was und wofür?

Nachdem Du nun die drei Möglichkeiten kennengelernt hast, fragst Du Dich bestimmt: „Welche Möglichkeit ist für mich die richtige?“
Das hängt von genau zwei Punkten ab:

  • Wo willst Du fotografieren?
  • Was willst Du fotografieren (bzw. mit welcher Brennweite und Belichtungszeit)?
  •  
    Man kann – und von mir wie gesagt auch ein knappes Jahr praktiziert – auch mit dem mitgelieferten einfachen Polsucherröhrchen alles erreichen:
    Weitwinklige Astro-Landschaftsfotos mit Milchstraße und Sternenhimmel ebenso wie Deep-Sky-Objekte mit Brennweiten von mehr als 100 mm.
    Die Grenzen sind einerseits die Genauigkeit bei Deep-Sky und andererseits der Komfort im Gelände.

    Willst Du Dich erstmal mit dem Gerät vertraut machen und beabsichtigst Du nur relativ weitwinklig zu fotografieren, so wird Dir das mitgelieferte Polsucherröhrchen (zumindest anfänglich, evtl. dauerhaft) genügen.

    Beabsichtigst Du hingegen, viel mit dem Minitrack zu wandern, möchtest Du auf Bergen übernachten und in unwegigem Gelände Fotos oder Panoramen des Nachthimmels erstellen, so könnte der Laser für Dich ideal sein. Denn dann kommt es Dir eher darauf an, praktisch einzunorden und nicht so sehr auf das letzte Quäntchen Präzession. Du wirst wahrscheinlich im Brennweitenbereich von 10 bis 50 mm bleiben und Belichtungszeiten von rund einer Minute anstreben (weitwinklig auch länger).
    Für dieses Setup, diesen Brennweitenbereich, ist der Laser in jedem Fall genau genug.

    Ist Dein Ziel hingegen der Einstieg in die ersten Schritte der Deep-Sky-Fotografie (was Du eher nicht auf einem kleinflächigen Berggipfel machen wirst), so wird der ‚richtige‘ Polsucher Deine Wahl sein. Denn mit ihm ist es möglich, den Minitrack LX2 bzw. NS so präzise wie möglich einzunorden. Und nur dann werden auch mit langen Brennweiten von z.B. 135 oder 200 mm Belichtungszeiten von 30, 45, 60 Sekunden möglich. Evtl. versuchst Du sogar mehr als eine Minute zu erreichen.
    Dann lassen sich mit dem Minitrack tatsächlich viele spannende Deep-Sky-Objekte hervorragend fotografieren. Meine Bilder zeigen einige mögliche Objekte.

    Und wie mache ich es persönlich?

    Nunja – wie Du Dir wohl denken kannst, nutze ich beide Möglichkeiten. Andernfalls hätte ich ja auch kaum darüber schreiben und berichten können.
    Befinde ich mich auf einem Parkplatz und nutze den Minitrack für Deep-Sky-Aufnahmen, so kommt immer der ‚richtige‘ Polsucher zum Einsatz, denn er ist einfach am genauesten.
    (Dazu musst Du wissen, dass ich eigentlich immer in den Bergen fotografiere, oftmals für mehr als nur eine Nacht und dort dann meist auch mein Teleskop zum Einsatz kommt. Der Minitrack ist dann einfach eine Ergänzung mit Fotoobjektiven).
    Wandere ich hingegen ins Gelände, so nutze ich in jedem Fall den Laser. Es ist einfach extrem praktisch, auf ‚komischen‘ (nassen, schrägen, krummen, buckligen) Untergründen entspannt einzunorden, ohne sich hinter das Gerät zu knien.
    Für gewöhnlich erstelle ich im Gelände Panoramen mit 35 mm (selten mit 50) und da ist die Genauigkeit des Lasers für meine Belichtungszeiten (30 bis 40 Sekunden) absolut ausreichend.

    Was empfehle ich Dir nun?
    Da ich mein Vorgehen für mich ideal finde, empfehle ich Dir natürlich dasselbe:
    Besorg‘ Dir zum Minitrack gleich die Polsucherhalterung und den ‚richtigen‘ Polsucher und kauf Dir dann noch den (echt günstigen) Laser dazu.
    Wenn Du allerdings sicher bist, dass Du nur weitwinklig beim Wandern im Gelände fotografieren willst und Deep-Sky nicht ‚Dein Ding‘ ist, dann brauchst Du keinen Polsucher.
    Umgekehrt brauchst Du keinen Laser, wenn Du immer nur auf ‚ordentlichen‘ Untergründen fotografierst und Du eher zu Deep-Sky neigst.

    Und ja – für die Südhalbkugel würde ich in jedem Fall beides empfehlen. Denn für ‚Nordhalbkugler‘ ist die Orientierung am Südhimmel anfänglich eine große Herausforderung.
    Es kann gut sein, dass Dir die gravierten Muster im ‚richtigen‘ Polsucher eine große Hilfe sind. Es kann aber auch genauso gut sein, dass Du mit dem Laser und dem Blick an den echten Himmel viel leichter zurecht kommst.

     
    LX2-original – Herz und Seele Ende Februar Canon 550Da – 85 mm – 120×45 Sek. (90 min.) – Maus über Bild bewegen!
     

     

    Die Transporttasche

    Leider erschien die neue Transporttasche erst vor kurzer Zeit, sodass ich sie bei meiner Bestellung nicht berücksichtigen konnte.
    Bisher ‚wohnt‘ mein Minitrack in einem alten Objektivbeutel. Das geht, ist aber nicht so super.

    Ob man diese Tasche zwingend braucht, muss jeder für sich entscheiden.
    Auf mich wirkt sie so praktisch, dass ich sie bei der nächsten Bestellung einfach mit ordern werde.

    Alternativen?
    Laut der Minitarck-Community gibt es allerdings auch ein Mäppchen, das angeblich recht gut passen soll. Ich zweifle jedoch ein bisschen, dass der neue Minitrack LX2 NS dort ebenso gut hinein passt.
    Dennoch verlinke ich es einfach mal: Das Eastpack Oval.

     
    Der Omegon Minitrack LX 2 im EinsatzLX2-NS – Orion – Canon 550Da – 85 mm – 2,8 Stunden bei fast Vollmond

     

    C) Belichtungszeiten – Runde Sterne

    Bereits in meinem ersten Bericht zum Original Minitrack LX2 bin ich auf die möglichen und realistischen Belichtungszeiten eingegangen, die mit diesem kleinen Gerät möglich sind.
    Denn runde Sterne bei einer angemessenen Belichtungszeit sind die Grundvoraussetzung, um einen Startracker nutzen zu können. Die Frage: „Wie lange kann ich mit dem Minitrack belichten?“ ist mit die am häufigsten gestellte.

    Darauf gibt es natürlich nicht die eine Antwort; zu viele Faktoren spielen mit rein.
    Es gibt jedoch eine Faustformel des Herstellers:

    Belichtungszeit in Abhängigkeit von der Brennweite

    • 100/Brennweite = Belichtungszeit in Minuten (Vollformat)
    • 100/Brennweite/1,6 = Belichtungszeit in Minuten (Canon Crop bwz. 1,5 Nikon-Crop)
    • 100/Brennweite/2 = Belichtungszeit in Minuten (MFT-Sensor)

     

    Das schöne an dieser Faustformel: Sie stimmt absolut, man kann sich an sie halten und wird niemals enttäuscht.
    Die Wahrheit ist aber: Es geht weitaus länger!

    Als ich den Original Minitrack ganz neu hatte, habe ich einen Test gewagt:
    Für 135 mm wären laut Faustformel am Crop-Sensor (100/135/1,6 = 0,463 min.) 27 Sekunden möglich. Persönlich habe ich 35 Sekunden versucht (20% mehr als errechnet) und war damit sehr zufrieden.
    Folgendes Bild ist dabei entstanden:

     
    Die drei Teile des Gamma-Cygnus-Nebels – 135 mm, 56×35 Sek. – Objektbeschriftungen: Maus über Bild bewegen!

    In diesem Winter habe ich einen weiteren Extremtest gestartet. Dieses Mal mit 200 mm und und den schwierigsten Bedingungen.
    Schwierig waren die Bedingungen, da ich mich für ein Ziel direkt im Süden entschied. Sterne im Süden ‚bewegen sich‘ am Nachthimmel besonders schnell. Das kennt jeder, der bereits Startrails fotografiert hat: Rund um den Nordstern ist die Sternenbewegung sehr langsam. Je weiter man sich von Polaris und somit Norden entfernt, desto schneller scheinen die Sterne zu wandern und desto schneller entstehen Striche.
    Auch habe ich den Minitrack mit meinem schwersten Objektiv beladen, das eine ordentliche Hebelwirkung aufweist.
    Insgesamt (Süden, 200 mm, schweres Objektiv) harte Voraussetzungen für einen realistischen Test. Die gesamt 2,3 Kg überschritten das angegebene Maximalgewicht um ~15%.

    Laut Faustformel sollten (100/200/1,6 = 0,313 min) 18 Sekunden möglich sein.

    Meine Erwartungshaltung war, dass 15 Sekunden problemlos funktionieren würden. 30 Sekunden erschienen mir gerade noch so realistisch. Auch erwartete ich, dass ich wohl die Einnordung nach dem ersten Testfoto überprüfen und verändern müsste.
    Dieser Test sollte auch der erste für die neue Polsucherhalterung sein, in die ich einen uralten Polsucher steckte, den ich noch im Bestand hatte (ein ungeeigneter Polsucher, der keinen Kreis eingraviert hat).
    Ich nordete also mit dem Polsucher unter Zuhilfenahme der Kochab-Methode ein und richtete die Kamera direkt nach Süden auf Regulus im Sternbild Löwen.
    Ich erstellte zehn Fotos mit 15 Sekunden Belichtungszeit, die zu meiner Freude auf Anhieb runde Sterne zeigten.
    Ich erhöhte die Belichtungszeit auf 30 Sekunden, skeptisch, ob das gleich funktionieren würde. Doch auch hier: Runde Sterne.

    Nun hatte mich der Ehrgeiz gepackt und ich fotografierte mit 45 Sekunden (runde Sterne) und 60 Sekunden (ebenfalls runde Sterne).
    Ich konnte es kaum fassen. Einmalig eingenordet und gleich so ein Ergebnis, das die Vorhersage der Faustformel bei weitem übertraf.
    Erst bei 90 Sekunden Belichtungszeit wurden die Sterne länglich.

    Ich habe das alles live mitgefilmt und verlinke unten den Clip.
    Doch zunächst zeige ich die dabei entstandenen Fotos inkl. einer 200% Ansicht (15 und 30 Sekunden habe ich weggelassen).
    Ein weiteres Foto zeigt dieselbe Region bei 60 Sekunden ganz ohne Nachführung. Dies ist ein guter Vergleich, was der Minitrack leisten kann.
    (Man muss dabei bedenken, dass die extrem vergrößerte Ansicht nur diesem Test hier dient. In der Realität zoomt niemand so weit in’s Bild rein).

    45 Sekunden:
    45 Sekunden 45 Sekunden

    60 Sekunden:
    60 Sekunden 60 Sekunden

    90 Sekunden:
    90 Sekunden 90 Sekunden

    60 Sekunden ohne Nachführung:
    60 Sekunden ohne Nachführung

    Ich denke, dass man angesichts dieser Ergebnisse durchaus begeistert sein kann. Es ist also möglich, unter dieses schwierigen Bedingungen 60 Sekunden mit 200 mm zu belichten. Fast die 4-fache Zeit der von der Faustformel vorgegebenen 18 Sekunden.
    Auch ist das ein deutlicher Hinweis, wie viel mehr an Präzession der richtige Polsucher leistet.
    Sicherlich ist der Minitrack ursprünglich eher für Wanderungen gedacht, bei denen Landschaftsfotos mit nachgeführtem Himmel bei kürzeren Brennweiten erstellt werden sollen. Also eher der Bereich zwischen 10 und 50 mm.
    Meine vielen Tests mit diesem als Höhepunkt zeigen jedoch deutlich, dass dieses kleine Gerät sich sehr gut eignet, um den Einstieg in die Deep-Sky-Fotografie zu wagen. Oder genauer genommen sogar mehr als nur ‚den Einstieg‘ – man kann damit unzählige Objekte tief im All fotografieren.
     

    Hast Du Interesse, den Minitrack live zu sehen und mir zuzuschauen, wie ich die Testfotos oben erstelle?
    Dann klicke hier auf das Video und springe zu Zeitpunkt 13:23.

    Der Omegon Minitrack LX 2 PanoramaPanorama der aufgehenden Milchstraße Ende Februar – noch etwas früh im Jahr und dank der Lichtverschmutzung suboptimal

     
     

    D) Fazit


    Das gleiche Panorama wie ganz zu Beginn des Artikels – dieses Mal interaktiv. Ins Bild klicken und Maus bewegen!

    Wenn Du die Ausführungen in diesem Artikel und auch den ersten Testbericht des Original Minitrack LX 2 aufmerksam gelesen hast, wenn Du meine Landschaftsfotos, meine Panoramen, aber auch die zahllosen Deep-Sky-Bilder mit Brennweiten bis zu 200 mm betrachtet hast, so kannst Du meine Begeisterung für dieses kleine Gerät sicherlich nachvollziehen.
    Ich habe es seit über einem Jahr im Einsatz und wurde niemals enttäuscht. Der Minitrack hält in jeder Hinsicht das, was er verspricht und leistet in Wahrheit wesentlich mehr.
    Der simple Aufbau, das kleine Packmaß und ncht zuletzt der herausragend günstige Preis machen den Minitrack zu etwas besonderem. Ein tolles Gerät, das immer funktioniert, das man einfach in den Rucksack werfen kann (nicht sollte!) und das somit ein Begleiter in jeder Nacht sein kann.

    Das Update, der Minitrack LX2 NS, das ich ganz oben besprochen habe, ist ebenso genial wie das Original. Nun kann das kleine Gerät endlich auf der ganzen Erde genutzt werden und zwar ohne einen enormen Aufpreis zu zahlen. Der Funktionsumfang ist erweitert, die Fähigkeiten (einfacher Einsatz, Nachführgenauigkeit) sind gleich geblieben.

    Die neue Polsucherhalterung in Zusammenspiel mit dem richtigen Polsucher (für Deep-Sky) und/oder dem Laser (für Wanderungen) ist eine deutliche Verbesserung – für beide Minitracks. Ich möchte diese Tools auf keinen Fall missen.

    Möchtest Du den Vergleich zwischen dem Original Minitrack LX2 und dem neuen Minitrack LX2 NS nochmal in bewegten Bildern sehen, so empfehle ich Dir mein Video (allerdings erst, nachdem Du mein Schlusswort gelesen hast. 😉 )

     

    Freundliches Schlusswort


    Interaktives Panorama – September 2018 – die Entstehungsgeschichte kann hier nachgelesen werden. Ins Bild klicken und Maus bewegen!

    Ich hoffe sehr, dass dieser Testbericht, dieses Review, Dich umfassend informiert hat. Vielleicht hat er einige Deiner Fragen beantwortet und Dir mehr Klarheit verschafft, was der Omegon Minitrack LX2 bzw. der neue NS leisten kann, wie man ihn einsetzt und was sich alles erreichen lässt.

    Gerne würde ich Dich noch einladen, hier auf der Seite etwas zu stöbern.
    Oder auch, mich bei Facebook, bei Instagram oder Youtube besuchen zu kommen.

     

    Anmerkung

    Vielleicht hast Du gemerkt, wieviel Zeit, Leidenschaft, Energie und auch Kosten ich in diese Seite stecke, die Dir helfen soll, Dein Foto des Sternenhimmels zu erstellen. Du kannst mich gerne unterstützen. Wie, steht hier.
    Falls Du viele Informationen gefunden und nun das Gefühl bekommen hast, dass das alles für Dich einen echten Wert hat, so kannst Du mir tatsächlich etwas spenden.
    Alles auf dieser Seite kannst Du umsonst lesen. Ich versuche nicht, Dir überteuerte Youtube-„Profikurse“ anzudrehen und bombardiere Dich auch nicht mit Werbung. Ich verstecke meine Erfahrung nicht hinter kostenpflichtigen Tutorials, da ich freie Wissensvermittlung schätze und die Faszination für den Sternenhimmel wecken möchte. Leider ist die Bereitschaft, einfach so echtes Geld als Dankeschön für kostenlose Informationen zu spenden, in Europa nicht besonders weit verbreitet; in den USA hingegen ist diese Art des „Tippings“ relativ normal. Falls Du mir etwas zukommen lassen willst, dann darfst Du gerne auf diesen Button drücken. Wie wenig Du spenden willst, bleibt natürlich Dir überlassen. Allerdings zahle ich eine Gebühr von 35 cent je Spende.:





     

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