Hallo Umut.
Schön, dass Du Dir die Zeit nimmst, mir – und den Lesern – ein paar Fragen zu beantworten.
Du hast ja diese kleine Interview-Serie bereits kennengelernt und weißt daher auch, wie spannend es sein kann, die unterschiedlichen Herangehensweisen und Arbeitsabläufe, die verschiedenartigen Bilder und Ansichten von Astrofotografen kennenzulernen. Jeder ist anders und dennoch eint alle die Freude am Sternenhimmel.
Danke, dass wir nun auch einen kleinen Blick in Deine persönliche Astrowelt werfen dürfen.

Einige werden Dich bestimmt kennen, aber für alle anderen: Stell Dich doch bitte kurz mal vor.

Hallo Adam.
Sehr gerne doch. Mein Name ist Umut Basören, 34 Jahre jung. Geboren und aufgewachsen im schönen Koblenz. Meine Brötchen verdiene ich als selbstständiger Kampfkunsttrainer.

Seit wann betreibst Du Astrofotografie? Kannst Du Dich noch an Dein erstes Astrofoto erinnern?

Um ehrlich zu sein, würde ich mich in erster Linie als „Hobby-Astronom“ bezeichnen. Als ich damals mit der visuellen Astronomie begonnen habe, wollte ich unbedingt die beobachteten Objekte irgendwie „festhalten“.
Mein erstes Astrofoto habe ich 2016 mit dem Handy durch das Okular meines 6“ Dobsons gemacht. Man, war ich stolz, als ich den Mond oder den Jupiter mit dem Handy abknipsen konnte (lach). Mein erstes Deepsky-Bild war vom Kugelsternhaufen M13. Damals noch mit einer einfachen Planetenkamera.

M13? Interessant. Mario Zauner hatte im letzten Interview ebenfalls diesen Sternhaufen im Herkules als erstes „richtiges“ Astrofoto genannt. Und auch bei mir war der Herkuleshaufen das Zielobjekt der dritten Nacht, die ich mit einem Teleskop verbrachte.
Ganz offenbar ist dieser Sternhaufen ein sehr dankbares Einsteigerobjekt.

Weil das immer alle wissen wollen:
Dein aktuelles Equipment?

Schnappschuss auf dem Acker: Vorne: EQ5 - hinten Star AdventurerKlar doch. Ich besitze einen Refraktor mit 80mm Öffnung von TS (ED Apochromat). Als Aufnahmekamera dient die ZWO Asi1600mm-c und das Ganze sitzt auf einer einfachen NEQ-5 Montierung.
Die Brennweite des ED Apos wird mit einem 0,8 Reducer auf das Öffnungsverhältnis von f/5,6 verkürzt. Das sind dann 448mm Brennweite. Die Kamera wird von einem Filterrad unterstützt, das mit Schmalbandfiltern wie H-alpha, OIII und SII belegt ist. Als Autoguider dient eine Asi120mc, die an einem 8×50 Sucher befestigt ist.
Das ist meine Hauptausrüstung, mit der ich am häufigsten und auch sehr gerne fotografiere.

Für den weitwinkligen Deepsky-Bereich und für RGB-Farbaufnahmen benutze ich ein Samyang f/2 Objektiv mit 135mm Brennweite. Als Kamera kommt eine Canon EOS 600D(a) zum Einsatz. Getragen wird diese Kombination von einer einfachen Star Adventurer Reisemontierung.
Für Mond und Planeten besitze ich noch ein Celestron 8.
Das müsste es gewesen sein (lach). Stop! Was niemals in einer sternenklaren Nacht fehlen darf: Mein 8×60 Lidl-Fernglas (lach).

Nicht schlecht – Das ist ja durchaus eine vielfältige und umfangreiche Ausrüstung, die Du da jedes Mal mit auf’s Feld trägst:
Teleskop mit einer ‚richtigen‘ Astrokamera und Filtern, Widefield-Equipment und auch noch ein ‚Extra‘ für Planeten.
Dass Du immer einen Feldstecher dabei hast, kann ich übrigens sehr gut nachvollziehen und empfehle ihn daher sehr oft als das ideale Einstiegsinstrument: Intuitiv und kinderleicht zu bedienen, dabei aber schon ein enormer Gewinn an Vielfalt und Details. Ich hab‘ auch immer einen 10×50 dabei und genieße es, damit einfach am Himmel spazieren zu gehen.

Wenngleich Du da echt viel hast: Träumst Du von anderem, besserem Equipment?

Mmmmhhh… ehrlich gesagt: Nein.
Natürlich ist es schön, ein noch leistungsstärkeres Equipment zu besitzen, aber wichtiger ist bei jedem Foto doch, was hinten rauskommt (grins). Nein, ehrlich, ich bin ziemlich einfach gestrickt, aber wenn du mich fragst, was ich irgendwann in der Zukunft vielleicht mal gerne hätte, dann würde ich sagen: Evtl. eine größere, belastbarere Montierung und ein noch schnelleres, rundum besseres Teleskop wie z.B. das Takahashi 130D Epsilon.

Schön gesagt. So wie ich Dich kennengelernt habe, ziehst Du Deine Zufriedenheit auch daraus, mit den gegebenen Hilfsmitteln das Optimum zu erreichen und schielst nicht die ganze Zeit auf etwas besseres.

Magst Du mir etwas über Deine Arbeitsweise erzählen?
Hast Du einen Workflow beim Bearbeiten Deiner Bilder, der mehr oder minder immer gleich abläuft?

Die Knochenhand - Teil eines Supernova-Überrests, eines 'explodierten' SternsIch unterteile die Deepsky-Astrofotografie in zwei Kategorien. In der ersten versuche ich bekannte „Mainstream-Objekte“ relativ ansehnlich abzulichten. In der zweiten Kategorie sind es hingegen die unbekannteren und exotischeren Objekte.
Das erste fällt mir deutlich leichter. Warum? Ganz einfach: Die meisten Objekte, die ich aussuche, haben eine hohe Oberflächenhelligkeit, was wohl auch der Grund ist, dass sie so bekannte und beliebte „Mainstream-Objekte“ sind.
Sie sind also relativ hell, was das Fotografieren aus meiner lichtverschmutzten Stadt deutlich einfacher macht. Da eignen sich halt leuchtkräftige Objekte besser. Außerdem ist das auch beim Einsatz von Schmalbandfiltern ein Vorteil.

Wenn es um die Auswahl unbekannterer Objekte geht, lasse ich mich in erster Linie von anderen Kollegen inspirieren. Die Exoten sind deutlich schwieriger, da ich diese nur von dunklen Standorten aufnehmen kann und sie gleichzeitig auch deutlich längere Belichtungszeiten benötigen.
Hinzu kommt die Frage, ob ich die Objekte von meiner Balkon-Sternwarte oder auf dem freien Feld aufnehme. Das macht nämlich einen großen Unterschied in der Planung und der investierten Belichtungszeit der Aufnahmen.

Lange Rede, kurzer Sinn, zurück zu Deiner Ausgangsfrage und einer stichpunktartigen Auflistung meines Vorgehens:
Inspirieren lassen – Objekt recherchieren – klaren Himmel abwarten – Aufbau der Hardware – knips, knips, knips – anschließende Bildbearbeitung (lach).

Ja ich weiß, Du willst bestimmt auch was zur Bildbearbeitung wissen, stimmts (grins)!?
In der Bildbearbeitung sind mir vor allem die Grundlagen wichtig:
Sauber kalibrieren – stacken – Monobilder den Kanälen zuordnen – strecken – Sterne verkleinern – Kontrast erhöhen – schärfen – entrauschen – sättigen.
Ja… so ungefähr kann man das in Stichpunkten beschreiben.

„Sauber kalibrieren“ war auch die erste Aussage, die im letzten Interview als erstes gefallen ist, als es um die Bearbeitung der aufgenommenen Daten ging. Dieser etwas unspektakuläre Prozess ist also wirklich wichtig.

Wie bist Du überhaupt zur Astrofotografie bzw. Astronomie gekommen? Was hat Dich inspiriert oder auf die Idee gebracht, in die Weite der Nacht zu fotografieren?

Ein Name: Harald Lesch!
Ich bin ein großer Fan von diesem Mann und er hat mich vor allem mit seinen „Alpha Centauri“ Sendungen früher sehr, sehr inspiriert. Ehrlich gesagt faszinieren mich die unendlichen Weiten des Weltraums seit meiner Kindheit. Astronomie ist einfach nur „atemberaubend“!
Was mich am meisten interessiert, sind Exoplaneten und somit auch die Frage nach außerirdischem Leben. Aber auch Bereiche wie z.B. die viel umstrittene Stringtheorie lassen meine Science-Fiction-Gedanken erblühen und fantasieren (lach).
Als ich dann irgendwann Planetenaufnahmen von Mars, Jupiter und Saturn sah, war´s dann ganz vorbei. Ich war befallen. Du kennst das: Der Astro-Virus; unheilbar (lach).

Wie Du siehst, sind es mehr die astronomischen Ansätze, die mich geprägt haben: Die Faszination an der Vielfalt, der scheinbaren Unendlichkeit all dessen, was es da draußen gibt. Solche Sachen haben mich inspiriert. Aber eben auch die Schönheit der kosmischen Objekte, die ich mit meinen Fotos zeigen kann.

Was treibt Dich heute an? Was geben Dir Astronomie und Astrofotografie?

Pferdekopf- und Flammennebel im Sternbild OrionStehst Du auf Philosophie? Ok, schnall Dich an (lach):
Ich sehe die Astronomie als großes Ganzes. Aus der Astro-Perspektive zu beobachten bzw. zu fotografieren ist nämlich etwas wunderbares, das uns hilft uns wieder auf uns selber zu besinnen: Dabei erkennen wir einen kleinen blauen Planeten, eine Spezies namens Homo sapiens und all die schönen Dinge wie unsere Natur. Mein Leitsatz lautet:
Herkunft: Planet Erde, Nationalität: Mensch, Sprache: Respekt.
Auch wenn es schon mehrfach gesagt wurde, ändert es nichts an dem Wahrheitsgehalt: Der Blickwinkel von außen auf die Erde hilft uns zu verstehen, dass wir eins sind auf diesem unserem schönen Heimatplaneten.
So, genug der Philosophie-Stunde (lach).

Die Fotografie selber ist für mich eine Form der Kunst, um die faszinierenden Weiten unseres Universums „festzuhalten“ und dabei auch etwas wissenschaftliche Astronomie zu betreiben.

Was sind für Dich die größten Herausforderungen bei der Astrofotografie?

Geduld und Zeit! Geduld zu haben, bis es wetterbedingt mal wieder klar ist, Geduld zu haben, um die Hardware, also seine Ausrüstung perfekt zu beherrschen und die Geduld zu haben, seine „Skills“ in der Bildbearbeitung ständig auf’s Neue zu verbessern. Das ganze kommt halt mit der Zeit und geht nicht von heute auf morgen.

Da hast Du als Trainer der Kampfkunst gewiss ein paar Techniken, die Dir helfen auch in wolkenreichen Zeiten oder in Momenten, in denen die Technik einfach nicht so will wie sie soll, die Ruhe zu bewahren – unterstelle ich nun mal ganz laienhaft.

Wo fotografierst Du am liebsten? Hast Du Lieblingsorte? Oder fotografierst Du von zu Hause aus, da es ausreichend dunkel ist?

Auf dem Feld an einem dunklen Ort. Ich als Städter habe leider keinen dunklen Himmel.
Trotzdem fotografiere ich aber auch von meiner ‚Balkon-Sternwarte‘ aus. Nicht mein Lieblingsort. aber manchmal kommt es mir doch sehr gelegen, vor allem, wenn die Pflicht am nächsten Tag ruft.
Am Stadtrand von meiner Heimat Koblenz aus fotografiere ziemlich oft wenn es mal „schnell“ gehen muss. Die perfekte Nacht ist es, wenn ich mit meinen Astrokollegen und -Freunden an einem dunklen Ort wie z.B. im Westerwald fotografieren und beobachten kann.

Gibt es einen Ort oder mehrere, zu denen Du gerne für die Astrofotografie reisen würdest?

Letztes Jahr habe ich dank der Hilfe meines Astro-Freundes Mehmet Ergün – an dieser Stelle einen schönen Gruß an ihn – mit meiner Familie einen Astro-Urlaub auf La Palma verbracht. So viele Sterne am Himmel habe ich in meinem Leben noch nie gesehen, ein atemberaubender Anblick. Das war eine sehr, sehr schöne Erfahrung. Wie schon gesagt, ich bin eigentlich mit den einfachsten Sachen zufrieden.
Wenn sich aber die Gelegenheit irgendwann mal ergeben sollte, würde ich den Südsternhimmel in Namibia oder Chile sehr gerne sehen. Aber auch näher gelegene Gegenden wie z.B. die Alpen würden mich sehr reizen.

Du hast schon gesagt, dass die perfekte Nacht mit Gleichgesinnten an einem dunklen Ort stattfindet.
Kann ich daraus schließen, dass für Dich Gesellschaft etwas bereicherndes ist? Oder fotografierst Du doch gerne alleine?

Umut [Mitte] und sein AstroteamGemeinsam statt einsam! Auf dem Feld mit anderen Astro-Kollegen und Freunden macht das Beobachten und Fotografieren schon sehr viel Spaß. Man fotografiert natürlich auch oft alleine; da habe ich auch keine Probleme mit. Wenn man aber mit Gleichgesinnten über denselben „Blödsinn“ reden kann, sich austauschen, lernen und am Ende zusammen wachsen kann, ist das doch eine tolle Sache.

 
 
 
Dein Equipment ist ja recht vielfältig und erlaubt nicht nur eine Perspektive an den Nachthimmel.
Was fotografierst Du am liebsten? Landschaft mit Sternenhimmel oder Deep-Sky?

Als ich mit der Astrofotografie begonnen hatte, waren es die Planeten im Sonnensystem. Die abzubilden war mein anfängliches Ziel. Als ich eine Amateur-Aufnahme vom Mars im Jahr 2016 gesehen hatte, ist mir die Kinnlade runtergefallen. Ich dachte nur: „Aaalter, wie geil ist das denn?!“ Das wollte ich unbedingt nachmachen.
Als ich dann mit zunehmender Zeit begriffen hatte, dass man Planeten nicht jederzeit fotografieren kann, begann die Deepsky-Karriere (grins).

The great wall - Teilbereich des Nordamerkia-Nebels im Sternbild SchwanJa – Deepsky macht mir schon am meisten Spaß. Breitflächige Emissionsnebel in Hubble-Farben zu fotografien ist einfach eine Herzensangelegenheit. Planetarische Nebel finde ich sehr, sehr interessant, aber dafür ist meine Ausrüstung nicht optimal genug – noch nicht (grins). Zu Galaxien und Dunkelnebeln brauche ich nicht viel sagen, die sind natürlich auch sehr geil.
Und die Landschafts-Astrofotografie finde ich auch sehr spannend.

Daher mache ich es mir einfach und sage es so, wie ich es fühle: Alles hat seine Schönheit.

Was war für Dich Dein größter Erfolg? An welchen Moment erinnerst Du Dich? Was hat Dich echt stolz gemacht?

Mein größter Erfolg in der Astrofotografie ist das Privileg, dass ich dieses tolle Hobby dank meiner Familie überhaupt ausüben kann. Außerdem, dass meine Bilder bei Menschen relativ gut ankommen, sowohl beim Laien-Publikum als auch bei den Profis. Ich weiß, Du wolltest wissen welche Titel ich schon abgeräumt habe, richtig? Das ist nicht so wichtig. Hier und da mal was kleines. Ist nicht der Rede wert.

Nein, nein. Keine Titel. Eher das persönliche Erfolgserlebnis oder etwas, für das Du dankbar bist. So wie Du jetzt die Unterstützung Deiner Familie und die grundlegende Möglichkeit der Astrofotografie genannt hast.
Ich glaube, man merkt schon: Dir geht es vor allem um das Machen, das Draußen sein und weniger um die Rückmeldungen von außen. Das scheint für dich ‚Erfolg‘ zu sein. 🙂

Demnach wirst Du wohl auch auf meine nächste Frage ähnlich antworten, vermute ich.
Also:
Und was war Deine größte Niederlage oder Misserfolg?

Es gibt keine Niederlagen, zumindest in meiner Terminologie. Es gibt nur die Lehre. Wenn etwas nicht funktioniert, dann lernt man. Ich lerne ständig und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll (lach).
Zumindest gibt es nichts „Großes“, an das ich mich jetzt erinnern würde. Eher so kleine Sachen wie: Montierung spinnt, Guiding will nicht, Tau auf der Linse oder das nicht weiter kommen in der EBV [ElektronischeBildVerarbeitung]. Solche Standard-Sachen halt (grins).

Ach ja – Die tagtäglichen, also nachtnächtlichen kleinen Schläge, die wir alle immer mal wieder einstecken müssen.
Das, was Du da äußerst, ist wohl mit eine der wichtigsten Grundlagen des Lebens und auch im Besonderen im Feld der Astrofotografie: Ein Fehler ist nur dann ein Fehler, wenn man nichts daraus lernt.

Man merkt an vielen Deiner Aussagen, dass Du offenbar sehr positiv ins Leben blickst und vieles von unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtest.
Ich wette, man könnte mit Dir nächtelang über Teleskoptechnik fachsimpeln und würde doch immer wieder in grundlegende Menschheitsfragen abdriften.
Da bin ich gespannt, wie Du meine Schlussfragen beantworten wirst:

Was würdest Du Anfängern mitgeben? Dein wichtigster Tipp?

Ein beliebtes Anfänger-Ziel: Andromeda, unsere NachbargalaxieDie Grundlagen, die „Basics“ zu beherrschen. Es geht nicht darum, viel zu können, sondern die einfachen Sachen immer mehr auszufeilen. Viel fotografieren, am besten an dunklen Orten; natürlich, wenn es wetterbedingt möglich ist.
Durch das ständige Auf- und Abbauen des Equipments, die regelmäßige Beschäftigung damit, wird man den Umgang irgendwann sehr gut beherrschen. Wie bei allen Dingen gilt: Übung macht den Meister.
Wenn das dann mal sitzt, sollte man viel Zeit in die Bildbearbeitung investieren. Das ist nämlich einer der wichtigsten Bereiche in der Astrofotografie, der Zeit und Geduld erfordert. Auch in der Bildbearbeitung geht es nicht darum, viel zu können (das wird nämlich oft falsch verstanden), sondern die einfachen Sachen zu perfektionieren.
Man braucht auch kein überteuertes Equipment, um gute Bilder zu machen. Auch das wird oft missverstanden: „Umso teurer, umso schönere Bilder“ ist nicht ganz korrekt.
Allgemein gilt: Viel Praxis-Erfahrung sammeln. Im Kampfsport nennt man sowas „Sparring“, um nach dem „Trial and Error“-Prinzip immer besser und besser zu werden. Unnützes wegschmeißen, erfolgreiches behalten und ständig verbessern.

Was Anfängern sehr schwerfällt, es ging mir auch so, ist, in viel Belichtungszeit zu investieren. Als Einsteiger möchte man am liebsten möglichst viele Objekte in einer Nacht ‚erwischen‘, was dann auf Kosten der Belichtungszeit je Objekt geht.
Aber diese Erkenntnis, dass Bildqualität und Detailreichtum nur mit Belichtungszeit und noch mehr Belichtungszeit erreicht werden kann, kommt mit der Zeit, denke ich. Es macht auf jeden Fall vieles einfacher, wenn man gutes Rohmaterial hat.
Und zu guter Letzt: Nur nicht aufgeben! Kein Meister ist vom Himmel gefallen!

Danke Umut! In diesen Zeilen steckt so viel wahres. Es sind oftmals die einfach Dinge, die helfen bessere Fotos zu machen. Es ist nicht das irre teure Equipment, sondern der richtige Umgang mit dem gegebenen. Der Hinweis auf Belichtungszeit wird übrigens von fast jedem als „wichtigster Tipp“ genannt. Dir ging es da wie mir: Anfangs will man das nicht wahrhaben. 😉

Hast Du ein Lieblings-Astrofoto?
Würdest Du sagen, dass Dein Lieblingsfoto auch Dein bestes Foto ist?
Oder magst Du es besonders gerne, da es Dich an etwas erinnert? Hast Du einfach eine besondere Geschichte dazu?

Milchstraße mit Nikon D3100 und 18 mm - 137x15 Sek.- Nicht wirklich. Aber es gibt ein Foto, mit dem ich vor allem Anfänger motivieren könnte und möchte:
Dieses Bild der Milchstraße, das mit ziemlich einfachem Equipment entstanden ist und dennoch sehr viel zeigt.
Eine simple Nikon D3100 mit dem einfachsten Objektiv, dem Nikkor Standard Zoom Kit 18-55mm. Ganz weitwinklig fotografiert bei 18mm, einer Blendenöffnung von f/3,5 und einem ISO-Wert von 1600. 137 hintereinander gemachte und anschließend gestackte Fotos mit jeweils 15 Sekunden Belichtungszeit auf einem günstigen 0815-Stativ. Ganz ohne Nachführung oder sonstigem „Astro-Equipment.
Schaut es Euch an, denn das zeigt, was ich meine, wenn ich sage: Es geht auch ganz einfach. Die Astrofotografie versteckt sich nicht zwangsläufig hinter teurem und kompliziertem Equipment. Man kann die Schönheit des Nachthimmels mit einfachen Mitteln darstellen. Die Freude am Fotografieren, der Genuss einer sternenklaren Nacht findet sich oftmals auch in den einfachen Dingen.

Was für ein schönes Schlusswort, Umut. Du sprichst mir aus der Seele. Genau das ist es, was ich hier auf der Seite vermitteln möchte: Die Faszination am Nachthimmel, an der Fotografie in der dunklen Hälfte vom Tag, die so viele Facetten bereithält.
Jeder, der es wagt, dieses kleine Abenteuerland zu betreten, kann die Schönheit erleben.

Gerne möchte ich hier die ersten und letzen Zeilen aus einem der Lieblingslieder meiner Jugend einfügen, da ich ja weiß, dass wir denselben Musikgeschmack teilen und es mir gerade in den Sinn kommt:

Wenn dann die Sonne untergeht, spüre ich die Wärme und lerne,
die Nacht gehört zu mir, so wie zum Mond die Sterne.
Spür‘ so gerne, wie die Dunkelheit mich packt und mich zum Leben erweckt.
Dann wird die Dunkelheit Hauptsache, nicht zum Nebeneffekt.

[…]
Drum spür die Energie – die in der dunklen Hälfte vom Tag,
und spür die Energie, ist die Hälfte der Menschheit im Schlaf.
Denk nicht an morgen, wenn die Dunkelheit ein Ende hat.
Und spür‘ den Flow, wenn es Nacht wird über deiner Stadt.

Mit diesen Zeilen möchte ich Dich, lieber Umut und auch Euch, liebe Leser, nun hinaus entlassen, raus in die Weite der Nacht.

Stop!
Ich muss jetzt noch kurz was los werden, bevor das hier zu Ende ist, wenn ich darf.
Ich möchte jeden animieren, die geniale Astro-Seite: www.sternenhimmel-fotografieren.de genauer anzuschauen und auch zu unterstützen. Man kann sehr viel von dieser Seite lernen, auch ich habe das getan.
Wie man z.B. „Startrails“ fotografiert, habe ich von Adam bzw. von sternenhimmel-fotografieren.de gelernt. Es war sehr lehrreich und einfach zu verstehen.

Zum Schluss noch zu Dir, mein Freund: Du machst eine richtig geile Arbeit und bist eine Bereicherung für unser tolles Hobby. Mach bitte weiter so! Es war mir eine große (Umut nickt und verbeugt sich) Ehre. Vielen Dank für das tolle Gespräch und ich hoffe, dass ich anderen „Astroholikern“ (lach) etwas mitgeben konnte. Danke sehr!

Dazu sage ich nun nichts mehr, sondern grinse einfach in mich hinein.
Auch mir war es eine Ehre, Dich als Gast zu haben.

 
 

Zuletzt…

Liebe Gäste,
gerne würde ich Euch noch länger auf der Seite halten und vorschlagen weitere spannende Artikel von mir zu lesen. Allerdings muss ich sagen, dass die Bilder von Umut weit mehr zeigen als die Beispiele, die ich hier veröffentlicht habe. Schaut also doch auf seinen Instagram-Account, werft einen Blick auf seine Facebook-Präsenz oder geht zu Astrobin.
Ein paar seiner Bilder gibt es auch „zum Anfassen“ bei Ebay.
Schaut vorbei unter:

Instagram-Account
Facebook-Seite
Astrobin-Seite
Ebay

Ich hoffe, dass dieses Interview für Euch genauso interessant und spannend war wie für mich.
Weitere Beiträge der Reihe: „Der Blick über den Milchstraßenrand“ finden sich im Menü oder über die Sitemap.

Kommentare und Rückmeldungen sind für mich, wie für jeden Blogger, enorm wichtig.
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Alle Bilder, die innerhalb dieses Interviews gezeigt werden, unterliegen dem copyright und wurden zur Verfügung gestellt von Umut Basören.

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