Hallo, ich möchte ein Teleskop kaufen, um damit in den Himmel zu blicken und Fotos von Planeten, Galaxien und Nebeln zu machen. Was könnt ihr mir empfehlen?
So oder so ähnlich habe ich die Frage nach einem „Allround-Foto-und-Beobachtungs-Teleskop“ schon x-mal gelesen oder gestellt bekommen. Und x-mal habe ich wieder dieselben Gegenfragen gestellt und dasselbe geantwortet.
Eine schnelle Antwort wäre: „Geht nicht, lass es sein“ oder alternativ auch: „Nimm ein paar tausend Euro und bring extrem viel Zeit und noch viel viel mehr Leidensfähigkeit mit“.
Doch solche Antworten bringen niemanden weiter.




Ich möchte jedoch die Faszination für die Astrofotografie wecken und fördern; ich möchte Anfänger unterstützen. Daher muss man das Thema ganzheitlich beantworten und von vielen Seiten betrachten.
Das werde ich hier versuchen.

Das Themengebiet „Teleskop kaufen“ ist ungemein umfangreich und vielfältig. Dass sich meine Ausführungen, Vorschläge, Hinweise und Tipps aus meiner eigenen Erfahrung speisen und meine subjektive Einschätzung sind, sollte daher klar sein.
Vollständigkeit kann ich auch nicht bieten, dafür aber einen ehrlichen und persönlichen Einblick, der Dir sicherlich einiges an Klarheit verschafft.

Achtung:
Mir wurde bereits vor der Veröffentlichung des Artikels gesagt, er sei „sehr negativ“ und würde nicht gerade „Mut machen“.
Ich hingegen finde, dass er ehrlich ist. Und wenn man ihn richtig versteht und den Mut hat, das Abenteuer „Teleskop“ zu wagen, dann steckt doch eine Menge „Mut-machen“ in ihm.

Disclaimer


Visuelles Beobachten ≠ Fotografieren

Astrofotografie mit dem Teleskop ist teuer und komplex.
Das Frustpotential ist hoch.

Es ist ein absolut fantastisches Hobby.
Es ist für jeden möglich und erlernbar.

 

Aufbau des Artikels

Einführung

Visuelle Beobachtung vs. Fotografie.

Voraussetzungen für die Astrofotografie mit Teleskopen
Technische Voraussetzungen
Weitere Voraussetzungen
– Zeit, Ort und Himmel
– Lernwilligkeit
– Frustrationstoleranz
– Bildbearbeitung

Fragen, die Du Dir beantworten solltest

Alternativen
Weitwinklige Astrofotografie mit normalem Fotoequipment
Einfache Deep-Sky-Fotografie mit kleinen Nachführungen

Eigene Erfahrungen

Fazit

Freundliches Schlusswort

 

Einführung

Die Astrofotografie allgemein und speziell durch ein Teleskop ist ein fantastisches Hobby, das sehr viel Freude bereiten kann. Man erhält nicht nur tolle Bilder, sondern lernt auch „den dunklen Teil des Tags“ kennen. Man bekommt einen ganz neuen Blick auf die Realität, auf die Weite des Universums und vielleicht sogar auf das eigene Leben.

Nächtelanges Fotografieren kann ungemein erfüllend sein oder manchmal auch ein kleines Abenteuer. Man hat Erlebnisse, die in der heutigen schnelllebigen Zeit, in lichterfüllten und lauten Städten sehr selten geworden sind.

Ich kann davon lange und mit Begeisterung berichten.

Aber:
Diese Art der Fotografie hält viele Stolpersteine parat und Frustrationserlebnisse sind garantiert. Astrofotografie, vor allem mit Teleskopen, ist die komplexeste, komplizierteste und teuerste Art der Fotografie.
Das mag sich abschreckend anhören, genau wie viele weitere Punkte, auf die ich im Verlauf dieses Artikels eingehen werden. Aber man muss das so ehrlich sagen.
Das Erlernen der Fähigkeiten erfordert Zeit und Geduld. Und auch eine gewisse Lernwillig- und Leidensfähigkeit.

Ich möchte Dich damit aber keineswegs verunsichern, sondern nur ehrlich sein. Es ist einfach nicht möglich, mal eben 150.- Euro auszugeben, das Teleskop hinzustellen und tolle Fotos zu machen.

Dennoch möchte ich an dieser Stelle nochmals sagen:
Es ist ein fantastisches Hobby und tausende glückliche Astrofotografen sind den Weg vom ersten Foto des Sternenhimmels hin zu tiefen Einblicken in bunte Galaxien erfolgreich gegangen.
Und diese Fähigkeit kann jeder erlernen.

Soviel zur Einstimmung. Nun geht’s ab in’s Geschehen.

 

Der Unterschied zwischen visueller Beobachtung und Fotografie

Du kennst die bunten, scharfen und detailreichen Bilder von Galaxien und Nebeln und möchtest sie endlich mal mit eigenen Augen sehen? Den Orionnebel in leuchtenden Rottönen, die blau schimmernden Reflexionsnebel rund um die Plejaden, den riesigen pinken Nordamerikanebel im Sternbild Schwan oder feinste Spiralarme weit entfernter Galaxien?
Dann kommt hier die Enttäuschung:
Das ist nicht möglich. Für niemanden und mit keinem Geld der Welt erkaufbar.
Es werden immer graue Flecken im Dunkel der Nacht bleiben. Mit bestem Equipment (das für Einsteiger unbezahlbar ist) werden die Flecken dann größer und schärfer.
Aber selbst der einfache Blick durch ein 15.000.- Euro Instrument offenbart keine „fantastisch-bunten fremden Welten“.

Das macht allerdings nichts, denn der „Live-Blick“ ist bei guten Geräten ein völlig anderes Erlebnis als das Betrachten eines Fotos und hinterlässt einen viel tieferen Eindruck.
Man kann das gut mit Postkarten vergleichen:
So wie die Niagara-Fälle ‚live‘ niemals so toll und bunt wie auf Postkarten aussehen, wird auch das Live-Erlebnis einen ganz anderen Eindruck vermitteln. Direkter und irgendwie greifbarer; echter.

Warum ist das so? Warum kann man bunte Galaxien nicht einfach so sehen?
 
Zunächst einmal müssen sich die Augen an die Dunkelheit anpassen, um überhaupt möglichst viel zu sehen. Und das bedeutet: Mindestens 30 Minuten oder besser stundenlang keinerlei Fremdlicht, auch nicht für den Bruchteil einer Sekunde. Erst so werden die Augen langsam nach und nach ’nachtsichtig‘. Aber ‚Nachtsichtigkeit‘ bedeutet: Farblos. Das ist einfach in der menschlichen Anatomie begründet, in der Art und Weise wie Sehen funktioniert. „Nachts sind alle Katzen grau“. Unser Körper stellt, einfach ausgedrückt, vom Farb- auf das Schwarz-Weiß-Sehen um.

Zweitens muss man die richtige Art des Sehens lernen. Man muss lernen, die zarten Strukturen im Himmel überhaupt zu erkennen. Während ein erfahrener Beobachter sagt: „Wow, so eine tolle Galaxie“, wird ein unerfahrener Beobachter möglicherweise überhaupt nichts sehen.

Drittens sind unsere Augen einfach nicht dafür gemacht, Himmelsobjekte wie auf Fotos zu sehen. Wir sammeln nur extrem wenig Licht, wohingegen in einem Foto viele Stunden Belichtungszeit mit hochempfindlichen Kamerasensoren stecken. Und diese Daten werden auch noch kunstvoll entwickelt.
 

Deep SkySketchDiese Zeichnung verdeutlicht, wie ein erfahrener Beobachter mit einem guten Instrument während einer langen Beobachtung den Orionnebel (immerhin der hellste und am besten zu sehende Nebel) nach und nach ganz sanft am Himmel sehen kann.
Aber bedenke: Auch der erfahrene Beobachter blickt nicht einfach ins Teleskop und sieht dann beispielsweise eine Galaxie mit ihren Spiralarmen. Er sitzt vielmehr lange Minuten oder gar Stunden hochkonzentriert an dem Gerät und versucht hier und da noch ein Detail zu erspähen. So eine Zeichnung ist dann die Summe all dieser „Beobachtungsfetzen“.

 
Im zweiten Bild ist die größte und hellste Galaxie M31, die Andromedagalaxie, zu erkennen. So ungefähr kann man sie als Anfänger im besten Fall an einem sehr dunklen Ort sehen. Mehr ist da beim ersten Versuch nicht möglich, eher weniger:
 
Deep SkySketch

Quelle für Bild 1
Quelle für Bild 2

Lass Dich nun aber keinesfalls davon abhalten, ein „Sternengucker“ zu werden, wenn Du Lust darauf hast. Nicht umsonst gibt es tausende von Menschen, die davon völlig in den Bann gezogen sind.
Wie gesagt: Der „Live-Blick“ kann durch Fotos nicht ersetzt werden, auch wenn er nicht mal ansatzweise das zeigt, was Fotos darstellen können.
Visuelle Beobachtung und Fotografie sind einfach zwei Wege, den Nachthimmel zu erfassen, die beide ihre Berechtigung und ihren Wert haben.
 
 
Diese Ausführungen und Beispiele erklären dann auch folgendes:

Ich selber beobachte den Sternenhimmel nicht (bzw. kaum) durch ein Teleskop. Es macht mit meiner Ausrüstung einfach keinen Spaß. Natürlich habe ich auch schon die Ringe von Saturn gesehen und Strukturen auf Jupiter und den Mond „in ganz groß“. Aber für mehr macht das (zumindest für mich) kaum Sinn. Klar, ich schaue schon immer mal wieder durch, aber für echtes Beobachten diverser Objekte reicht dieses (fotografisch großartige) Equipment nicht aus.

Beobachten bedeutet für mich Entspannung und Genuss:
Ich lege mich auf den Rücken oder in einen Liegestuhl und gehe mit meinem kleinen, aber sehr guten Feldstecher „am Himmel spazieren“. Der Blick mit zwei Augen, die intuitive Handhabung und dieses erstaunliche „Mehr“ an Details faszinieren mich immer wieder. Ich kann daher wirklich jedem, nicht nur Anfängern, raten, einen Feldstecher zu besorgen und damit in den Nachthimmel zu blicken!
(Außerdem ist er ein gutes Hilfsmittel, um Objekte zu finden, die man fotografieren möchte).

Da sich meine Beobachtungserfahrung also in deutlichen Grenzen hält und somit einfach nicht mein Thema ist, beschränke ich mich auf die Fotografie durch’s Teleskop.

 

Fotografieren durch’s Teleskop – Was braucht man?

Vorweg:
Es ist ein nicht geringer Unterschied, ob man Planeten oder weit ausgedehnte Deep-Sky-Objekte wie Nebel oder Galaxien fotografieren möchte.
Planeten sind vergleichsweise winzig (wie z.B. unsere Erde oder der noch kleinere Mars) oder recht weit weg (was sie ebenfalls klein ‚macht‘). Nebelgebiete oder Galaxien hingegen sind 100.000sende von Lichtjahren groß.
Ich selber beschäftige mich nicht mit der Fotografie von Planeten und habe dafür auch nicht das geeignete Equipment. (Wobei es durchaus möglich wäre, es aber ein paar Veränderungen bräuchte).

Mond und Sonne sind zwei Sonderfälle, auf die ich hier nicht eingehe. Der Mond ist allerdings so einfach zu fotografieren, dass dies auch nicht nötig ist. Von der Sonne sollte man die Finger (die Augen und die Kamera) lassen, denn ohne spezielle Sonnenfilter verbrennt das gebündelte Sonnenlicht alles innerhalb eines (des dann letzten) Augenblicks.

Daher beziehen sich alle meine Ausführungen auf die ’normalen‘ Deep-Sky-Objekte, also die restlichen 99% dessen, was man da oben fotografieren kann.
Das ist aber auch das Ziel fast aller Astrofotografen. Es gibt schließlich nur 7 Planeten (+ die Erde), von denen auch nicht alle mit Amateurequipment fotografisch befriedigend zu erfassen sind.

Ein typischer Teleskop-Aufbau.
 

Zunächst liste ich einmal stichpunktartig auf, welche Bauteile benötigt werden. Also der rein technische Aspekt ohne Details. Die Liste ist somit ein erster grober Überblick:

Technik in Stichpunkten

  • Das Teleskop
    Die Optik mit ein wenig Zubehör wie Okulare und Sucherfernrohr
  • Die astronomische Montierung, auch Nachführung genannt
    Ein Stativ + Motorsystem, das das Teleskop trägt und mit den Sternen mitdreht. Ermöglicht meist das automatische Ansteuern von Himmelsobjekten auf Knopfdruck.
  • Stromversorgung
    12 Volt, entweder über Steckdose, spezielle Akkus oder Autobatterien
  • Kamera
    Idealerweise am Anfang eine astromodifizierte, also umgebaute DSLR, später auch „richtige“ Astrokameras
  • Etwas Zubehör
    z.B. Adapter zum Kameraanschluss, Akkus und Speicherkarten, evtl. einen Komakorrektor…
  • Guidingsystem
    Ein System zur Verbesserung der Sternennachführung. Anfangs nicht zwingend notwendig, kann jederzeit nachgerüstet werden
  •  
    Das ist doch recht übersichtlich, oder?
    Einerseits benötigt man das Teleskop, andererseits die Montierung, die das Teleskop trägt und dreht. Hinzu kommen die Kamera und diverse Kleinteile.
    Leider folgt an dieser Stelle auch schon der „erste Schocker“. Denn so übersichtlich sich das auch anhören mag, günstig ist es nicht.
    Als ein sehr grober Anhaltspunkt kann man mit folgenden Kosten rechnen. Aber eben nur sehr grob:

    Teleskop + Nachführung + Kleinkram: ~1500.- – Mit Kamera und allem Zubehör bis über 2500.-
    Nur für den Anfang. Nicht für große Profigeräte.

    Ja, das ist nicht günstig. Aber Astrofotografie mit Teleskopen ist nie günstig.
    Nein, das geht nicht billiger. Unter 1000.- braucht man es gar nicht erst zu versuchen*.
    Nein. Das 99,99.- Teleskop aus dem Kaufhaus eignet sich nicht für erste Versuche*.

    *Am Ende des Artikels gehe ich genauer auf Alternativen und wesentlich günstigere technische Hilfsmittel ein, die ebenfalls tolle fotografische Tiefblicke in’s All ermöglichen. Aber vorerst bleibe ich beim Thema: Teleskop-Fotografie.

    Hier ein absolut empfehlenswertes Einsteigerset, das alles enthält (außer einer Speicherkarte). Das sind in großen Teilen die Geräte, mit denen ich angefangen habe bzw. immer noch fotografiere.
    Du wirst Dir das jetzt bestimmt nicht einfach so kaufen, aber ich denke, eine konkrete Zusammenstellung vermittelt doch einen besseren Eindruck der ganzen Einzelteile als abstrakte Beschreibungen:

    Rundum-Einsteiger-Set.

     
    Ja, bei dem Preis von gut über 3000.- Euro musste ich auch erst einmal schlucken, als ich die Liste zusammengestellt habe. Aber ganz so teuer muss es nicht werden!

  • Vor allem die vergleichsweise teure Stromversorgung entfällt beim Einsatz im eigenen Garten und kann für den Feldeinsatz mit ein wenig handwerklichem Geschick wesentlich günstiger und sogar leistungsstärker bereitgestellt werden. (Stichwort: „Selbstbau Akkubox“ – eine absolute Normalität bei Astrofotografen).
  • Auch kann zunächst eine bereits vorhandene Kamera genutzt und diese sogar selber (oder für rund 100 bis 150.- Euro von einem Anbieter) umgebaut, also astromodifiziert werden.
  • Das Guiding-System kann bei Anfängern ebenfalls zunächst ersatzlos entfallen und bei Bedarf nachgekauft werden. Auch kann ein Stand-Alone-Guidingsystem, wie ich es nutze, durch ein günstigeres System in Kombination mit einem Laptop ersetzt werden. Das ist durchaus üblich. Persönlich ist mir der Laptop zu unhandlich. Beim Fotografieren zuhause ist diese Lösung jedoch sehr praktisch und preislich attraktiv.
  •  
    Unter diesen Voraussetzungen halbiert sich die Summe auf 1000.- bis 1500.- für Nachführung + Teleskop + Kleinkram, wie Kabel und Adapter.

    Ein typischer Teleskop-Aufbau.

     

    Technik genauer beschrieben

    Ich kann hier unmöglich alle technischen Details und Funktionen/Aufgaben der einzelnen Bestandteile eines fotografischen Teleskop-Setups erläutern. Aber einen groben Überblick kannst Du Dir verschaffen.
    Um die Übersichtlichkeit bei einem so langen Artikel zumindest einigermaßen zu erhalten, habe ich die Beschreibungen „versteckt“. Klicke einfach auf das Dreieck, wenn Du mehr lesen möchtest.

    Teleskop (Optik)

    Es gibt verschiedene Bauarten von Teleskop-Optiken. Für die Astrofotografie eignen sich aber eigentlich nur zwei:

    Refraktoren = Linsenteleskope
    Linsenoptiken wirst Du wahrscheinlich kennen, denn so ist jedes gängige Kameraobjektiv aufgebaut.
    Hier sind in einem Gehäuse mehrere Linsen angeordnet, die das Licht sammeln und bündeln.
    Die Kamera wird, wie bei einem Fotoobjektiv hinten angebracht.
    Voteil: Bei guter Verarbeitung seht scharf, muss nicht justiert werden, einfache Bedienung, relativ kleines Baumaß.
    Nachteil: Vergleichsweise schwer, vergleichsweise (extrem) teuer, günstige Modelle zeigen Farbfehler.

    Reflektoren = (Newton-)Spiegelteleskope
    Spiegeloptiken sind hingegen bei Fotografen eher unbekannt. Es gibt zwar auch Fotoobjektive mit Spiegeln, aber diese sind in der Regel nicht besonders gut.
    Bei Spiegelteleskopen wird das einfallende Licht in einem Spiegel gesammelt, zu einem weiteren Spiegel reflektiert und zuletzt in die Kamera geleitet. Bei fotografischen Spiegelteleskopen wird die Kamera in aller Regel seitlich angebracht. Genutzt werden sogenannte „Newton-Teleskope“.
    Vorteil: Leicht, lichtstark, keine Farbfehler, günstig, große Brennweiten einfach zu realisieren.
    Nachteil: Muss justiert werden, vergleichsweise große Bauform.

    Komakorrektor bzw. Flattener

    Aufgrund ihrer Bauform erzeugen die meisten Teleskope kein planes Bild. Sterne sind abseits des Zentrums mehr oder weniger verzerrt.
    Um das auszugleichen, wird ein „optisches Korrekturelement“, eine zusätzliche Linse, benötigt, die das Bild entzerrt. Diese Linsen müssen eine gewisse Qualität aufweisen und sind daher nicht gerade billig.
    Für eine fehlerfreie Abbildung sind sie aber unerlässlich.

    Astronomische Montierung/Nachführung

    Die astronomische Montierung ist, neben dem Teleskop und der Kamera, das wichtigste Zubehörteil für die Astrofotografie. Genau genommen sogar wichtiger als das Teleskop. Denn man könnte auch mit einem normalen Tele-Fotoobjektiv fotografieren, aber keinesfalls ohne Nachführung.
    Ohne jetzt jedes Detail anzusprechen, besteht die Montierung aus einem stabilen Stativ, auf dem eine Konstruktion aus ein oder zwei neig-, schwenk- und drehbaren Achsen sitzt. Durch die Bewegung dieser Achsen auf dem Stativ wird das Teleskop mit den Sternen mitgedreht.
    Die astronomische Montierung führt also das Teleskop den Sternen nach; daher der Begriff „Nachführung“.

    Sie wird dabei, durch das richtige Aufstellen (Einnorden genannt), derart platziert, dass die Drehachse mit der Erdachse in Einklag gebracht wird. Nur aufgrund dieser „Synchronisation“ kann die Nachführung den Sternen gleichmäßig folgen.

    Es gibt verschiedene Bauarten astronomischer Montierungen, wobei sich eigentlich nur eine für die Astrofotografie eignet: Die parallaktische Montierung. Die am weitesten Verbreitete Art wird auch als deutsche Montierung bezeichnet und zwar weltweit (z.B. englisch: ‚German mount‘ oder niederländisch: Duitse montering).
    Diese Bauform gleicht die Erddrehung mittels zwei Drehachsen aus, sodass ein Himmelsobjekt nicht nur dauerhaft im Teleskop zentriert bleibt, sondern sich dabei auch nicht dreht. Die reine Nachverfolgung ermöglicht auch die sog. aziumtale Montierung und zwar genauso gut. Jedoch dreht sich das Objekt im Bildfeld, während es seine Bahn über den Himmel zieht, was in der Fotografie absolut unerwünscht ist: Ein Himmelsobjekt soll immer völlig gleich im Teleskop erscheinen.

    Für fotografische Zwecke sind die Drehachsen natürlich mit präzisen Motoren ausgestattet, die die Drehung gleichmäßig ausführen. Für rein beobachtende Zwecke sind manuelle Nachführungen ausreichend.

    Praktisch alle modernen Nachführungen lassen sich per Computer steuern, wobei das nicht notwendig ist. Sie verfügen über einen kleinen Handcontroller, mit dem die gesamte Bedienung erfolgt. In aller Regel sind in den Handcontrollern abertausende von Himmelsobjekten gespeichert, die auf Knopfdruck am himmel angesteuert (angefahren) werden. Diese Funktion nennt sich GoTo („Gehe zu…“).

    Autoguiding-System

    Die grundsätzliche Nachführung des Teleskops mit den Sternen erfolgt rein mechanisch: Die Drehung von Motoren wird über Zahnräder und -schnecken auf die Achsen der Montierung übertragen. Die Geschwindigkeit ist hierbei gleichbleibend, da sich auch die Erde gleichmäßig schnell langsam dreht.
    Das funktioniert auch sehr gut, aber nicht perfekt: Jede Mechanik hat Toleranzen und diese machen sich bei einer hochpräzisen Angelegenheit wie dem perfekten, pixelgenauen Verfolgen von Sternen bemerkbar. Die mechanische Genauigkeit beschränkt also die Dauer, die eine Kamera perfekt mit den Sternen mitgedreht wird. Perfekt im Sinne von: Die Sterne bleiben klare Punkte und verzerren sich nicht zu Eiern oder gar Strichen.
    Als sehr grober Anhaltspunkt kann man davon ausgehen, dass Geräte, die sich Anfänger anschaffen, etwa bis zu maximal 2 Minuten Belichtungszeit ermöglichen.

    Wesentlich genauer wird die Nachführung (und damit auch die Dauer einer möglichen Belichtung mit weiterhin perfekter Sternabbildung), wenn die Mechanik unterstützt wird. Genau das macht ein Autoguiding-System.
    Hierbei wird eine weitere kleine Kamera an ein zusätzliches (sehr kleines) Fernrohr gesetzt, das wiederum auf das eigentliche Teleskop geschraubt wird (es gibt auch andere Lösungnen, aber das würde zu weit führen, meist erfolgt es genau so).
    Diese kleine Guidingkamera filmt nun einen sogenannten Leitstern. Das ist einfach ein x-beliebiger Stern in der Nähe des zu fotografierenden Himmelsobjekts.
    Die Aufnahmen dieser Guidingkamera werden an den sog. Autoguider geleitet. Das kann entweder ein Laptop oder eine kleine Box sein, in der ebenfalls ein Computer arbeitet.
    Die Software erkennt nun geringfügige Abweichungen dieses Leitsterns von seiner „Sollposition“. Abweichungen entstehen aufgrund der oben angesprochenen mechanischen Fehler der Montierung.
    Werden Abweichungen erkannt, so sendet der Computer/die Software Steuerbefehle an die Montierung.
    Vereinfacht gesagt befiehlt das Guiding-System: „Etwas schneller drehen“ oder „etwas langsamer drehen“. So bleibt der Leitstern pixelgenau an seiner Stelle und mit ihm das gesamte Teleskop.
    Damit ist es möglich, viele Minuten, 5, 10 oder im Extremfall gar 30 Minuten ein einziges Bild zu belichten und weiterhin dauerhaft perfekte Sterne zu erhalten.

    Zwingend notwendig ist das (gerade am Anfang) nicht.
    Aber früher oder später wird der Wunsch aufkommen, länger als nur 1 bis 2 Minuten zu belichten, um feine Details im Himmel sichtbar zu machen. Und das geht (bei gleichzeitig runder Sternabbildung) nur mit einem Autoguider.

     
     
    Nun geht es weiter, denn der technische Aspekt ist nur ein Punkt.

    Weitere Voraussetzungen

    1. Himmel, Ort, Zeit

    Eine kalte Nacht in den Bergen – ideale Bedingungen

    Ein Teleskop macht nur unter einem dunklen Himmel Sinn.
    In der Großstadt kann man weder fotografieren noch beobachten. (Außer in nicht ganz so hellen Städtchen mit speziellem und teurem Equipment).
    Wohnst Du also in einer Stadt, musst Du mobil sein und das (schwere) Equipment zu einem dunklen Ort außerhalb fahren können und wollen. Am Stadtrand schaut die Sache allerdings schon wieder anders aus.

    Ein Teleskop macht nur dann Sinn, wenn Du Zeit mitbringst.
    Einerseits dauert das Vorbeireiten und das Einrichten der Geräte seine Zeit, andererseits wird für ein Foto stundenlang fotografiert. Hinzu kommt die aufwändige und zeitintensive Bildbearbeitung.

    Mach Dir das bitte bewusst:
    Fantastische Fotos von Galaxien oder Nebeln entstehen nicht „einfach so“.
    Man benötigt den dunklen Ort, der Aufbau des Teleskops (wenn nicht im Garten) dauert mit allem drum und dran bis zu einer Stunde. Die Fotografie (also das Sammeln von Licht) dauert viele Stunden und zwar für nur ein einziges Bild.
    Die Bildbearbeitung ist dann wieder ein ganz eigenes Thema, bei dem die gemachten Fotos durch verschiedene Programme „geschleust“ und Stück für Stück entwickelt werden. Auch hierfür benötigt man oftmals Stunden; wieder für genau ein Foto.

    2. Lernwilligkeit

    Dieser Punkt hängt auch mit dem nächsten Punkt „Frustrationstoleranz“ zusammen. Ebenso mit dem zuvor genannten: „Zeit“.
    Um das Erstellen von Deep-Sky-Fotos mit Teleskopen zu beherrschen, muss man viel lernen. Viel, zeitaufwändig und in vielen Bereichen.
    Das Bedienen der Technik (sowohl Objektiv mit Montierung als auch Kamera) ist da nur ein Punkt, vielleicht der leichteste. Das Umwandeln der Kameradaten in ansprechende Fotos ist mindestens genauso schwer zu erlernen und benötigt mit Sicherheit mehr Zeit.
    Aber diese beiden Punkte dürften Dir klar sein.

    Das Wichtigste ist jedoch:
    Man muss den Nachthimmel kennenlernen. Diesen Punkt empfinde ich als den bei weitem den schönsten und spannensten.
    Für viele Menschen heutzutage besteht der Nachthimmel nur aus einer mehr oder weniger lichtverschmutzten Fläche, an der einige (oder auch dutzende) Lichtpunkte funkeln. Den „großen Wagen“ kennen und finden wohl auch noch alle. Ansonsten ist der Nachthimmel ein unbekanntes Land.
    Während man sich nun mit der Astrofotografie beschäftigt, muss (besser darf!) man sich in dieses Land vorwagen. Das Erkennen von Sternbildern, das Zurechtfinden zwischen all den Sternen, das Auffinden von unsichtbaren (aber fotografierbaren) Himmelsobjekten… All das will gelernt sein.
    Mit der Zeit lernt man die Jahreszeiten des Nachthimmels kennen, versteht, nach welchem Rhythmus Objekte ihre Bahnen ziehen und begreift die grundlegende Himmelsmechanik.
    Diese „Forschungsreise“ in ein unbekanntes Land ist ein wirklich sehr bereicherndes Erlebnis. Und für Astrofotografen unumgänglich.

    Es ist übrigens falsch – wenngleich es immer wieder behauptet wird – dass man zuerst den Nachthimmel richtig gut kennen und verstehen muss, bevor man mit der Fotografie anfängt.
    Es ist absolut ok, wenn Du ganz zu Beginn, also genau jetzt, nur den großen Wagen findest.
    Der Rest kann auch nach und nach, ‚live‘ und während der Fotografie erkundet werden. Das ist in gewisser Weise sogar einfacher als trockene Theorie ganz ohne Praxisbezug zu erlernen.
    Bereits nach der ersten aktiven Nacht draußen erkennt man dann zumindest den Polarstern und mit Kassiopeia ein zweites wichtiges Sternbild.
    Mit jeder Nacht wird der Sternenhimmel bekannter, erscheint geordneter und wird irgendwann zu einem guten Vertrauten.
    Man weiß dann – ohne überhaupt hinauf zu blicken – intuitiv, wann wo welches Sternbild zu finden ist.

    Ich selber kenne mich dort oben recht gut aus. Als ich jedoch zum ersten Mal ein Deep-Sky-Objekt fotografierte (damals im Spätherbst den Orionnebel), hätte ich keinesfalls die umgebenden Sternbilder erkannt, geschweige denn ein paar Monate später den Schwan am sommerlichen Sternenhimmel. Heute sind sie für mich unübersehbar und ich könnte allein anhand eines Blickes zum Nachthimmel sofort das jeweilige Datum auf ein paar Wochen genau nennen.
    Das Kennenlernen des Himmels, seiner Abläufe und seines Aufbaus erfolgte bei mir (einfach aufgrund von Wissensdurst) parallel zum immer besseren Umgang mit der Fototechnik.

     

    3. Frustrationstoleranz

    Frust und Ärger ertragen. Das ist eine wichtige Fähigkeit für angehende Astrofotografen (in einem gewissen Umfang auch für Profis).

    Gleich mehrere „Frustquellen“ werden Dich begleiten:

  • Die Technik, die immer mal wieder nicht das macht, was sie soll. Erst muss man lernen, sie zu beherrschen, dann muss man diese Fähigkeiten verfeinern. Wenn man das kann, kommt doch immer irgendetwas. (Man vergisst etwas Zuhause, ein Bauteil spinnt, man verstellt aus Versehen den Fokus und merkt es nicht, usw.)
  • Das Wetter und die Zeit:
    Hat man endlich alles im Griff und ist bereit, Fotos zu machen, so kommt die Natur und die eigene Lebensrealität ins Spiel:
    Das Wetter passt, aber Arbeit oder Familie erlauben keinen nächtlichen Ausflug. Oder umgekehrt: Man hat Zeit, aber der Mond scheint, der Himmel ist bewölkt, es ist Sand aus der Sahara in der Luft oder es stürmt so sehr, dass man gar nicht erst losfahren braucht.
    Oder noch gemeiner: Man hat alles aufgebaut, die ersten Fotos werden gemacht und dann lässt Tau die Optik unerwarteter Weise beschlagen oder für das Auge unsichtbare Schleierwolken ziehen auf.

    Man kann sich vor allem am Anfang dran gewöhnen, regelmäßig nicht die Bilder zu fotografieren, die man sich vorgenommen hatte.

  • Bildbearbeitung (siehe auch nächster Punkt):
    Beherrscht man sein Equipment und Zeit und Wetter spielen auch noch mit, so kann man gute Daten sammeln. Aber aus diesen Daten dann auch ein tolles Bild zu zaubern, kann einen immer wieder an den Rand der Verzweiflung führen. Die Bildbearbeitung ist mindestens so schwer, wenn nicht gar schwerer, als das eigentliche Fotografieren.

    All diese Frustrationsquellen müssen Astrofotografen ertragen. Manche mehr, manche weniger. Aber sie sind Teil des Hobbys. Und alle Astrofotografen leben damit.

    Wenn Du in meine „Erlebnisberichte“ schaust (unter News), so wirst Du lesen können, was bei mir schon alles schief gelaufen ist. Du wirst aber auch meine Freude nachspüren können, wenn ich fantastische Astronächte erlebt habe.
    Hier ein sehr plakatives Beispiel:
    News März 2017

     

    4. Bildbearbeitung

    Einzelbild aus der Kamera vs. Entwickeltes Endergebnis aus vielen Bildern

    Wenn die Technik gemeistert ist, Ort, Wetter und Zeit zusammen passen, so können dutzende von Bildern gesammelt werden. Oder besser ausgedrückt: Daten.
    Denn Daten sind das, was wir nach langen Astronächten mit nach Hause bringen. Oftmals dutzende von Gigabyte an Fotos, die alle nur sehr schwach oder auch gar nicht das ‚Objekt der Begierde‘ zeigen.
    Um aus diesen Daten ein wunderschönes Foto zu zaubern bedarf es einiger Anstrengung:

    Man muss die Einzelbilder vereinen und das nun gewonnene „Master-Bild“ mit verschiedenen Werkzeugen entwickeln. Man muss den vorhandenen Daten ihre Schönheit entlocken.
    Das ist ein Prozess, der eine lange Einarbeitung erfordert und etwas, bei dem man wohl nie auslernt. Die Teleskop- und Kamera-Technik ist irgendwann gemeistert und funktioniert dauerhaft ohne Hindernisse. Aber bei der Bildverarbeitung kann man die eigenen Fähigkeiten ein Leben lang steigern.

    Bildentwicklung in der Astrofotografie ist viel mehr als ein paar Regler in Lightroom zu schubsen.

    Die eigene Entwicklung zu erleben, ist einerseits toll, andererseits, wie schon oben angesprochen, auch immer wieder frustrierend.
    Man weiß, dass man gute Daten gesammelt hat, schafft es aber nicht, aus ihnen auch das Bild herauszukitzeln. Wenn es dann klappt, ist die Freude dafür umso größer.

     

    Fragen, die Du Dir beantworten solltest

    Du hast jetzt eine viele Infos gelesen. Daraus ergeben sich eine ganze Menge Fragen, die Du für Dich klären solltest, bevor Du Dir ein Teleskop anschaffst:

    • Möchtest Du fotografieren oder visuell beobachten?
    • Was möchtest Du fotografieren? Planeten oder Deep-Sky-Objekte?
    • Wohnst Du an einem relativ dunklen Ort (also nicht im Stadtzentrum) oder hast Du die Möglichkeit und den Willen, so einen Ort aufzusuchen?
    • Bist Du bereit, tolle Erlebnisse zu haben, aber auch gleichzeitig in der Lage, mit Frust und Rückschlägen umzugehen?
    • Hast Du Lust und Zeit, das alles (Technik, Bildbearbeitung, Abläufe am Nachthimmel) zu erlernen?
    •  

    • + Weitere Fragen, die sich für Dich ergeben.

     
    Ich möchte Dich wirklich ermuntern, Dir diese Fragen ehrlich zu beantworten. Das Hobby der Nachtfotografie ist fantastisch und in vielerlei Hinsicht sehr bereichernd.
    Die Fotografie von Deep-Sky-Objekten durch ein Teleskop ist dabei „die hohe Schule“.
    So sehr ich Dir gerne zurufen würde: „Los, mach es!“, so ehrlich muss ich aber auch sagen: „Überlege es Dir gut!“

     

    Alternativen

    Wenn Du bisher alles gelesen hast und nun fasziniert, aber auch am Zweifeln bist, ob der Kauf eines Teleskops für Dich das Richtige ist, so habe ich hier eine Alternative:

    Da das Fotografieren von Deep-Sky-Objekten die „hohe Schule“ ist und wie erwähnt eine ganze Menge gemeistert werden muss, bevor ein ansehnliches Bild entsteht, sind schnelle Erfolgserlebnisse meist nicht gegeben. Je mehr Erfahrung Du mitbringst (in der Fotografie im Allgemeinen, in der Orientierung am Nachthimmel…), desto schneller wird es Dir gelingen.
    Erfahrene Fotografen, die Bildbearbeitungsprogramme bedienen können, technisches Geschick mitbringen und sich schon ein bisschen am Himmel auskennen, haben aber natürlich eine große Chance, bereits nach dem ersten Versuch ein tolles Foto zu erstellen.

    Hast Du hingegen noch keine oder kaum Erfahrung in der Fotografie, besteht der Nachthimmel für Dich bisher nur aus vielen Sternen + dem großen Wagen, so möchte ich Dir vorschlagen, es mit normalen Fotos vom Typ: „Landschaft mit Sternenhimmel und Milchstraße“ zu versuchen.
    Das bereitet nicht nur ungemein Freude, sondern bietet viele weitere Vorteile, die Dir später den Einstieg in die „Teleskop-Fotografie“ erleichtern: Du lernst den Nachthimmel kennen, Du lernst Deine Kamera kennen, Du lernst auch Dich selber besser kennen und erfährst, ob es Dir wirklich zusagt, ganze Nächte draußen zu verbringen. Am wichtigsten aber ist: Du kannst mit wenig Geld in kurzer Zeit zu tollen Bildern kommen. Schnelle Erfolgserlebnisse sind fast garantiert.

    Hierzu gibt es auf dieser Seite eine ganze Menge zu lernen. Du findest viele hilfreiche Hintergrundberichte, Tutorials zum grundlegenden Entwickeln solcher Fotos und für den Einstieg einen dreiteiligen Grundkurs:

    Die Milchstraße fotografieren lernen - Teil 1Im ersten Teil des Grundlagenkurses erfährst Du, welche Kameras sich eignen, um den Sternenhimmel und die Milchstraße zu fotografieren. Welches Zubehör brauchst Du unbedingt und was ist eine praktische Ergänzung? Der zweite Abschnitt beschreibt, wie Du Deine Kamera so einstellst und nutzt, dass Du das beste Ergebnis rausholen kannst. Starte jetzt!

     

    Bist Du hingegen schon weiter, so kann eine kleine Reisenachführung, ein mobiler Startracker für Dich die perfekte Lösung sein. Denn hiermit kannst Du schon vergleichsweise tief ins Weltall fotografieren. Natürlich nicht wie mit großen Teleskopen, aber doch schon ganz anders als nur mit einer Kamera. Die Kosten halten sich dabei noch im Rahmen, die Bedienung ist einfacher und somit ist das Frustpotential geringer und Erfolgserlebnisse schneller zu erzielen.
    Obwohl ich die Möglichkeit habe, durch ein Teleskop zu fotografieren, nutze ich meine „kleine Gerätschaft“ in jeder Fotonacht, denn ich bin fasziniert von den Ergebnissen und schätze die simple und rasche Handhabung. (Eine stichpunktartige Auflistung meines Equipments gibt es hier).

    Astronomische Nachführungen - ÜbersichtDas lange Sammeln von Licht ist das A und O in der Astrofotografie, soll doch der Sternenhimmel, die Milchstraße oder gar ein schwacher Nebel hell leuchtend auf dem Foto erscheinen. Doch der Dauer einer Belichtung sind enge Grenzen gesetzt: Die Erdrotation begrenzt die Belichtungszeit.
    Glücklicherweise gibt es auch für dieses Problem eine Lösung: Die astronomische Nachführung.
    Sie dreht die Kamera mit den Sternen mit. Somit kann relativ lange belichtet werden und die Sterne bleiben dennoch punktförmig.
    Dieser Artikel gibt Dir einen Überblick über die Funktionsweise dieser praktischen Geräte.

     

    Die Plejaden – 200 mm auf einer kleinen Reisenachführung.

     

    Eigene Erfahrung

    Ich selber habe mir ein Teleskop „einfach so“ und absolut spontan gekauft (Skywatcher EQ-5 + 150/750 Newton-Teleskop). Egentlich genau das, was ich niemandem raten würde, habe ich gemacht. 😉
    Mir war zwar ungefähr klar, worauf ich mich einlasse, aber eben nur so ungefähr.
    Ich konnte dennoch bereits in der ersten Nacht bzw. am nächsten Tag vor dem PC zwei Bilder erschaffen, von denen ich zuvor nicht einmal zu träumen gewagt hatte.

    Die Andromedagalaxie – mein erster Versuch durch ein Teleskop zu fotografieren – 750 mm.
     

    Die Plejaden. Der zweite Versuch in derselben Nacht.
     

    Dazu muss man aber sagen:
    Ich habe einiges an Erfahrung und Vorwissen mitgebracht. Fotografie begleitete mich schon mein ganzes Leben, Photoshop seit der ersten Version. Den Nachthimmel hatte ich bereits einige Jahre (vornehmlich in Zeitraffern als Landschaftsfotos) abgelichtet und grundlegende Abläufe der Himmelsmechanik waren mir bewusst, wenngleich ich mich noch nicht wirklich gut auskannte. Auch hatte ich erste mehr oder minder erfolgreiche Schritte mit kleinen Astrotrackern hinter mir.
    So gesehen funktionierte es tatsächlich so einfach:
    Ich fuhr direkt nach dem Kauf auf’s Land, stellte das Teleskop auf und ein, machte meine Bilder und entwickelte sie. Die Ergebnisse oben sind genau so rund 48 Stunden nach dem Kauf entstanden. Ich habe sie nicht später nochmals überarbeitet.
    Mit meiner heutigen Erfahrung kann ich einiges besser, aber dennoch sind meine „First Lights“ immer noch herzeigbar.

    Einen Teil meines Wegs zu den Sternen kannst Du hier nachlesen:
    Into the night – mein Weg vom ersten Sternenfoto zu Deep-Sky [Teil 1]

    Fazit

    Fotografieren durch ein Teleskop ist großartig. Die Tiefblicke in’s All sind anders nicht möglich. Gleichzeitig geht das mit hohen Kosten und einem nicht geringen Aufwand einher.
    Es ist durchaus möglich, direkt auf Anhieb gute Bilder zu erzielen, wenn ein gewisses Vorwissen mitgebracht wird.
    Je geringer jedoch die fotografische Erfahrung ist und je geringer die Kenntnis des Nachthimmels, desto größer werden die (dennoch zu überwindenden) Hürden.
    Wenn Du es Dir zutraust, so sage ich Dir: „Mach es einfach! Greif zu, arbeite Dich ein und erschaffe „Deine“ persönlichen Kunstwerke von Objekten tief im All!“
    Allen anderen möchte ich raten, den Weg über „Landschaftsfotos mit Sternenhimmel und Milchstraße“ hin zu tieferen Einblicken mit kleinen Nachführungen und dann (bei kontinuierlichem Interesse) letztendlich auch den letzten Schritt zu einem ausgewachsenen Teleskop zu gehen.

    Freundliches Schlusswort

    Ich hoffe sehr, dass Dir meine Ausführungen geholfen haben und Du nun einen etwas genaueren Eindruck hast, was Fotografie durch’s Teleskop bedeutet. Ist das so, dann hat dieser Artikel seinen Zweck erfüllt. Mich würde das freuen.
    Evtl. sind bei Dir nun noch einige Fragen offen geblieben oder es haben sich neue ergeben: Dann zöger nicht mich anzuschreiben. Ich bin immer bemüht, zu antworten. Manchmal bin ich allerdings unterwegs und fotografiere 😉 – dann dauert es ein bisschen.

    Du kannst direkt unter den Artikel kommentieren. Mich freut es immer, eine Rückmeldung zu bekommen. Das ist das Salz in der Suppe für jeden Blogger.
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    Zum Schluss wünsche ich Dir viel Freude in der Nacht – wie auch immer Du sie fotografierst.

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  • 2 Gedanken zu „Ein Teleskop für die Astrofotografie kaufen?

    1. Guten Abend

      Ich lese Deine Artikel sehr gerne
      Sie sind sehr informativ und mit tollem Enthusiasmus geschrieben
      Sie haben mir sehr geholfen, das Thema Astrofotografie anzugehen
      Ich finde es gut, dass Du auch negative Aspekte anspricht

      Vielen Dank für Dein Engagement
      Gruss
      Rolf

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