[525 mm] – [SAG]
Stars der Sommermilchstraße

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Aufnahmedaten

Weitere Bezeichnungen und Objekte M8, M20, Sharpless 29, Sh2-29, Sh2-32, Sh2-31, NGC 6559, IC 4678 …
SternbildSagittarius / Schütze
Datum23. Juli 2022
OrtUmbrien – Italien – 1570 müNN – 21,45 mag
KameraOmegon VeTec 410 (Fullframe) @-5°
OptikOmegon 107/700 x0,75 –> 525mm /f5
MontierungiOptron GEM45G
Belichtungszeit32*300 Sek = Summe: 2h + 40 min.
Weiteres?Wie üblich: Ohne Filter. NINA + phd²

Stars der Sommermilchstraße

Oder: “Das besondere im Detail”.

Intro:
Ein neues Teleskop und eine neue Kamera.
Von mir eigentlich nicht als ‘Team’ geplant. Aber da beide neu waren, durften sie in dieser Astrowoche gemeinsam arbeiten…
➡️ Das hier ist das erste von 3 Bildergebnissen.

Der Zeitraum zu Neumond Ende Juli 2022 war in den Alpen sehr unbeständig und so entschloss ich, mal wieder nach Italien zu fahren.
Erstmalig zu einem neuen (noch unbekannten) Standort. Hoch oben in den Bergen Umbriens auf fast 1600 m.
Ich erhoffte davon: Einen (für italienische Verhältnisse) dunklen Himmel, einigermaßen kühle Temperaturen, viele wolkenfreie und vor allem auch lange Nächte.
Ende Juli gibt es in Zentralitalien schon fast 6 Stunden astronomische Nacht. In Süddeutschland nicht mal vier.

Das Bild:
Die Stars der Sommermilchstraße kennt wohl jeder: M8 und M20, Lagune und Trifid.
Dass ich die Region mit diesen Objekten daher für ein erstes Testbild auswählte, verwundert sicherlich nicht. Gerade weil sie so bekannt sind, gerade weil ich sie schon oft fotografiert habe und vor allem auch, weil sie enorm leuchtstark sind, boten sie sich an.
Denn damit war ein guter erster Eindruck möglich: Würde die neue Kamera in kurzer Zeit mehr Photonen einfangen als andere Kameras, die ich nutze?

Aber:
Eigentlich ging es mir nicht um die bekannten Hauptobjekte, sondern um Sharpless 29 und Co im linken oberen Bereich.
Sie sind auf beinahe jedem Foto des Lagunennebels zu finden und gleichzeitig sind sie erstaunlich unbekannt.
Das liegt nicht daran, dass sie so ungemein schwach wären, sondern einfach daran, dass sie nicht im Messier-Katalog oder im NGC/IC zu finden sind.
Und nach wie vor gilt für viele Astrofotografen: Was dort nicht gelistet ist, gibt es nicht.

Faszinierend finde ich: Obwohl die Nebelgebiete auf so vielen Fotos sind, werden sie nicht gesehen. Erst wenn Dinge einen Namen bekommen, werden sie wahrgenommen. Eine Tatsache, die man überall beobachten kann.
Und da Du nun auf dieses Nebelgebiet hingewiesen wurdest, wirst Du in Zukunft auf jedem Foto des Laugennebels danach Ausschau halten. 😉

Zu sehen gibt es hier also einige Objekte aus dem Sharpless-Katalog:
Sh2-25 und 30 (bekannt als M8 und M20). Aber vor allem eben Sh2-29, 31 und 32.
Dazu die beiden kleinen NGC-Regionen 6559 und 4678, den Reflexionsnebel vdB 115 und zwei offene Sternhaufen.
(Und natürlich einiges mehr, das ich nicht eingezeichnet habe.)

Die Bildentwicklung ist hier eher knapp gehalten. Ziel war es ja, die Kameraleistung einzuschätzen. Vor allem die Sterne sind eher so ‘naja’ und auch bei den Nebelgebieten könnte man mehr machen.
Ob man die roten Nebelgebiete immer so leuchtend magenta-pink darstellen möchte, ist auch nicht gesagt.
Für meine Zwecke ist das allerdings ein prima Ergebnis.

Fazit:
Die neue Kamera hat bereits im ersten Anlauf bewiesen, was sie kann! Und das lässt auf mehr hoffen, wenn ich mich auf die Photonenjagd bei schwächeren Objekten begeben werde. Denn genau dafür habe ich sie.


Hier einige Bilder:

  • Zunächst das hier besprochene Bild und dasselbe mit Objektbezeichungen
  • Eine ältere Aufnahme mit 200 mm. Auch da sind die angesprochenen Objekte sichtbar (Canon 6Da, ca. 1,5 Stunden + ca. 2,5 Stunden mit Ha-Filter)
  • Eine Aufnahme von Sharpless 29 aus dem Jahr 2019 (ohne Filter, 1,8 Stunden, mit 2x Crop-Kamera)
  • Eine 135 mm Aufnahme, Canon 6Da
  • Zuletzt ein Bild mit 450 mm, Canon 6Da. –> Diese Aufnahme, die mit 450 mm einen ähnlichen Brennweitenbereich abdeckt, ist für mich ein guter Hinweis, wie ‘stark’ meine neue Astrocam ist. Die enorm hohe Quanteneffizienz zeigt sich deutlich!

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