Foto im Detail – Im Morgengrauen

„Im Morgengrauen“

2017 – Mosaik-Panorama – Canon 6D

Während Nebel über den See gleiten, stehe ich auf einem Steg, immer wieder bewegungslos, um das alte Holz nicht in Schwingung zu versetzten, die die Langzeitbelichtung verwackeln würde. Gleichzeitig bemühe mich nicht ins Wasser zu fallen, und versuche verzweifelt noch ein Panorama der Milchstraße aufzunehmen. Doch der hereinbrechende Morgen ist schneller…

So ungefähr kann man sich die Entstehung dieses Bildes vorstellen. 🙂

Im Morgengrauen - Copyright - Dont use without permission!
Im Morgengrauen

Ich startete unter einem sternenklaren Alpenhimmel und musste rund 10 km weiter und nur 2 km von meinem anvisierten Ziel feststellen: „Mist, dort ziehen Wolken auf„.
Noch knapp drei Stunden bis zum Morgengrauen.

Doch anstatt zu wenden und einfach zurück zu fahren, entschied ich einen zweiten möglichen Ort aufzusuchen.
Dort angekommen war es bereits nach 2 Uhr und von Sternen weit und breit nichts zu sehen.
Noch zwei Stunden bis zum Morgengrauen.

Was machen?
Zurück? Oder weiter zu Ausweichort Nummer 2? Ich entschied mich dafür.
Doch anstatt mich einer wolkenfreien Gegend zu nähern fuhr ich direkt in eine dichte Nebelsuppe. Die Uhr tickte und ich musste langsam fahren (zumindest tat ich es, da mir mein Leben dann doch wesentlich wichtiger ist, als jedes Foto).
So näherte ich mich laaangsam, zu langsam, dem zweiten (und letzten) Ausweichort und der Nebel schien kein Ende nehmen zu wollen. 7 km vor dem Ziel nochmal ein kurzer Stop. Ein Rundumblick. Erste Sterne!
Ich bog von der Bundesstraße ab, durchquerte ein winziges Dorf, und fuhr zwichen Wiesen hindurch zu einem kleinen See.
Tatsächlich: Wolkenfrei.
Noch eine Stunde bis zum Sonnenaufgang.

Ich packte meine Kamera, die Nachführung und ein Stativ und lief zum Wasser. Die erste Stelle sagte mir nicht so zu, der zweite Punkt mit Zugang zum Wasser auch nicht, aber die Zeit lief.
Gerne wäre ich weiter um den See gegangen, um eine bessere Perspektive zu finden…

Ich baute das Stativ auf, nordete die Nachführung im Schnelldurchgang ein und schoss ein erstes Foto. Gut, alles passte.
Nun fing ich an zu fotografieren. Aufgrund des Zeitmangels nur mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden. Entgegen meiner Gewohnheit begann ich das Panorama fast direkt beim Milchstraßenzentrum und nicht weitab wie sonst. Die richtige Entscheidung.
Nach dem dritten Foto merkte ich: Tau auf der Linse. Nun musste ich sie alle 30 Sekunden abtrocknen, denn die Heizung hatte ich natürlich im Wagen gelassen.

So stand ich da also: Alleine in der kalten Nacht, auf einem schmalen, wackligen Steg, in Sorge, dass der Sonnenaufgang mein Bild zunichte machen würde.
Fernauslöser drücken, 30 Sekunden stillhalten, damit der Steg nicht wackelt, Kamera neu ausrichten, Linse trocken und dabei keinesfalls den Fokus verstellen, erneut auslösen, erneut still stehen….

Doch irgendwann gewann der Tag, die Sterne verblassten und ich trat den Rückzug an.

Ein Panorama ist es nicht geworden, aber immerhin ein ansehnliches Bild des Milchstraßenzenturms über einem nebligen See.

Technische Daten

  • Canon 6D
  • Samyang 35 mm T1.5 (f1.4) @ ca. f3.2
  • Vixen Polarie
  • Panorama aus xxx Einzelbildern
  • Einzelbild mit 30 Sekunden Belichtungszeit
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