[KEP]
Der Iris-Nebel und IFN / ISM / Flux-Nebel im Sternbild Kepheus

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Aufnahmedaten

Weitere BezeichnungenIris-Nebel
SternbildKepheus
Datum11. + 12. Okt. 2018
OrtÖsterreich – 1340 müNN – 21,65 mag
KameraCanon 7Da (Crop / astromod)
OptikSamyang 135 mm
Montierung(uralte, schwarze) EQ5 (manuell, kein GoTo, kein Guiding)
Belichtungszeit429*120 Sekunden= 14h+18min
Weiteres?

Staubige Iris

Mein erstes ’staubiges Bild‘. Oder zumindest das erste auf dem diese wolkenartigen Strukturen interstellarer Materie nicht einfach nur fast schwarze Flecken sind. Damals ein Meilenstein für mich, wenngleich die Bildbearbeitung noch arg holprig war.

Mein Original-Text von damals:

Während der Iris-Nebel (NGC 7023) auf Fotos dieser Himmelsregion meist die Hauptrolle spielt und blau aus der Dunkelheit leuchtet, wird ihm in meinem Bild nur eine Nebenrolle zugewiesen.
Mein Ziel bei dieser Aufnahme waren ganz klar die ISM bzw. Flux-Nebel (IFN = Integrated Flux Nebula), die ungemein schwer zu fotografieren sind.
Sie leuchten nicht von sich, die dunkeln Bereiche „verschlucken“ sogar das Licht der in bzw. hinter ihnen liegenden Sterne. Sie werden erst mit langen Belichtungszeiten sichtbar, da sie einzig das sanfte „globale Licht“ unserer Milchstraße leicht reflektieren. Zu finden sind sie sie praktisch überall und nicht wie fälschlich angenommen, nur außerhalb der galaktischen Scheibe.
Was wir hier sehen ist kosmischer Dreck, Sternenstaub, den es mehr oder minder stark überall im Weltall (vor allem in Galaxien) gibt. Das „da oben“ ist also keine „dunkle Fläche“ mit Lichtpunkten und vereinzelten bunten Nebeln. Richtig belichtet, zeigt sich überall dieser „Dreck“.

Spannend wird es dann, wenn man sich bewusst macht, dass da praktisch nichts ist.

Nichts?

Das perfekteste (Hoch-)Vakuum, das wir auf der Erde in Laboren herstellen können (oder auch Im CERN) und das für unsere Experimente mit subatomaren Teilchen oder auch für einfache Versuche (Eisenkugel und Feder fallen im Vakuum gleich schnell, da die Reibung an Luftteilchen wegfällt) gut genug ist, enthält – obwohl wir es Vakuum nennen – immer noch bis zu 10 Billionen Atome pro cm³.
Diese kosmischen Wolken bestehen im Vergleich zum Vakuum aus nix, enthalten sie doch im Schnitt nur etwa 1000 Atome pro cm³- Dass wir dennoch etwas sehen können, liegt einfach an der enormen Größe von hunderten von Lichtjahren.

Wir sehen hier also etwas, das um Größenklassen „mehr Vakuum“ ist, als das beste Vakuum auf der Erde.

Übrigens bestehen die blauen Reflexionsnebel (wie hier der Iris-Nebel) oder auch die rötlichen Emissionsnebel (wie z.B. der Orionnebel) genau aus dem selben Material, aus diesem enorm „dünnen“ kosmischen Staub. Der Unterschied besteht einzig in der Tatsache, dass an der Stelle der „bunten Nebel“ Energiequellen (Sterne) stehen, die diesen Staub entweder zum Eigenleuchten anregen oder deren starke Strahlung vom Staub farbig reflektiert wird.

Ich habe jedenfalls mehrfach versucht IFN-Nebel so darzustellen und bin über dieses Ergebnis mehr als glücklich.


Die angehängten Bilder zeigen, dass dieser ‚Sternenstaub‘ auch mit etwas längeren Brennweiten zu fotografieren ist (450 mm / 2x Crop-Kamera). Allerdings benötigt man doch vergleichsweise weitwinklige Optiken, um alles in seiner Gesamtheit darzustellen. Schon Edward Barnard (der ‚Entdecker‘ der Dunkelnebel, bzw. der fleißigste Erforscher) erkannte vor über 100 Jahren, dass lange Brennweiten den Blick auf Zusammenhänge versperren.
Das zweite Bild ist eines von mehreren Beispielen, die zeigen, dass der Iris-Nebel zwar der bekannteste, aber bei weitem nicht der einzige schöne blaue Reflexionsnebel im Feld des Kepheus ist. Mehrere von ihnen, aber auch eine ganze Reihe Dunkelnebel und rote Emissionsnebel werden im Artikel zum Sternbild (noch unveröffentlicht) vorgestellt.

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