Wie man den Sternenhimmel am besten fotografiert
Ein Anfängerkurs in drei Teilen

Erster Teil – Die Grundlagen

Wenn Du ganz am Anfang stehst, dann mag Dich die Menge an Informationen überfordern. Ich habe schon oft von Leuten gehört: “Das ist so viel auf einmal. Da verliere ich vollkommen den Durchblick”
Aber keine Angst. Es ist wirklich nicht schwer und es ist eigentlich auch gar nicht so viel, das Du zu Beginn wissen musst.
Hier bekommst Du einen knappen, aber trotzdem umfassenden Überblick, um direkt zu starten. Vielleicht sogar noch heute?
Ich habe den Kurs so gegliedert, dass er eine einfache und logische Struktur hat, die Du wirklich nachvollziehen kannst. Diese Anleitung soll Dir die Basics mitgeben ohne Dich zu erschlagen.
Viele Details und weiterführende Infos finden sich in speziellen Kapiteln, die ich teilweise mit im Text verlinkt habe.
 
Nach folgendem Schema ist der erste Teil aufgebaut:
 

Zum Aufbau dieses Berichts:

Teil 1 – Technische Voraussetzungen
Alles rund um die richtige Kamera, Objektive und (wenig) Zubehör

Teil 2 – Einstellungen der Kamera
Welche Einstellungen sich für nächtliche Himmelsfotografie eignen

Grundeinstellungen: Ganz wenige Schritte, um die Kamera vorzubereiten
Belichtungseinstellungen: So sammelst Du am meisten Licht
Richtig Fokussieren: So werden die Sterne perfekte Punkte – “Scharf-stellen” in der Nacht

Wenn Du den (wirklich überschaubaren) technischen Teil hinter Dir hast, geht es im nächsten großen Abschnitt dann an die Umsetzung.

Dieses Vorwissen musst Du mitbringen:

Keines! Ich hole Dich ganz am Anfang ab.
Wir begeben uns auf eine Reise in die faszinierende Welt der Astrofotografie: Vom ersten Schnappschuss des Sternenhimmels zu fantastischen Bildern der Milchstraße.
Wenn Du magst, so können wir direkt starten!

Du brauchst wirklich nichts, kein Gepäck, keinen Proviant.
Aber Du solltest folgendes einpacken:
Neugierde, Interesse, Spaß etwas zu lernen…

Denn:
Wenn man zusammen eine Reise macht – auch die in die Weiten der Nacht – ist es besser, wenn alle Reisepartner auch wirklich reisen wollen. 😉  
 
Bist Du bereit?
Dann rein ins Vergnügen!

 

Der Sternenhimmel und die Milchstraße bei Hinterriss, in einem ausgetrockneten Flußbett mit Lichtverschmutzung aus Innsbruck

Teil 1  – Technische Voraussetzungen

Nur wenige Dinge gehören zur absoluten Grundvoraussetzung, um mit der Astrofotografie zu beginnen. Ganz genau genommen tatsächlich nur die Kamera mit Objektiv + ein Stativ.

So hat praktisch jeder, der sich zumindest ein wenig tiefer mit der Fotografie beschäftigt hat, alles notwendige Equipment zuhause und kann ohne Neuanschaffungen sofort anfangen.

Digitalkamera (mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten)
Objektiv(e)
Stativ
Speicherkarten und Akkus

Natürlich gibt es vieles, was hilfreich, aber nicht zwingend ist:

– Fernauslöser
– (rote) Stirnlampe
– Programme/Apps zum Auffinden der Milchstraße
– Objektivheizung gegen Tau und Frost
– kleine astronomische Nachführung / Startracker
– Warme Kleidung und wärmende Helferlein

Nichts davon brauchst Du jetzt für den Start! Kamera + Objektiv + Stativ und Du bist bereit!

(Falls gerade Winter ist, dann würde ich aber doch zu warmer Kleidung raten.
Die Wintermilchstraße ist wunderschön – kurze Röcke und T-Shirts auch! Aber beides zusammen?
Dazu gibt’s einen eigenen Artikel: “Nie mehr frieren – Tipps für kalte Winternächte”. Wenn Du magst, kannst Du ja später mal reinschauen.)

Erweiterte Grundausstattung für die AStrofotografieGrundausstattung für die Astrofotografie (und einige nützliche Helferlein)

Digitalkamera

Die absolute Grundvoraussetzung ist natürlich eine Digitalkamera.
Wenngleich digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) und spiegellose Systemkameras (DSLM) aktuell das Maß aller Dinge sind, bedeutet das keinesfalls, dass keine anderen, ‘kleineren’ Kameras genutzt werden könnten oder keine guten Ergebnisse liefern würden. Im Extremfall lässt sich sogar mit einem Mobiltelefon ein ansprechendes Bild der Milchstraße aufnehmen. Für schöne Aufnahmen des Sternenhimmels braucht man keine Profiausrüstung im Wert eines Kleinwagens.

Für den Anfang ist jede Kamera gut genug!

Die ersten Versuche sollten mit genau der Kamera gemacht werden, die gerade verfügbar ist. Das darf auch eine 10 Jahre alte sein. Auch vor 10 Jahren konnte man tolle Astrofotos machen!
Aus den ersten Ergebnissen kannst Du lernen und erkennen, ob und wie Du Dich weiterentwickeln möchtest. Auf dieser Basis lässt sich die Entscheidung für die ein oder andere technische Verbesserung viel zielgerichteter treffen.

Das einzige das am Anfang wichtig ist:
Die Kamera sollte es erlauben, alle Einstellungen selbst vorzunehmen – der ‘automatische Knips-Modus’ kann jetzt nicht mehr weiterhelfen. Wie man die Einstellungen richtig wählt, beschreibe ich weiter unten.

Welche Kameras ich nutze und/oder empfehlen kann und Weiteres zu meinem Equipment findet sich direkt in meiner Ausrüstungsliste.

Vertrau’ mir:
Jeder Hersteller hat super Kameras! Es gibt nicht ‘die eine Marke’, die die besten Milchstraßenkameras baut.
Es kommt beim Kochen auch nicht auf die Pfanne an, sondern auf die Zutaten und den Koch.

Kochen kann ich nicht für Dich – aber ich kann Dir ein Grundrezept geben. Das kannst Du dann mit eigener Erfahrung immer weiter verändern und mit Deinen eigenen Ideen würzen.

Glaube keinem Influenzer, der Dir erzählt, dass nur mit dem Hersteller xyz gute Milchstraßenfotos gelingen! Denn das stimmt einfach nicht! Egal, wie oft das behauptet wird.
Ich fotografiere den Nachthimmel und die Milchstraße mit Canon-Kameras. Aber man kann es genauso gut mit Nikon, Sony, Panasonic… machen!
Wie gesagt: Nicht die Pfanne kocht das Essen!

 

Der Sternenhimmel und die Milchstraße mit der Canon 7D aus dem Jahre 2010 Eins meiner ersten Nacht-Fotos: Die Milchstraße mit einer alten Canon 7D aus dem Jahre 2010. Wirklich keine aktuelle Profikamera.

Objektive

Auch hier gilt:
Für den Anfang ist genau das, was greifbar ist, das Richtige. Oft ist es jedoch so, dass auch Anfänger schon mehr als eine Linse besitzen und daher bereits die Qual der Wahl haben.
Auch wenn Du jetzt nur die einfache Kit-Linse hast, die beim Kauf Deiner Kamera dabei war (oftmals ein 18-55mm Objektiv) kannst Du das vorerst benutzen. Es ist sicherlich nicht perfekt, aber für erste Versuche ausreichend.
(Ich habe mir eine 12 Jahre alte Kamera + das schlechteste Plastikobjektiv überhaupt auf ebay besorgt. Einfach zum rauszufinden, was ich damit erreichen kann. Gar nicht mal so wenig!)


Zwei Faktoren bestimmen die Wahl eines geeigneten Objektivs für die Astrofotografie:
– die Brennweite (in mm)
– die Lichtstärke, also die maximale Blendenöffnung (der “f-Wert”)


Schöne Bilder sind mit jeder Brennweite machbar. Jede bietet – richtig eingesetzt – fantastische Möglichkeiten.
Dennoch sind wohl Aufnahmen mit weitwinkligen Linsen am beliebtesten und das nicht ohne Grund: Kann man doch nur mit Weitwinkelobjektiven die ganze Pracht der Milchstraße in nur einem Bild festhalten.
Doch nicht nur darum würde auch ich Anfängern zu diesen Linsen raten, denn sie haben zwei große Vorteile:
–> Sie verzeihen bestimmte Fehler leichter (minimal falsche Fokussierung, zu lange Belichtungszeit)
–> Sie führen schneller zu eindrucksvollen Ergebnissen.

Der größte Pluspunkt von Weitwinkelobjektiven: Man kann mit ihnen einfach länger belichten – länger ‘Licht sammeln’.
Das möglichst lange Sammeln von Licht ist in der Dunkelheit der Nacht das Wichtigste, um den Himmel in seiner ganzen Leuchtkraft aufzunehmen.

Wie die richtige Belichtungszeit gewählt wird, steht weiter unten.
Welche Linsen ich nutze und empfehlen kann, kannst Du in meiner Ausrüstungs-Liste sehen.

Anfänger Erklärung Milchstraße Fotografie: Vergleich unterschiedlicher Brennweiten

Der Blickwinkel oder Bildausschnitt unterschiedlicher Brennweiten.

Steht nun am Anfang für die ersten Versuche keine wirklich weitwinklige Linse mit Brennweiten von etwa unter 30mm zu Verfügung: Unpraktisch, aber kein absolutes Hindernis
Auch mit längeren Brennweiten lassen sich tolle Ergebnisse erzielen. Lichtstarke Objektive wie z.B. die gängige Normalbrennweite 50mm mit einer großen Blendenöffnung wie z.B. f1.8 lassen sich unter Anderem zur Erstellung von Panoramen nutzen. Die Vorteile der oftmals größeren Schärfe und der Lichtstärke solcher Festbrennweiten sind nicht zu unterschätzen.

Dennoch: Gerade am Anfang sollte es etwas weitwinkliges sein!

Wirkung unterschiedlicher Brennweiten bei der Fotografie der Milchstraße

Drei Fotos mit unterschiedlichen Brennweiten übereinander:
Nicht nur das Bildfeld ändert sich, sondern auch die Schärfe, Detailauflösung und die Randverzerrung..

Es gibt wirklich viele Möglichkeiten. Das wohl beste Einsteiger-Objektiv ist wahrscheinlich das Samyang 14mm f2.8. Hier bekommt man für wenig Geld eine hervorragende Weitwinkellinse, die ideal für Milchstraßenfotos geeignet ist. Dieses Objektiv ist wohl der Preis-Leistungs-Sieger und sicherlich der beste Tipp, den man Anfängern geben kann. Vor allem, weil es das Objektiv für jedes Kamerasystem gibt.

Aber nochmals:
Du musst am Anfang nichts kaufen, solange Du ein einigermaßen weitwinkliges Objektiv hast.

Samyang 14 mm Weitwinkelobjektiv für Milchstraße

Das Samyang 14 mm Ultraweitwinkelobjektiv ist das beliebteste Objektiv für eindrucksvolle Milchstraßenfotos – Nicht ohne Grund!
Mein Artikel zeigt die Vorteile der wohl am weitesten verbreiteten “Astrolinse” auf, ohne dass Dir die Grenzen dieses klaren Preis-Leistungs-Siegers verschwiegen werden.
Warum dieses Objektiv so beliebt ist, erfährst Du hier in klaren Worten, aber auch anhand vieler Beispielfotos.

Stativ

Über Stative kann man endlos viele Worte verlieren. Oder auch nicht.
Um es kurz zu machen:
Es muss stabil stehen und die Kamera-Objektiv-Kombination sicher tragen können.
Darüber hinaus sollte es so klein und leicht sein, dass man es gerne und ohne Anstrengung mit raus in die Natur nehmen kann. Denn vornehmlich dort, abseits der lichtverschmutzten Ortschaften, lassen sich die schönsten Bilder aufnehmen.

Praktisch ist es, wenn man das Stativ relativ weit ausfahren kann, ohne dass es wackelig wird und anfängt zu schwingen. Wer liegt schon gerne auf dem Boden, um durch den Sucher der Kamera zu blicken?
Auch ein Kugelkopf erweist sich als ungemein praktisch, um den richtigen Bildausschnitt zu wählen. Das ist aber keinesfalls ein Muss, wobei ein guter, stabiler Kugelkopf das Einrichten des Bildausschnitts ungemein erleichtert.
 
Wenn Du also nun vollständig ahnungslos bist, sind diese Stative im Preisbereich zwischen 50 und 120 Euro ein guter Startpunkt, um Dich zu informieren:

Das war alles was Du unbedingt brauchst:
Kamera + Objektiv + Stativ

(Fast) zwingend oder nur hilfreich?

Selbstverständlich gibt es viele Ausrüstungsgegenstände, die man neben Kamera + Objektiv + Stativ sehr gut gebrauchen kann.
Einige sind (fast) zwingend notwendig, andere nur sehr hilfreich.
Da ich es hier knapp halten möchte, habe ich all dieses zusätzliche Equipment für die Milchstraßen-Fotografie ausgegliedert.
Für mich persönlich sind die ersten drei der dort erwähnten Helferlein absolut notwendig. Auf die andern möchte ich aber auch nicht verzichten.
Dasselbe gilt für das dort angesprochene kostenlose Programm, das ich jedem empfehle.

Samyang 14 mm Weitwinkelobjektiv für Milchstraße

Kamera + Objektiv + Stativ – mehr benötigt man nicht, um die Milchstraße zu fotografieren. Zumindest grundsätzlich.
Es gibt aber einige Ausrüstungsgegenstände, die fast zwingend sind, beispielsweise ein programmierbarer Fernauslöser. Andere sind nur nette, aber sehr praktische Hilfsmittel.
Dieser Artikel, listet und beschreibt meine “Astro-Helferlein” kurz und knapp. Für mich sind sie alle unverzichtbar.

Wenn Du Lust hast, dann schau es Dir den Artikel an.
Aber für den Anfang bleiben wir beim Wesentlichen. Und da hast Du bereits alles:

Kamera, Objektiv Stativ. Und schon kann es losgehen.

 
 
Canon 7D (Crop, Baujahr 2010) mit Samyang 14mm f2.8

TEIL 2 – Einstellungen der Kamera

Bis hierher geschafft? Prima!
Nachdem Du nun alles beisammen hast, was Du an Zubehör benötigst, geht es jetzt daran, Dein Equipment richtig zu nutzen. Vor allem die Kamera.
Das sind zwei Teilbereiche:

A) Es gibt einige grundlegende Kameraeinstellungen, die sehr sinnvoll sind.
B) Dazu kommen drei die Belichtung betreffende Faktoren, die für die nächtliche Himmelsfotografie besonders wichtig sind.

Keine Sorge!
Das ist nicht viel und auch nicht sonderlich kompliziert!
 

T2/1 – Grundeinstellungen

All diese Einstellungen sollten vorgenommen werden, sofern die Kamera es ermöglicht.

RAW
Grundsätzlich sollte im RAW-Format fotografiert werden. Bei Astrofotos ist das besonders wichtig, da hier auf eine gute Nachbearbeitung besonders wert gelegt werden muss.

M-Modus
Da wir alle Einstellungen selbst vornehmen wollen, wird der M-Modus der Kamera gewählt. Wir entscheiden, was die Kamera macht!

Live-View
Live-View sollte eigentlich ausgeschaltet bleiben.
Aber nur ‘eigentlich’:
Denn zum Fokussieren wirst Du das Live-Bild auf dem Kameramonitor benötigen.
Genauso wirst Du es brauchen, um nach einem ersten Testbild nachzusehen, ob die Sterne rund sind.
Auch kann es sinnvoll sein, sich das Histogramm einblenden zu lassen, um die Verteilung der Helligkeit besser abschätzen zu können.

Aber:
Wenn Du Dein Foto machst, dann schalte den LiveView-Monitor aus! Bei manchen Kameras erzeugt er ein leichtes Störlicht auf den Fotos.
Und: Sobald Du die passende Schärfe gefunden hast und die Sterne schön aussehen, kannst Du ohne Monitor fotografieren. Bildausschnitte suchst Du besser durch den Sucher der Kamera (wirklich! Das geht besser als über den Monitor!) und vor allem können sich Deine Augen wieder an die Dunkelheit gewöhnen.

Weißabgleich
Da im RAW-Modus fotografiert wird, sollte die Einstellung des Weißabgleichs eigentlich egal sein. Um nicht jedes Bild neu einstellen zu müssen, ist es aber sinnvoll eine feste Einstellung zu wählen. Jedenfalls sollte der Weißabgleich nicht im ‘Auto’-Modus arbeiten. Hier bietet sich ‘Tageslicht’ oder eine eigene Einstellung von z.B. 4500K an.

Manueller Fokus
Wenn jetzt grundsätzlich alles in der Kamera eingestellt ist, sollte zu guter Letzt noch die Linse auf manuellen Fokus gesetzt werden. Falls ein interner Stabilisator im Objektiv (Canon) oder der Kamera (Sony) verbaut sein sollte, wird auch dieser ausgeschaltet!

Mein wichtigster Tipp: Lerne Deine Kamera kennen! Mach Dich mit allen (meistens sind es ja nur wenige) wichtigen Knöpfen vertraut, sodass Du sie auch ohne Licht bedienen kannst
 

T2/2 – Belichtungseinstellungen

Nun – eins ist ja mal klar: Es ist schon sehr dunkel nachts!
Also sollte doch möglichst viel Licht in die Kamera auf den Chip gelangen.

Dafür gibt es einige wenige Möglichkeiten:
a) Man öffnet die Blende im Objektiv so weit wie möglich – dann kommt viel Licht rein
b) Man belichtet länger – es kommt noch mehr Licht rein
c) Man erhöht die kamerainterne Verstärkung (ISO-Wert) [Das bringt nicht mehr Licht auf den Sensor, hat aber andere Vorteile]

Drei Einstellungen. Das ist – ganz grob – alles. Also wirklich kein Hexenwerk.

a) Die Blende
Das sind die Lamellen im Objektiv, die regeln, wieviel Licht durch das Objektiv auf den Chip dringt. Tagsüber ist es oftmals sinnvoll, weniger Licht in die Kamera zu lassen, aber bei Fotos der Milchstraße sollte so viel wie möglich eindringen.

Die größtmögliche Blendenöffnung wird mit dem f-Wert angegeben, wobei eine kleinere Zahl eine größere maximale Blendenöffnung angibt: f1.2 lässt also mehr Licht eindringen als z.B. f5.6.
Dennoch kann es sinnvoll sein, die Blende nicht ganz zu öffnen, denn gerade günstigere Objektive sind bei vollkommen geöffneter Blende etwas unschärfer. Also lieber ein bis zwei Blenden abblenden. (Aber das kommt später. Gerade Anfänger sollten so viel Licht sammeln wie möglich – mit weit geöffneter Blende.)

b) Die Belichtungszeit
Das ist die Zeit, die man dem Kamerasesor gibt, um Licht zu sammeln. Tagsüber meist nur Bruchteile von Sekunden, nachts jedoch meist 10 Sekunden oder mehr.

Das ist alles sehr logisch, oder?
–> Ist die Blende weit geöffnet kommt mehr Licht auf den Sensor
–> Belichtet man länger, kommt das Licht über eine längere Zeit auf den Sensor.


Hier ist der Haken:
Die Erde dreht sich! Und das bedeutet: Die Sterne wandern. Nicht nur am Himmel, sondern auch über den Kamerasensor!
Du kannst also nicht ‘endlos lange’ belichten, wenn Du runde, klare Sterne willst!

Die richtige Belichtungsdauer zu finden hat also folgende Bedeutung:
Man will möglichst lange belichten, denn dann kommt viel Licht (=Informationen) auf den Chip
Man darf nicht zu lange belichten, denn dann wandern die Sterne weiter und auf dem Foto sind Striche zu sehen und keine punktförmigen Sterne
Zwischen diesen beiden Begrenzungen spielt sich nun alles ab.

Man will möglichst lange belichten => Man sammelt viel Licht.
Man darf nicht zu lange belichten => Andernfalls werden Sterne zu Strichen.

Wie lange wirklich belichtet werden kann (damit die Sterne rund bleiben), hängt von zwei Faktoren ab:
1) der Brennweite des Objektivs (in mm angegeben)
2) der Anzahl der Pixel (also die Megapixel Deiner Kamera).
Nun gilt:
für 1): Je weitwinkliger das Objektiv ist, desto länger kann man belichten.
für 2): Je mehr Megapixel, desto kürzer muss man belichten.
Für Spiegelreflexkameras lässt sich die maximale Belichtungszeit recht einfach ungefähr abschätzen:

400 bzw. 250 geteilt durch die Brennweite = Belichtungszeit

400 bei wenig Megapixeln (12 bis 25 Megapixel)
250 bei den vielen Megapixeln (30 bis 60 Megapixel).
Z.B. kann man so bei einem 20mm Objektiv an einer Vollformatkamera mit z.B. 18 MP 400/20= ~20 Sekunden belichten, an einer Kamera mit 40 MP hingengen nur 250/20= ~12 Sekunden.

Das ist natürlich etwas ungenau. Damit bekommt man keine perfekte Belichtungszeit.
Aber trotzdem ist es hilfreich, um einen guten Start-Wert zu finden.

Also:
Mach’s Dir leicht und nutze einfach die Formel, um für Deine Kamera mit Deinem Objektiv einen guten Anfangswert für die richtige Belichtungszeit zu finden. So lange wie möglich und so kurz wie nötig, um keine Sternenstriche zu erhalten.
Rechne einfach, mach ein Testfoto und schau ob es passt. Vielleicht musst Du nach dem Testbild etwas kürzer belichten oder Du kannst sogar etwas länger ‘draufhalten’.
Die Formel hilft Dir nur einen Anfangswert zu finden.
Mit ein bisschen Erfahrung, weißt Du dann sowieso auswendig, was für Deine Kamera und Dein Objektiv die beste Belichtungszeit ist, damit die Sterne rund bleiben. 🙂

Vorsicht:
Früher sagte man, dass zwischen Crop-Sensor und Vollformat-Sensor unterschieden werden muss.
Das stimmt aber nicht ganz so einfach (aber irgendwie auch schon 😉 ) .
Es kommt einzig darauf an, wie groß die Pixel der Kamera sind.
–> Viele Megapixel = kleine Pixel erzwingen eine kürzere Belichtungszeit.
–> Wenige Megapixel = große Pixel erlauben eine längere Belichtungszeit.

Hier habe ich mal ein Beispiel für eine zu lange Belichtungszeit.
Auf einem kleinen Monitor wirkt noch ganz ok, aber wenn Du etwas genauer hinschaust, so wirst Du die unscharfen und in die Länge gezogenen Sterne erkennen.
Fotografiert mit der Canon 6D (Vollformat mit 20 MP) und 50 mm.
25 Sekunden waren eindeutig zu lang.
(Das wusste ich zuvor auch, aber mir ging es darum den Moment des Milchstraßenaufgangs im Februar festzuhalten. Du siehst: Manchmal sind Kompromisse notwendig. 😉 )

Die richtige Belichtungszeit für die Milchstraße - Zu lange Belichtungszeit

A propos Kompromisse. Die muss man auch an einer anderen Stellschraube manchmal eingehen:

 
c) Der ISO-Wert
Das ist ein Maß für die interne Verstärkung der Kamera.
Einfach gesagt: Je höher der ISO-Wert, desto heller wird das Bild (bei gleichbleibender Blende und Belichtungszeit).

Leider führt ein (viel zu) hoher ISO-Wert zu verstärktem Bildrauschen.
Wichtiger ist bei der Nachtfotografie aber:
Ein zu niedriger ISO-Wert lässt Deine Bilder rauschen!
Ja! Auch wenn man Dir immer etwas anderes erzählt hat: In dunklen Situationen sind zu niedrige ISO-Werte die Ursache für Bildrauschen! Es gilt wirklich: ISO höher = weniger Rauschen!
(Ich kann das natürlich begründen, technisch erklären und mit vielen Testfotos beweisen. Aber hier ist nicht der Platz dafür. Glaub es mir einfach. Oder probiere es aus und glaub mir danach.)

Wieviel Rauschen man akzeptiert, hängt vom Motiv und dem eigenen Empfinden ab. Weiter unten beschreibe ich meine persönlichen Einstellungen. Für den Anfang ist (je nach Kamera) ISO800 oder ISO1600 eine gute Basis. Bei dieser Verstärkung zeigen die meisten Kameras das beste (geringste) Rauschverhalten. Das ist natürlich recht allgemein formuliert, aber für den Anfang ist das ein guter Ausgangswert.


Glückwunsch! – Das war es!

Ein paar wenige Grundeinstellungen + die drei Punkte (Blende, Belichtungszeit & ISO), die die Belichtung betreffen.
Wie gesagt: Das ist kein Hexenwerk!
Aber genau das ist das Basisrezept der Astrofotografie.

Der Sternenhimmel und die Milchstraße

Canon 6D (Kaufversion von 2012) – Samyang 35 mm f/1.4 – ein lange belichtetes Einzelbild.

“Jetzt mal ganz konkret – welche Einstellungen nutze ich?“

 

Bei allen Kameras, die ich nutze, arbeite ich mindestens mit ISO1600. Niemals niedriger!
Bei meinen sehr alten Crop-Kameras (Canon 550D und Canon 7D) ist dieser ISO-Wert die ideale Einstellung für Nachtaufnahmen – immer!
Dennoch akzeptiere ich – abhängig von der Dunkelheit des Vordergrundes – auch selten ISO3200, allerdings nur an der 7D. Die 500D rauscht da schon zu stark.
Bei der Vollformat (Canon 6D) kann ich ohne Probleme mit ISO 3200 fotografieren. Hier ist das Rauschen noch absolut akzeptabel, aber auch höhere Werte sind nicht selten machbar. Manchmal auch sehr sinnvoll.

Bei Deiner Kamera wird es ähnlich sein. Möglicherweise ist aber auch ISO800 (bei sehr modernen Sony und Nikon-Kameras) ein idealer Wert. ISO100 wird es niemals sein – es sei denn Du liebst verrauschte Fotos.

Bei der Belichtungszeit hole ich das Maximum heraus. Ich belichte so lange, dass die Sterne punktförmig bleiben.
Da ich für Aufnahmen der Milchstraße überwiegend Weitwinkellinsen nutze, sind das in der Regel mindestens 15 Sekunden.

Die Blende öffne ich nur ganz, wenn ich ein wirklich gutes Objektiv benutzte und/oder zwingend die maximal mögliche Lichtausbeute benötige.
Ansonsten blende ich meist um zwei Stufen ab. Da ist mir die Schärfe mittlerweile wichtiger.

Hier zeige ich Dir nun noch zwei Bilder, die genau mit dem oben beschriebenen ‘Kochrezept’ erstellt wurden.
Keine Spezialkameras, keine weiteren Hilfsmittel. Nur Kamera + Objektiv + Stativ.
Die Wintermilchstraße mit Orion und die Sommermilchstraße.
Klar: Da steckt natürlich schon ein wenig (viel) Erfahrung dahinter und auch der super-dunkle Himmel in der Bergen spielt eine riesige Rolle. Und ebenfalls sehr viel Übung in der Bildentwicklung.
Dennoch: Das sind Einzelbilder mit einer Canon 6D von 2012. Jeweils mit ISO6400. Links mit dem Samyang 20 mm f1.8 und rechts mit dem Samyang 14 mm f1.4. Links 20, rechts 30 Sekunden Belichtungszeit (in beiden Fällen etwas zu lang, wenn man es genau nimmt.) Dazu ein einfaches Stativ für unter 150.- und ein Intervall-Timer.

Neben all den Kameraparametern musst Du natürlich noch etwas einstellen, bevor Du Dein erstes Foto machen kannst: Die Bildschärfe.

Richtig Fokussieren – “Scharf stellen” in der Nacht

FokusNachts richtig fokussieren – gar nicht so leicht.

Die Schärfe ist – zumindest im ersten Moment – gar nicht so leicht einzustellen.
Hast Du bisher immer den Autofokus Deiner Kamera genutzt? Damit ist es nun vorbei!
Keine Kamera kann in der Dunkelheit der Nacht automatisch scharf stellen. Das musst Du nun selber machen.
 
Im Idealfall sollte am Ende des Fokuswegs eines Objektivs die Schärfe auf unendlich liegen, doch bei den meisten Fotoobjektiven liegt die kurz davor.
Es gibt nun zwei Möglichkeiten, die Sterne wirklich scharf zu bekommen:
–> Bei der einen stellt man bereits am Tag scharf (und darf dann keinesfalls mehr etwas am Fokus verstellen).
–> Bei der zweiten stellt man die Schärfe ‘live vor Ort’ ein.
Beide Techniken habe ich in einem separaten Artikel ausführlich beschrieben, daher hier in Stichpunkten.
Tagsüber:
Weit entferntes Objekt suchen (z.B. Kirchturmspitze) – scharf stellen – Fokusring mit Klebeband befestigen.
Nachts:
Live-View anschalten – möglichst hellen Stern oder Planeten suchen – Im LiveView reinzoomen und möglichst scharf stellen (je kleiner der Stern im Bildschirm, desto schärfer ist er) – Foto machen – Anschauen – Reinzoomen und Schärfe gegebenenfalls nachstellen.

Tata – das war es für’s Erste!

 Nochmals zusammengefasst:
– Kamera – Objektiv – Stativ (Fernauslöser)
– Grundeinstellungen der Kamera (RAW-Modus, alles manuell einstellen)
– Spezielle Belichtungseinstellungen (Iso-Wert einstellen – Belichtungszeit abhängig von der Objektivbrennweite wählen – Blende möglichst weit öffnen)
– Manuell fokussieren
Fertig!

Und – das war doch nicht zu viel Information?
Gut! Denn damit kennst Du das Grundrezept. Alles weitere baut immer darauf auf.

Jetzt kann es wirklich losgehen.
Alles, was Du nun machen musst, ist einen schönen dunklen Nachthimmel finden und den Auslöser drücken.
Was Du dabei beachten kannst und weitere Tipps und Tricks, findest Du im zweiten Teil des Anfängerkurses.
Aber auch in im Bonus-Material: Oben im Menü unter ‘Vertiefungen zum Einsteigerkurs’
Und im dritten Teil geht es dann an die Nachbearbeitung.
  

Stehst Du noch ganz am Anfang, so könnte Dich das evtl. Interessieren:

Anleitung, Erklärung: Orientierung am Himmel, Sternenhimmel - Wie findet man Polaris?

Fängt man gerade an, so ist der Himmel vor allem eines: Riesig und voller Sterne. Und ungeordnet.
Ein endloses Sternenmeer.
Doch es gibt Methoden sich zu orientieren, um Sternbilder, aber auch Objekte wie den Orionnebel oder die Andromedagalaxie zu finden.
Die absoluten Grundlagen möchte ich Dir in
diesem Artikel vermitteln. Basics, die Du für immer brauchen wirst. Und das in einer für Anfänger leicht verständlichen Sprache.

Anmerkung

Hat Dir mein Artikel gefallen? War er hilfreich? Hast Du Fragen oder Verbesserungsvorschläge?
Schreib mir einfach einen Kommentar. Denn darüber freut sich jeder Blogger und evtl. hilft Deine Anmerkung auch anderen.
Ein ‚Like‘ auf Facebook oder in anderen Netzwerken wird ebenso gern gesehen. So kannst Du dem Autor (das wäre also ich) für seine Bemühungen danken. Wenn Du magst kannst Du mich auch bei Instagram besuchen.

Auch kannst Du mich persönlich etwas fragen. Das geht am besten über “Nachricht senden” bei Facebook oder auch über das Kontaktformular hier auf der Seite. Ich bin sehr bemüht Dir ausführlich, konkret und zeitnah zu antworten. Aber ich schaffe es leider nicht immer.

Vielleicht hast Du gemerkt, wieviel Zeit, Leidenschaft, Energie und auch Kosten ich in diese Seite stecke, die Dir helfen soll, Dein Foto des Sternenhimmels zu erstellen. Du kannst mich gerne unterstützen. Wie steht hier.
Für den Fall, dass Dir meine ganzen Artikel und Berichte wirklich etwas bedeuten, Du viele Informationen gefunden und nun das Gefühl bekommen hast, dass das alles für Dich einen echten Wert hat, so kannst Du mir tatsächlich etwas spenden. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahung ob das funktioniert und ob jemand bereit ist einfach so echtes Geld als Dankeschön für kostenlose Information zu spenden. Aber falls Du mir etwas zukommen lassen willst, dann darfst Du gerne auf diesen Button drücken. Wie wenig Du spenden willst, bleibt natürlich Dir überlassen. Allerdings zahle ich wohl eine Gebühr von 35 cent je Spende.:

 




Anmerkung, die zweite

Möglicherweise ist Dir aufgefallen, dass manche Links ins Leere laufen. Tut mir leid, dass ich Dich da enttäusche. Diese Seite gibt es zwar schon ewig, aber sie ist genauso ewig im Auf- und Umbau.
Es ist ständige etwas im Entstehen: Wie bei einem Buch, zu dem immer wieder neue Kapitel hinzu kommen.
 

16 Gedanken zu „Die Milchstraße fotografieren lernen“

  1. Heute Nacht gehe ich das erste mal los um die Milchstraße zu fotografieren. Freu mich schon. Vielen Dank für die Tippsauf deiner tollen Seite.
    LG
    Horst

    Antworten
  2. Hallo
    Ein Arbeitskollege hat mir den Tipp gegeben, mich mal auf dieser Site “Sternenhimmel-fotografieren” umzuschauen.
    Vorgängig hatte ich mir schon ein Buch gekauft. Deine Ausführungen decken sich fast mit dem Buch. Ich werde mich in Teil 2 + 3 vertiefen und bedanke mich auf diesem Weg für diesen Kursus und den persönlichen Einstellungen sowie Bekanntgabe Deines Equipments. So ist jeder in der Lage, das gleiche im 1:1 Massstab ab zuarbeiten.
    gruss
    Renato

    Antworten
    • Hallo Renato,
      freut mich, dass Du hier her gefunden hast.
      Ich nehme an, Du hast das Buch von Katja?
      Ich habe nun schon mehrfach gehört, dass es in vielen Punkten Ähnlichkeiten zu meiner Seite aufweist. Meine Seite entstand jedoch ein knappes Jahr bevor das Buch am Markt erschien.
      “Lustigerweise” ist sogar die Anleitung für die Erstellung eines 360° Panoramas, die ich hier zuerst veröffentlicht habe, und die im Buch am selben See fotografiert worden…

      Viel Erfolg beim Fotografieren der Sterne!

      Antworten
  3. Was der Autor dieser Webseite hier an Wissen, Tipps und Tricks zusammengetragen hat, ist einfach unglaublich.

    Ich habe schon viele Seiten besucht, die den interessierten Fotografen mit Infos zu allen
    möglichen Bereichen der Fotografie versorgen. Aber noch nie habe ich eine so allumfassende
    Sammlung von Infos zu einem Thema gesehen, wie auf dieser Website.

    Dies in Kombination mit dem lockeren und angenehmen Schreibstil des Verfassers machen
    das Lesen zu einem Vergnügen und lassen mich immer wieder einen Blick auf die Homepage
    werfen.

    Danke dafür & viele Grüße : )
    christian

    Antworten
  4. Hey,

    danke für diesen tollen Grundkurs. Ich bin begeistert und würde deine Seite jederzeit weiterempfehlen. Nicht nur, dass alles super strukturiert und damit gut zu verstehen ist, ich finde die zugehörigen Bilder super!

    Es ist schön, dass du die Vorgehensweise in einfachen, klaren Worten ausdrücken kannst. Viele Profis sind dazu leider nicht in der Lage. Bisher bietet dein Blog mit Abstand die besten Informationen und Tipps, die ich im Netz gefunden habe. Dein Schreibstil ist ehrlich, authentisch und absolut sympatisch.

    Jetzt werde ich mal wieder auf deinem Blog rumstöbern 🙂

    Viele Grüße,
    Caro

    Antworten
  5. Ein ganz dickes Danke für diese wunderbare Seite und die geballte Ladung an Wissen und Tricks!
    Ich kann gar nicht mehr aufhören zu lesen :-).
    Herzliche Grüße,
    Eva

    Antworten
  6. Toller Beitrag, werde ab Sonntag in Norwegen mal einige Fotos schießen – i hope so. Aktuell kann ich mich jedoch immer noch nicht entscheiden welches System (Canon, Nikon oder Lumix) ich in den Koffer packen soll *lacht*
    LG
    Blog-Monster

    Antworten
  7. Vielen vielen Dank für deine Einsteigerguides!
    Ich fahre bald nach Norwegen und hoffe, dass ich da das ein oder andere einsame und dunkle Fläckchen finde. Mal sehen was bei meiner Alpha5100 und dem Kitobjektiv (16-50 mm) rumkommt. Bin aber schon sehr gespannt.
    Besten Dank auch für die Veröffentlichung deiner Ausrüstung und wie du was genau in der Postproduktion der Bilder machst.
    Eine Spende ist schon rausgegangen und ich hoffe, dass du weiterhin so sehr an deiner Webseite arbeiten kannst.

    Besten Gruß aus Hamburg und weiterhin viel Erfolg!

    Antworten
  8. Hey, ich habe alle so wie du es beschrieben hast befolgt ich benutze eine Sony alpha 58 mit einem DT 4-5.6/55-200SAM Objektiv. Vielleicht hilft das auch noch weiter da steht noch 0.95m/3.2ft. Wie ich gelernt habe muss ich 500 ÷ 0.95 rechnen und ich komme auf eine Belichtungszeit von 526 Sekunden. Aber wenn ich so wie jetzt ebend die Kamera in den nachthimmel zeigen lasse sind da nur rot/schwarze Ameisen also so wie man das vom sernsehen kennt wenn man kein Empfang hat. Ich kann nicht abdrücken weil er nichts findet weißt du was ich machen kann ich habe alles ausprobiert mit blenden Öffnung und belichtung etc aber ich bekomme es einfach nicht hin.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir antwortest und dir meine Infos geholfen haben.
    Mfg Lucca

    Antworten
    • Hallo Lucca.
      Also:
      Dein Objektiv hat
      – eine Brennweite von 55 bis 200 mm
      – eine maximale Blendenöffnung von 4 (bei 55) bzw. 5.6 (bei 200)
      – die Naheinstellgrenze beträgt 0,95 Meter (d.h. es kann nur sachen Scharf abbilden, die mindestens 0,95 meter weit weg sind)

      Die Formel für eine ungefähre Belichtungszeit lautet
      500/Brennweite/Crop = Belichtungszeit
      Hast eine Crop-Kamera, darum musst Du das mit einberechen.
      So gilt für Dich: 500/55mm/1,5 = 6 Sekunden.

      Du kannst also ungefähr 6 Sekunden lang belichten, damit die Sterne noch scharf bleiben.

      Wie solltest Du jetzt vorgehen:
      – Alls auf manuell
      – Dann am besten schon tagsüber (weil das recht einfach ist) etwas (mit Liveview) das sehr weit weg ist, scharf stellen (und nicht mehr verstellen!) Dabei das Objektiv natürlich schon auf 55 mm einstellen
      Nachts dann:
      Kamera auf Stativ, für den Anfang z.b. auf den großen Wagen ausrichten. Belichtungszeit 6 Sekunden wählen und ISO einfach mal für den Anfang auf 1600 oder vielleicht zum testen auch auf 3200.
      Dann ein Foto machen.
      Jetzt solltest Du in jedem Fall Sterne auf dem Foto haben.

      Ich hoffe sehr, dass Dir das weiterhilft.
      Alles gute und viel Erfolg!

      Antworten
  9. Ich bin so aus Zufall über deine Seite gestolpert als ich im Internet etwas gestöbert habe.
    Mir gefällt dein vorgehen sehr gut und nun möchte ich mich auch mal an dem Thema versuchen.
    Leider ist es in den letzten Tagen nur bewölkt so das ich mich noch etwas in Geduld üben muss.

    Auf jeden Fall weiter so.
    Gruß Fred

    Antworten
    • Hallo Fred.

      Danke für Deine freundliche Rückmeldung.
      Das spornt mich immer an.

      Ich drück Dir (und mir und allen anderen) die Daumen, dass der Himmel bald mal wieder aufklart.

      Antworten
  10. Guten Tag,
    letzte Nacht habe ich eine ersten Versuche gemacht.
    Brennweite 70 mm/Blende 5.6.
    Dabei habe ich 250 Bilder mit je 20 Sekunden gemacht, die Sony a7 iii kann das selbständig.
    Aus dem Hotelzimmer waren ein paar Sterne zu sehen, aber keine Milchstrasse

    Mir war klar, dass das nicht zu guten Resultaten führt.
    Die Sterne waren knapp akzeptabel hell, sie wurden ca. doppelt so lang, wie sie sein sollten.
    Egal, ich wollte es ausprobieren, ich habe dabei ein paar Sachen gelernt.
    nächste Nacht werde ich das Samyang F2.8/14 mm nehmen und es auf die Milchstrasse ausrichten.
    Ich habe zwar eine Nachführung, konnte mich aber noch nicht damit befassen.
    MaW ich habe keine Ahnung, wie sie funktioniert.

    Ich werde daraus einen Film machen und hoffe, dass er besser wird als der von letzter Nacht.

    Antworten
    • Hallo,

      klar, dass die Sterne bei 70 mm und 20 Sekunden zu Strichen werden.
      Ohne Astrotracker/Nachführung sind da nur so 5 bis 8 Sekunden möglich.

      Einfach weiter üben und mal die Nachführung in Betrieb nehmen.
      Dann wird das immer besser! 🙂
      Viel Erfolg!

      Antworten
  11. Ich wusste vorher, dass da nicht wird, ich konnte einfach nicht warten.
    Mit dem Weitwinkel wäre die Hälfte des Bildes der Fensterrahmen.
    Heute Nacht werde ich Stativ, Kamera und Weitwinkelobjektiv auf den Parkplatz stellen.
    In Bergdörfern wird eh nichts geklaut.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar