Wie schnell so ein Jahr doch vergeht…
…doch gleichzeitig erscheint es im Rückblick vielfältig und ereignisreich.

(Mein) astrofotografischer Jahresrückblick in (vielleicht) 4 Teilen

 
Hier gehts zu Teil 1

Jahresbericht Astrofotografie Sternenhimmel-fotografieren 2018 Teil 1
 
 
 
 
 
 

Teil 2

April

Der Frühling ist da!




Mit dem April kam der Frühling, ja fast sogar der Sommer. Nach der heftigen Frostperiode im März, während der der Winter nochmal zeigte, was in ihm steckt und deren kalte Nachwirkungen fast genau bis Ostern reichten, brach die warme Jahreszeit mit einer unverhofften Vehemenz herein. Praktisch von einem auf den anderen Tag wurde es schön und warm:
Während es an Karfreitag noch schneite und das Eiersuchen am Ostersonntag bei 5° und heftigem Regen in der Wohnung stattfinden musste, zeigte am Ostermontag, den 2. April die Sonne mit 18° erstmals wieder welch Kraft in ihr steckte. Vermeintlich ein einziger warmer „Ausrutscher“. Doch auch der nächste Tag blieb schön und warm. Ebenso der darauffolgende und der danach. Es schien kein Ende zu nehmen.
Über Nacht erwachten die schlafenden Blumenzwiebeln und täglich wurde es wärmer. So erreichten die Temperaturen bereits Mitte April Werte von über 25° und die Natur explodierte förmlich. Blumenzwiebeln und Ahornblüte, die für gewöhnlich wochenlang auseinander liegen, erfolgten zeitgleich. Die Forsythienblüte, normalerweise erste große Blüte des Vorfrühlings, erschien nur etwa 10 Tage vor dem Austrieb der Buchen, der normalerweise das Ende des Hauptfrühlings Wochen später einläutet.

Vielleicht erinnerst Du Dich mit diesen Zeilen an den fantastischen Frühling 2018, der bereits in der dritten Aprilwoche, gerade einmal 21 Tage nach dem letzten Schneefall 30° im Südwesten Deutschlands brachte und alle Frühlingsgewächse gleichzeitig blühen ließ.

Hier in Bayern blieb der „April-Sommer“ bis zum 01. Mai, an dem es zum ersten Mal nach 4 Wochen wieder nennenswert regnete.

Dieses Wetter, das jedem Menschen das Herz aufgehen lässt, war für Astrofotografen natürlich grandios. Die ersten drei Monate des Jahres hatten zwar auch wunderschöne, klare Nächte bereit gehalten, diese waren aber von strengem Frost gekennzeichnet gewesen.
Und nun war es plötzlich wieder möglich, auch in den Alpen bei teils zweistelligen Plus-Graden, sogar in den Morgenstunden zum Milchstraßenaufgang, frostfrei zu fotografieren. Eine wirkliche Erleichterung!

 
 
April #1 – Hohenpeißenberg, zweiter Anlauf
Den ersten (überwiegend vergeblichen) Ausflug unternahm ich bereits am 08. April.

Wie bereits erwähnt, hatte mir Flo seinen Star Adventurer mini für Tests überlassen. Bisher hatte ich das Gerät nur für klassische Deep-Sky-Aufnahmen verwendet und bereits angefangen, den Testbericht zu schreiben. Beim Lesen des Handbuchs war mir klar geworden, wie vielfältig und teils einzigartig die Zeitraffer-Fähigkeiten sind, die dieses Gerät praktisch als Bonus mitbringt.
Natürlich wollte ich sie testen.
Eine ehemalige Bodenfunkstation im Alpenvorland schien mir ein geeigneter Ort zu sein und nebenbei hoffte ich, einen ersten Eindruck des LX2 zu erhalten. Der Omegon Minitrack LX2, wie das Gerät mit vollem Namen heißt, ist eine stromlose, genial-einfache Nachführung, die eigentlich jeder ambitionierte Astrofotograf kennen und immer in seinem Fotorucksack haben sollte. Ich hatte sie an diesem Tag in der Post gefunden und war natürlich gespannt, was mit dem kleinen Gerät möglich sein würde.
Zwei Testgeräte und somit zwei gute Gründe, auch bei nicht idealen Bedingungen raus aufs Land zu fahren. Aufnahmen des Milchstraßenzentrum würden allerdings nicht möglich sein, da der Mond etwa 10 Tage vor Neumond mitten in der Nacht direkt in der Milchstraße aufgehen würde.

Die Bodenfunkstation befindet sich nicht direkt an einem absolut dunklen Ort, aber von meinem letzten Besuch vor rund 2 Jahren meinte ich mich erinnern zu können, dass die Dunkelheit zumindest ausreichend war – eine Täuschung wie sich später herausstellte.
Aber zunächst testete ich die Zeitrafferfähigkeit des Star Adventurer mini noch während der Dämmerung.
Als es richtig dunkel geworden war, erkannte ich, dass es eben nicht richtig dunkel geworden war. Zu sehr erhellten die umgebenden Ortschaften den Himmel.
Warum ich den Ort dennoch aufgesucht habe, zeigt dieses Bild: Die Szenerie ist für Astrofotografie perfekt geeignet:

 

 

Nachdem ich hier nichts mehr ausrichten konnte oder wollte, entschied ich, die 25 Minuten Fahrt zum ungeliebten Hohenpeißenberg in Kauf zu nehmen. Dort gefällt es mir zwar nicht besonders gut, aber der Ort erschien mir als die sinnigste Lösung, um den LX2 doch noch unter einigermaßen akzeptablen Bedingungen zu testen.
Auch hatte ich mir von einem befreundeten Fotografen das Canon 200 mm und einen 2x Extender ausgeliehen, um den SA mini an seine Grenzen zu bringen, was auch gelang. Denn ein scharfes Foto mit dieser Brennweite war mir nicht möglich.

Scharfe Fotos (also punktförmige Sterne) mit dem LX2 hingegen schon. Um mich langsam ranzutasten, entschied ich mich für 85 mm – eine Brennweite, die dieses kleine Gerät in jedem Fall meistern sollte, wenn es sein Versprechen halten wollte. Und so kam es auch und ich konnte mit dem ersten Testbild des Geräts nach Hause fahren: Die um diese Jahreszeit fast unvermeitlichen Nebelgebiete im Schwan.

Nebelgebiete im Sternbild SchwanNebelgebiete im Sternbild Schwan im All, Schleierwolken am Himmel. Noch viel zu horizontnah und ‚abgesoffen‘ im Dunst und der Lichtverschmutzung. Aber: Runde Sterne im ersten Test. Canon 550Da – 24×60 Sek.

Leider war die Nacht in weiten Zügen dann doch von Schleierwolken geprägt, sodass ich die meisten Rohbilder verwerfen musste.
Eine Woche später sah die Sache dann aber ganz anders aus.
 
Wahrlich schlechte Bedingungen für einen Testlauf: Licht + Wolken.
 

April #2- In den bayrischen Alpen

Ich nutzte vier (3,5) klare Nächte (13. + 14. und 18. + 19.04) rund um Neumond, um an meinem Lieblingsort in den bayrischen Alpen zu fotografieren. Ich war seit einem Jahr nicht mehr dort gewesen, obwohl dieser Ort der dunkelste (21,6 mag) und friedlichste ist, den ich (in vertretbarer Entfernung) kenne. Doch leider regelmäßig von bodennahen Nebel bedeckt. Ich musste in den letzten Jahren bereits mehrfach unverrichteter Dinge wieder fahren oder Nächte abbrechen, da Nebel aufzog.
Dieses Mal schien wirklich alles zu passen: Neumond, ein klarer Himmel und noch dazu relativ warme Temperaturen, die in keiner Nacht unter den Gefrierpunkt fielen.
Für mich war das besonders glücklich, wollte ich doch den mehrfach erwähnten Star Adventurer mini weiter testen. Zusätzlich hatte ich mit dem LX2 seit einer guten Woche einen weiteren Astrotracker, der ebenfalls ersten richtigen Tests unterzogen werden sollte.
Hinzu kam, dass mich schon seit einem ¾ Jahr ein Dokumentarfilmer begleiten wollte. Doch bisher hatten wir vier (er, das Wetter, der Mond und ich) nie einen gemeinsamen Termin gefunden.

1. Nacht
Die erste Nacht vom 13. auf den 14. April fand direkt zu Neumond statt. Mit etwas Sorge angesichts der immer hohen Nebelgefahr fuhr ich in die Berge. Im Alpenvorland hatte es an diesem Tag einige Gewitter gegeben, was mir aber nicht bewusst gewesen war und erst klar wurde, als ich die feuchten Straßen und die Nebelbänke über den Wiesen wahrnahm. Oje! Wenn es hier bereits so neblig war, wie stark würde der Nebel dann erst an meinem anvisierten Ort sein? Gegen jede Vernunft fuhr ich weiter. Und tatsächlich: Je näher ich den Alpen kam, desto trockener wurde es. Mit etwas Glück war der Nebel nur ein lokales Phänomen nach dem Regen.
Als ich meinen Lieblingsplatz erreicht hatte, war die Luft tatsächlich trocken und es schien, als würde es zumindest vorerst so bleiben.
Zunächst bekam der Star Adventurer mini ein weiteres Mal die Aufgabe zugewiesen, einen bewegten Zeitraffer zu erstellen. Kurz darauf baute ich den Minitrack LX2 auf – anfangs nur mit 85 mm, wagte ich später den Versuch, das Gerät mit 135 mm etwas tiefer ins All blicken zu lassen. Eine Aufgabe, die nicht nicht zu den „Kernkompetenzen“ dieser winzigen Montierung zählt. Doch auch diesen Test meisterte das Gerät; wenngleich nicht mit den Belichtungszeiten, die große motorbetriebene Reisemontierungen wie der Star Adventurer (oder auch sein kleiner Bruder, der mini) erreichen können.
Aber dennoch war ein gelungenes tiefes Bild des Schmetterlingsnebels im Schwan entstanden:
 
2D Projektion eines 360°-Panoramas – Omegon Minitrack LX2 – Canon 6D – 35mm. Aus über 100 Fotos.
 
Um 3 Uhr packte ich den LX2, den Star Adventurer mini und die Vixen Polarie zusammen mit drei Kameras und drei Stativen und begab mich auf eine kleine Wanderung zu einem (fast) ausgetrockneten Bachbett. Hier hatte ich nicht nur eine hübsche Szenerie, sondern im Einschnitt zwischen zwei Bergen auch den perfekten Blick auf das Milchstraßenzentrum.
Der SA mini sollte seine zweite Zeitraffer-Fähigkeit („nachgeführte Standbild-Zeitraffer“), eine Spezialität dieses Geräts, unter Beweis stellen. Der LX 2 sollte zuerst mit 50 mm eine Aufnahme der zentralen Region im Schützen erstellen und danach mit der 6D und meinem genialen Samyang 35 mm Objektiv mal wieder ein ein nachgeführtes 360° Panorama anfertigen.
Abgesehen davon, dass ich nur zwei Objektivheizungen dabei hatte und die Luftfeuchtigkeit in der Nähe des Bachs am frühen Morgen doch ein Objektiv zutauen ließ (die 85 mm Linse auf der Vixen Polarie), funktionierte alles reibungslos.
Hier zwei Bilder:

 
Test, Erfahrungsbericht, Omegon Minitrack LX2 - Milchstraße im Karwendel, BayernAusschnitt aus einem 360°-Panorama, erstellt mit 35 mm. Das vollständige Panorama umfasst etwa 110 Einzelfotos. Nachgeführt mit dem Omegon Minitrack LX2

Ins Bild klicken und Maus bewegen.

 
50 mm Aufnahme im Zentrum der Milchstraße – Nachführung mit Omegon Mini Track LX2
10×60 Sek. (Himmel) 2×120 Sek (Berge) ISO 1600, Canon 550Da
Vordergrund wurde direkt im Anschluss an selber Kameraposition fotografiert – die Proportionen stimmen.

 

Glücklich fuhr ich am nächsten Tag zurück nach München, überspielte die Bilder und schlief mich aus.
Am Abend holte ich den Dokumentarfilmer ab, der sich einen ersten Eindruck verschaffen wollte. Der Wetterbericht sah erneut großartig aus. Alle Anbieter waren sich einig: Erst ab 7 Uhr in der Früh sollte eine Bewölkung aufziehen.

2. Nacht
Die gemeinsame Fahrt war schon recht lustig und unterhaltsam. Normalerweise bin ich immer alleine unterwegs, eine Begleitung ist da schon ein außergewöhnliches Ereignis.
Als wir den anvisierten Ort erreichten, der gleiche, an dem ich die letzte Nacht verbracht hatte, sah alles fantastisch aus. Nach einem Kaffee und weiteren Gesprächen machte ich mich daran, das erste Gerät, den Minitrack LX2, aufzubauen.
Eigentlich lief alles wie immer. und doch war etwas anders: Ich war verkabelt. An meinem Gürtel hing ein Funksender, an meinem Kragen war ein kleines Mikrophon befestigt und zwischen beiden schlängelte sich ein Kabel.
Es war nun nicht so geplant, dass in dieser Nacht „richtige“ Aufnahmen entstehen sollten, vielmehr war es eine Art Kennenlernen. Nicht zwischen uns, denn wir kennen uns seit vielen Jahren. Nein, vielmehr wollte Alex, der Dokumentarfilmer, einfach einmal die ganze Situation beobachten. Er wollte herausfinden, wie ich arbeite und gleichzeitig erste kleine Testaufnahmen anfertigen.
Leider war das in dieser Nacht das einzige, was funktionierte. Relativ bald und unvorhersehbar zogen Schleierwolken auf, die immer dichter wurden.
Hauptziel der Nacht wäre die Milchstraße in den frühen Morgenstunden gewesen, doch ab 2 Uhr wurde immer deutlicher, dass das nichts mehr werden würde.
So brachen wir ab und fuhren zurück in die Heimat. D.h. ich fuhr, während meine Begleitung seelig auf dem Beifahrersitz schlief. Nicht jeder ist so lange Nächte gewöhnt.
Ich lieferte ihn etwa um 5 Uhr zu Hause ab und fiel dann selber gegen 6 Uhr in die Federn.

Bilder habe ich von dieser Nacht nun keine. Dennoch war es keine verlorene Zeit: Eine Nacht mit einem Freund, ohne die Ablenkung von Internet und umgeben von Dunkelheit, ist ebenso wertvoll und hat uns schöne Gespräche beschert.

3. Nacht
Bereits wenige Tage später fuhr ich erneut los und wieder sollte es ins Grenzgebiet Bayern/Tirol gehen. Die Entscheidung fiel sehr spontan, sodass ich erst nach Mitternacht ankam.
Noch wusste ich es nicht, aber diese und die folgende Nacht wurden fantastisch.

In diesen Nächten sollte der „Meteorstrom der Lyriden“ erscheinen, laut Medien „tolle Sternschnuppennächte mit dutzenden von Sternschnuppen je Stunde“.
Obwohl mir klar war, dass das nicht stimmen würde, wollte ich mein Glück dennoch versuchen; die ein oder andere sollte sich doch erwischen lassen.
Aus diesem Grund war die erste Kamera, die ich aufstellte, eine Canon 7D mit 14 mm Brennweite. Die Vixen Polarie sollte die Kamera über einen langen Zeitraum auf das Sternbild Leier (Lyra) richten, sodass der Radiant (der scheinbare Ursprungspunkt) der „fallenden Sterne“ dauerhaft im Bildfeld bleiben würde.
Das Ergebnis ist allerdings noch schlechter als befürchtet: Ich habe zwar ein paar wenige Leuchterscheinungen auf den 223 Bildern, die über einen Zeitraum von 4,5 Stunden entstanden. Aber keine einzige würde ich eindeutig als Sternschnuppe identifizieren.
Den Bildausschnitt im folgenden Foto wählte ich. Hätte es Sternschnuppen gegeben, sie wären mit Sicherheit zu sehen gewesen.

Vega inm Sternbild Lyra Leier14 mm im Sternbild Leier.

Nachdem dieses Gerät lief, waren die beiden Testgeräte an der Reihe:
Der SA mini durfte mit 135 mm die Region um den Elephantenrüsselnebel im Sternbild Kepheus ablichten, der LX2 mit 85 mm dasselbe Objekt.
Ausgewählt habe ich diese Himmelsregion mehr aus „Verzweiflung“ denn aus Überzeugung; der Kepheus ist wahrlich kein Frühlingsobjekt und viel zu horizontnah.
Aber – das muss man so klar sagen – für Objektiv-Fotografen ist der Frühling einfach die schlechteste Jahreszeit. Die Auswahl an geeigneten Deep-Sky-Objekten ist sehr gering. Entweder stehen sie nur knapp über dem Horizont oder gehen erst spät in der Nacht auf. Teleskop-Besitzer hingegen können sich überhaupt nicht entscheiden, welche der tollen Frühlings-Galaxien sie fotografieren möchten.

Zum Morgen hin erstellte ich dann mit dem LX2 erneut ein Panorama der Milchstraße. Genauer genommen sogar zwei.

Mein Lieblingsbild dieser Nacht ist aber ohne jeden Zweifel das folgende.
Ein Einzelbild, das zwei Dinge deutlich macht:
– Dunkelheit, also ein richtig dunkler Himmel, ist „die halbe Miete“.
– Der LX2 ist unfassbar praktisch.
Dank der simplen Nachführung war, absolut kinderleicht, eine relativ lange Belichtungszeit möglich, die noch viel mehr aus dem dunklen Himmel herausholt. Keine andere Nachführung kann so einfach im Fotorucksack verstaut werden und den geneigten Astroknipser auf Wanderungen zu entlegenen Orten begleiten.

Die Aufnahme ist ein einzelnes Einzelbild (eigentlich unsinnige Doppelung, aber ich will klar machen, dass der Vordergrund nicht extra fotografiert wurde).
Canon 6D mit 60 Sekunden Belichtungszeit.
Der Vordergrund ist aufgrund der Nachführung schon leicht unscharf, was aber dank des weiten Blickwinkels von 35 mm nicht sonderlich auffällt.
Ohne Nachführung wären allenfalls 10 bis 12 Sekunden möglich gewesen. Bei 60 Sekunden wären die Sterne (Erdrotation!) zu etwa 4-facher Länge verzerrt.

Um Eure Neugier zu befriedigen, zeige ich zusätzlich noch das Rohbild aus der Kamera.
Wie ich solche Milchstraßenbilder in Lightroom entwickle, habe ich in zwei Schritt-für-Schritt Anleitungen (oder modern: Tutorials) dargestellt.

 
Das Rohbild – Screenshot aus Lightroom. Keinerlei Entwicklungseinstellungen.
 

 
Das fertige Ergebnis. Ein Einzelbild mit 60 Sekunden Belichtungszeit und 35 mm
 

4. Nacht
Nachdem ich die letzten drei Nächte an derselben Stelle verbracht hatte, wurde es Zeit, mir ein anderes Motiv zu suchen. Ich überlegte lange, sehr, sehr lange und konnte mich nicht recht entscheiden.
Im Voralpenland gibt es eine ganze Reihe von Seen, die sich prinzipiell als hübsche Vordergrundmotive anbieten. Doch leider ist dort die Chance sich in Touristenmassen wiederzufinden, die nachts achtlos durchs Unterholz turnen relativ groß. Es gibt immer wieder Zeitgenossen, auf der Suche nach „dem perfekten Spot, wie bei Instagram“ jegliche Gefahr ausblenden, und Rücksicht vermissen lassen. Hinzu kommt die immer gegebene Nebelgefahr am Wasser.
Da aber eine knappe Woche nach Vollmond die Himmelslaterne noch recht lange scheinen würde, hatte ich keinerlei Zeitdruck. Nach langem Hin und Her bzw. Für und Wieder entschied ich an einen Stausee zu fahren.

Neben einem (mal wieder nicht gut gelungenen) 135 mm Bild der Antares-Region und einer erstaunlicherweise trotz widriger Bedingungen gelungenen Aufnahme von „Herz und Seele“ (horizontnah, in der Lichtverschmutzung, hinter fiesen Schleierwolken) gelang mir als Abschluss dieser Neumondphase ein persönliches Meisterwerk.
Klar, die Einschätzung, ob ein Bild gut oder sogar sehr gut ist, kann schwer objektiv vorgenommen werden. Persönlich bin ich mit dem Ergebnis jedoch mehr als zufrieden.

Ich hatte bereits vor einem knappen Jahr mal ein Panorama direkt in der Mitte einer Straße aufgenommen und fand den Effekt recht spannend. Da hier, mitten in der Nacht, kaum ein Auto zu erwarten war, wollte ich es erneut versuchen. Als Standpunkt hatte ich mir den zentralen Punkt der Brücke überlegt, die den Stausee quert. Mein Leben ist mir viel wert, keine Sorge. Ich war mir absolut bewusst, dass ich ggf. die Straße hätte verlassen müssen. Und es war absolut klar, dass ich ein Auto nicht hätte übersehen können: Eine stockdunkle und flüsterleise Nacht wird von einem lärmenden Auto mit Fernscheinwerfen garantiert rechtzeitig und unverkennbar gestört.
(Vor über einem Jahr, im März 2017, habe ich auf dieser Brücke übrigens schon einmal ein Panorama gemacht. Damals aber aus Verzweiflung, da mein Lieblingsort in Wolken und Nebel versank und auch nur aus 5 schnellen 14 mm Hochkantaufnahmen).

So sah das aus. Schnelles Pano aus dem März 2017:
 
Hochkant-Panorama – 14 mm
 

Aber:
Als ich nun, 1,5 Jahre später, auf die Brücke ging, sah ich die Spiegelung der Milchstraße im Wasser. Ein wunderschöner Anblick. Trotz einiger (berechtigter) Bedenken stellte ich daher das Stativ nicht auf die Straße, sondern direkt an die Brüstung, was mir das Zusammensetzen des Panoramas später gehörig erschwerte.
Die immer wieder lohnenswerte Kombination aus Canon 6D und Samyang 35 mm sollte auch heute erneut zeigen, was möglich ist.

 
Mein kleines Meisterwerk – 35 mm Panorama mit Canon 6D, nachgeführt mit dem LX2
 

Hier noch die interaktive 360°-Version:

April 2018 Ins Bild klicken und Maus bewegen.

Jede Astronacht endet – manch eine schenkt zum Abschied einen goldenen Morgen.

 
Der Morgen bricht an und die Sterne verblassen.

 
Als das Panorama endlich im Kasten war, graute der Morgen und die Sterne verblassten. Ich baute den SA mini ab, der die letzten gut 2 Stunden den Skorpion fotografiert hatte – auch dieses Mal vergeblich. So toll ich diese Region auch finde, so sehr hat sich da inzwischen eine Hassliebe entwickelt. Bisher ist noch jeder Versuch mehr oder minder gescheitert.

Nachdem alles im Bus verstaut war, genoss ich noch ein letztes Mal die Ruhe, bevor ich mich aufmachte und die Idylle verließ, während die Sonne langsam aufging.

 
Ein letzter Blick… Zeit schlafen zu gehen.
 

Und auf der Website?

Am ersten April-Wochenende veröffentlichte ich den Artikel zum Sternbild Schwan.
Meine Sternbildbeschreibungen sind wohl die ausführlichsten und arbeitsintensivsten Berichte auf dieser Seite – aber auch die, die mir mit am meisten Freude bereiten.
Die Recherche der antiken Sagen, die in verschiedenster Form vorliegen und das Erschaffen einer in sich schlüssigen Geschichte, ist für mich einfach toll und ich freue mich jedes Mal, wenn die Story dann fertig geschrieben ist. Aber auch die Auswahl der Himmelsobjekte, die auch hier notwendige Hintergrundrecherche und das ganz Drumherum ist für mich lehrreich und einfach unterhaltsam.
Wie viele Stunden Arbeit in so einem Artikel stecken, möchte ich allerdings lieber nicht wissen.

Jedenfalls erschien der Bericht pünktlich zum Aufgang dieses prägenden Sommersternbilds und kann hier nochmals gelesen werden:
 

Cygnus – der Schwan in der Milchstraße – ist das prägende Sternbild des Sommerhimmels. Mit weit ausgebreiteten Schwingen scheint er die Milchstraße entlang zu fliegen.
Pelikan-Nebel, Gottes Finger, Schmetterlings- und Cocoon-Nebel. Knochenhand, Nordamerika-Nebel und Dunkelzigarre. Emissions- und Reflexionsnebel, die Überreste einer Supernova, der seltene W-R-Nebel und verschiedene Dunkelwolken, Sternhaufen und viele nicht katalogisierte „Nebelfetzen“ laden immer wieder ein, dieses Sternbild zu besuchen. Ein reichhaltiger Artikel erwartet Dich!

 

 
 
 



Mai

Mai #1 – Peissenberg

Der Mai zeigte sich zunächst unbeständiger, was das Wetter anging. Hier im Süden gab es sogar geringfügigen Niederschlag.
Die wenigen für die Astrofotografie geeigneten Tage vor Neumond (sowohl hinsichtlich des Mondes als auch der Bewölkung) waren bei mir mit Arbeit gepflastert, sodass es nicht so schien, als würde sich eine Möglichkeit finden lassen zu fotografieren. Denn an den Tagen, an denen ich Zeit gehabt hätte, waren zu allem Unglück auch noch bewölkt.

Doch am 11. Mai schien es so, als hätte ich eine Chance. Abends um 23 Uhr konnte ich in der Großstadt „die Sterne“ sehen; also großstadt-typisch eine kleine Handvoll Sterne, aber es war eindeutig wolkenfrei. Ich packte schnell meine Sachen und fuhr 50 km aus der Stadt. Doch kaum hatte ich den schlimmsten Lichtkegel verlassen und mein Ziel erreicht, zeigte sich der Himmel von seiner ganzen Garstigkeit: Alles voller Wolken.
Noch wollte ich die Hoffnung nicht aufgeben und legte mich für eine Stunde schlafen. Doch auch dann, ebenso wie 30 Minuten vor dem Ende der Nacht, besserten sich die Bedingungen nicht.
Tja – wieder mal Pech gehabt und das nicht zum ersten Mal. Das ist leider ein wiederkehrendes Problem der städtischen Astrofotografen, die nur nach mehr oder weniger langen Fahrten auf’s Land einen brauchbaren Himmel vorfinden. Genauer bin ich auf dieses Dilemma im März 2017 eingegangen. In einem netten Bericht mit dem Titel Ich werf den ganzen Krempel weg und werd‘ Kaninchenzüchter.
Nachdem ich vor Ort noch einige Stunden Schlaf nachholte, erwartete mich natürlich ein ein sonniger Vormittag. Ich genoss noch etwas die blühenden Wiesen sowie den Blick in die Berge und fuhr heim.

Nun folgte dasselbe Spiel. Die kommende Nacht war die letze, die mir noch blieb.

Neumond würde zwar erst 3 Tage später sein und auch die Tage danach prinzipiell für Astrofotografie geeignet, aber mein Brotverdienst und mein private Verpflichtungen würden keine weitere Nacht ermöglichen.

Immer wieder betrachtete ich den Himmel, immer wieder checkte ich verschiedene Wetterdienste, Wolkenanimationen und Webcams. Einerseits bestand Hoffnung, dass es nach 23 Uhr hier oder da einen klaren Himmel geben würde; die Wetterdienste waren sich da eigentlich recht einig. Andererseits sah der Himmel, wann immer ich ihn aus dem Fenster oder mittels Webcam beobachtete, nicht gut aus. Die Wetterdienste änderten ihre Meinung mit der Aktualisierung um 17 Uhr nicht, aber auch der Blick aus dem Fenster verhieß, je näher die Nacht rückte, nichts gutes.
Um 21 Uhr waren zwar erste Sterne zu sehen, aber die Webcams in Richtung Berge zeigten immer noch zu viele Wolken. Auch hatte es im Alpenvorland geregnet und der Dunst war im Abendrot deutlich zu sehen. Zu allem Überfluss konnte ich in Richtung Süden auch noch Wetterleuchten/Blitze tiefer in den Bergen erahnen. (Ja, ich kann über 100 km bis in die Berge blicken. Zur Zugspitze sind es fast ganz genau 100 km in direkter Luftlinie und die kann ich oftmals sehr gut sehen).
Um 22 Uhr ging dann an meinem anvisierten Beobachtungsort auch noch ein Gewitter nieder, was, selbst bei wolkenfreiem Himmel, die Nebelwahrscheinlichkeit auf 100% anhob. Das würde heute Nacht und somit in dieser Neumondphase wohl nix mehr werden…

Doch um 23:30 Uhr packe es mich einfach. Ich wollte meine geringe Chance nutzen.

Die Webcam auf dem (ungeliebten) Hohenpeißenberg zeigte nur noch geringe Wolkenfetzen. Vor mir lag nun eine gute Stunde Fahrt und die Ungewissheit, ob ich nicht nur zum Schlafen auf diesen Hügel fahren würde.

 
„Meine“ Webcam um 23:10 Uhr. Nicht perfekt, aber besser als nichts.
 

Sobald ich die Autobahn verlassen hatte, suchte ich immer wieder den Blick Richtung Jupiter.
Wie bereits in einem anderen Artikel angemerkt, ist es aus einem fahrenden Auto weder einfach noch eine gute Idee, die Sterne zu bewundern. Nur ganz gelegentlich bietet sich die (sichere!!!) Möglichkeit, beim Berganfahren den Blick für einen Sekundenbruchteil an den Himmel zu richten. Ich war froh, jedes Mal die Sterne sehen zu können! (Don’t do this! Nur beim Bergauffahren, wenn der Himmel von alleine ins Gesichtsfeld kommt, kann man die Sterne sehen. Der Blick gehört auf die Straße!).

Um 00:35 Uhr hatte ich den Hohenpeißenberg erreicht. Ich stieg aus und blickte nach oben: Keine einzige Wolke!
Auf der Herfahrt hatte ich viel hin und her überlegt, was ich wohl fotografieren wollte, bzw. besser fotografieren können würde. Denn „wollen“ ist bei meinem gegebenen Equipment nicht unbedingt gleichzusetzen mit „können“. Wollen würde ich tiefe Aufnahmen von (beispielsweise) Sternhaufen anfertigen, aber das abgerockte Teleskop hielt mich mal wieder davon ab, mir den Stress für nur weniger als 3 Stunden Dunkelheit bei unklaren Wolkenbedingungen anzutun. So blieben mal wieder nur Widefieldaufnahmen und ein eiliges Panorama der Milchstraße:

Das erste Gerät, das seinen Job beginnen konnte, war die Vixen Polarie. „Warum immer tiefer gehen?“ hatte ich mir gedacht und somit beschlossen, mit 35 mm (ein Blickwinkel, der am Crop Sensor der 550Da etwa 50 mm KB entspricht), fast die ganze Nacht lang ins sommerliche Touristengebiet der Milchstraße zu halten. Mein Plan war es in dieser Nacht (und auch in hoffentlich bald folgenden) eine Aufnahme im Sternbild Schwan zu erstellen, die viele Stunden Belichtungszeit umfasst. Letztendlich brachte ich es in dieser Nacht allerdings nur auf eine Stunde Belichtungszeit. Der Grund steht weiter unten. Das magere Ergebnis enttäuschte noch mehr als befürchtet.

Um ehrlich zu sein, fand ich das Ergebnis so lahm, dass ich mir keine Mühe gab, es zu entwickeln und auch keine Lust empfand, weiterhin mit nur 35 mm zu belichten.
Zwar sind die typischen Schwan-Objekte wie der Nordamerika-Nebel, IC1318 rund um den Stern Sadr und sogar NGC6888 und der Veil-Nebula zu erkennen bzw. zu erahnen, aber dennoch ist mir die Auflösung einfach zu gering.

Mein Bild derselben Region mit 50 mm aus dem Jahr 2017 macht da schon weitaus mehr her. Daher zeige ich es hier anstatt des vermurksten 35 mm Fotos:

50 mm im Sternbild Schwan – 2017 in Zentralitalien fotografiert.
 

Als nächstes stellte ich meinen Star Adventurer auf und richtete ihn (mit der Canon 1100Da und dem genialen 135 mm Objektiv) auf die Region rund um Antares im Sternbild Skorpion. (Hatte ich bereits erwähnt, dass mich mit der Antares-Region eine Hassliebe verbindet? 😉 )
Beide Geräte ließen sich ausgesprochen schnell und gut einnorden und die Bilder zeigten auf Anhieb runde Sterne.

Was in dieser Nacht deutlich auffiel, war der Wandel am Himmel

Wie jeden Frühling findet der Übergang vom Frühlings- zum Sommerhimmel scheinbar enorm rasant statt, da sich hier zwei Effekte überlagern:
Einerseits gehen die Sommersternbilder immer früher auf und steigen höher hinauf. (Vier Wochen bedeuten am Himmel ungefähr 2 Stunden Verschiebung: Geht Objekt X im April noch um 1 Uhr auf, so ist das im Mai bereits um 23 Uhr der Fall).
Andererseits werden die Tage immer kürzer und die Nacht beginnt somit immer später. Jetzt Mitte Mai tritt die astronomische Nacht erst nach 23 Uhr (weiter im Norden noch später) ein.
Diese Kombination führt dazu, dass zu Beginn einer Astronacht die Sternbilder wie Schwan oder Skorpion „plötzlich“ direkt hoch oben am Himmel zu stehen scheinen, während man einen Monat zuvor noch lange Stunden auf sie warten musste. (Beginn der Dunkelheit um ~21 Uhr, Objekte aber erst um 1 Uhr gut sichtbar).
Genaueres zur Dämmerung habe ich in einem spannenden Artikel beschrieben:

Wann ist es dunkel - Gedanken zur DämmerungWann ist es wirklich dunkel ? Gedanken über die Dunkelheit: Von der bürgerlichen, nautischen und astonomischen Dämmerung – Vom Sonnenuntergang über die blaue Stunde bis in die Schwärze der Nacht – Astrofotografie im Sommer – die Zeit der hellen Nächte.

Erfahre wann die Nacht wirklich dunkel ist.

 

Einerseits bereitete mir das Freude: Der Schwan stand dank seiner bereits relativ hohen Stellung schon oberhalb der Lichtverschmutzung und der atmosphärischen Störeffekte und der Skorpion war während der gesamten Dunkelphase gut zu sehen. Auch war es ausgesprochen angenehm, dass es nicht kalt wurde. Erst zum Morgengrauen hin musste ich mir eine Jacke anziehen.

Andererseits wurde in dieser Nacht zum ersten Mal wieder so richtig (unangenehm) auffällig, wie kurz doch Sommernächte sind: Jetzt, Anfang bzw. Mitte Mai, dauert die astronomische und somit wirklich dunkle Nacht nur noch 4 Stunden und in den kommenden 2 Monaten wird sich diese Zeit noch weiter verkürzen; nördlich von Bayern wird es dann teils über Wochen hinweg überhaupt keine echte Dunkelheit mehr geben (siehe auch den oberhalb verlinkten Artikel).
Der Sommer hat zwar mit den Zentralbereichen der Milchstraße wunderschöne Schätze am Himmel zu bieten und warme Nächte steigern das Wohlbefinden deutlich. Aber die wenigen Stunden, die für die Sternenfotografie bleiben, dazu die im Sommer wesentlich häufigeren Niederschläge (Juni/Juli sind in Deutschland die regenreichsten Monate) machen es nicht gerade einfach, viel „Licht zu sammeln“. Mit ein Grund, warum ich die langen und klaren Winternächte, trotz der ungeliebten Kälte und den damit einhergehenden Beschwernissen, bevorzuge.

Während meine beiden Kameras nun vor sich hinknipsen, wollte ich nochmals, trotz der Lichtverschmutzung im Umkreis, eine Foto der Milchstraße über den Alpen aufnehmen. Das hatte ich ja bereits vor einigen Wochen gemacht und dabei festgestellt, wie schwer es war, den aufgehellten Vordergrund mit dem eigentlich guten und dunklen Himmel zu kombinieren. Damals war es eine „normale“ Aufnahme mit 35 mm gewesen. Diesmal wollte ich mit 50 mm ein kleines Teilpanorama anfertigen. Gerne hätte ich ein Rundumpanorama gefertigt, aber der Standort lässt das nicht zu. So entstand dieses Bild, das die Milchstraße vom Schwan bis hinab zum Schützen zeigt:

 
Canon 6D – 50mm.
 

Ende Mai (siehe weiter unten) erstelle ich dann auch einen kleinen Videoclip, der in groben Zügen erklärt, wie ich bei der Bearbeitung dieses Bildes vorgegangen bin.

Übrigens: Es ist dort tatsächlich lichtverschmutzt:

 
Canon 6D – Panorama – 50mm – LX2.
 

Zum Morgengrauen hin nahm ich noch zwei weitere Motive in Angriff. Lange Gesamtbelichtungszeiten waren in der Zeit vor dem Ende der astronomischen Nacht nicht mehr möglich, aber dennoch sollten zwei hübsche Bilder entstehen; so zumindest meine Hoffnung.

Der LX2 sollte die Canon 6D mit 50 mm einfach eine Zeit lang in Zentrumsnähe der Milchstraße nachführen, der Star Adventurer (weiterhin bestückt mit der Canon 1100Da und der Samyang 135 mm Linse) einfach einen Ausschnitt in der Nähe von M8 und M20 ablichten.

Das 50 mm Bild des Milchstraßenzentrums macht mich, u.a. in Anbetracht der oben gezeigten Lichtverschmutzung, schon ein wenig stolz. Auch wird deutlich, wie genial der Minitrack LX2 ist.
Vor allem zeigt es aber eins: Wunderschöne und eindrucksvolle Motive am Nachthimmel sind auch mit kleinem Equipment möglich.

 
Canon 6D ohne Modifizierung, Canon 50 mm f1.4 @f4, 52×30 Sek. – Objektbeschriftungen: Maus über Bild bewegen!

Bei Facebook hab ich etwas mehr über das Bild geschrieben und einige Vergleichsbilder angefügt:
Wie bereits erwähnt:
Meine Facebook-Seite ist offen und man muss kein Mitglied sein, um sie zu betrachten.
Einfach ganz oben auf „vor xx Monaten hinzugefügt“ klicken und der Beitrag wird mit allen Bildern angezeigt.

 
 
Die dunkle Nacht endete um 3:20 Uhr und spätestens ab 3:40 Uhr war der Himmel deutlich aufgehellt. Nur noch die hellsten Sterne strahlten am Himmel. Während ich packte, färbte sich der Himmel im Nordosten langsam leuchtend rot und in den Niederungen konnte ich kleine Nebelbänke sehen. Ein wunderschöner Anblick, doch leider war mein Standort denkbar ungeeignet für ein ansprechendes Foto. Das folgende gibt also nur einen schwachen Eindruck von der wunderschönen Morgenstimmung wieder.

 
Morgengrauen
 

Noch 80 km Fahrt und um Punkt 6 Uhr erreichte ich mein Bett. Dieses Mal hatte sich meine Risikobereitschaft ausgezahlt: Bereits der erste Blick auf die Fotos der Nacht zeigte mir, dass es richtig gewesen war, trotz der unsicheren Wetterprognose hinaus aufs (relativ) dunkle Land zu fahren.

Und auf der Website?

Lange hatte ich an dem Bericht gefeilt, in der Hoffnung meine Begeisterung für dieses kleine Gerät weiterzugeben. Andererseits auch mit dem Willen, möglichst alle Fragen zu beantworten und Einsteigern viele Tipps mitzugeben und Kniffe zu erläutern, die ich während meiner Testnächte als praktisch empfunden hatte.
So enthält der Bericht nun neben einer Beschreibung und vielen Bildern auch eine ausführliche Anleitung, wie der Einsatz am besten gelingt.
 

Test und Erfahrungsbericht Omegon Minitrack LX2. Beschreibung, Anleitung, Tutorial, Tipps, Tricks, sinnvolles Zubehör, VergleichDer Omegon MiniTrack LX2 ist eine gleichermaßen genial einfache wie auch beeindruckend praktische, stromlose astronomische Montierung. Ihr Haupteinsatzzweck liegt in der Nachführung weitwinkliger Astro-Landschaftsfotos bis hin zu leichten Telebrennweiten. Der rein mechanischer Aufbau, die durchdachte Konstruktion, das geringe Gewicht, der problemlose Einsatz und der geringe Preis heben diese Montierung aus der Masse hervor. Für einfache Astrofotografie abseits der Zivilisation gibt es kein vergleichbares Gerät. Hier mein Testbericht.

 

Und bei Youtube?

Zu Beginn des Jahres hatte ich mir einen Youtube-Kanal eingerichtet. Anfangs nur angedacht, dort meine Zeitraffer-Clips zu veröffentlichen, hat er sich mittlerweile doch ein bisschen weiterentwickelt und ist zu einem „richtigen“ 😉 Kanal geworden.
Eines der ersten guten und speziell dafür „gedrehten“ Videos beschreibt die Bearbeitung des oben gezeigten Panoramas.

 
 
 



Juni

Am 06. Juni sollte Alexander Gerst zum zweiten Mal einen 6-monatigen Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation antreten. Genau am Abend zuvor war das Wetter gut und die ISS sollte zu einer passenden Uhrzeit „vorbeigeflogen“ kommen. Grund genug, einen raschen Versuch zu wagen, die Raumstation als Panorama über der Stadt zu fotografieren.
Stadtbewohner sind ja hinsichtlich der Astrofotografie stark im Nachteil. Daher war die Frage, ob die ISS wirklich hell genug sein würde, nicht eindeutig mit Ja zu beantworten.
Ein Baugerüst ermöglichte es mir, auf ein Flachdach zu gelangen, von wo aus ich beinahe einen Rundumblick hatte. Dort wollte ich den Versuch starten.
Das Erscheinen und die Flugbahn der ISS ist bekannt und die jeweilige Helligkeit in mag lässt sich ebenfalls ermitteln. Fotografie in der Stadt lohnt nur zu besonders hellen Überflügen und genau so einer war vorhergesagt.

Ich fotografierte ohne Nodalpunktadapter und richtete die Kamera einfach stückweise auf dem Kugelkopf aus. Das funktionierte auch wunderbar, das Zusammensetzen der Einzelbilder hingegen wurde zur Qual und der Horizont entsprach eher einer wilden Wellenlinie. Viel Gebastel und Gepfusche haben dann aber doch noch ein vorzeigbares Bild erbracht, sozusagen mein „Gruß ins All“.
 
„Guten Flug!“
 

Der ISS-Überflug sollte im Juni mein einziges Astrofoto bleiben. Die Kombination aus Privatleben, Arbeit und Wetter gestattete keine einzige Fotonacht.
An einem dunklen Wohnort hätte sich bestimmt hier und da mal die Chance ergeben, aber so fand sich keine Nacht, in der die weite Fahrt in die Berge gelohnt hätte.

 
 

Und auf der Website?

Bereits Ende Juni veröffentlichte ich den Bericht zur kommenden Mondfinsternis.
Dazu dann mehr im Juli.

 
 

Freundliches Schlusswort

Danke, dass Du mich begleitet hast. Ich bin zwar echt gerne alleine unterwegs, aber das Teilen der Erlebnisse bereitet mir große Freude.
Hast Du den ersten Teil bereits gelesen? Wenn nicht, dann hier entlang.
Aber sei gewarnt: Zieh Dich warm an, denn es wird kalt, sehr kalt. 😉

In einer Woche geht’s dann (hoffentlich) weiter:
Sommer und Hitze, Glück und Pech + als Highlight die Mondfinsternis stehen auf dem Programm.

Falls Du meinen Bericht interessant und/oder unterhaltsam fandest, so möchte ich Dich gerne einladen, nächste Woche wieder vorbeizuschauen.
Hoffentlich denkst Du daran. 😉
Wenn Du erinnert werden möchtest, kannst Du Dich natürlich gerne in den Newsletter eintragen oder mich auch bei Facebook besuchen kommen.

Über Rückmeldungen, Kommentare oder Emails freue ich mich ebenso.

Wenn Du die Website und meine Arbeit unterstützen möchtest, so darfst Du gerne hier klicken. 😉

Newsletter – oder so etwas ähnliches

Falls Du das Gefühl hast, dass Du gerne wieder vorbeischauen möchtest, wenn es etwas Neues gibt, dann trag Dich einfach ein.
Es ist kein ‚automatisch generierter Newsletter‘. Dafür ist die Seite viel zu klein. Aber ich schicke Dir persönlich eine Nachricht, wenn es etwas Neues gibt.
Mit der Anmeldung zum Newsletter akzeptierst Du die Datenschutzbestimmungen. Du erhältst vor der Aktivierung des Newsletters noch eine extra Email und kannst Dich selbstverständlich jederzeit abmelden.

Deine E-Mail*
Dein Vorname

  

share...Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestShare on LinkedIn

Weitere Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu.
Bei der Nutzung dieser Seite werden ggf. Daten erhoben und gespeichert.
Durch die Nutzung dieser Seite wird erklärt, dass die (Datenschutzrichtlinie) gelesen und verstanden wurde. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen