Oftmals beginnt die Faszination der Astrofotografie mit einer einfachen Kamera und weitwinkligen Fotos des Nachthimmels und der Milchstraße.
Der nächtliche Himmel ist meist noch ‘Terra incognita’, ein unbekanntes Land und abgesehen vom großen Wagen einfach ein ungeordnetes Sternenmeer.


Doch es gibt so viel zu entdecken…


Mit der Zeit lernt man einzelne Sternbilder kennen, ebenso die Jahreszeiten und unterschiedlichen Erscheinungsbilder der Nacht.
Früher oder später kommt dann der Wunsch auf, auch mal tiefer in die “unendlichen Weiten” zu fotografieren.

Anzeige

Was soll ich heute fotografieren?

Für Einsteiger sind Astrotracker oftmals die erste Wahl.
Dazu ein gutes Fotoobjektiv im Bereich zwischen 100 und 300 mm und schon kann das Fotografie-Vergnügen beginnen.

Doch genau an diesem Punkt stellt sich oftmals die Frage:
Welches der vielen Objekte eignet sich überhaupt für Anfänger? Welches ist groß und hell genug und gleichzeitig einfach aufzufinden?

Wahrscheinlich bist Du hier, weil Du eine Antwort suchst oder einfach nur Vorschläge:
“Welches Deep-Sky-Objekt eignet sich für mich als Anfänger? – Was kann ich heute am Himmel finden und fotografieren?

Dieser Artikel soll eine Antwort geben und eine Übersicht verschiedener geeigneter Deep-Sky-Objekte für Fotoobjektive (und kleine Teleskope) liefern.


Ich hatte am Anfang all diese Fragen!
Gut, der Orionnebel, die Plejaden oder die Andromedagalaxie waren leicht zu finden und somit auch meine ersten Deep-Sky-Objekte. Aber darüber hinaus war mir vieles noch unbekannt.

Mit der Zeit habe ich alle möglichen Regionen des Himmels zu jeder Jahreszeit fotografiert und möchte Dir daher gerne an meinem Erfahrungsschatz teilhaben lassen.
Denn bei einem Hobby, das man oftmals allein in der Schwärze der Nacht ausübt, macht das Teilen der eigenen Erlebnisse nochmals mehr Freude.

Ich stelle hier Deepsky-Objekte vor, die sich für Anfänger und Einsteiger gut eignen.
Diese Liste ist natürlich unvollständig und sehr subjektiv, genauso wie der Begriff ‘Anfänger’. Ab wann ist man das nicht mehr?
Ich denke, dass die Auflistung einen guten Einblick gibt, welche Sternhaufen, Nebel und Galaxien sich einfach finden und dann auch fotografieren lassen.

Zum Aufbau dieses Berichts:

 

1. Tipps und Hinweise vorweg
– Hinweise zur astronomischen Nachführung
– Sinnvolle Bücher
– Hinweise zum Auffinden der Objekte

2. Auswahlkriterien der Liste
– Wie und warum habe ich Objekte ausgewählt?

3. Aufbau und Schema der Liste
– Wie habe ich die Objekte gegliedert?

4. Bebilderte Auflistung geeigneter Objekte
– Frühling
– Winter
– Herbst
– Sommer

5. Übersichtsbilder größerer Regionen
– Einige Bilder, die Deep-Sky-Objekte in ihrer Umgebung zeigen

5. Freundliches Schluswort

Dieser Artikel hier ist (fast) der meistgeklickte auf meiner Website – google ordnet ihn offenbar weit oben ein.
Aber er ist längst nicht der einzige.

Auf dieser Website dreht sich alles um die Astrofotografie. Ich bin nicht der 527. Fotoblog, der von allem etwas bietet: Ein Bisschen Landschaft, ein Bisschen People, ein Bisschen Architektur und Makro.
Hier gibt es genau ein Thema. Das allerdings wirklich umfassend.
Wenn Du weitere Inspirationen suchst, so bietet die Sitemap einen wunderbaren Überblick, über all das was Dich hier erwartet: Fast alle Artikel werden mit drei knappen Sätzen vorgestellt.


Meine 135 mm Galerie, zeigt zwar nicht unbedingt nur Anfänger-Objekte, aber in jedem Fall Objekte, die sich mit 135 mm (und ähnlichen Brennweiten) fotografieren lassen. Aber passt auf: Bei jedem Bild steht die Belichtungszeit dabei. Vieles ist, obwohl sehr groß, nicht unbedingt etwas für ungeduldige Anfänger.


Wenn Du willst, kannst Du an dieser Stelle sofort nach unten scrollen und die verschiedenen Deep-Sky-Objekte in meiner Auflistung ansehen.
(Da steht dann ganz dick und fett: STOPP – Hier geht es los!)

Oder:
Du liest zunächst durch, was ich mir bei der Auswahl gedacht und wie ich sie angeordnet habe.
Die Objekte sind nicht zufällig in der Liste. Sie sind aus drei Gründen gut geeignet.

Damit Du nicht nur lesen musst, zeige ich Dir aber erst mal ein Bild. Fotografiert mit nur 50 mm Brennweite.
Einfach mal so als Hinweis, was sogar mit nur 50 mm möglich ist.

Sternbild Kassiopaia - Samyang 50 mm - Omegon Minitrack LX3, LX4 - Widefield Astrofotografie, Milchstraße, Astrotracker.

Im Sternbild Kassiopeia – ein weites Feld voller Deep-Sky-Objekte
Canon 6Da – Samyang 50 mm – Omegon Minitrack LX3 – 57 x 60 Sec (~ 1 h Belichtungszeit) – August 2019

 
Evtl. schaust Du auch die Tipps an, die ich Dir gerne noch zuvor mitgeben möchte. Ich halte sie für sinnvoll, da sie einerseits helfen, Fehler zu vermeiden, andererseits auch einige Ratschläge enthalten, die Dir über meine Liste hinaus weiterführende Infos geben können.

Ich kann verstehen, wenn Du lieber gleich Bilder sehen willst und Infos zu guten Deep-Sky-Objekten für Anfänger.
Wenn Du also echt keine Lust auf die ganzen (wirklich guten) Infos am Anfang hast, scoll’ einfach runter.

Auswahlkriterien der Liste

Nach welchen Kriterien habe ich die hier vorgestellten Objekte ausgewählt?

1. Zunächst fließt hier vor allem meine eigene Erfahrung mit ein.
Wenngleich ich auch mit Teleskopen und größeren Brennweiten fotografiere, so hat mich niemals die Freude verlassen an der vergleichsweise einfachen Fotografie mit kleiner Nachführung und Fotobjektiv. Ich habe also eine ganze Reihe an Objekten und Regionen abgelichet, die ich guten Gewissens empfehlen kann.

Darüber hinaus spielen 3 ganz einfache Überlegungen eine Rolle:

A – Das Objekt muss groß genug sein.
Groß genug bedeutet, dass es mit einem Teleobjektiv einigermaßen formatfüllend und detailreich sichtbar gemacht werden sollte.

B – Das Objekt muss hell genug sein.
Ich denke ein Anfänger will nach wenigen Stunden, spätestens nach einer Nacht, ein Erfolgserlebnis haben.

C – Das Objekt sollte einfach zu finden sein.
Was nützt ein großes und leuchtkräftiges Deep-Sky-Objekt, wenn man es nicht findet?

In meine Liste habe ich also nur Objekte aufgenommen, die zumindest zwei dieser Anforderungen erfüllen.
Natürlich ist manches subjektiv und hängt u.a. davon ab, wie gut man sich bereits am Nachthimmel auskennt.
Ich hoffe dennoch, dass meine Auswahl hilfreich ist.
Für Anfänger mit einem guten Himmel, guten Nerven und Geduld habe ich ein paar weitere Objekte hinzu gefügt. In der Liste steht dann: “Herausforderung”

Ordnung und Schema der Liste

Nach welcher Reihenfologe habe ich die Objekte sortiert?

Ich habe die Objekte nicht nach Typen und nicht nach ihrer Größe aufgeteilt.
Stattdessen nach Jahreszeiten. Das scheint mir die einfachere und übersichtlichere Anordnung.

Wichtig ist:
Jedes Deep-Sky-Objekt hat seine beste Jahreszeit + Zeiten die ‘ganz ok’ sind.
Das liegt daran, dass der Nachthimmel Jahreszeiten hat.
Zur Frage: Wann ist die beste Zeit für ein Deep-Sky-Objekt? und Warum gibt es am Himmel Jahreszeiten? habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.
Er ist sehr informativ, aber vielleicht für totale Anfänger zu lang und zu komplex (aber das musst Du selber entscheiden.)

Jedenfalls sind die hier vorgestellten Objekte nach Jahreszeiten sortiert.
Die Übergänge sind natürlich fließend: Herbstobjekte funktionieren oft auch zum Ende des Sommers und zum Anfang des Winters, Sommerobjekte auch im Herbst usw.

Schwierigkeit der vorgestellten Objekte

Bewertung
Jedes Objekt ist hinsichtlich der Größe, der Leuchtkraft und der Auffindbarkeit bewertet:
Von 1 (nicht ganz so gut/bisschen schwieriger) bis 3 (hervorragend/super einfach).
Das ist subjektiv und kann von anderen auch teils abweichend eingeschätzt werden.

Zeitpunkt
Bei jeden Objekt ist ein Datum angegeben, wann es am Besten zu sehen und zu fotografieren ist.
Normalerweise funktioniert das dann auch 2-3 Monate davor und danach.
Der Zeitraum, zu dem ein Himmelsobjekt sichtbar ist, hängt dabei vornehmlich von drei Faktoren ab:

  • Der eigene Standort
    Ich beziehe mich hier immer auf Mitteleuropa. Die meisten Leser kommen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
  • Die Nähe zum Polarstern
    Je näher ein Objekt dem Polarstern steht, desto länger ist es im Jahresverlauf sichtbar. Einige Sternbilder ‘kreisen’ so nah um Polaris, dass sie immer am Himmel zu finden sind. Sie werden zirkumpolar genannt. Daher sind einige Objekte in jeder Nacht des Jahres zu sehen (allerdings nicht gleich gut), andere, die weit entfernt von Polaris zu finden sind, nur in einem kurzen Zeitraum von 2-3 Monaten.
  • Die Uhrzeit
    Ich beziehe mich immer auf den Höchststandes eines Sternbilds um Mitternacht.
    Ganz grob (und sehr vereinfacht) kann man sagen, dass ein Objekt, das im Monat X um Mitternacht seinen höchsten Punkt erreicht auch einen Monat früher zwei Stunden später bzw. im darauffolgenden Monat zwei Stunden früher seinen höchsten Punkt der jeweiligen Nacht erreicht.

1. Tipps und Hinweise vorweg

Tipps und Erfahrungsberichte zu kleinen Reisemontierungen/Startrackern

Zunächst möchte ich Dich auf meinen Artikel über kleine Reisenachführungen (Startracker) hinweisen. Ich selber besitze und nutze drei (Edit 2022: sechs) verschiedene Modelle und habe sie alle ausführlich getestet. In dem Bericht bekommst Du einen Überblick, wie diese kleinen Geräte arbeiten und findest dort auch die Links zu meinen Test- und Erfahrungsberichten.

Astronomische Nachführungen - ÜbersichtDas lange Sammeln von Licht ist das A und O in der Astrofotografie, soll doch der Sternenhimmel, die Milchstraße oder gar ein schwacher Nebel hell leuchtend auf dem Foto erscheinen. Doch: Die Erdrotation begrenzt die Belichtungszeit.
Glücklicherweise gibt es auch für dieses Problem eine Lösung: Die astronomische Nachführung.
Sie dreht die Kamera mit den Sternen mit. Somit kann relativ lange belichtet werden und die Sterne bleiben dennoch punktförmig.
Dieser Artikel gibt Dir einen Überblick über die Funktionsweise dieser praktischen Geräte.

Sinnvolle Bücher

Meine Liste “Deep-Sky-Objekte für Anfänger” ist in jedem Fall eine sinnvolle Ergänzung zu den in verschiedenen Büchern dargestellten Objekten für die Beobachtung. Denn Beobachtung und Fotografie unterscheiden sich sehr:

Nicht alles was für den Beobachter ausgesprochen schwierig zu sehen ist, ist mit der Kamera gleichermaßen schwierig aufzunehmen. Unser Auge kann einfach nicht so viel Licht sammeln, wie es einer Kamera mit stundenlangen Belichtungszeiten möglich ist.

Natürlich sehe ich mir Bilder im Netz an. Aber nur gute Bücher bringen mich immer wieder auf neue Ideen.
Gerade bei Bildern im Netz lässt sich fast nie abschätzen, wie groß ein Objekt tatsächlich ist und noch viel weniger, wie hell. Auch muss man zunächst wissen, dass es das Deep-Sky-Objekt überhaupt gibt, um dann gezielt nach Bildern zu suchen.
Daher sind die schematischen Auflistungen in Büchern der ideale Startpunkt für die Objektrecherche.
Ich nutze hierfür verschiedene Bücher, von denen ich an dieser Stelle die zwei wichtigsten verlinke. Genauer beschrieben habe ich alle meine Bücher in zwei Artikeln: Hier und hier.
Vorsicht: Die beiden Bücher sind keine “Bilderbücher”, sondern überwiegend Nachschlagewerke.
Dafür aber enorm umfangreich und detailliert. Bücher, die Objekte auch in einer großen Anzahl toll fotografiert zeigen, finden sich dann eher bei den beiden verlinkten Artikeln.

Tipps zum Ausrichten der Kamera

Anfängern fällt es oftmals nicht so leicht, die Kamera auf das gewünschte Objekt auszurichten.
Wenn es schon eine Herausforderung ist, sich mit bloßem Auge im Sternenmeer zu orientieren, so fällt die Suche durch den kleinen Kamerasucher erst recht schwer.

Deep-Sky-Objekte sind in den meisten Fällen nicht durch den Kamerasucher (und schon gar nicht im LiveView) sichtbar. Man muss sich also an markanten Sternen oder Sternmustern orientieren.
Sterne sind DER Wegweiser zu unsichtbaren Objekten, egal ob für Anfänger oder für Profis.
Ideal sind dafür detaillierte Sternkarten, die auch in den oben angesprochenen Büchern enthalten sind.
Dieser Weg, ein Objekt zu finden nennt, sich “Star-Hopping”. Man hüpft also mit den Augen von Stern zu Stern und vergleicht immer wieder die Darstellung auf der Karte oder der App mit dem realen Himmel.

Deep-Sky-Objekte finden - Star-Hopping für AnfängerDas Auffinden von Deep-Sky-Objekten mit kleinen Reisenachführungen ohne GoTo stellt für Anfänger oftmals eine große Schwierigkeit dar. Die Objekte sind zwar für die Augen unsichtbar, aber trotzdem problemlos zu fotografieren.
Mit der richtigen Methode ist es jedoch sehr einfach zum Ziel zu gelangen.
Anhand eines Beispiels erkläre ich Schritt für Schritt, wie dieses “einfache Star-Hopping für Einsteiger” funktioniert.
Hüpf jetzt von Stern zu Stern!

 
Übrigens:
Manchmal ist es nicht ganz einfach, Sterne durch den Sucher der Kamera zu erkennen, u.a. auch dann, wenn das Objekt weit oben im Zenit steht und man sich sehr “krumm machen” muss, um überhaupt noch in den Sucher blicken zu können.
Ein Leuchtpunktsucher kann da eine große Hilfe sein.
Dieses kleine und leichte Gerät wird einfach in den Blitzschuh der Kamera gesteckt und erzeugt dann einen gut sichtbaren roten Punkt “im Himmel” (also auf einer sehr gut zu erkennenden Mattscheibe). Bei Kauf darauf achten, dass ein Blitzschuhadapter dabei ist; Leuchtpunktsucher haben normalerweise einen Anschluss für “Teleskop-Schuhe” und passen nicht in den Steckplatz für Kamerablitze.

Falls Du bis hierher alles gelesen hast: Respekt! Du scheinst sehr wissbegierig zu sein!
Für alle anderen, die nur die Objekte kennenlernen und die Bilder sehen wollen und darum schnell die Infos am Anfang übersprungen haben:

STOPP

Nicht so schnell scrollen!

HIER
geht es jetzt endlich los!


Die Liste

Die Liste ist tatsächlich eine Liste. Sie folgt direkt hier.
Aber:
Eine Liste ist schon sehr langweilig und trocken. Darum gibt es danach die Liste gleich 2x:
1. Als Liste
2. Mit Fotos und je einer kurzen Beschreibung

Ich glaube, dass Fotos viel mehr sagen. Die Liste selber ist aber ein guter Überblick:
(Denk dran: Die Übergänge zwischen den Jahreszeiten sind fließend.
Beispiel: Herbstobjekte funktionieren oft auch im August und im Dezember; Winterobjekte im Frühling.)

  1. Deep-Sky-Objekte ohne Astrotracker

  2. Objekte für den Frühling
    • Keine!
      Doch – es gibt schon welche, aber gerade der Frühling ist für Fotografen mit kurzen Brennweiten eine Herausforderung. Aber nur ganz wenige Wochen lang.
      Wie und warum steht unten. Natürlich auch mit konkreten Fotografie-Tipps!

  3. Objekte für den Winter
    • Objekte im Orion – mehr als der Orionnebel
    • Orions Hand und der Fuß des Zwillings
    • Objekte im Stier: Die Plejaden. Aber da nicht nur
    • Objekte im Einhorn: Der Rosennebel und ‘seine Freunde’
    • Objekte im Wagenlenker: Nebel und Sternhaufen im Mix
    • Herausforderung #1 Nebel und Sternhaufen im Achterdeck

  4. Objekte im Herbst
    • Objekte im Kepheus: Elephantenrüssel und mehr
    • Die Andromeda-Galaxie
    • Die Dreiecksgalaxie
    • Objekte in der Kassiopeia #1 Pacman
    • Objekte in der Kassiopeia #2: Herz- und Seelen-Nebel
    • Objekte im Perseus #1: California-Nebel
    • Objekte im Perseus #2: Ha-Ttschi Doppel-Sternhaufen

  5. Objekte für den Sommer
    • Bunte Nebel im Skorpion
    • Im Schützen: M8 und M20
    • Im Adler: Barnards E-Nebel
    • Objekte im Schwan: Was für eine große Auswahl!

Übrigens:
Auf einem Mobilgerät mit kleinem Bildschirm schaut das alles sehr bescheiden aus.
Klar – es funktioniert schon.
Aber mein Tipp:
Wähle in Deinem Mobilbrowser “Desktopwebsite anzeigen” (meistens oben rechts ein Symbol mit drei Punkten)

Bebilderte Auflistung geeigneter Objekte

Ich weiß: Eigentlich willst Du jetzt nur noch Bilder sehen. Kein Problem, scroll einfach weiter. Niemand muss lesen! 🙂
Ich muss aber zu den Bildern einiges sagen! – Was nutzt Dir ein Foto ohne Hintergrund-Infos?

Die vorgestellten Objekte sind alle mit mehreren Bildern versehen und gelegentlich ist auch ein genauerer Artikel verlinkt.
Die Bilder sind nicht alle “schön”; manche sind besser, andere nicht so gut.
Sie müssen auch nicht unbedingt schön sein, ich veranstalte hier keinen Leistungswettbewerb.

Die Bilder sollen vor allem zeigen, wie groß ein Objekt bei der jeweiligen Brennweite wirkt.
So hast Du eine Idee, wie groß es mit Deiner Brennweite und Deiner Kamera sein kann.

A) Ich habe mich bemüht bei allen Fotos möglichst viele technische Angaben dazu zu schreiben.
Vor allem die Brennweite ist wahrscheinlich interessant. Aber nur, wenn Du auch den Kamerasensor kennst!
Ich habe für die ganzen Fotos verschiedene Kameras genutzt:
–> Vollformat und Crop-Kameras. Das steht auch immer dabei (FF = FullFrame).

B) Ich habe hier neuere und ältere Bilder eingefügt.
Gerade bei den älteren war ich noch schlechter – also mehr Anfänger als heute (Wann ist man nicht mehr Anfänger?).
Darum habe ich versucht so oft wie möglich das Datum dazu zu schreiben. Der Datumsbereich der Fotos, die ich hier verwende, reicht von 2015 bis 2022 – also 7 Jahre.

C) Eigentlich sollte ich die alten “hässlichen” Bilder löschen und gar nicht herzeigen – ich habe ja mittlerweile viel mehr Erfahrung und viel schönere Bilder.
Aber ich zeige sie genau darum:
Es sind eben nicht die perfekten Bilder, die man sich immer wünscht. Es sind vielmehr echte Ergebnisse aus meinen Anfangstagen. (oder -jahren).
Das gibt Dir als Anfänger einen viel realistischen Eindruck.

–> Ich will Dich nicht anlügen oder falsche Erwartungen wecken.
Um perfekte Bilder zu machen braucht es Übung.
Darum zeige ich hier lieber meine älteren oder neue, aber einfache und nur kurz belichtete Bilder.

Was nutzen Dir perfekte Hochglanzbilder?
Klar sie sind schön und darum auch hier zu finden.
Aber leider können solche Bilder auch Frustration erzeugen, weil man es am Anfang einfach nicht schafft.
Auch darum siehst Du hier auch viele alte Bilder. Sie sind nicht so super, aber sie sind reale Ergebnisse. Und ich war damals sehr stolz darauf.
Außerdem: Sie sind für Dich als Anfänger der Beweis, dass sich Übung lohnt, denn heute kann ich es viel besser, als vor 10 Jahren. Und wenn ich es gelernt habe, dann kannst Du das auch!

–> Du bist Anfänger und ich will nicht, dass Du enttäuscht bist!
Wenn ich unter einem perfekten Himmel ein Objekt 20 Stunden lang belichte, dann wird das (vor allem auch mit ca.10 Jahren Deep-Sky-Erfahrung und über 15 Jahren Erfahrung in der Bildbearbeitung) natürlich ganz anders aussehen, als das was Anfänger schaffen.
Achte also immer auf die Angaben zu Datum und Belichtungszeit!

So – und jetzt geht es wirklich los! Viel Spaß!

Große, leuchtstarke Objekte ohne Nachführung

Hast Du (noch) keine astronomische Nachführung, so solltest Du Dir sofort eine kaufen kannst Du es auch ohne versuchen. Erwarte hierbei aber nicht allzu viel.
Möglich ist es jedoch schon einzelne Objekte sichtbar zu machen.
Am geeignetsten erscheinen mir folgende:
Orionnebel im Winter, Andromedagalaxie im Herbst, Nordamerikanebel und Lagunennebel im Sommer.

Das Vorgehen ist dabei grob folgendes:
So lange belichten wie möglich, ohne dass sich Striche bilden (abhängig von der Brennweite sehr wenige Sekunden), den ISO-Wert so hoch wie vertretbar (und das kann auch ISO 12.800 bedeuten), möglichst viele (hunderte) Fotos erstellen (dabei die Kamera alle paar Minuten neu ausrichten).
Sind die Fotos im Kasten, werden sie wie bei jeder Deep-Sky-Aufnahme weiter verarbeitet. D.h. sie werden gestackt (gestapelt), gestreckt (Verteilung der Helligkeitswerte) und final entwickelt.
(Sagt Dir das alles nichts, so schau doch in die Faq)

Möglich ist dann z.B. so etwas (alle ohne Nachführung, ohne Astrotracker):
1. Das Sternbild Orion mit dem großen Orionnebel (2016)
– Fotografiert mit 50 mm. Canon 550D. 52 Fotos mit jeweils 4 Sekunden Belichtungszeit.
2. Der Nordamerika-Nebel im Sternbild Schwan (2020)
– Fotografiert mit 135 mm. Canon 6D. 60 Fotos mit jeweils 2 Sekunden.
3. Lagunen- und Trifidnebel im Sternbild Schütze (2020)
– Fotografiert mit 135 mm. Canon 6D. 48 Fotos mit jeweils 1,3 Sekunden.

Diese Bilder sind weit von dem entfernt, was mit einer kleinen astronomischen Nachtführung (einem Astrotracker) möglich wäre.
Aber sie zeigen auch, dass es sogar nur mir Kamera und Stativ möglich ist, die Wunder des Sternenhimmels irgendwie einzufangen.
(Anklicken für große Darstellung)

Deep-Sky-Objekte und Sternbilder im Frühling

Um es gleich vorweg zu nehmen:
Der Frühling ist für Astrofotografen mit kleinem Equipment die “Saure-Gurken-Zeit”.
Allgemein gilt der Frühling als “Galaxien-Zeit” und die sind, leider, leider, nur mit Teleskopen sinnvoll zu fotografieren.
Man kann sie zwar auf Fotos mit Teleobjektiven eindeutig erkennen. Viel mehr aber auch nicht.

Aus diesem Grund schlage ich für den Frühling keine Sternbilder, Himmelsregionen oder einzelne Deep-Sky-Objekte vor. Diese, für Fotografen mit kurzen Brennweiten ungünstige Zeit, umfasst (auf den Nachthimmel bezogen) nur rund 6 Wochen.

Hier ein Beispiel aus dem Sternbild “Haar der Berenike”, der Gegend, in der sich die meisten Galaxien tummeln. Das ist der Spielplatz für Teleskop-Fotografen im Frühjahr. Doch mit 135 mm ist da nicht viel zu machen.

Canon 550D (Crop) – 135 mm – 2018

Und hier ein Beispiel aus dem Löwen. Die Galaxiengruppe links unten ist das “Leo-Triplet”. Das ist “der Knaller” unter den Frühjahres-Galaxien und zeigt mit die größten und prächtigsten Exemplare. Die sind mit 135 mm zwar zu erkennen, aber eigentlich eher “witzlos”, da viel zu klein. Von ‘groß’ und ‘prächtig’ kann keine Rede sein! Das gleiche gilt für die drei Messier-Galaxien 95, 96 und 105 rechts unten: Grandios im Teleskop, winzige Flecken im Teleobjektiv.

Canon 550D (Crop) – 135 mm – 2018

So sehen die Galaxien (das Leo-Triplet), die Du im 135 mm Bild oben siehst (links unten) dann mit 600 mm aus:

Wer Galaxien mit Teleobjektiven fotografieren möchte, sollte im Frühling zu mindestens 300 mm greifen oder es an dem ganzjährig sichtbaren Pärchen aus M81 und M82 im Sternbild ‘Großer Bär’ versuchen, die allerdings auch nicht so viel größer sind.
Man kann sie aber ab 100 (besser 200) mm schon einigermaßen gut abbilden. Hier bieten sich dann sehr lange Belichtungszeiten an, um die umgebenden Staubnebel sichtbar zu machen. Aber das ist eine Technik für Fortgeschrittene…
Idealerweise wartet man jedoch bis in den Herbst, denn dann stehen mit der Andromeda-Galaxie und M33 zwei Prachtexemplare am Himmel, die sogar mit Brennweiten von unter 100 mm durchaus schön wirken können.

Der wichtigste Tipp für den Frühling:

Hast Du nur relativ kurze Brennweiten, so gibt es im Frühling (wie geschrieben) eigentlich nix.
Aber eben nur “eigentlich”!

Mach Dir eines klar:
Der Himmel wandert immer. Wenn wir sagen “Frühlingsobjekt” oder “Winterobjekt” so meinen wir:
Das Objekt steht in dieser Jahreszeit um Mitternacht hoch am Himmel. Eben: “Um Mitternacht”.

Eine Nacht besteht aber (zumindest im Frühling) aus viel mehr als Mitternacht. Und man kann Deep-Sky-Objekte auch dann fotografieren, wenn sie nicht ganz oben am Himmel stehen.
Und darum kann man eben auch “Nicht-Frühlingsobjekte” fotografieren. Nur zu anderen Zeiten.

Kurze Brennweite + Frühling bedeutet:
– Vor ca. Mitternacht: Winterobjekte
– Nach ca. Mitternacht: Sommerobjekte

Ich verlinke Dir hier zwei Bilder (klick sie an, dann werden sie groß)
1. Der Nordamerikanebel im Sternbild Schwan – ein Sommerobjekt, das ich Ende Januar fotografiert habe – in der zweiten Nachthälfte
2. Der Orionnebel (und weitere in seiner Umgebung) – ein klassisches Winterobjekt, das ich im September fotografiert habe – auch in der zweiten Nachthälfte. Das wäre auch im Frühling möglich gewesen. Dann allerdings in der ersten Nachthälfte.
Das dritte Bild zeigt den Orionnebel, wie er im September aufgeht – weit nach Mitternacht. (Kurz belichtetes Einzelbild)

Deep-Sky-Objekte und Sternbilder im Winter

Großer Orionnebel und seine Umgebung

  • Größe: 2-3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Emissions- und Reflexionsnebel
  • Jahreszeit: Herbst und Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 13.Dezember
  • Sternbild: Orion

extrem einfach zu finden – ohne Hilfsmittel sofort sichtbar – perfekter blauer Reflexionsnebel für Anfänger

Der große Orionnebel ist sicherlich eines der drei oder vielleicht fünf Objekte, die für annähernd jeden der Einstieg in die Deep-Sky-Fotografie sind.
Eigentlich müsste ich M42 daher gar nicht erwähnen – jeder Anfänger fotografiert diesen Nebel. Nicht ohne Grund:
In den langen Winternächten ist er sogar mit freiem Auge ganz ohne Hilfsmittel zu sehen. Das ist so mit keinem anderen Nebelgebiet möglich. Man kann den Orionnebel schon auf etwas länger belichteten Fotos mit 14 mm Brennweite eindeutig erkennen, ab etwa 85 mm bereits mit ersten Details.
Dennoch spreche ich diesen Nebel, bzw. eigentlich seine Umgebung hier an. Denn es gibt dort noch sehr viel mehr zu entdecken. Und vieles ist auch mit normalen Fotoobjektiven zu erreichen.
Beispielsweise kann man mit 200 mm die Nachbarobjekte ‘Running Man’, Pferdekopfnebel und Flammennenbel einfangen und eine wunderschöne Komposition erstellen

Der ausführliche Artikel zum Sternbild Orion zeigt Beispielbilder und beschreibt viele der Deep-Sky-Objekte genauer.

Canon 550Da – 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 16 x 1 min – 2015 (in den Alpen)

Katalognummern

Orion, M42 und M43, Pferdekopf, NGC 2024, mit Canon 550D mit Canon 200mm auf Star Adventurer

Ein Ausschnitt

50 mm – Omegon Minitrack – LX3 – 2019

Canon 7Da (Crop) – Samyang 135 mm ~3 Stunden – 2019

Ein anderer Bildausschnitt
Canon 7Da (Crop) – Samyang 135 mm ~6,5 Stunden – 2019

Zum Vergleich: Ein (unvollständiges) Panorama des gesamten Orions. Jedes Teilfeld mit der Canon 7D (Crop) und dem Samyang 135 mm – einzelne Felder je ca. 5 bis 7 Stunden. Fotografiert 2019, 20 und 22 – wird fortgesetzt.
All das gibt es im Orion: Viel mehr als nur den großen Orionnebel.
Aber: Da steckt schon Erfahrung drin, Übung und Ausdauer.

Der ausführliche Artikel zum Sternbild Orion zeigt Beispielbilder und beschreibt viele der Deep-Sky-Objekte genauer.

Sternbild Orion und Orionnebel - finden, beobachten und fotografierenen - Anleitung, Tutorial, Tipps, TITELBILDOrion, der große Jäger am Himmel, ist wohl das Wintersternbild überhaupt und für viele das schönste Sternbild schlechthin. Der Orionnebel ist der bekannteste Nebel und neben Andromedagalaxie und Plejaden das am Besten mit bloßem Auge sichtbare Deep-Sky-Objekt.
Auch fotografisch ist Orion besonders dankbar, können doch auch Anfänger mit relativ wenig Equipment hier erste Deep-Sky-Bilder aufnehmen und den Orionnebel mit normaler Fotoausrüstung ablichten. Doch Orion hat noch sehr viel mehr zu bieten. Davon möchte ich in diesem ausführlichen, reich bebilderten Artikel berichten.

Plejaden

Plejaden

  • Größe: 2-3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Offener Sternhaufen mit Reflexionsnebeln
  • Jahreszeit: Früher Herbst und Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 30. November
  • Sternbild: Stier

extrem einfach zu finden – ohne Hilfsmittel sofort sichtbar – perfekter blauer Reflexionsnebel für Anfänger

Die Plejaden sind – wie viele offene Sternhaufen – ebenfalls bereits ohne Hilfsmittel mit unbewaffneten Augen zu sehen. Daher ist es auch ein Kinderspiel, sie durch den Sucher der Kamera zu entdecken.
Auch sie sind, wie der Orionnebel, mit jeder Brennweite sichtbar.
Es lohnt sich etwas Belichtungszeit zu investieren; gerade dann werden sehr viele schöne Nebelstrukturen sichtbar.

Deep Sky Aufnahme Plejaden mit Beschriftung

Mein erster Versuch 2014 – überhaupt mein (fast) erster Deep-Sky-Versuch – sehr kurz belichtet und das auch noch in der Stadt.

200 mm – 2017

Zum Vergleich: Canon 6Da (FF) 450 mm – 2020 nur ca. 1,5 Stunden

Hyaden

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Offener Sternhaufen
  • Jahreszeit: Herbst und Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 30. November
  • Sternbild: Stier

extrem einfach zu finden – ohne Hilfsmittel sofort sichtbar – kann auch im Mondlicht fotografiert werden.

Die Hyaden sind als ‘der Kopf des Stiers’; ein einfach sichtbarer offener Sternhaufen. Das “blutunterlaufene Auge des Stiers”, der Stern Aldebaran ist auch unter extrem lichtverschmutztem Himmel einfach zu finden. Sie sind, da hier bunte Nebelanteile (fast gänzlich) fehlen, nicht ganz so spektakulär. Belichtet man jedoch lange genug (d.h. einige bis sehr viele Stunden) werden schöne Dunkelnebel sichtbar, die ein Foto dieser Region zu etwas besonderem machen können. Aber das erfordert etwas Ausdauer.

Hyaden (Stierkopf) mit 50 mm – 2017

Samyang 85 mm – 2017

Zum Vergleich: Lang belichtete Aufnahme. 7Da (Crop) 135 mm – 2019. Die lange Belichtungszeit (~6 Stunden) erlaubt es die sanften Dunkelnebel-Strukturen heraus zu arbeiten.

Canon 6Da (FF) – 200 mm – ~ 15 Stunden – 2022. Hier gibt es alle Details zu dieser Aufnahme

Einhorn: Rosen-Nebel und Umgebung

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 2-3
  • Objekttyp: Emissionsnebel rund um einen offenen Sternhaufen
  • Jahreszeit: Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 05. Januar
  • Sternbild: Einhorn

spannende, vielfältige Region – recht leuchtstark – einfach zu finden – für jede Brennweite

Der Rosen- oder Rosette-Nebel (französisisch für ‘kleine Rose’ oder ‘Röschen’) befindet sich im Sternbild Einhorn, ‘links’ vom Orion und kann unter Zuhilfenahme einer App wie Stellarium relativ leicht gefunden werden. Es gibt einige markante Sterne in seiner Umgebung, die es leicht machen, mittels Blick durch den Kamerasucher die richtige Region zu finden.
Je nachdem, mit welcher Brennweite gearbeitet wird, kann das Bild so komponiert werden, dass es noch weitere Objekte als Ergänzung umfasst, allen voran der Weihnachtsbaumhaufen, ein offener Sternhaufen in Verbindung mit einem Emissionsnebel.
Der Rosennebel ist sehr leuchtkräftig und vergleichsweise groß. Bereits ab 100 mm ist er mit vielen Details gut zu erkennen, ab 200 mm macht es dann auch wirklich Spaß, wobei er auch auf Fotos mit 50 oder 85 mm klar zu sehen ist.Die Größe entspricht etwa der des Orionnebels.

Canon 7Da (Crop) – 135 mm – 2018

Samyang 85 mm – 2018

Zum Vergleich: Sehr lang belichtete Aufnahme

Canon 6Da (FF) – 200 mm – ~ 15 Stunden – 2022. Hier gibt es alle Details zu dieser Aufnahme

Objekte im Fuhrmann

  • Größe: 1-2 (als Gruppe 3)
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttypen: Emissionsnebel und offene Sternhaufen
  • Jahreszeit: Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 04. Januar
  • Sternbild: Zwillinge (und Orion)

sehr spannende Gruppe – recht leuchtstark – sehr einfach zu finden – für jede Brennweite

Inmitten des 6-Ecks des Fuhrmanns finden sich eine Reihe von Objekten, die eine wunderbare und vielfältige Bildkompostion ermöglichen:
Die beiden recht großen und hellen Emissionsnebel IC405 und IC410, dazu die beiden schönen und großen offenen Sternhaufen M36 und M38 und als ‘Beifang’ einige weitere, kleinere Sternhaufen und Nebelgebilde.
Der Fuhrmann ist sehr einfach zu finden und die betreffende Region kaum zu verfehlen.
Neben Orion und den Plejaden sicher das Zielgebiet für Einsteiger im Winter!

Canon 550Da (Crop) – 50 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2016

Canon 550Da (Crop) – 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2016

Canon 6Da (FF) – Samyang 50 mm – Omegon Minitrack LX2 – 2018

Canon 7Da (Crop) – Samyang 135 mm – ~ 3 Stunden – 2018

Zum Vergleich: 450 mm Linsenteleskop – Panorama aus 4 Feldern (inkl. der jeweiligen Belichtungszeit)

Zum Vergleich: ~ 20 Stunden Belichtungszeit

Canon 6Da (Crop) – Samyang 135 mm – ~ 20 Stunden – 2020

Objekte im Grenzgebiet zwischen Zwilling und Orion

  • Größe: 1-2 (als Gruppe 2-3)
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttypen: Emissionsnebel, SNR und offene Sternhaufen
  • Jahreszeit: Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 04. Januar
  • Sternbild: Zwillinge (und Orion)

sehr spannende Kombination – recht leuchtstark – relativ gut zu finden

Im Grenzgebiet zwischen Orion und den Zwillingen gibt es einige schöne Objekte, die sich gemeinsam in ein Bild einfügen. Das sind einerseits der leuchtkräftige und relativ große Affenkopfnebel im Orion, andererseits der fast genauso große Quallennebel sowie der Sternhaufen M35 im Feld des Sternbilds Zwilling.
Eine seltene und lohnenswerte Kombination aus Emissionsnebel, Supernova-Überrest und einem offenen Sternhaufen.
Anhand dieser Objekte erkläre ich im Artikel “Star-Hopping für Anfänger” wie man solche für das Auge unsichtbare Objekte vor die Linse bekommt.

Canon 550Da (Crop) – 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2016

Canon 6Da – 135 mm – iOptron CEM25p – ca. 7 Stunden – 2021

Offene Sternhaufen im Achterdeck

  • Größe: 2
  • Leuchtkraft: 2
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Offene Sternhaufen
  • Jahreszeit: Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 09. Januar
  • Sternbild: Achterdeck

leuchtstark – auch im Mondlicht zu fotografieren – sehr horizontnah – Herausforderung!

Die wunderschönen offenen Sternhaufen M46 und M47 sind nicht besonders bekannt. Das mag u.a. daran liegen, dass sie in Mitteleuropa sehr horizontnah stehen und auch nur über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum erscheinen. Sie sind somit in dieser Liste ein “kleiner unbekannte Schatz”, zwei “Geheimjuwelen” im Sternenmeer.
Nichtsdestotrotz sind es tolle und relativ große Objekte, die sich gemeinsam gut mit Fotoobjektiven ablichten lassen. Die hellen Sterne des Sternbilds vereinfachen das Auffinden, wobei die Sternhaufen an absolut dunklen Standorten bereits ohne Hilfsmittel als schwache Flecken, im Feldstecher sogar eindeutig als Sternhaufen zu erkennen sind.

Canon 550Da (Crop) – Canon 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2016

Sternhaufen - Funkelnde Juwelen am NachthimmelIm Gegensatz zu vielen anderen Deep-Sky-Objekten, sind Sternhaufen vergleichsweise leicht zu fotografieren und auch visuell sind einige von ihnen ohne Hilfsmittel zu erkennen. Dennoch werden sie etwas stiefmütterlich behandelt, da sie nicht mit bunten Farben oder filigranen Details beeindrucken. Dabei sind sie wunderschöne Objekte, die mit ein wenig Hintergrundwissen nochmals spannender werden.
Der Artikel gibt Dir einen Überblick über die verschiedenen Sternhaufen, erklärt deren Entstehung und soll die Freude wecken, sich mit diesen Juwelen am Nachthimmel näher zu befassen.

Deep-Sky-Objekte und Sternbilder im Herbst

Die Elephantenrüssel-Nebel

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 2-3
  • Objekttyp: Emissionsnebel
  • Jahreszeit: fast ganzjährig, ideal Sommer und Herbst und früher Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 29. September
  • Sternbild: Kepheus

sehr groß – leuchtstark – gut zu finden

Wenn die Rede vom “Elephantenrüsselnebel” ist, so wird damit eine relativ kleine, rüsselförmige Globule, eine “Dunkelwolken-Ausbuchtung” gemeint, in der Sternenentstehung stattfindet.
Man kann das Rüsselchen auch auf Bildern mit 200 mm erkennen, aber eigentlich ist es ein Teleskopobjekt, das erst ab 400 mm aufwärts prächtig wirkt.
Gleichzeitig wird auch die ganze Region (fälschlich) immer mal wieder als Elephantenrüssel bezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein sehr großes, rötlich leuchtendes Nebelgebiet, das bereits auf Aufnahmen mit nur 50 mm recht gut zur Geltung kommt.
Da der Kepheus fast das ganze Jahr über zu sehen ist, bietet sich über einen langen Zeitraum hinweg die Möglichkeit, diese hübsche und anfängertaugliche Region zu fotografieren. Nur zum Ende des Winters ist es wirklich nicht so gut – aber möglich!

Canon 550Da (Crop) – Canon 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2015

Canon 550Da (Crop) – Samyang 85 mm – sehr kurz belichtet – 2017

Canon 6Da (FF) – Canon 200 mm – über 5 Stunden an einem tollen Ort in den Bergen – 2019

Zum Vergleich: 274 mm Linsenteleskop – 2021

Die Andromeda-Galaxie

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Galaxie
  • Jahreszeit: später Sommer und Herbst (bis früher Winter)
  • Kulmination um Mitternacht: 30. September
  • Sternbild: Andromeda

hell – an dunklen Orten ohne Hilfsmittel sichtbar – groß

Der Andromedanebel, genauer die Andromedagalaxie, ist eine von nur zwei Galaxien, die groß genug sind, um sie mit gängigen Brennweiten von Teleobjektiven sinnvoll abzubilden.
(Zwei weitere sind schon arg klein M81&M82)
An dunklen Orten ist diese Galaxie bereits mit bloßem Auge sichtbar und in diesem Fall natürlich auch einfach im Sucher der Kamera zu finden.

Canon 550Da (Crop) – Canon 200 mm (Ausschnitt) – Skywatcher Star Adventurer – 2017

Canon 6Da – Sigma 150-500 mm – Omegon Minitrack LX3 – 8/2019

Zum Vergleich: 274 mm Linsenteleskop

Canon 6Da (FF) – Omegon 61/274 – Omegon Minitrack LX4 – ~3h – 10/2021

M33 – Die Dreiecks-Galaxie

  • Größe: 1-2
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Galaxie
  • Jahreszeit: Sommer bis Herbst
  • Kulmination um Mitternacht: 23. Oktober
  • Sternbild: Dreieck

klein – nicht ganz einfach zu finden – leuchtstark – Herausforderung!

M33, die Dreiecksgalaxie, ist die zweite Galaxie, bei der es sich lohnt, sie mit Fotoobjektiven abzulichten. Alle anderen Galaxien sind einfach zu klein, wenngleich man es mit am Pärchen aus M81 und M82 (Sternbild großer Bär, ganzjährig) versuchen kann. (Damit wird man jedoch als Anfänger nicht wirklich glücklich).
M33 ist wesentlich lohnenswerter. Sie ist nicht ganz so groß wie die Andromedagalaxie, aber an sich bunter und für meinen Geschmack auch deutlich hübscher.
Auf Aufnahmen mit 85 mm ist sie bereits deutlich zu erkennen, wirklich Spaß macht es aber erst mit 200 oder 300 mm.
Für totale Anfänger eine Herausforderung.

85 mm – 2018

550Da (Crop) – 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2018

Größenvergleich: M31 (Andromeda) und M33 – zwei 85 mm Bilder übereinander. So nah stehen die beiden Galaxien am Himmel

Zum Vergleich: M33 mit 600 mm Spiegelteleskop und Canon 550Da (Crop) – 2018

Der Pacman-Nebel

  • Größe: 1-2
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Nebel
  • Jahreszeit: Spätsommer bis Frühwinter (aber fast das ganze Jahr)
  • Kulmination um Mitternacht: 9. Oktober
  • Sternbild: Kassiopeia

klein – einfach zu finden

Das Sternbild Kassiopeia ist zirkumpolar. Das bedeutet, dass es aufgrund seiner nördlichen Stellung und der Nähe zum Polarstern von Mitteleuropa aus ganzjährig in jeder Nacht sichtbar ist; aber nicht immer hoch am Himmel!
Die markante Figur, die an ein W erinnert, ist ein guter Wegweiser im Sternenmeer.
Kasspiopeia hat diverse kleine Schätze zu bieten, die sich jedoch meist nur mit größeren Teleskopen sinnvoll fotografieren lassen. Das unterhalb vorgestellte Päärchen aus Herz- und Seelennebel bilden da (fast) die einzige Ausnahme. Denn mit dem Pacman-Nebel findet sich hier ein weiterer Emissionsnebel, der noch gut ab 100 mm Brennweite sichtbar wird.

Canon 7Da (Crop) – Samyang 135 mm – ca. 5 Stunden – Skywatcher Star Adventurer – 7/2018
Klick für ein beschriftetes Bild – Zu dieser Aufnahme gibt es eine eigene Bildseite mit Details

Das Sternbild Kassiopeia, auch bekannt als das große “Himmel-W” ist eines der markantesten Sternbilder. Gerade Anfängern kann es helfen sich am Himmel zurecht zu finden.
Erfahre wie Du es entdeckst, welche Schätze es zu bieten hat und welch actionreiche Geschichte sich die alten Griechen ausgedacht haben, um Kassiopeia an den Himmel zu setzen. Dazu Tipps für gelungene Fotos und einiges an Hintergrundinformation.

Ein informativer Artikel wartet auf Dich!

Der Herz und der Seelen-Nebel

  • Größe: 2
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Nebel
  • Jahreszeit: Spätsommer bis Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 23. Oktober
  • Sternbild: Kassiopeia

Das wunderschöne Paar aus Herz- und Seelennebel bietet sich als tolles Einsteiger-Objekt für erste Versuche mit einer astromodifizierten Kamera im Herbst an. Es ist relativ leuchtkräftig und bei hohen ISO-Werten bereits auf einem Einzelbild zu erahnen. Das, sowie die Tatsache, dass der Doppel-Sternhaufen aus ha & chi Persei ein guter Wegweiser sind, vereinfacht das Auffinden deutlich. Klar, Herz und Seele sind nicht so einfach zu finden wie der große Orionnebel, aber ein ideales Ziel, um das Auffinden unsichtbarer Nebelgebiete zu üben.
Bei 200 mm zeigen sich Herz- und Seelennebel annähernd formatfüllend, bei 135 mm ergibt sich eine schöne Komposition zusammen mit den beiden Sternhaufen.

85mm – 2017

Samyang 135 mm – Omegon Minitrack LX2 – 4/2018

Canon 550Da (Crop) – Canon 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 10/2016

Samyang 85 mm – Omegon Minitrack LX2 – 2018

Canon 200 mm – Omegon Minitrack LX2 – 2018

Zum Vergleich: Teleskop mit 450 mm + 2x Crop-Kamera – 2020

Der California-Nebel

  • Größe: 2
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 2-3
  • Objekttyp: Nebel
  • Jahreszeit: Spätsommer bis Spätwinter
  • Kulmination um Mitternacht: 7. November
  • Sternbild: Perseus

Leuchtstark – einfach zu finden – lange Zeit sichtbar

Der California-Nebel ist, wie alle Emissionsnebel unsichtbar, jedoch sehr leicht im “Fuß des Perseus” zu finden. Zwei sehr helle Sterne weisen den Weg. Dieser Nebel zählt mit zu den stärkeren und kann recht gut auf einem Einzelbild mit hohem ISO-Wert erkannt werden. Das erleichtert die Bildkomposition.
Bereits mit einer Stunde Belichtungszeit ist er dann deutlich zu erkennen, zumindest war das bei meinem 200 mm Foto der Fall. Aber auch in einer Aufnahme mit 85 mm war der California-Nebel nach weniger als 10 Minuten Gesamtbelichtungszeit klar sichtbar.

Canon 550Da – Canon 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2016

Canon 6Da – Samyang 50 mm – Omegon Minitrack LX4 – 2021

200 mm 2019

Canon 7Da (Crop) – Samyang 135 mm – Skywatcher EQ5 – ~5h – 9/2020

h und chi Persei

  • Größe: 1-2
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Offener Sternhaufen/Doppel-Sternhaufen
  • Kulmination um Mitternacht: 7. November
  • Sternbild: Perseus

Hell – sehr einfach zu finden – auch im Mondlicht fotografierbar

Ähnlich einfach zu fotografieren wie die oben angesprochenen Sternhaufen M46 und M47, jedoch mit einigen Vorteilen. h & chi (Ha-Tschi) sind über einen sehr langen Zeitraum sichtbar, steigen hoch in die dunkelsten Bereiche des Himmels und sind enorm einfach zu finden; man kann sie bereits mit dem bloßen Auge erkennen.

Sternhaufen NGC 869 884 H und Chi χ Persei im Sternbild Perseus

Canon 550Da – Canon 200 mm – Sykwatcher Star Adventurer – 2016

200 mm – 2018
“Ha-Tschi” gemeinsam mit Herz und Seele
200 mm Vollformat bzw 135 mm Crop ermöglichen dieses Bildfeld

Zum Vergleich: 750 mm + Crop

H und Chi Persei

H und Chi Persei – Canon 550Da – 750 mm – 2017

Deep-Sky-Objekte und Sternbilder im Sommer

Rho-Ophiuchi-Region und Umgebung von Antares

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Jahreszeit: (später) Winter bis (früher) Sommer.
    Ideal: Mai
  • Kulmination um Mitternacht: 3. Juni
  • Sternbild: Skorpion (und Schlangenträger)

Groß – hell – einfach zu finden – nah am Horizont

Im Bereich zwischen Antares, dem rot-organge leuchtenden Riesenstern im Skorpion und dem oberhalb anschließenden Sternbild Schlangenträger gibt es einige verschiedenfarbig leuchtende Nebelgebiete. Sie tragen alle eigene Nummern, teils auch eigene Namen, werden jedoch meist als ‘Antares-Region’ oder Rho-Ophiuchi-Region bezeichnet. Jeder Astrofotograf weiß dann wovon die Rede ist.
Je nachdem, mit welcher Brennweite fotografiert wird und wie der Bildausschnitt gewählt wird, gelangen der schöne Kugelsternhaufen M4 (direkt neben Antares gelegen) und ein Teil der in Richtung der Milchstraße weisenden Dunkelnebel mit ins Bild.

85 mm – 2017

85 mm – Omegon Minitrack LX2 – 25 x 90 Sek (38 min.) – 2018

Zum Vergleich: ~6 Stunden – 200 mm – 2020

200 mm

Mein Bericht zum Sternbild Skorpion

M8 und M20

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 2-3
  • Objekttyp: Emissions- und Reflexionsnebel
  • Jahreszeit: Frühling – Sommer bis Oktober
  • Kulmination um Mitternacht: 5. Juli
  • Sternbild: Schütze

hell/leuchtstark – einfach zu finden – nah am Horizont

Im Sternbild Schütze, das sich fast im Zentrum der Milchstraße befindet, tummeln sich unzählige Deep-Sky-Objekte; vor allem dutzende offene Sternhaufen und Kugelsternhaufen. Es ist annähernd unmöglich, im Schützen zu fotografieren ohne einen zu erwischen. Besonders spannend und erfolgversprechend (auch für Anfänger) ist jedoch das ‘Duett’ aus M8 und M20, dem Lagunen- und dem Trifid-Nebel.
Bereits mit 85 mm ein toller Anblick, können mit 200 mm enorm viele Details herausgearbeitet werden.
Die Objekte sind sehr leuchtstark und groß. Im Sommer ideale Objekte für Einsteiger. Der Lagunennebel ist sogar ohne Hilfsmittel sichtbar.

Canon 6D (FF) – 50 mm – Omegon Minitrack LX2 – 2018

85 mm – Omegon Minitrack LX2 – 2018

Canon 550Da (Crop) – 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2017

Canon 7Da (Crop) – iOptron Skyguider Pro – Samyang 135 mm – 32*60 Sekunden = 32min 2021

Zum Vergleich: 6Da (FF) 450 mm – 2020

Sternbild Schwan – Nordamerikanebel und weitere

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Emissionsnebel
  • Jahreszeit: spätes Frühjahr bis früher Herbst
  • Kulmination um Mitternacht: 29. Juni
  • Sternbild: Schwan

hell/leuchtstark – einfach zu finden – lange Zeit sichtbar – kaum zu verfehlen

Der Nordamerikanebel ist DAS Einsteigerobjekt im Sommer. Es ist leuchtstark, enorm groß (wohl das größte der hier aufgeführten Objekte) und ziemlich einfach zu finden.
Darüber hinaus steht der Schwan über einen besonders langen Zeitraum hoch am Himmel. Bereits ab April (besser Mai) bis hinein in den Oktober kann er fotografiert werden.
Direkt neben dem Nordamerikanebel befindet sich der Pelikannebel, nur durch eine Dunkelwolke getrennt. Mit den meisten Fotoobjektiven werden wohl beide Objekte im Bild ihren Platz finden.
Darüber hinaus gibt es im Schwan eine ganze Reihe weitere Emissionnebel, z.B. der Schmetterlingsnebel IC1318, der direkt neben dem Stern Sadr liegt und somit sehr einfach gefunden werden kann.
Rechts (westlich) von Sadr befindet sich der Sichelnebel (NGC 6888). Er ist eigentlich ein Objekt für Teleskope mit größeren Brennweiten, jedoch auch auf Fotos mit 200 mm schon recht groß und sehr deutlich zu erkennen.

Canon 1100Da (Crop) – 50 mm – 2016

200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2017

Schmetterlings-Nebel – Canon 550Da (Crop) – 135 mm – Minitrack LX2 – 2017

Canon 7Da (Crop) – 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2017

Zum Vergleich: 6Da (FF) 450 mm – 2020

Canon 7Da (Crop) – 135 mm – 2020 im Januar! – 60*120 Sek. = 2h

Canon 6Da (FF) – Samyang 50 mm – Omegon Minitrack LX3 – August 2019

Zum Vergleich: 274 mm Linsenteleskop mit Canon 6Da (FF) iOptron Skyguider – 2021 im Hochsommer, kurz belichtet

Cirrus-Nebel

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 1-2
  • Auffindbarkeit: 1-2
  • Objekttyp: Supernovaüberrest
  • Jahreszeit: Spätes Frühjahr bis früher Herbst
  • Kulmination um Mitternacht: 29. Juni
  • Sternbild: Schwan

hell/leuchtstark – lange Zeit sichtbar

Der Cirrus- oder Schleiernebel im Schwan ist für Anfänger nicht ganz so leicht aufzufinden. Es ist aber dennoch absolut machbar! Auch ist der Cirrus nicht so leuchtstark wie der Nordamerikanebel.
Dennoch kann es sich lohnen, diesen Überrest einer Supernova auch mit Teleobjektiven zu fotografieren, da er mit 200 mm bereits einen großen Teil des Bildes einnimmt. Bei ausreichender Belichtungszeit ist es möglich, bereits einige Details zu erkennen, doch die wirkliche Schönheit und Vielfalt der einzelnen Nebelstrukturen offenbart sich erst bei hohen Brennweiten über 500 mm.

85 mm – 2018

550Da (Crop) – 200 mm – Skywatcher Star Adventurer – 2017

200 mm – Minitrack LX3 – 2019

35 mm – Omegon Minitrack LX3 – 125*45 Sek. = 90 min- 2020

Zum Vergleich: 6Da (FF) 274 mm Linsenteleskop – 2021 – starker Ausschnitt

Auch dem Sternbild Schwan habe ich einen eigenen Artikel gewidmet, in dem alle Deep-Sky-Objekte ausführlich und mit Beispielfotos beschrieben werden.

Cygnus – der Schwan in der Milchstraße – ist das prägende Sternbild des Sommerhimmels. Mit weit ausgebreiteten Schwingen scheint er die Milchstraße entlang zu fliegen.
Pelikan-Nebel, Gottes Finger, Schmetterlings- und Cocoon-Nebel. Knochenhand, Nordamerika-Nebel und Dunkelzigarre. Emissions- und Reflexionsnebel, die Überreste einer Supernova, der seltene W-R-Nebel und verschiedene Dunkelwolken, Sternhaufen und viele nicht katalogisierte „Nebelfetzen“ laden immer wieder ein, dieses Sternbild zu besuchen.
Ein reichhaltiger Artikel erwartet Dich!

Übersichtsbilder

Zuletzt noch ein paar größere Übersichtsbilder, die verschiedene hier vorgestellte Deep-Sky-Objekte in ihrer Umgebung zeigen. Es handelt sich um Panoramaaufnahmen, also Fotos, die aus mehreren Teilfeldern zusammengesetzt wurden. 85 mm an der Canon 6D ohne Astromodifikation. Jedes Teilfeld umfasst 20 Bilder mit jeweils 25 Sekunden Belichtungszeit.
 
Sternbild Schwan, links bereits das Sternbild Kepheus Sternbild Persues - rechts: Kassiopeia, links: Stier Sternbild Orion - links der Rosennebel im Einhorn

Ein letzter Tipp zum Schluss

Es ist nicht immer ganz einfach Sterne absolut perfekt zu fokussieren.
Ich habe festgestellt, dass es mit einer Fokusmaske wesentlich einfacher geht, allerdings erst ab 50 oder 85 mm Brennweite, perfekt mit 135 und 200 mm.
Die günstigste Lösung ist diese “Clip-in-Maske”, die einfach in einen vorhandenen Filter eingesteckt wird. Es gibt sie in allen Größen und somit für jedes Objektiv passend.
Steht kein geeigneter Filter zur Verfügung, so kauft man sich einfach den billigsten den man finden kann und entfernt das Glas (bzw. bei den billigen das Plastik); schon kann man die Fokussierhilfe nutzen.

Freundliches Schlusswort

Ich hoffe Dir hat meine kleine Auswahl einfacher Deep-Sky-Objekte für Einsteiger gefallen und Du hast für Dich die ein oder andere Anregung für die nächste ‘Astronacht’ mitnehmen können.
Vielleicht hast Du ja auch schon einiges an Erfahrung und wolltest Dich ‘nur mal so’ inspirieren lassen. Falls ja, dann hoffe ich auch hier, dass etwas für Dich dabei war.
Möglicherweise kennst Du noch Objekte, die für Dich als Anfänger einfach waren oder die Du aufgrund Deiner Erfahrung als einfach einschätzt. Schreib mir doch bitte einen Kommentar; so können auch andere davon profitieren.

Zum Schluss möchte ich Dich gerne einladen, Dich noch ein bisschen auf meiner Seite umzusehen. Es gibt einiges zu entdecken. Persönlich liegen mir die Sternbildbeschreibungen besonders am Herzen, denn es macht mir viel Freude, die mythischen Geschichten und Sagen, die diesen Sternbildern zugrunde liegen, zu recherchieren und in spannende Geschichten zu gießen.
Auch würde ich mich freuen, wenn Du mich bei Facebook oder Instagram besuchst. Dort finden sich regelmäßig neue Bilder oder kleine Geschichten aus dem der Astrofotografiealltagallnacht.

Nun bleibt mir noch, Dir viel Erfolg bei der Astrofotografie zu wünschen und noch viel mehr Freude, draußen in einer sternenklaren Nacht. Ganz nach dem Motto dieser Seite: „Du, die Nacht und die Weite des Himmels“.

Anmerkung

Vielleicht hast Du gemerkt, wieviel Zeit, Leidenschaft, Energie und auch Kosten ich in diese Seite stecke, die Dir helfen soll, Dein Foto des Sternenhimmels zu erstellen. Du kannst mich gerne unterstützen. Wie steht hier.
Für den Fall, dass Dir meine ganzen Artikel und Berichte wirklich etwas bedeuten, Du viele Informationen gefunden und nun das Gefühl bekommen hast, dass das alles für Dich einen echten Wert hat, so kannst Du mir tatsächlich etwas spenden.
Ich verstecke mein Wissen nicht hinter kostenpflichtigen Tutorials, da ich freie Wissensvermittlung schätze und die Faszination für den Sternenhimmel wecken möchte. Leider ist die Bereitschaft einfach so echtes Geld als Dankeschön für kostenlose Information zu spenden in Europa nicht besonders weit verbreitet; in den USA hingegen ist diese Art des “Tippings” relativ normal. Falls Du mir etwas zukommen lassen willst, dann darfst Du gerne auf diesen Button drücken. Wie wenig Du spenden willst, bleibt natürlich Dir überlassen. Allerdings zahle ich wohl eine Gebühr von 35 cent je Spende.:

 




6 Gedanken zu „Einfache und einfach zu findende Deep-Sky-Objekte für Anfänger“

  1. Hi,

    du hast oben 4s Belichtungszeit für jedes der 52 Bilde rgeschrieben. Wenn ich ohne Nachführung mit meinem 300m Teleskop fotografiere, habe ich ab ca. 1,3s Belichtungszeit bereits minimale Striche bzw. beim Zoomen unscharfe Sterne. Daher kann ich maximal 1s Belichten, und sogar da sieht man minimal unscharfe Sterne.

    Antworten
    • Ich nehme an, Du meinst das Bild von Orion mit 50 mm?
      Klar – mit 50 mm kann man 4 bis 6 Sekunden belichten, ohne dass es Striche gibt.
      Mit 500 mm nicht mal eine Sekunde.
      Mit 14 mm bis zu 35 Sekunden.

      Die maximal mögliche Belichtungszeit (bevor es Sternstriche gibt) hängt von der Brennweite und der Größe der Pixel auf dem Sensor ( = Megapixel) ab.
      Je länger die Brennweite, desto kürzer
      Je mehr Megapixel (je kleiner die Pixel) desto kürzer.

      Beste Grüße 🙂

      Antworten
      • Hi,
        Ich habe ein 300/1500 Teleskop. Habe eine Vollformat Sony a7 m2 direkt ohne Okular angeschlossen. Das Bild von Planeten ist sehr sehr klein da der Sensor sehr gross ist. Dennoch sind die Planeten beim zoomen sehr schön zu sehen. Planeten wie Jupiter fotografiere ich mit 1/200 Belichtung, da sie sehr hell sind. ISO habe ich auf 50-80. Bei Sternen ja e ich den ISO wert auf 12600 gestellt. Belichtung maximal 1s. Aber auch hier kommt es schon zu leichten unscharfen Sternen. Dennoch wurde ich so gerne Mal eine Galaxie fotografieren und durch Stacken sichtbar machen.

        Lese immer wieder von Serienaufnahme und helle sowohl dunkle Bilder, was auch immer damit gemeint ist. Mit der Einstellung 10 Serienbilder ueber die Kamera hatte ich keinen Erfolg.

        Viele schreiben, dass bei Planeten z.B. Videos zum Stecken besser sind. Videos sind jedoch nicht so hochauflösend wie Bilder und bei einer Vollformat Kamera mit grossem Sensor werden Planeten auf Videos eher unscharf.

        Antworten
  2. Hallo,
    nach 20 Jahren Pause (Stadtleben, 3 Kinder…) habe ich wieder mit der Astronomie angefangen und hier viele wertvolle Tipps gefunden, vom Fotografieren mit dem StarTracker über die Nachbearbeitung der Bilder bis hin zu den Aufsuchkarten für Deep Sky-Objekte in jeder Jahreszeit. Besonders gelungen finde ich die Art, Dinge von Grund auf aus Deiner persönlichen Erfahrung heraus zu erklären, die Du aber nicht als Maß der Dinge darstellst.
    Die Nachrichtenfunktion beim Spenden habe ich übersehen, deshalb hier auf diesem Weg alles Gute und Vielen Dank für die tolle Seite!
    Bodo

    Antworten
    • Hallo.

      Selbstverständlich wäre das möglich.
      Allerdings besteht (wie bei allen Webseiten) auch die Möglichkeit, sie einfach als pdf zu speichern – ohne dafür zu zahlen.
      Selbstverständlich freue ich mich über eine Spende, aber an sich sind meine Artikel kostenlos.

      Wenn Sie mich unterstützen möchten, steht hier wie das geht:
      https://sternenhimmel-fotografieren.de/sternenhimmel-fotografieren/

      Ansonsten bin ich auch per email erreichbar. 🙂

      Antworten

Schreibe einen Kommentar