Oftmals beginnt die Faszination der Astrofotografie mit einer einfachen Kamera und weitwinkligen Fotos des Nachthimmels und der Milchstraße. Der nächtliche Himmel ist meist noch ‚Terra incognita‘, ein unbekanntes Land und abgesehen vom großen Wagen einfach ein ungeordnetes Sternenmeer.




Mit der Zeit lernt man einzelne Sternbilder kennen, ebenso die Jahreszeiten und unterschiedlichen Erscheinungsbilder der Nacht. Früher oder später kommt dann der Wunsch auf, auch mal tiefer in die „unendlichen Weiten“ zu fotografieren.
Astrotracker, also kleine handliche Reisenachführungen, sind dann oftmals die erste Wahl; gerade wenn ein ausgewachsenes Teleskop jeglichen Rahmen sprengt. Dazu ein gutes Fotoobjektiv im Bereich zwischen 100 und 300 mm und schon kann das Fotografie-Vergnügen beginnen.
Doch genau an diesem Punkt stellt sich oftmals die Frage: Welches der vielen Objekte eignet sich überhaupt für Anfänger? Welches ist groß und hell genug und gleichzeitig gut aufzufinden.
Auf die sich ergebenden Fragen soll dieser Artikel eine Antwort geben und eine Übersicht verschiedener geeigneter Deep-Sky-Objekte für Fotoobjektive liefern.

Mir persönlich ging es anfangs jedenfalls so. Gut, der Orionnebel und die Andromedagalaxie waren leicht zu finden und somit auch meine ersten Deep-Sky-Objekte. Aber darüber hinaus war mir vieles noch unbekannt.
Mit der Zeit habe ich alle möglichen Regionen des Himmels zu jeder Jahreszeit fotografiert und möchte Euch daher gerne an meinem Erfahrungsschatz teilhaben lassen. Denn bei einem Hobby, das man oftmals allein in der Schwärze der Nacht ausübt, macht das Teilen der eigenen Erlebnisse nochmals mehr Freude.

Ich stelle Euch hier Deepsky-Objekte vor, die relativ leicht zu finden und auch für Anfänger und Einsteiger gut zu erkennen und zu fotografieren sind.
Diese Liste ist natürlich unvollständig und sehr subjektiv, genauso wie der Begriff ‚Anfänger‘. Ab wann ist man das nicht mehr?
Ich denke, dass die Auflistung einen guten Einblick gibt, welche Sternhaufen, Nebel und Galaxien sich einfach finden und dann auch fotografieren lassen.

Zum Aufbau dieses Berichts:

1. Tipps und Hinweise vorweg
– Hinweise zur astronomischen Nachführung
– Sinnvolle Bücher
– Hinweise zum Auffinden der Objekte

2. Auswahlkriterien der Liste
– Wie und warum habe ich Objekte ausgewählt?

3. Aufbau und Schema der Liste
– Wie habe ich die Objekte gegliedert?

4. Bebilderte Auflistung geeigneter Objekte
– Frühling
– Winter
– Herbst
– Sommer

5. Übersichtsbilder größerer Regionen
– Einige Bilder, die Deep-Sky-Objekte in ihrer Umgebung zeigen

5. Freundliches Schluswort

 
Wenn Du willst, kannst Du an dieser Stelle sofort nach unten scrollen und die verschiedenen Deep-Sky-Objekte in meiner Auflistung ansehen.
Oder Du liest zunächst durch, was ich mir bei der Auswahl gedacht und wie ich sie angeordnet habe.
Evtl. schaust Du auch die Tipps an, die ich Dir gerne noch zuvor mitgeben möchte. Ich halte sie für sinnvoll, da sie einerseits helfen, Fehler zu vermeiden, andererseits auch einige Ratschläge enthalten, die Dir über meine Liste hinaus weiterführende Infos geben können.



1. Tipps und Hinweise vorweg

Tipps und Testberichte zu kleinen Reisemontierungen/Startrackern

Zunächst möchte ich Dich auf meinen Artikel über kleine Reisenachführungen (Startracker) hinweisen. Ich selber besitze und nutze drei verschiedene Modelle und habe sie alle (+ zeitweise ein viertes Gerät) ausführlich getestet. In dem Bericht bekommst Du einen Überblick, wie diese kleinen Geräte arbeiten und findest dort auch die Links zu meinen vier Test- und Erfahrungsberichten.

Astronomische Nachführungen - ÜbersichtDas lange Sammeln von Licht ist das A und O in der Astrofotografie, soll doch der Sternenhimmel, die Milchstraße oder gar ein schwacher Nebel hell leuchtend auf dem Foto erscheinen. Der Dauer einer Belichtung sind dabei enge Grenzen gesetzt: Die Erdrotation begrenzt die Belichtungszeit.
Glücklicherweise gibt es auch für dieses Problem eine Lösung: Die astronomische Nachführung.
Sie dreht die Kamera mit den Sternen mit. Somit kann relativ lange belichtet werden und die Sterne bleiben dennoch punktförmig.
Dieser Artikel gibt Dir einen Überblick über die Funktionsweise dieser praktischen Geräte.

 

Sinnvolle Bücher

Meine Liste „Deep-Sky-Objekte für Anfänger“ ist in jedem Fall eine sinnvolle Ergänzung zu den in verschiedenen Büchern dargestellten Objekten für die Beobachtung. Denn Beobachtung und Fotografie unterscheiden sich sehr:
Nicht alles was für den Beobachter ausgesprochen schwierig zu sehen ist, ist mit der Kamera gleichermaßen schwierig aufzunehmen. Unser Auge kann einfach nicht so viel Licht sammeln, wie es einer Kamera mit stundenlangen Belichtungszeiten möglich ist.
Dennoch waren (und sind!) einige Bücher für mich unverzichtbare Hilfsmittel, um neue Objekte zu finden. Natürlich nutze ich auch Apps und schaue mir Bilder im Netz an. Aber nur gute Bücher bringen mich immer wieder auf neue Ideen.
Gerade bei Bildern im Netz lässt sich fast nie abschätzen, wie groß ein Objekt tatsächlich ist und noch viel weniger, wie hell. Auch muss man zunächst wissen, dass es das Deep-Sky-Objekt überhaupt gibt, um dann gezielt nach Bildern zu suchen.
Daher sind die schematischen Auflistungen in Büchern der ideale Startpunkt für die Objektrecherche.
Ich nutze hierfür verschiedene Bücher, von denen ich an dieser Stelle die zwei wichtigsten verlinke. Genauer beschrieben habe ich alle meine Bücher in zwei Artikeln: Hier und hier.
Vorsicht: Die beiden Bücher sind keine „Bilderbücher“, sondern überwiegend Nachschlagewerke. Dafür aber enorm umfangreich und detailliert. Bücher, die Objekte auch in einer großen Anzahl toll fotografiert zeigen, finden sich dann eher bei den beiden verlinkten Artikeln.

 

Tipps zum Ausrichten der Kamera

Anfängern fällt es oftmals nicht so leicht, die Kamera auf das gewünschte Objekt auszurichten.
Wenn es schon eine Herausforderung ist, sich mit bloßem Auge im Sternenmeer zu orientieren, so fällt die Suche durch den kleinen Kamerasucher erst recht schwer.

Im Gegensatz zur Tageslichtfotografie, aber auch zur weitwinkligen Fotografie der Milchstraße, sind Deep-Sky-Objekte in den meisten Fällen nicht durch den Kamerasucher (und schon gar nicht im LiveView) sichtbar. Man muss sich also an markanten Sternen oder Sternmustern orientieren. Sterne sind DER Wegweiser zu unsichtbaren Objekten, egal ob für Anfänger oder für Profis.
Ideal sind dafür detaillierte Sternkarten, die auch in den oben angesprochenen Büchern enthalten sind.
Dieser Weg, ein Objekt zu finden nennt, sich „Star-Hopping“. Man hüpft also mit den Augen von Stern zu Stern und vergleicht immer wieder die Darstellung auf der Karte oder der App mit dem realen Himmel.

Deep-Sky-Objekte finden - Star-Hopping für AnfängerDas Auffinden von Deep-Sky-Objekten mit kleinen Reisenachführungen ohne GoTo stellt für Anfänger oftmals eine große Schwierigkeit dar. Die Objekte sind zwar für die Augen unsichtbar, aber trotzdem problemlos zu fotografieren.
Mit der richtigen Methode ist es jedoch sehr einfach zum Ziel zu gelangen.
Anhand eines Beispiels erkläre ich Schritt für Schritt, wie dieses „einfache Star-Hopping für Einsteiger“ funktioniert. Hüpf jetzt von Stern zu Stern!

 
Übrigens:
Manchmal ist es nicht ganz einfach, Sterne durch den Sucher der Kamera zu erkennen, u.a. auch dann, wenn das Objekt weit oben im Zenit steht und man sich sehr „krumm machen“ muss, um überhaupt noch in den Sucher blicken zu können.
Ein Leuchtpunktsucher kann da eine große Hilfe sein.
Dieses kleine und leichte Gerät wird einfach in den Blitzschuh der Kamera gesteckt und erzeugt dann einen gut sichtbaren roten Punkt „im Himmel“ (also auf einer sehr gut zu erkennenden Mattscheibe). Bei Kauf darauf achten, dass ein Blitzschuhadapter dabei ist; Leuchtpunktsucher haben normalerweise einen Anschluss für „Teleskop-Schuhe“ und passen nicht in den Steckplatz für Kamerablitze.



2. Auswahlkriterien der Liste

Nach welchen Kriterien habe ich die hier vorgestellten Objekte ausgewählt?

Zunächst fließt hier vor allem meine eigene Erfahrung mit ein. Wenngleich ich auch mit Teleskopen und größeren Brennweiten fotografiere, so hat mich niemals die Freude verlassen an der vergleichsweise einfachen Fotografie mit kleiner Nachführung und Fotobjektiv. Ich habe also eine ganze Reihe an Objekten und Regionen abgelichet, die ich guten Gewissens empfehlen kann.
Darüber hinaus spielen ein paar ganz einfache Überlegungen eine Rolle:

– Das Objekt muss groß genug sein.
Groß genug bedeutet, dass es mit einem Teleobjektiv einigermaßen formatfüllend und detailreich sichtbar gemacht werden sollte. Denn irgendwie bekommt man viele Objekte auf’s Bild. Aber, ob winzige, nur wenige Pixel große Galaxien Freude bereiten, bezweifle ich.

– Das Objekt muss hell genug sein.
Natürlich könnte man auch leuchtschwache Objekte fotografieren, so sie denn groß genug sind, aber der Aufwand, vor allem die enorm vielen Stunden, die ‚Licht gesammelt‘ werden muss, halten mich davon ab, sie Anfängern zu empfehlen. Ich denke ein Anfänger will nach wenigen Stunden, spätestens nach einer Nacht, ein Erfolgserlebnis haben.

– Das Objekt sollte einfach zu finden sein.
Was nützt ein großes und leuchtkräftiges Deep-Sky-Objekt, wenn man es nicht vor die Linse bekommt? Es sollten für Anfänger helle Sterne oder markante Sternmuster in der Nähe sein, die die Orientierung und Ausrichtung der Kamera erleichtern.

In meine Liste habe ich also nur Objekte aufgenommen, die zumindest zwei dieser Anforderungen erfüllen. Natürlich ist gerade der Punkt ‚Auffindbarkeit‘ relativ subjektiv und hängt u.a. davon ab, wie gut man sich bereits am Nachthimmel auskennt und wie dunkel dieser ist.
Ich hoffe dennoch, dass meine Auswahl hilfreich ist.




3. Ordnung und Schema der Liste

Ich habe die Objekte nicht nach Typen oder ihrer Größe aufgeteilt, sondern nach Jahreszeiten. Das scheint mir die einfachere und übersichtlichere Anordnung.
Hierbei sind die Übergänge natürlich fließend.

Bilder und Links zu weiterführenden Artikeln
Die gelisteten Objekte sind meist mit mehreren Bildern versehen und gelegentlich ist auch ein genauerer Artikel verlinkt.
Die Bilder wurden fast ausschließlich mit Crop-Kameras aufgenommen. Sehr selten auch Vollformat, dann steht das jedoch dabei.
Die Bilder sind nicht alle „schön“; manche sind besser, andere nicht so gut. Sie müssen auch nicht unbedingt schön sein, ich veranstalte hier keinen Leistungswettbewerb. Sie sollen nur zeigen, wie groß ein Objekt bei der jeweiligen Brennweite wirkt, Dir also einen Anhaltspunkt geben, was Du erwarten kannst.

Meine Bilder sind oftmals, aber nicht immer, mit einer astromodifizierten Kamera gemacht. Das sorgt dafür, dass bestimmte Nebelgebiete heller, kräftiger leuchten.
Allen gemein ist, dass grundsätzlich sehr wenig Belichtungszeit in ihnen steckt: Meistens so 1,5 bis 2,5 Stunden, eher weniger. Kaum ein Bild enthält 3 Stunden Belichtungszeit. Das ist sicherlich nicht ideal und daher sind die Fotos weit von dem entfernt, was mit richtig langen Belichtungszeiten möglich ist. Ich wohne jedoch in einer Großstadt und muss zum Fotografieren zwangsläufig immer recht weit fahren. Das beschränkt meine ‚Fotozeiten‘ deutlich.
Andererseits muss man bedenken, dass Lichtverschmutzung die Details reduziert und so im Umkehrschluss die notwendigen Belichtungszeiten verlängert. Was an einem dunklen Ort mit nur 1 bis 3 Stunden Belichtungszeit sichtbar gemacht werden kann, benötigt unter einem aufgehellten Himmel dann schon (als grobe Richtung) 3 bis 10 Stunden.
Meine Fotos wurden alle in den Bergen und somit (fast) ohne Lichtverschmutzung gemacht.

Bewertung
Jedes Objekt ist hinsichtlich der Größe, der Leuchtkraft und der Auffindbarkeit mit Werten von 1 (nicht ganz so gut) bis 3 (hervorragend) bewertet. Das ist subjektiv und kann von anderen auch teils abweichend eingeschätzt werden.

– Zeitpunkt
Bei jeden Objekt ist angegeben, wann es am Besten zu sehen und zu fotografieren ist.
Der Zeitraum, zu dem ein Himmelsobjekt sichtbar ist, hängt dabei vornehmlich von drei Faktoren ab:

  • Der eigene Standort
    Ich beziehe mich hier immer auf Mitteleuropa, da die meisten Leser aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommen dürften.
  • Die Nähe zum Polarstern
    Je näher ein Objekt dem Polarstern steht, desto länger ist es im Jahresverlauf sichtbar. Einige Sternbilder ‚kreisen‘ so nah um Polaris, dass sie immer am Himmel zu finden sind. Sie werden zirkumpolar genannt. Daher sind einige Objekte in jeder Nacht des Jahres zu sehen (allerdings nicht gleich gut), andere, die weit entfernt von Polaris zu finden sind, nur in einem kurzen Zeitraum von 2-3 Monaten.
  • Die Uhrzeit
    Ich beziehe mich immer auf Mitternacht zum Zeitpunkt des Höchststandes eines Sternbilds. Ganz grob (und sehr vereinfacht) kann man sagen, dass ein Objekt, das im Monat X um Mitternacht seinen höchsten Punkt erreicht auch einen Monat früher zwei Stunden später bzw. im darauffolgenden Monat zwei Stunden früher seinen höchsten Punkt der jeweiligen Nacht erreicht.

Kulmination – Höchststand von Himmelsobjekten

Der höchsten Stand über dem Horizont, den ein Objekt erreichen kann, nennt sich Kulmination. Dieser Höchststand befindet sich immer im Süden, genau so wie auch der Höchststand der Sonne immer im Süden (und immer mittags) ist. Es ist der beste Zeitpunkt, ein Objekt zu fotografieren, da es dank seines hohen Standes in den besonders dunklen Bereichen des Himmels, weitab der störenden Lichtverschmutzung und den Lichtbrechungen und Eintrübungen der Atmosphäre steht.

Jedes Objekt hat also jeden Tag einen Höchststand, aber nur einmal im Jahr seine maximale Kulmination um Mitternacht. Genau wie die Sonne auch jeden Tag einen Höchststand erreicht, aber nur einmal im Jahr, zur Sommersonnenwende, ihren absolut höchsten Punkt über dem Horizont erreicht: Am Mittag des 21. Junis.

Beispielsweise erreicht Orion Mitte Dezember um Mitternacht seinen Höchststand im Süden. Zwei Monate früher kann Orion etwa 3 bis 4 Stunden später im Süden gesehen werden, also kurz vor dem Morgengrauen. Auch zu diesem Zeitpunkt erreicht er seinen höchsten Stand innerhalb der einen Nacht. Zwei Monate später erreicht er seinen südlichsten Höchststand bereits weit vor Mitternacht.
Zu beiden Zeitpunkten, also Oktober bzw. Februar, verbleibt vergleichsweise wenig Zeit, um Orion abzubilden. Im Oktober geht die Sonne bereits auf und im Februar überschreitet Orion seinen Höchststand schon kurz nach Sonnenuntergang.
Besonders auffällig wird das bei Objekten, die niemals besonders hoch über den Horizont steigen.

 




4. Bebilderte Auflistung geeigneter Objekte

 

Große, leuchtstarke Objekte ohne Nachführung

Hast Du (noch) keine astronomische Nachführung, so solltest Du Dir sofort eine kaufen kannst Du es auch ohne versuchen. Erwarte hierbei aber nicht allzu viel.
Möglich ist es jedoch schon einzelne Objekte sichtbar zu machen.
Am geeignetsten erscheinen mir folgende:
Orionnebel im Winter, Andromedagalaxie im Herbst, Nordamerikanebel und Lagunennebel im Sommer.

Das Vorgehen ist dabei grob folgendes:
So lange belichten wie möglich, ohne dass sich Striche bilden (abhängig von der Brennweite wenige Sekunden), den ISO-Wert so hoch wie vertretbar (und das kann auch ISO 12.800 bedeuten), möglichst viele (hunderte) Fotos erstellen (dabei die Kamera alle paar Minuten neu ausrichten).
Sind die Fotos im Kasten, werden sie wie bei jeder Deep-Sky-Aufnahme weiter verarbeitet. D.h. sie werden gestackt (gestapelt), gestreckt (Verteilung der Helligkeitswerte) und final entwickelt.
(Sagt Dir das alles nichts, so schau doch in die Faq)

Möglich ist dann z.B. so etwas: Das Sternbild Orion mit dem großen Orionnebel fotografiert mit 50 mm und ohne Nachführung. 52 Fotos mit jeweils 4 Sekunden Belichtungszeit.
Im Artikel zum Sternbild Orion erkläre ich das Vorgehen für dieses Bild etwas genauer und zeige, wie dasselbe Bild unter Einsatz einer Nachführung aussieht.

Orion mit 50 mm ohne Nachführung

 
 

Deep-Sky-Objekte und Sternbilder im Frühling

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Frühling ist für Astrofotografen mit kleinem Equipment die „Saure-Gurken-Zeit“; allgemein gilt der Frühling als „Galaxien-Zeit“ und die sind, leider, leider, nur mit Teleskopen sinnvoll zu fotografieren.
Man kann sie zwar auf Fotos mit Teleobjektiven eindeutig erkennen, aber eigentlich ist es im (astronomisch-fotografisch betrachtet zum Glück nur recht kurzen) Frühling die beste Idee, sich anfangs und in der ersten Nachthälfte noch an die Winterobjekte zu halten und zum Ende des Frühlings und in der zweiten Nachthälfte sich denen des Sommers zuzuwenden.
Gerade im beginnenden Frühjahr lässt sich Orion ein letztes Mal ablichten und ab Ende Februar (etwas besser dann ab März) kommen in den frühen Morgenstunden wieder die leuchtkräftigen Bereiche der sommerlichen Milchstraße über den Horizont.

Aus diesem Grund schlage ich für den Frühling keine Sternbilder, Himmelsregionen oder einzelne Deep-Sky-Objekte vor. Diese, für Fotografen mit kurzen Brennweiten ungünstige Zeit, umfasst (auf den Nachthimmel bezogen) nur rund 6 Wochen.

Hier ein Beispiel aus dem Sternbild „Haar der Berenike“, der Gegend, in der sich die meisten Galaxien tummeln. Das ist der Spielplatz für Teleskop-Fotografen im Frühjahr. Doch mit 135 mm ist da nicht viel zu machen.
Galaxien im Haar der Berenike - 135 mm Galaxien im Haar der Berenike - 135 mm

Und hier ein Beispiel aus dem Löwen. Die Galaxiengruppe links unten ist das „Leo-Triplet“. Das ist „der Knaller“ unter den Frühjahres-Galaxien und zeigt mit die größten und prächtigsten Exemplare. Die sind mit 135 mm zwar zu erkennen, aber eigentlich eher „witzlos“, da viel zu klein. Das gleiche gilt für die drei Messier-Galaxien 95, 96 und 105 rechts unten: Grandios im Teleskop, winzige Flecken im Teleobjektiv.

Galaxien im Sternbild Löwe - 135 mm Galaxien im Sternbild Löwe - 135 mm

Wer Galaxien mit Teleobjektiven fotografieren möchte, sollte im Frühling zu mindestens 300 mm greifen oder es an dem ganzjährig sichtbaren Pärchen aus M81 und M82 im Sternbild ‚Großer Bär‘ versuchen, die allerdings auch nicht so viel größer sind. Man kann sie aber ab 100 (besser 200) mm schon einigermaßen gut abbilden. Hier bieten sich dann sehr lange Belichtungszeiten an, um die umgebenden Staubnebel sichtbar zu machen. Aber das ist eine Technik für Fortgeschrittene…
Idealerweise wartet man jedoch bis in den Herbst, denn dann stehen mit der Andromeda-Galaxie und M33 zwei Prachtexemplare am Himmel, die sogar mit Brennweiten von unter 100 mm durchaus schön wirken können.

 

Deep-Sky-Objekte und Sternbilder im Winter

Großer Orionnebel

Orion mit 200 mm Orion mit 200 mm - leicht beschnitten

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Emissions- und Reflexionsnebel
  • Jahreszeit: Herbst und Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 13.Dezember
  • Sternbild: Orion

Der große Orionnebel ist sicherlich eines der drei oder vielleicht fünf Objekte, die für annähernd jeden der Einstieg in die Deep-Sky-Fotografie sind.
In den langen Winternächten ist er sogar mit freiem Auge ganz ohne Hilfsmittel zu sehen. Das ist so mit keinem anderen Nebelgebiet möglich.
Man kann den Orionnebel schon auf etwas länger belichteten Fotos mit 14 mm Brennweite eindeutig erkennen, ab etwa 85 mm bereits mit ersten Details.
Mit 200 mm ergibt sich mit den Nachbarobjekten ‚Running Man‘, Pferdekopfnebel und Flammennenbel eine wunderschöne Komposition.

Der ausführliche Artikel zum Sternbild Orion zeigt Beispielbilder und beschreibt viele der Deep-Sky-Objekte genauer.

Sternbild Orion und Orionnebel - finden, beobachten und fotografierenen - Anleitung, Tutorial, Tipps, TITELBILDOrion, der große Jäger am Himmel, ist wohl das Wintersternbild überhaupt und für viele das schönste Sternbild schlechthin. Der Orionnebel ist der bekannteste Nebel und neben Andromedagalaxie und Plejaden das am Besten mit bloßem Auge sichtbare Deep-Sky-Objekt.
Auch fotografisch ist Orion besonders dankbar, können doch auch Anfänger mit relativ wenig Equipment hier erste Deep-Sky-Bilder aufnehmen und den Orionnebel mit normaler Fotoausrüstung ablichten. Doch Orion hat noch sehr viel mehr zu bieten. Davon möchte ich in diesem ausführlichen, reich bebilderten Artikel berichten.

 

Plejaden

Plejaden mit 200 mm

  • Größe: 2-3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Offener Sternhaufen mit Reflexionsnebeln
  • Jahreszeit: Früher Herbst und Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 30. November
  • Sternbild: Stier

Die Plejaden sind ebenfalls bereits ohne Hilfsmittel mit unbewaffneten Augen zu sehen. Daher ist es auch ein Kinderspiel, sie durch den Sucher der Kamera zu entdecken.
Auch sie sind, wie der Orionnebel, mit jeder Brennweite sichtbar.

Hyaden

Hyaden (links mit Plejaden und dunkelnebel - 85 mm - Vollformat ohne Astromod - Blau in Bildmitte: Ein Komet. Hyaden (links mit Plejaden und dunkelnebel - 85 mm - Vollformat ohne Astromod Hyaden (unten) mit Plejaden (oben) und Dunkelnebel - 85 mm (Ausschnitt) - Vollformat ohne Astromod

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Offener Sternhaufen
  • Jahreszeit: Herbst und Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 30. November
  • Sternbild: Stier

Die Hyaden sind als ‚der Kopf des Stiers‘; ein einfach sichtbarer offener Sternhaufen. Das „blutunterlaufene Auge des Stiers“, der Stern Aldebaran ist auch unter extrem lichtverschmutztem Himmel einfach zu finden. Sie sind, da hier bunte Nebelanteile (fast gänzlich) fehlen, nicht ganz so spektakulär. Belichtet man jedoch lange genug (d.h. einige bis sehr viele Stunden) werden schöne Dunkelnebel sichtbar, die ein Foto dieser Region zu etwas besonderem machen können. Aber das erfordert etwas Ausdauer.

Rosennebel mit Sternhaufen

Rosennebel im Einhorn mit weiteren Objekten - 135 mm Rosennebel im Einhorn mit weiteren Objekten - 135 mm
Rosennebel im Einhorn mit weiteren Objekten - 85 mm (Kompressionsartefakte!)

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Emissionsnebel rund um einen offenen Sternhaufen
  • Jahreszeit: Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 05. Januar
  • Sternbild: Einhorn

Der Rosen- oder Rosettennebel (französisisch für ‚kleine Rose‘ oder ‚Röschen‘) befindet sich im Sternbild Einhorn, ‚links‘ vom Orion und kann unter Zuhilfenahme einer App wie Stellarium relativ leicht gefunden werden. Es gibt einige markante Sterne in seiner Umgebung, die es leicht machen, mittels Blick durch den Kamerasucher die richtige Region zu finden.
Je nachdem, mit welcher Brennweite gearbeitet wird, kann das Bild so komponiert werden, dass es noch weitere Objekte als Ergänzung umfasst, allen voran der Weihnachtsbaumhaufen, ein offener Sternhaufen in Verbindung mit einem Emissionsnebel.

Der Rosennebel ist sehr leuchtkräftig und vergleichsweise groß. Bereits ab 100 mm ist er mit vielen Details gut zu erkennen, ab 200 mm macht es dann auch wirklich Spaß, wobei er auch auf Fotos mit 50 oder 85 mm klar zu sehen ist.
Die Größe entspricht etwa der des Orionnebels.

Objekte im Fuhrmann

Fuhrmann mit 200 mm Fuhrmann mit 50 mm

  • Größe: 1-2 (als Gruppe 2-3)
  • Leuchtkraft: 2
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Emissionsnebel und offene Sternhaufen
  • Jahreszeit: Herbst und Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 09. Dezember
  • Sternbild: Fuhrmann

Inmitten des 5-Ecks des Fuhrmanns finden sich eine Reihe von Objekten, die eine wunderbare und vielfältige Bildkompostiion ermöglichen:
Die beiden recht großen und hellen Emissionsnebel IC405 und IC410, dazu die beiden schönen und großen offenen Sternhaufen M36 und M38 und als ‚Beifang‘ einige weitere, kleinere Sternhaufen und Nebelgebilde.
Der Fuhrmann ist sehr einfach zu finden und die betreffende Region im ‚unteren‘ Bereich kaum zu verfehlen.

 

Objekte im Grenzgebiet zwischen Zwilling und Orion

200 mm

  • Größe: 1-2 (als Gruppe 2-3)
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttypen: Emissionsnebel und offene Sternhaufen
  • Jahreszeit: Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 04. Januar
  • Sternbild: Zwillinge (und Orion)

Im Grenzgebiet zwischen Orion und den Zwillingen gibt es einige schöne Objekte, die sich gemeinsam in ein Bild einfügen. Das sind einerseits der leuchtkräftige und relativ große Affenkopfnebel im Orion, andererseits der fast genauso große Quallennebel sowie der offene Sternhaufen M35 im Feld des Sternbilds Zwilling.
Sie sind anhand des ‚Zwillingsfußes‘ recht einfach aufzufinden.

Anhand dieser Objekte erkläre ich in oben verlinktem Artikel, wie man solch für das Auge unsichtbare Objekte mittels Star-Hopping vor die Linse bekommt.

Offene Sternhaufen im Achterdeck

200 mm 200 mm

  • Größe: 2
  • Leuchtkraft: 2
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Offene Sternhaufen
  • Jahreszeit: Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 09. Januar
  • Sternbild: Achterdeck

Die wunderschönen offenen Sternhaufen M46 und M47 sind nicht besonders bekannt. Dies mag u.a. daran liegen, dass sie in Mitteleuropa sehr horizontnah stehen und auch nur über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum erscheinen. Sie sind somit in dieser Liste der „kleine unbekannte Schatz“, zwei „Geheimjuwelen“ im Sternenmeer.
Nichtsdestotrotz sind es tolle und große Obkjekte, die sich gemeinsam gut mit Fotoobjektiven ablichten lassen. Die hellen Sterne des Sternbilds vereinfachen das Auffinden, wobei die Sternhaufen an absolut dunklen Standorten bereits ohne Hilfsmittel als schwache Flecken, im Feldstecher sogar eindeutig als Sternhaufen zu erkennen sind.

Ich erwähne sie hier auch, da Sternhaufen, speziell offene Sternhaufen, gerade bei Anfängern nicht besonders hoch im Kurs stehen.
Dabei sind diese Objekte faszinierend und gerade für Anfänger gut geeignet: Aufgrund ihrer Eigenschaften sind weder lange Belichtungen noch astromodifizierte Kameras notwendig.
In einem eigenen Artikel habe ich mich mit diesen Objekten genauer befasst.

Sternhaufen - Funkelnde Juwelen am NachthimmelIm Gegensatz zu vielen anderen Deep-Sky-Objekten, sind Sternhaufen vergleichsweise leicht zu fotografieren und auch visuell sind einige von ihnen ohne Hilfsmittel zu erkennen. Dennoch werden sie etwas stiefmütterlich behandelt, da sie nicht mit bunten Farben oder filigranen Details beeindrucken. Dabei sind sie wunderschöne Objekte, die mit ein wenig Hintergrundwissen nochmals spannender werden.
Der Artikel gibt Dir einen Überblick über die verschiedenen Sternhaufen, erklärt deren Entstehung und soll die Freude wecken, sich mit diesen Juwelen am Nachthimmel näher zu befassen.

 

Deep-Sky-Objekte und Sternbilder im Herbst

Elephantenrüsselnebel

200 mm 85 mm - kurz belichtet

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 2-3
  • Objekttyp: Emissionsnebel
  • Jahreszeit: fast ganzjährig, ideal Sommer und Herbst
  • Kulmination um Mitternacht: 29. September
  • Sternbild: Kepheus

Wenn die Rede vom „Elephantenrüsselnebel“ ist, so wird damit eine relativ kleine, rüsselförmige Globule, eine „Dunkelwolken-Ausbuchtung“ gemeint, in der Sternenentstehung stattfindet.
Man kann das Rüsselchen auch auf Bildern mit 200 mm erkennen, aber eigentlich ist es ein Teleskopobjekt, das erst ab 400 mm aufwärts prächtig wirkt.
Gleichzeitig wird auch die ganze Region (fälschlich) immer mal wieder als Elephantenrüssel bezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein sehr großes, rötlich leuchtendes Nebelgebiet, das bereits auf Aufnahmen mit nur 50 mm recht gut zur Geltung kommt.
Da der Kepheus fast das ganze Jahr über zu sehen ist, bietet sich über einen langen Zeitraum hinweg die Möglichkeit, diese hübsche und anfängertaugliche Region zu fotografieren.

Andromedagalaxie

Andromeda mit 200 mm - ca. 50% beschnitten

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Galaxie
  • Jahreszeit: später Sommer und Herbst (bis früher Winter)
  • Kulmination um Mitternacht: 30. September
  • Sternbild: Andromeda

Der Andromedanebel, genauer die Andromedagalaxie, ist eine von nur zwei Galaxien, die groß genug sind, um sie mit gängigen Brennweiten von Teleobjektiven sinnvoll abzubilden.
An dunklen Orten ist diese Galaxie bereits mit bloßem Auge sichtbar und in diesem Fall natürlich auch einfach im Sucher der Kamera zu finden.

M33 – Dreiecksgalaxie

Mosaik aus 2x 85 mm - Vergleich M31 und M33

  • Größe: 2
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Galaxie
  • Jahreszeit: Sommer bis Herbst
  • Kulmination um Mitternacht: 23. Oktober
  • Sternbild: Dreieck

M33, die Dreiecksgalaxie, ist die zweite Galaxie, bei der es sich lohnt, sie mit Fotoobjektiven abzulichten. Alle anderen Galaxien sind einfach zu klein, wenngleich man es mit 300 mm durchaus im Leo-Triplett (Sternbild Löwe im Frühjahr) oder am Pärchen aus M81 und M82 (Sternbild großer Bär, ganzjährig) versuchen kann. (Damit wird man jedoch als Anfänger nicht wirklich glücklich).
M33 ist wesentlich lohnenswerter. Sie ist nicht ganz so groß wie die Andromedagalaxie, aber an sich bunter und für meinen Geschmack auch deutlich hübscher.
Auf Aufnahmen mit 85 mm ist sie bereits deutlich mit einigen Details zu erkennen.

Pacman-Nebel

135 mm 135 mm

  • Größe: 1-2
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Nebel
  • Jahreszeit: Spätsommer bis Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 9. Oktober
  • Sternbild: Kassiopeia

Das Sternbild Kassiopeia ist zirkumpolar. Das bedeutet, dass es aufgrund seiner nördlichen Stellung und der Nähe zum Polarstern von Mitteleuropa aus ganzjährig in jeder Nacht sichtbar ist.
Die markante Figur, die an ein W erinnert, ist ein guter Wegweiser im Sternenmeer.
Kasspiopeia hat diverse kleine Schätze zu bieten, die sich jedoch meist nur mit größeren Teleskopen sinnvoll fotografieren lassen. Das unterhalb vorgestellte Päärchen aus Herz- und Seelennebel bilden da (fast) die einzige Ausnahme. Denn mit dem Pacman-Nebel findet sich hier ein weiterer Emissionsnebel, der noch gut ab 100 mm Brennweite sichtbar wird.

Das Sternbild Kassiopeia, auch bekannt als das große „Himmel-W“ ist eines der markantesten Sternbilder. Gerade Anfängern kann es helfen sich am Himmel zurecht zu finden.
Erfahre wie Du es entdeckst, welche Schätze es zu bieten hat und welch actionreiche Geschichte sich die alten Griechen ausgedacht haben, um Kassiopeia an den Himmel zu setzen. Dazu Tipps für gelungene Fotos und einiges an Hintergrundinformation.

Ein informativer Artikel wartet auf Dich!

 

Herz- und Seelen-Nebel

85 mm - Vollformatkamera 135 mm zusammen mit h&chi Persei
200 mm

  • Größe: 2
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 2
  • Objekttyp: Nebel
  • Jahreszeit: Spätsommer bis Winter
  • Kulmination um Mitternacht: 23. Oktober
  • Sternbild: Kassiopeia

Das wunderschöne Paar aus Herz- und Seelennebel bietet sich als tolles Einsteiger-Objekt für erste Versuche mit einer astromodifizierten Kamera im Herbst an. Es ist relativ leuchtkräftig und bei hohen ISO-Werten bereits auf einem Einzelbild zu erahnen. Das, sowie die Tatsache, dass der Doppel-Sternhaufen aus ha & chi Persei ein guter Wegweiser sind, vereinfacht das Auffinden deutlich. Klar, Herz und Seele sind nicht so einfach zu finden wie der große Orionnebel, aber ein ideales Ziel, um das Auffinden unsichtbarer Nebelgebiete zu üben.
Bei 200 mm zeigen sich Herz- und Seelennebel annähernd formatfüllend, bei 135 mm ergibt sich eine schöne Komposition zusammen mit den beiden Sternhaufen.

California-Nebel

200 mm

  • Größe: 2
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 2-3
  • Objekttyp: Nebel
  • Jahreszeit: Spätsommer bis Spätwinter
  • Kulmination um Mitternacht: 7. November
  • Sternbild: Perseus

Der California-Nebel ist, wie alle Emissionsnebel unsichtbar, jedoch sehr leicht im „Fuß des Perseus“ zu finden. Zwei sehr helle Sterne weisen den Weg. Dieser Nebel zählt mit zu den stärkeren und kann recht gut auf einem Einzelbild mit hohem ISO-Wert erkannt werden. Das erleichtert die Bildkomposition. Bereits mit einer Stunde Belichtungszeit ist er dann deutlich zu erkennen, zumindest war das bei meinem 200 mm Foto der Fall. Aber auch in einer Aufnahme mit 85 mm war der California-Nebel nach weniger als 10 Minuten Gesamtbelichtungszeit klar sichtbar.

ha und chi Persei

200 mm

  • Größe: 1-2
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Offener Sternhaufen/Doppel-Sternhaufen
  • Kulmination um Mitternacht: 7. November
  • Sternbild: Perseus

Ähnlich einfach zu fotografieren wie die oben angesprochenen Sternhaufen M46 und M47, jedoch mit einigen Vorteilen. h & chi sind über einen sehr langen Zeitraum sichtbar, steigen hoch in die dunkelsten Bereiche des Himmels und sind enorm einfach zu finden; man kann sie bereits mit dem bloßen Auge erkennen.

 

Deep-Sky-Objekte und Sternbilder im Sommer

Rho-Ophiuchi-Region und Umgebung von Antares

200 mm

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 2-3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Jahreszeit: (früher) Sommer
  • Kulmination um Mitternacht: 3. Juni
  • Sternbild: Skorpion (und Schlangenträger)

Im Bereich zwischen Antares, dem rot-organge leuchtenden Riesenstern im Skorpion und dem oberhalb anschließenden Sternbild Schlangenträger gibt es einige verschiedenfarbig leuchtende Nebelgebiete. Sie tragen alle eigene Nummern, teils auch eigene Vulgärnamen, werden jedoch meist als ‚Antares-Region‘ oder Rho-Ophiuchi-Region bezeichnet. Jeder versierte Astrofotograf weiß dann wovon die Rede ist.

Je nachdem, mit welcher Brennweite fotografiert wird und wie der Bildausschnitt gewählt wird, gelangen der schöne Kugelsternhaufen M4 (direkt unterhalb von Antares gelegen) und ein Teil der in Richtung der Milchstraße weisenden Dunkelnebel mit ins Bild.

M8 und M20

50 mm 85 mm
135 mm 200 mm

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 2-3
  • Objekttyp: Emissions- und Reflexionsnebel
  • Jahreszeit: Sommer
  • Kulmination um Mitternacht: 5. Juli
  • Sternbild: Schütze

Im Sternbild Schütze, das sich fast im Zentrum der Milchstraße befindet, tummeln sich unzählige Deep-Sky-Objekte; vor allem dutzende offene Sternhaufen und Kugelsternhaufen. Es ist annähernd unmöglich, im Schützen zu fotografieren ohne einen zu erwischen.
Besonders spannend und erfolgversprechend (auch für Anfänger) ist jedoch das ‚Duett‘ aus M8 und M20, dem Lagunen- und dem Trifid-Nebel.
Bereits mit 85 mm ein toller Anblick, können mit 200 mm enorm viele Details herausgearbeitet werden.
Die Objekte sind sehr leuchtstark und groß. Im Sommer ideale Objekte für Einsteiger.

Sternbild Schwan – Nordamerikanebel und weitere

Objekte im Schwan - 50 mm 200 mm
IC 1318 - 135 mm 135 mm
IC 1318 - 200 mm 200 mm
 

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 3
  • Auffindbarkeit: 3
  • Objekttyp: Emissionsnebel
  • Jahreszeit: spätes Frühjahr bis früher Herbst
  • Kulmination um Mitternacht: 29. Juni
  • Sternbild: Schwan

Der Nordamerikanebel ist DAS Einsteigerobjekt im Sommer. Es ist leuchtstark, enorm groß (wohl das größte der hier aufgeführten Objekte) und ziemlich einfach zu finden.
Darüber hinaus steht der Schwan über einen besonders langen Zeitraum hoch am Himmel. Bereits ab April (besser Mai) bis hinein in den Oktober kann es fotografiert werden.
Direkt neben dem Nordamerikanebel befindet sich der Pelikannebel, nur duch eine Dunkelwolke getrennt. Mit den meisten Fotoobjektiven werden wohl beide Objekte im Bild ihren Platz finden.
Darüber hinaus gibt es im Schwan eine ganze Reihe weitere Emissionnebel, z.B. der Schmetterlingsnebel IC1318, der direkt neben dem Stern Sadr liegt und somit sehr einfach gefunden werden kann.
Rechts (westlich) von Sadr befindet sich der Sichelnebel (NGC 6888). Er ist eigentlich ein Objekt für Teleskope mit größeren Brennweiten, jedoch auch auf Fotos mit 200 mm schon recht groß und sehr deutlich zu erkennen.

Cirrusnebel

Veil-Nebula - 200 mm Veil-Nebula - 85 mm - Vollformat

  • Größe: 3
  • Leuchtkraft: 1-2
  • Auffindbarkeit: 1-2
  • Objekttyp: Supernovaüberrest
  • Jahreszeit: Spätes Frühjahr bis früher Herbst
  • Kulmination um Mitternacht: 29. Juni
  • Sternbild: Schwan

Der Cirrus- oder Schleiernebel im Schwan ist nicht ganz so leicht aufzufinden und auch nicht so leuchtstark wie die meisten der hier vorgestellten Objekte. Dennoch kann es sich lohnen, diesen Überrest einer Supernova auch mit Teleobjektiven zu fotografieren, da er mit 200 mm bereits einen großen Teil des Bildes einnimmt.
Bei ausreichender Belichtungszeit ist es möglich, bereits einige Details zu erkennen, doch die wirkliche Schönheit und Vielfalt der einzelnen Nebelstrukturen offenbart sich erst bei hohen Brennweiten über 500 mm.

Auch dem Sternbild Schwan habe ich einen eigenen Artikel gewidmet, in dem alle Deep-Sky-Objekte ausführlich und mit Beispielfotos beschrieben werden.

Cygnus – der Schwan in der Milchstraße – ist das prägende Sternbild des Sommerhimmels. Mit weit ausgebreiteten Schwingen scheint er die Milchstraße entlang zu fliegen.
Pelikan-Nebel, Gottes Finger, Schmetterlings- und Cocoon-Nebel. Knochenhand, Nordamerika-Nebel und Dunkelzigarre. Emissions- und Reflexionsnebel, die Überreste einer Supernova, der seltene W-R-Nebel und verschiedene Dunkelwolken, Sternhaufen und viele nicht katalogisierte „Nebelfetzen“ laden immer wieder ein, dieses Sternbild zu besuchen.
Ein reichhaltiger Artikel erwartet Dich!

 
 

Übersichtsbilder

Zuletzt noch ein paar größere Übersichtsbilder, die verschiedene hier vorgestellte Deep-Sky-Objekte in ihrer Umgebung zeigen. Es handelt sich um Panoramaaufnahmen, also Fotos, die aus mehreren Teilfeldern zusammengesetzt wurden. 85 mm an der Canon 6D ohne Astromodifikation. Jedes Teilfeld umfasst 20 Bilder mit jeweils 25 Sekunden Belichtungszeit.
 
Sternbild Schwan, links bereits das Sternbild Kepheus Sternbild Persues - rechts: Kassiopeia, links: Stier Sternbild Orion - links der Rosennebel im Einhorn

 

Ein letzter Tipp zum Schluss

Es ist nicht immer ganz einfach Sterne absolut perfekt zu fokussieren.
Ich habe festgestellt, dass es mit einer Fokusmaske wesentlich einfacher geht, allerdings erst ab 50 oder 85 mm Brennweite, perfekt mit 135 und 200 mm.
Die günstigste Lösung ist diese „Clip-in-Mask“e, die einfach in einen vorhandenen Filter eingesteckt wird. Es gibt sie in allen Größen und somit für jedes Objektiv passend.
Steht kein geeigneter Filter zur Verfügung, so kauft man sich einfach den billigsten den man finden kann und entfernt das Glas (bzw. bei den billigen das Plastik); schon kann man die Fokussierhilfe nutzen.

 
 

Freundliches Schlusswort

Ich hoffe Dir hat meine kleine Auswahl einfacher Deep-Sky-Objekte für Einsteiger gefallen und Du hast für Dich die ein oder andere Anregung für die nächste ‚Astronacht‘ mitnehmen können.
Vielleicht hast Du ja auch schon einiges an Erfahrung und wolltest Dich ’nur mal so‘ inspirieren lassen. Falls ja, dann hoffe ich auch hier, dass etwas für Dich dabei war.
Möglicherweise kennst Du noch Objekte, die für Dich als Anfänger einfach waren oder die Du aufgrund Deiner Erfahrung als einfach einschätzt. Schreib mir doch bitte einen Kommentar; so können auch andere davon profitieren.

Zum Schluss möchte ich Dich gerne einladen, Dich noch ein bisschen auf meiner Seite umzusehen. Es gibt einiges zu entdecken. Persönlich liegen mir die Sternbildbeschreibungen besonders am Herzen, denn es macht mir viel Freude, die mythischen Geschichten und Sagen, die diesen Sternbildern zugrunde liegen, zu recherchieren und in spannende Geschichten zu gießen.
Auch würde ich mich freuen, wenn Du mich bei Facebook oder Instagram besuchst. Dort finden sich regelmäßig neue Bilder oder kleine Geschichten aus dem der Astrofotografiealltagallnacht.

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Nun bleibt mir noch, Dir viel Erfolg bei der Astrofotografie zu wünschen und noch viel mehr Freude, draußen in einer sternenklaren Nacht. Ganz nach dem Motto dieser Seite: „Du, die Nacht und die Weite des Himmels“.

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